Sie befinden sich hier: Startseite | GPC-Publikationen | Newsletter
___________________________________________________
GPC - NEWSLETTER 46 # GPC - NEWSLETTER 46 # GPC - NEWS
Ausgabe 46, 19.08.2005
Aktuelle Leserzahl: 4101
Der GPC Newsletter wird herausgegeben vom
Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
Ihr Feedback richten Sie bitte an: gpc@bibb.de
http://www.good-practice.bibb.de
___________________________________________________
THEMA DES MONATS
+ Erwerbspersonenpotenzial nimmt dramatisch ab
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Umfrage zu Jugendkonferenzen
+ Die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland
+ Bessere Chancen für behinderte Menschen in Ausbildung und Arbeit
+ Unterstützungsangebote für benachteiligte Ausbildungsbewerber
NEUES AUS DEM GPC
+ Betriebliche Einstiegsqualifizierungen
+ Aktuelle Datenbankeinträge
NEUES AUS DEM BIBB
+ Neue und modernisierte Ausbildungsberufe
+ STARegio geht in die 5. Förderrunde
+ Literaturdatenbank Berufliche Bildung
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
___________________________________________________
THEMA DES MONATS
+ Erwerbspersonenpotenzial nimmt dramatisch ab
In spätestens zehn Jahren wird der Bevölkerungsrückgang auch auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu spüren sein. Das haben Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg ermittelt und hierzu neue Zahlen vorgelegt.
Das Erwerbspersonenpotenzial, das sind Erwerbstätige, Erwerbslose und eine Stille Reserve, nimmt bis 2020 um rund 1,4 Millionen Menschen ab. Bis 2050 werden dem Arbeitsmarkt ca. 9 Millionen Menschen weniger zur Verfügung stehen als heute. Hieran wird nach Einschätzung des IAB sogar eine steigende Erwerbsquote der Frauen und eine jährliche Nettozuwanderung von 200.000 Personen nichts ändern.
Gleichzeitig altert zudem das Erwerbspersonenpotenzial. Insbesondere die Zahl der Erwerbspersonen jüngeren und mittleren Alters sinkt dramatisch.
So waren im Jahr 2004 fast 10 Millionen jünger als 30 Jahre, 2050 werden es nur noch ca. 7 Millionen sein. Bei den 30- bis unter 50-Jährigen sinkt die Zahl der Erwerbspersonen von 24 Millionen in 2004 auf 19,5 Millionen in 2020 und 16,9 Millionen in 2050.
Nach Ansicht des IAB kann es schon bald zu ernsthaften Problemen bei der Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte kommen.
IAB-Kurzbericht Nr. 11/2005
___________________________________________________
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Umfrage zu Jugendkonferenzen
Um die besonderen Belange arbeitsloser Jugendlicher unter 25 Jahren zu berücksichtigen, hat die Bundesregierung vergangenes Jahr die Einführung von Jugendkonferenzen angekündigt und deren zügige Umsetzung gefordert.
Wie eine Umfrage der BAG Jugendsozialarbeit unter ihren Mitgliedern ergeben hat, wurden bis Mai 2005 in lediglich 12 Prozent aller Regionen Jugendkonferenzen durchgeführt oder geplant.
Sowohl bei den stattgefundenen als auch bei den geplanten Jugendkonferenzen sind ARGEn und Kommunen aus den neuen Bundesländern deutlich häufiger aktiv als jene aus den alten Bundesländern.
Die Umfrageergebnisse zeigen den Stand der Umsetzung dieses Instruments nach ca. einem halben Jahr auf:
+ Die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Marieluise Beck, hat den 6. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vorgestellt.
Nach dem Bericht ist die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer aufgrund von Einbürgerungen und geringerer Zuwanderung in den vergangenen Jahren auf 6,7 Millionen gesunken. Diese Zahl spiegele jedoch nur bedingt die Realität wieder, da insgesamt über 14 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund hätten. Das sei fast jeder fünfte Einwohner, so Beck.
Ob Ausländer (6,7 Mio.), Eingebürgerte (1,8 Mio.), Aussiedler (4,5 Mio.) oder Kinder aus binationalen Ehen (1,5 Mio.), die Bevölkerung in Deutschland sei ethnisch, kulturell und religiös vielfältiger geworden. Jede fünfte Ehe sei binational, jedes vierte Neugeborene habe mindestens einen ausländischen Elternteil. In einigen Ballungsgebieten stammten schon heute 40% der Jugendlichen aus Migrantenfamilien, und dies mit steigender Tendenz.
Bericht der Integrationsbeauftragten
+ Bessere Chancen für behinderte Menschen in Ausbildung und Arbeit
Am 14. Juli hat das Bundeskabinett den Bericht über die Situation behinderter und schwerbehinderter Frauen und Männer auf dem Ausbildungsstellenmarkt sowie den Bericht über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Dienst vorgelegt.
Wie aus dem Bericht zum Ausbildungsstellenmarkt hervorgeht, lag die Versorgungsquote im Ausbildungsbereich bei 97,4 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) konnte im Ausbildungsjahr 2003/2004 drei von vier behinderten Jugendlichen in Ausbildungsstellen (72,9 Prozent) und fast jeden vierten behinderten Bewerber in Alternativangebote (24,5 Prozent) vermitteln.
Um die Beschäftigungschancen nach Ausbildungsabschluss zu erhöhen, schafft das Gesetz zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen vom 23. April 2004 bessere Voraussetzungen für eine "verzahnte Ausbildung". In dieser besonderen Form der außerbetrieblichen Ausbildung absolvieren Jugendliche möglichst umfangreiche Teile ihrer Lehre in Betrieben der Wirtschaft. Durch diese Betriebsnähe können sie später im Beruf leichter Fuß fassen.
Wie aus dem Bericht über die Beschäftigung im öffentlichen Dienst hervorgeht, ist diese um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2003 gestiegen. Der Beschäftigungsanteil in 2004 beträgt 7,1 Prozent bei einer geforderten Quote von 6 Prozent.
Bericht der Bundesregierung über die Situation behinderter und schwerbehinderter Männer und Frauen auf dem Ausbildungsstellenmarkt
Bericht der Bundesregierung über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Dienst des Bundes
+ Unterstützungsangebote für benachteiligte Ausbildungsbewerber
Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit haben die Institute ISG-Dresden (Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH)und Economix Research & Consulting das System der Ausbildungsberatung für benachteiligte Jugendliche in Sachsen untersucht.
Ohne staatliches Angebot an Ausbildungsplätzen und ohne staatliche Hilfe bei der Integration blieben die benachteiligten Jugendlichen in der gegenwärtigen Phase ohne Chance auf Ausbildung und damit ohne Chance auf eine Berufskarriere - auch dann, wenn es zu einer demographiebedingten Entspannung auf dem Ausbildungsstellenmarkt kommt.
Als Hauptschwäche des derzeitigen Gesamtsystems zur Unterstützung benachteiligter Ausbildungsbewerber wird das Fehlen einer kohärenten Gesamtstrategie angesehen, der alle relevanten Akteure verpflichtet sind.
Als gravierend können die Schwierigkeiten bei der Allokation von Jugendlichen bezeichnet werden: Ein nicht unerheblicher Teil der Abbrüche hätte vermieden werden können.
Empfehlung: "Integrative Berufsausbildung"
Den benachteiligten Jugendlichen sind Ausbildungswege anzubieten, die ihrem eingeschränkten Leistungsvermögen entgegenkommen und gleichzeitig zu einer anerkannten Ausbildung führen. Dies kann in Form von Teilqualifikationen, verkürzter Ausbildung oder in speziellen Ausbildungsberufen erfolgen. Wegen des hohen Ausfallrisikos ist dieser Weg durch individuelle Beratung zu begleiten.
Evaluation: Endbericht
___________________________________________________
NEUES AUS DEM GPC
+ Betriebliche Einstiegsqualifizierungen
Die Einstiegsqualifikationen für Jugendliche mit "aus individuellen Gründen eingeschränkten Vermittlungsperspektiven" sind Teil des nationalen Ausbildungspakts. Die Bundesregierung stellt im Rahmen dieses Abkommens für 25.000 Jugendliche die finanzielle Unterstützung bereit, während die Wirtschaft aufgerufen ist, Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen.
Wir haben Informationen und Grundlagen zusammengestellt.
Aus der Begleitforschung zum EQJ-Programm finden Sie