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                GPC - NEWSLETTER 42 # GPC - NEWSLETTER 42

                                Ausgabe 42, 29.04.2005

                                Aktuelle Leserzahl: 3752

                Der GPC Newsletter wird herausgegeben vom
                     Bundesinstitut für Berufsbildung
        Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
                  Ihr Feedback richten Sie bitte an: gpc@bibb.de

                        http://www.good-practice.bibb.de

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THEMA DES MONATS
 + Modell der alternierenden Berufsausbildung - Alternanz

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
 + Auch versorgte Jugendliche sind oft unversorgt
 + Neue Programminitiative soll berufliche Ausbildung verbessern
 + Arbeitgeber stellen Bildungsprogramm vor

NEUES AUS DEM GPC
 + Online-Transfer von Guten Beispielen
 + Aktuelle Datenbankeinträge

NEUES AUS DEM BIBB
 + Die Auswirkungen der BBiG-Reform auf das BIBB
 + Ausschreibung Hermann-Schmidt-Preis
 + Berufsbildungsbericht 2005
 + Duale Berufsausbildung versus Abschlüsse von Berufsschulen

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

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THEMA DES MONATS

+ Modell der alternierenden Berufsausbildung - Alternanz

Die Diskussion um die Lage am Ausbildungsstellenmarkt zeigt es wieder deutlich: Die Effizienz des Berufsbildungssystems steht in Frage. Gerade die Benachteiligten schaffen es immer seltener, einen Platz in
diesem System zu erlangen.
Demgegenüber hat der Rat der Europäischen Gemeinschaften schon 1979 einen Vorschlag gemacht, wie die Berufsausbildung unter besserer Ausnutzung der Ressourcen und als differenzierteres Angebot gestaltet
werden könnte: Im Modell der Alternanz.
Darunter sind Berufsbildungsgänge zu verstehen, die einen regelmäßigen, systematischen und aufeinander bezogenen Wechsel zwischen den Ausbildungsabschnitten

  • Erfahrungslernen im Betrieb und
  • systematisches Lernen in Schule/Ausbildungswerkstatt

vornehmen.
(vgl. Rothe, G.: Alternanz die EU-Konzeption für die Berufsausbildung, Karlsruhe 2004).

Vielleicht gelingt es ja mit dem neuen BBiG, etwas mehr Durchlässigkeit und einen engen Bezug zwischen den verschiedenen Lernorten im dualen System der Berufsbildung herzustellen!

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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG

+ Auch versorgte Jugendliche sind oft unversorgt

Die Ausbildungsplatznachfrage wird seit einigen Jahren stark unterschätzt. Darauf wiesen Fachleute hin, die auf einer Tagung der "Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz" (AG BFN) das Thema "Der Ausbildungsmarkt und seine Einflussfaktoren" diskutierten.

Bislang werden nur diejenigen Jugendlichen als Lehrstellennachfragende erfasst, deren Ausbildungsplatzsuche erfolgreich war oder die bis zum Ende des Jahres weder eine Lehre begonnen haben noch in eine Alternative dazu eingestiegen sind und damit weiter als "unversorgt" gelten. Bewerber/innen, die sich eine Alternative suchten, werden nicht gezählt.

Damit verschwinden diese Jugendlichen aus der Statistik der "noch nicht vermittelten Bewerber" und zählen auch nicht mehr zu den Ausbildungsplatznachfragenden - selbst dann nicht, wenn sie weiterhin intensiv nach einer Lehrstelle suchen. Das waren 2004 ca. 109.000 Jugendliche.

Auch gehören sie nicht mehr zur originären Zielgruppe für die Nachvermittlungsaktion des Ausbildungspaktes. Diese konzentriert sich nämlich ausschließlich auf diejenigen Bewerber und Bewerberinnen, die an keiner Überbrückungsmaßnahme teilnehmen und am Ende des
Geschäftsjahres von der Bundesagentur für Arbeit betreut werden müssen.
Die Experten plädieren nachdrücklich für eine Modernisierung der offiziellen Bildungsstatistik.

http://www.bibb.de/de/18183.htm


+ Neue Programminitiative soll berufliche Ausbildung verbessern

In seiner Sitzung vom 20. April 2005 hat das Bundeskabinett eine neue Programminitiative zur Verbesserung der beruflichen Ausbildung vereinbart.

Bei dieser Initiative geht es darum, die Ausbildungschancen junger Menschen zu erhöhen und insbesondere in strukturschwächeren Regionen zusätzliche, vor allem betriebliche Ausbildungsplätze zu schaffen.

Neben besseren Ausbildungs- und Lebensperspektiven für die Jugendlichen soll die Initiative aber auch einen wichtigen Beitrag zur strukturellen Entwicklung in den jeweiligen Regionen leisten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt hierfür 80 Mio. Euro zur Verfügung.

http://www.bmbf.de/press/1441.php


+ Arbeitgeber stellen Bildungsprogramm vor

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat ihr Bildungsprogramm vorgestellt. Hierin formuliert die BDA ihre Ziele für das Jahr 2015 und zeigt die für sie notwendigen Reformschritte auf.

Ziele sind unter anderem:

Nur noch 5 Prozent der Jugendlichen haben keine abgeschlossene Ausbildung, nicht mehr 14 Prozent wie im Jahr 2005. Von den Ausbildungsverträgen werden statt 20 Prozent nur noch weniger als 10 Prozent aufgelöst.

Die BDA erwartet/verlangt, dass

  • die Sozialpartner den Neuordnungsbedarf zügig umsetzen und die Ausbildungsvergütungen flexibler gestalten,
  • die Bundesagentur für Arbeit die Schüler individuell berät und effizient in Ausbildung vermittelt,
  • die Kultusminister der Länder den Unterrichtsausfall an Berufsschulen deutlich senken und
  • die Berufsschulen den Unterricht kontinuierlich verbessern, ihre Schüler fördern sowie enger mit den Betrieben kooperieren.

Das Bildungsprogramm der Arbeitgeber (PDF, 185 KB)

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NEUES AUS DEM GPC

+ Online-Transfer von Guten Beispielen

Das GPC betreut auch die Online-Plattform des BQF-Programms. Auf der Online-Site sind die einzelnen BQF-Projekte nun nach unterschiedlichen Kategorien gegliedert und besser zugänglich gemacht.

  • Projekte nach Innovationsbereichen
  • Projekte nach Bundesländern
  • Projekte nach Entwicklungsplattformen
  • Projekte nach Schlüsselthemen

http://www.kompetenzen-foerdern.de


+ Aktuelle Datenbankeinträge

        > Anbieterdatenbank (1820)

          Neu: Börde-Berufskolleg Soest
             Berufsschule, Nordrhein-Westfalen
          http://www.good-practice.de/anbieter


        > Qualifizierungsbausteine (BBiG)(279)

          Neu: Personenbezogene Versorgung im Bereich Ernährung (HW)
             (Hauswirtschafter/Hauswirtschafterin (HW)
             Anne-Frank-Berufskolleg
          http://www.good-practice.de/bbigbausteine

Die Datenbank der Qualifizierungsbausteine (BBiG) spiegelt die aktuellen Entwicklungen in der Benachteiligtenförderung wider. Stellen auch Sie Ihre Qualifizierungsbilder zur Verfügung.


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NEUES AUS DEM BIBB

+ Die Auswirkungen der BBiG-Reform auf das BIBB

Das am 01. April 2005 reformierte Berufsbildungsgesetz (BBiG) gibt dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) neue Strukturen.

So reduziert sich beispielsweise die Mitgliederzahl des Hauptausschusses des BIBB von 53 auf 29 (Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Länder je acht; fünf Vertreter/innen des Bundes halten die acht Stimmen des Bundes).
Der "Ausschuss für Fragen behinderter Menschen" wird zum Ständigen Unterausschuss des Hauptausschusses.
Fachausschüsse und auch der Länderausschuss sind gestrichen; die Aufgaben des Länderausschusses gehen auf den Bund-Länder-Koordinierungsausschuss über.
Der 1993 eingerichtete Ständige Ausschuss entfällt, seine Aufgaben übernimmt der Hauptausschuss.

Das Berufsbildungsreformgesetz führt einen "Wissenschaftlichen Beirat" ein und betont damit ausdrücklich die Stellung des Instituts als Forschungseinrichtung. Aufgabe dieses Beirats ist es, die Qualität der   Forschungsarbeit des Instituts zu kontrollieren, zu sichern und zu evaluieren.

http://www.bibb.de/de/18100.htm


+ Ausschreibung Hermann-Schmidt-Preis

Mit dem diesjährigen Wettbewerb zum Hermann-Schmidt-Preis 2005 will der Verein Innovative Berufsbildung e. V. regionale Initiativen und Projekte ansprechen, die innovative Ansätze zu regionalen
Kooperationsformen in der Berufsausbildung entwickeln, fördern und begleiten.
Die Kooperationen und Netzwerke sollten bereits über einen längeren Zeitraum bestehen und innovative Lösungen für unterschiedliche Probleme bereitstellen.

Mit der Auszeichnung sind drei Geldpreise (2.000,-/1.000,-/500,- Euro) verbunden, die von einer unabhängigen Fachjury vergeben werden.

Die Antragsunterlagen sind bis zum 10. Juni 2005 einzureichen.

http://www.bibb.de/de/18093.htm


+ Berufsbildungsbericht 2005

Der neue Berufsbildungsbericht wurde von Frau Bundesbildungsministerin Bulmahn Anfang April im Kabinett vorgestellt. Er gibt einen Überblick über die Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt des Jahres 2004
und die Entwicklungen der Berufsbildung in diesem Jahr.

Nach dem Bericht haben die Betriebe im vergangenen Jahr erstmals wieder mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen. Ihre Zahl stieg bis zum 30. September 2004 um rund 15.400 Verträge bzw. 2,8 Prozent auf
bundesweit fast 573.000.

Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/pub/bbb_2005.pdf (2,58 MB)


+ Duale Berufsausbildung versus Abschlüsse von Berufsfachschulen

Der OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick" von 2004 stellt fest, dass bei Erwerbspersonen mit einer abgeschlossenen dualen Berufsausbildung die Erwerbslosigkeit um zwei bis drei Prozent höher liegt als bei
Personen, die über einen Berufsabschluss an einer vollqualifizierenden Berufsfachschule verfügen.

Das BIBB hat diese Aussage kritisch unter die Lupe genommen und kommt nach einer ersten Auswertung des Mikrozensus 2003 zu einem differenzierten Ergebnis:

Die höhere Erwerbslosenrate von Absolventen/innen der dualen Berufsausbildung kann nicht als Beleg für systembedingte schlechtere Erwerbschancen dual qualifizierter Fachkräfte herangezogen werden.
Maßgeblich beeinflusst werden die Unterschiede bei der Erwerbslosigkeit vielmehr durch den ausgebildeten Berufsbereich und die schulische Vorbildung der Absolventen - beides Faktoren, die unabhängig von der konkreten Ausbildung sind.

Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/18236.htm


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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

31.05.2005, Berlin
Werkstattgespräch "Kinder- und Jugendhilfe im Prozess der Arbeitsmarktreform - Organisationsübergreifende und interdisziplinäre Handlungsstrategien zur beruflichen Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen"

31.05. - 02.06.2005, Luzern (Schweiz)
KJS-Fachtagung "Von anderen lernen" Jugendberufshilfe und Schulsozialarbeit in der Schweiz


Weitere Informationen:
http://www.good-practice.de/tkal/

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Vielen Dank für Ihr Feedback an: gpc@bibb.de

Dr. Friedel Schier
Tel: 0228/107 1305
Fax: 0228/107 2886

Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn