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GPC - NEWSLETTER 51 # GPC - NEWSLETTER 51 # GPC - NEWS
Ausgabe 51, 06.02.2006
Aktuelle Leserzahl: 4446
Der GPC Newsletter wird herausgegeben vom
Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
Ihr Feedback richten Sie bitte an: gpc@bibb.de
http://www.good-practice.bibb.de/
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THEMA DES MONATS
+ Eine neue Kultur der Ausbildung
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern
+ Förderpreis "Jugend in Arbeit"
NEUES AUS DEM GPC
+ Wünsche für die "Datenbank der Qualifizierungsbausteine"
+ Dokumentation der Fachtagung "25 Jahre Benachteiligtenförderung"
+ Aktuelle Datenbankeinträge
NEUES AUS DEM BIBB
+ Zahl der Ausbildungsverträge wieder rückläufig
+ Im Anschluss an die an die allgemein bildende Schule
+ Europäischer Qualifikationsrahmen
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS
+ Eine neue Kultur der Ausbildung
Bundesbildungsministerin Annette Schavan eröffnete am 19.01.2006 mit einer Grundsatzrede die Konferenz "Jobstarter" in Berlin.
In ihren Ausführungen zur beruflichen Bildung, insbesondere im Hinblick auf Jugendliche, die sich in der Schule schwer tun, erklärte sie, dass die Integration benachteiligter Gruppen in das Berufsbildungssystem forciert werden müsse. An der Nahtstelle zwischen Bildung und Beschäftigung sei die Wirksamkeit bisheriger Fördermaßnahmen zu überprüfen und ggf. müsse man nach neuen Instrumenten suchen. Sie erläuterte dies an mehreren Punkten, u. a.:
- Regionale Verantwortung für die Ausbildungsmärkte
Hierzu gehöre, dass unnötige Warteschleifen und Ressourcenverschwendungen in der Ausbildung vor Ort abgeschafft werden müssten. Zudem sollten Jugendliche, die ohne Ausbildungsplatz seien und deshalb berufliche Schulen besuchten, künftig nach drei Jahren eine Kammerprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf machen können. Dass auch diese Ausbildungen nach dem dualen Prinzip organisiert würden, gehöre zu den wichtigsten Zielen des Programms Jobstarter.
- Abbau von Bildungsbarrieren
Alle Begabungsreserven müssten ausgeschöpft werden und Bildungsverläufe außerhalb des tradierten allgemein bildenden Systems dürften nicht in Sackgassen führen. Dies beginne bei den ausbildungsvorbereitenden Bildungsgängen, der Anrechnung erworbener Kompetenzen in einer Berufsausbildung und reiche bis zur Option, das Gelernte bei einem anschließenden Studium angerechnet zu bekommen.
- Stimmiges Gesamtkonzept der Benachteiligtenförderung
Die Verbesserung der Situation benachteiligter Jugendlicher sei ein besonderer Schwerpunkt der Aktivitäten in den nächsten Jahren. Man werde ein Gesamtkonzept der Benachteiligtenförderung in Deutschland mit insgesamt transparenteren Strukturen erarbeiten. Auch in der beruflichen Nachqualifizierung sollen Wege für eine "zweite Chance" erschlossen werden, die sinnvoll ineinander greifen.
Mit Jobstarter und seinem neuen Wahl-Instrumentenkasten werde ein nachfrageorientiertes Förderinstrument bereit gestellt, dass gezielt Schwachstellen der Regionalförderung abdeckt anstatt eine "Gießkannenförderung" zu betreiben.
http://www.bmbf.de/press/1718.php
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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat am 02. Dezember 2005 eine Studie zur Beschäftigungssituation von Personen mit Migrationshintergrund vorgelegt. Die OECD kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen:
- Deutschland ist in absoluten Zahlen nach den USA das OECD-Land mit den meisten im Ausland geborenen Personen. Mehr als 12 Prozent der deutschen Bevölkerung sind im Ausland geboren. Rechnet man die Kinder von Migranten ("zweite Generation") dazu, ergibt sich ein Anteil zwischen 15 und 20 Prozent.
- In den 90er Jahren hat sich die Arbeitsmarktsituation durch die schlechte Wirtschaftslage deutlich verschlechtert. Die Erwerbsquote der zugewanderten Frauen im Erwerbsalter liegt bei lediglich 47 Prozent.
- Die deutsche Staatsbürgerschaft ist keine Garantie für Integration. Entscheidend für die Integration ist, ob die Kinder der Migranten im Bildungssystem, im Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft erfolgreich sind. Das deutsche Bildungssystem scheint jedoch nur begrenzt in der Lage zu sein, unterschiedliche Lebenslagen und Herkunftssituationen zu kompensieren.
- Die Schwächen in der Frühbildung haben weitreichende Konsequenzen. Beinahe dreimal mehr junge Ausländer als Deutsche verlassen die Schule ohne Abschluss, und über 40 Prozent haben lediglich einen Hauptschulabschluss - im Vergleich zu 25 Prozent der Deutschen. Nur 10 Prozent der Ausländer machen das Abitur, während dies bei mehr als 25 Prozent der Deutschen der Fall ist.
- Es gibt einen strukturellen Mangel an Ausbildungsplätzen für junge Migranten. Die Ausbildungsquote von Ausländern im Alter von 18-21 Jahren beträgt weniger als die Hälfte des Werts der Deutschen (27 Prozent gegenüber 60 Prozent). Darüber hinaus hat der Abschluss einer Berufsbildung einen noch größeren Einfluss auf die spätere Erwerbstätigkeit als bei Kindern von Deutschen mit gleicher Schulbildung.
- Es gibt in Deutschland eine Vielzahl regionaler und auch innovativer Integrationsprojekte. Es fehlen aber eine ernsthafte Evaluation der Projektergebnisse und damit einher gehend Mechanismen zur Übertragung erfolgreicher Maßnahmen und deren Einbindung in die entsprechenden Strukturen.
Weitere Informationen:
Studie "Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern in Deutschland" (PDF, 427 KB)
Das Berliner BQF-Projekt "Sprachliche und kulturelle Vielfalt in Einrichtungen der beruflichen Bildung als Chance" hat Studienbriefe zur Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund entwickelt. Die Materialien können abgerufen werden unter:
http://www.good-practice.de/gp/suche.php?action=view&id=468
+ Förderpreis "Jugend in Arbeit"
Der bundesweite Wettbewerb prämiert Projekte, Konzepte und Ansätze, die benachteiligten jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern sollen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (ehemals Wirtschaft und Arbeit) und die Bundesagentur für Arbeit haben den Deutschen Förderpreis "Jugend in Arbeit" initiiert.
Am 26. Januar wurden in Hessen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen vorbildliche Projekte und Konzepte gegen Jugendarbeitslosigkeit ausgezeichnet. Alle Preisträger der Landeswettbewerbe qualifizieren sich für die zweite Stufe des Wettbewerbs. Die Auszeichnung der Sieger auf Bundesebene findet im Frühjahr 2006 statt.
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NEUES AUS DEM GPC
+ Wünsche für die Datenbank der "Qualifizierungsbausteine"
Die Datenbank der Qualifizierungsbausteine feiert ihren 2. Geburtstag!
www.good-practice.de/bbigbausteine
Seit ihrer Eröffnung vor zwei Jahren ist sie ganz schön "gewachsen": Über 360 bestätigte Qualifizierungsbausteine sind mittlerweile online Abrufbar; vielfältige Zusatzinformationen unterstützen die Entwicklung neuer Qualifizierungsbausteine. Dies haben wir vor allem den "aktiven Unterstützern" dieser Datenbank zu verdanken!
Zur Erinnerung: Einerseits will die Datenbank Ihnen Anregungen für die Entwicklung eigener Qualifizierungsbausteine geben, andererseits soll sie den aktuellen Stand der bestätigten Qualifizierungsbausteine widerspiegeln.
Damit die Datenbank weiter wachsen kann, benötigt das GPC ganz gezielt Ihre Unterstützung als Experten für Qualifizierungsbausteine!
Stellen Sie Ihre Qualifizierungsbausteine zur Verfügung! Präsentieren Sie Ihre Entwicklungsarbeiten, zeigen Sie Ihre Kompetenz!
VIELEN DANK!
gpc@bibb.de
+ Dokumentation der Fachtagung "25 Jahre Benachteiligtenförderung"
Die Tagung des BiBB "25 Jahre Benachteiligtenförderung - Vom Modellprogramm zur Daueraufgabe". fand am 27./28.09.2005 in Bonn statt und wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Universität Hannover ausgerichtet.
Unter dem Menüpunkt 'GPC > Publikationen' finden Sie nun die Dokumentation der Fachtagung.
Die Dokumentation enthält Referate und Beiträge, die einen Eindruck von den unterschiedlichen Einschätzungen und Konzepten der Akteure in der beruflichen Benachteiligtenförderung vermitteln sollen.
http://www.good-practice.de/publikationen.php
+ Aktuelle Datenbankeinträge
> Anbieterdatenbank (2137)
Neu: SOS-Alltag e. V.
Bildungsträger, Hessen
http://www.good-practice.de/anbieter
> Qualifizierungsbausteine (BBiG)(361)
Neu: Herstellen von Bauteilen im Aus- und Trockenbau (Zimmerer/in)
Akademie Klausenhof
http://www.good-practice.de/bbigbausteine
Stellen auch Sie Ihre Qualifizierungsbilder zur Verfügung.
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NEUES AUS DEM BIBB
+ Zahl der Ausbildungsverträge wieder rückläufig
Nach der Ausbildungsplatzbilanz 2005 des BIBB ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge erneut zurückgegangen. So wurden im Verlauf des Vermittlungsjahres vom 01.10.2004 bis 30.09.2005 bundesweit rund 550.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Dies waren 22.800 bzw. vier Prozent weniger als im letzten Jahr.
Gleichzeitig erreichte die Zahl der Abgänger aus allgemein bildenden Schulen mit mehr als 948.000 jungen Menschen einen neuen Höchststand.
Die Gründe für den erneuten Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sind vielfältig. Ein Grund liegt im starken Rückgang der überwiegend öffentlich finanzierten Ausbildungsplätze für marktbenachteiligte, sozial benachteiligte, lernbeeinträchtigte und behinderte junge Menschen.
http://www.bibb.de/de/23711.htm
+ Im Anschluss an die allgemein bildende Schule
In Anlehnung an die BIBB-EMNID-Studie von 1998 führt das BIBB eine breit angelegte Stichprobenuntersuchung durch, in der Jugendliche und junge Erwachsene nach ihrer Entwicklung seit dem Verlassen der allgemein bildenden Schule befragt werden. Zielgruppe sind die Schulabgänger der Jahre 1997 bis 2003.
Durch die vollständige Erfassung der Entwicklung seit Schulende werden detaillierte Aussagen z.B. über Warte- und Qualifizierungsschleifen und ggf. Maßnahmenkarrieren möglich. Darüber hinaus können aber auch die "geglückten" Übergänge von der allgemein bildenden Schule zur Berufsausbildung sowie die berufliche Entwicklung im Anschluss an die Ausbildung betrachtet werden. Durch vergleichende Analysen sollen Verursachungsfaktoren bzw. -konstellationen für unterschiedliche Entwicklungsstränge identifiziert werden.
Das Forschungsprojekt läuft noch bis Dezember 2006.
http://www2.bibb.de/tools/fodb/pdf/at_10521.pdf (PDF, 9 KB)
+ Europäischer Qualifikationsrahmen
Der Hauptausschuss des BIBB hat sich in seiner Sitzung am 14. Dezember 2005 mit dem Thema "Europäischer Qualifikationsrahmen" (EQF) befasst und dazu eine Stellungnahme verabschiedet.
Der Hauptausschuss begrüßt grundsätzlich die Entwicklung des Europäischen Qualifikationsrahmens, da dieser sowohl die Mobilität zwischen den Bildungssystemen fördere als auch die berufliche Mobilität im Europäischen Arbeitsmarkt.
Aus seiner Sicht werden sich beide Ziele jedoch nur verwirklichen lassen, wenn beschäftigungsnahe Qualifizierungsprozesse der Aus- und Weiterbildung neben der schulischen und akademischen Ausbildung ausreichend berücksichtigt werden.
Ist dies der Fall, so biete der EQF auch die Möglichkeit, auf nationaler Ebene die Durchlässigkeit zwischen der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie der Hochschulausbildung zu befördern.
Der Hauptausschuss spricht sich dafür aus, einen bildungsbereichsübergreifenden nationalen Qualifikationsrahmen für Deutschland zu entwickeln.
http://www.bibb.de/de/23731.htm
http://www.bibb.de/dokumente/pdf/EQF_de_final-version.pdf (PDF, 269 KB)
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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
16. - 17.02.2006, Hannover
Fachforum "Kinder- und Jugendhilfe im Prozess der Arbeitsmarktreform - Organisationsübergreifende und interdisziplinäre Handlungsstrategien zur beruflichen Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen"
16.02. - 17.02.2006, Frankfurt/Main
"Die Europäischen Strukturfonds ab 2007 - Konzepte für die Integration benachteiligter Jugendlicher"
20.02. - 24.02.2006, Hannover
"didacta - die Bildungsmesse": Neuheiten, Trends, Gespräche, Foren, Sonderschauen, Workshops
Weitere Informationen:
http://www.good-practice.de/tkal/
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Dr. Friedel Schier
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Bundesinstitut für Berufsbildung
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