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GPC - NEWSLETTER 55# GPC - NEWSLETTER 55 # GPC - NEWS

                 Ausgabe 55, 29.05.2006

                Aktuelle Leserzahl: 4601

        Der GPC Newsletter wird herausgegeben vom
            Bundesinstitut für Berufsbildung
  Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
    Ihre Anregungen schicken Sie bitte an: gpc@bibb.de

            http://www.good-practice.bibb.de/    
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THEMA DES MONATS
+ Transparenz auf dem Ausbildungsmarkt

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Deutscher Förderpreis "Jugend in Arbeit"
+ Neue Online-Mediathek eröffnet
+ Dritter EQJ-Zwischenbericht veröffentlicht
+ Benachteiligtenförderung und Förderung von Migranten
+ Junge Migranten beim Start ins Berufsleben unterstützen

NEUES AUS DEM GPC
+ Expertise "Lernort Betrieb"
+ Aktuelle Datenbankeinträge

NEUES AUS DEM BIBB
+ Neue und modernisierte Ausbildungsberufe ab Herbst 2006

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS

+ Transparenz auf dem Ausbildungsmarkt

Unter der Überschrift " Transparenz auf dem Ausbildungsmarkt" hat Dr. Joachim Ulrich, Bildungsexperte im BiBB in der letzten Sitzung des Hauptausschusses die aktuelle Lage am Ausbildungsmarkt erörtert, auf Intransparenzen hingewiesen und Lösungen vorgestellt.

  1. Auf die Frage "Wie groß ist die Lehrstellenlücke?" zeigt Ulrich auf, dass die verwendete Angebots-Nachfrage-Relation (ANR) nicht hinreichend ist, um den Ausbildungsmarkt abzubilden. Er stellt fest, dass in der ANR weder die "latente Nachfrage" noch das "latente Angebot" richtig wiedergegeben werden. Für 2005 hat er das Nachfragevolumen auf mindestens 750.000 Jugendliche und das Ausbildungsplatzangebot auf ca. 608.000 geschätzt. Damit besteht nach Ulrich eine Ausbildungsplatzlücke von mindestens 142.000 und nicht von 28.300, wie offiziell ausgewiesen.
  2. Ulrich vermerkt eine seit Jahren steigende Unterversorgung am (dualen) Ausbildungsmarkt, die in einem Übergangssystem durch Bildungsgänge mit "beruflicher Grundbildung" (BVJ, BGJ, BvB, BQJ, Berufsfachschulen) ausgeglichen werde. Er geht davon aus, dass 2005 die Zahl der Jugendlichen, die in das Übergangssystem gelangt sind, erstmalig höher sein wird als die Zahl der Neuanfänger im Dualen System.
  3. Insgesamt jedoch steht ein quantitativ ausreichendes Bildungsangebot zur Verfügung: nach der Schule stehen für 100 Jugendliche ca. 138 Bildungsangebote (2004) bereit. Die Überzahl bedeutet auch, dass Jugendliche einen oder mehrere Bildungsgänge hintereinander absolvierten. In der zeitlichen Entwicklung wird weiterhin deutlich, dass es ungeachtet des gestiegenen Mitteleinsatzes immer seltener gelingt, Jugendliche zu einem Berufsabschluss zu führen.
  4. Um mehr Transparenz beim Übergang Schule - Arbeitswelt herzustellen und den Übergang bildungspolitisch zu gestalten, schlägt Ulrich einen neuen Indikator vor: eine regionale Angebots-Nachfrage-Bilanz des Ausbildungsmarktes vor und nach den Marktausgleichsprozessen. Zu den Markt ausgleichenden Größen zählt er zusätzliche außerbetriebliche Lehrstellen, regionale Mobilität der Jugendlichen und die Entlastung des Ausbildungsmarktes durch das Ausweichen erfolgloser Bewerber auf Alternativangebote des Übergangssystems.

Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/23711.htm

Ulrich, Joachim Gerd (2006): Wie groß ist die Lehrstellenlücke wirklich? Vorschlag für einen alternativen Berechnungsmodus. In:   Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 35. Jg., Heft 3. S. 12-16.

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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG

+ Deutscher Förderpreis "Jugend in Arbeit"

Am 02. Mai 2006 wurden in Berlin die besten Ideen zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit gewürdigt und die Sieger des Wettbewerbs "Jugend in Arbeit" bekannt gegeben:
Der Zirkus Cabuwazi aus Berlin gewann den Sonderpreis in der Kategorie Innovation, die niedersächsische ContiTech AG wurde Sieger in der Kategorie Unternehmen, JobAct aus NRW ist bester Freier Träger. Als bester SGB II-Umsetzer ging die ARGE Agentur für Arbeit Vogtlandkreis aus dem Wettbewerb hervor, und die Bremer Hafenfachschule gewann in der Kategorie Initiativen / Netzwerke.

Seit Juli 2005 hatten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesagentur für Arbeit mit dem Wettbewerb zunächst auf Landes- und dann auf Bundesebene innovative Konzepte und Projekte zur beruflichen Integration langzeitarbeitsloser junger Menschen unter 25 Jahren gesucht. Insgesamt ging es um 3,4 Mio. Euro Fördergelder.

Die Siegerbeiträge werden auf einer Ideenplattform veröffentlicht, um möglichst viele Nachahmer zu finden und den Akteuren am Arbeitsmarkt eine Form des Austauschs zu ermöglichen. Die Ideenplattform wird laufend erweitert.

Informationen des BMAS


+ Neue Online-Mediathek eröffnet

Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) stellt ab sofort eine neue Mediathek online. Eine umfangreiche Sammlung der während des Aktionsprogramms "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus,  Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" der Bundesregierung erarbeiteten Materialien wird hier präsentiert.

Dazu gehören u. a. Materialien von Kongressen, aus Werkstätten und Theaterprojekten ebenso wie Informationen verschiedener lokaler Netzwerke, mobiler Opferberatungen, lokaler Aktionspläne für Jugendliche in sozialen Brennpunkten und arbeitsmarktbezogener Initiativen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Damit sollen die Medien auch nach Auslaufen des Bundesprogramms Ende 2006 der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Die Bundesregierung plant für 2007 ein neues Programm, das an das bestehende Aktionsprogramm anknüpfen soll. Bei diesem geht es vor allem um den Aufbau lokaler Netzwerke, die Unterstützung von Modellprojekten und die Umsetzung geeigneter Kommunikationskonzepte.

Pressemitteilung des BMFSFJ

http://www.idaev.de/projektarchiv.htm


+ Dritter EQJ-Zwischenbericht veröffentlicht

Die Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung mbH (GIB) ist seitens des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) mit der Begleitforschung zum Sonderprogramm des Bundes zur Einstiegsqualifizierung (EQJ-Programm) beauftragt. Sie hat am 28.04.2006 ihren dritten Zwischenbericht veröffentlicht.

Der Bericht fußt insbesondere auf Befragungen von Jugendlichen, die nicht in EQJ eingemündet sind, von Unternehmen, die mindestens einen EQJ-Praktikanten im ersten Programmjahr beschäftigten, von Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern und von einer Auswahl von Agenturen für Arbeit.

Wichtige Ergebnisse der Befragungen sind u. a.:

  • Die Übergangsquote in Ausbildung von Teilnehmern des EQJ- Programms ist mit 61,1% (Stand Oktober 2005) sehr hoch und liegt gut 40 Prozentpunkte über derjenigen von Jugendlichen der Kontrollgruppe. Darüber hinaus erfolgen die Übergänge in Ausbildung bei den Programmteilnehmern in 90,4% der Fälle in betriebliche Ausbildung, bei den Jugendlichen der Kontrollgruppe sind es nur 75,8%.
  • Von den Unternehmen, bei denen mindestens ein Praktikum regulär zu Ende geführt wurde (dies waren 81,5% aller Unternehmen), haben 53,3% zumindest einen Teil der Praktikanten übernommen, meist in Ausbildung und manchmal auch in Arbeit. Eine Übernahme in Ausbildung findet meist unmittelbar im Anschluss an das Praktikum zur Einstiegsqualifizierung statt. Ein gutes Drittel der Unternehmen (36,3%) bekundet die Absicht, die Einstiegsqualifizierung (mit bis zu 6 Monaten) auf die Ausbildungszeit anrechnen zu wollen.
  • Die Analyse der Entwicklung des Ausbildungsverhaltens der Unternehmen zwischen Oktober 2004 und November 2005 zeigt, dass 29,5% der ehemaligen Nichtausbildungsbetriebe zu Ausbildungsbetrieben geworden sind, meist durch die Übernahme eines EQJ-Praktikanten.

BMAS, Begleitforschung zum EQJ-Programm: 3. Zwischenbericht (PDF, 550 KB)


+ Benachteiligtenförderung und Förderung von Migranten

Zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Unterstützung von Jugendlichen beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verschiedene Programme aufgelegt und Aktivitäten eingeleitet. Hierbei spielen insbesondere Maßnahmen im Bereich der Benachteiligtenförderung und der Förderung von Migranten eine wichtige Rolle.

Insgesamt sind seit Beginn des Jahres 2000 im Bereich der Benachteiligtenförderung aus dem Haushalt des BMBF einschließlich  ESF-Mittel Projekte mit einem Volumen in Höhe von insgesamt rund 104 Mio. Euro finanziert worden bzw. werden noch bis 2010 finanziert. Davon wurden zur Förderung von Migranten - ebenfalls einschließlich ESF-Mittel - rund 32 Mio. Euro ausgegeben bzw. sind fest eingeplant. Dieser Anteil wird sich noch um schätzungsweise bis zu 20 Mio. Euro erhöhen:

http://www.bmbf.de/pub/migration_aktivitaeten.pdf (35 KB)


+ Junge Migranten beim Start ins Berufsleben unterstützen

Während knapp 15 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland ohne eine Berufsausbildung bleiben, sind dies fast 37 Prozent bei den ausländischen Jugendlichen.

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) hat in diesem Zusammenhang die in Deutschland erscheinenden fremdsprachigen Medien aufgerufen, die Jugendlichen und ihre Familien darüber zu informieren, wie wichtig eine berufliche Qualifizierung ist. Darüber hinaus hat das BPA Telefonaktionen bei ausländischen Medien organisiert. Hier können sich Jugendliche und ihre Familien von Experten beraten lassen.

Aber nicht nur die Jugendlichen benötigen Beratung. Auch ausländische Firmeninhaber wissen häufig nicht, dass sie ausbilden können und sich damit optimal für den eigenen Betrieb qualifiziertes Personal schaffen. Ihre Beteiligung an der betrieblichen Ausbildung liegt - je nach Nationalität - lediglich zwischen 6 und 15 Prozent. Derzeit bieten Unternehmen mit ausländischen Inhabern schätzungsweise 25.000 Ausbildungsplätze an.

Die Initiative "Aktiv für Ausbildungsplätze" setzt sich dafür ein, dass in den kommenden fünf Jahren rund weitere 10.000 Ausbildungsplätze entstehen können. Die Industrie- und Handelskammern bieten ausbildungsunerfahrenen Betrieben mit ihren Beauftragten für Migrantenunternehmen eine direkte Anlaufstelle. Auch in den Handwerkskammern werden spezielle Berater für diese Aufgabe geschult.

Weitere Informationen der Bundesregierung

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NEUES AUS DEM GPC

+ Expertise "Lernort Betrieb"

Wir haben für Sie eine neue Expertise zum Download bereit gestellt: "Berufliche Qualifizierung von benachteiligten Jugendlichen -   Methodische Ansätze für Ausbilder und Ausbilderinnen"

Vorgestellt werden Methoden, die in unterschiedlicher Weise Prozesse des Arbeitens und Lernens miteinander verknüpfen und Instrumente, die dazu beitragen können, benachteiligte Jugendliche bei der Entwicklung von Selbstlernkompetenzen zu unterstützen.

http://www.good-practice.de/publikationen.php


+ Aktuelle Datenbankeinträge

> Anbieterdatenbank (2183)

Neu: Ausbildungswerkstatt Braunschweig e.V.
         Bildungsträger, Niedersachsen

http://www.good-practice.de/anbieter

 

> Qualifizierungsbausteine (BBiG)(389)

Neu: Gestalten von Räumen und des Wohnumfeldes
    (Hauswirtschafter/in)
    Jugendaufbauwerk (JAW) Schleswig-Stadt

http://www.good-practice.de/bbigbausteine


Stellen auch Sie Ihre Qualifizierungsbilder zur Verfügung!

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NEUES AUS DEM BIBB

+ Neue und modernisierte Ausbildungsberufe ab Herbst 2006

Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres starten am 01. August 2006 vier neue und siebzehn modernisierte Ausbildungsberufe. In den vergangenen 10 Jahren sind damit mehr als 250 Ausbildungsberufe modernisiert oder neu geschaffen worden. In ihnen werden zur Zeit vier Fünftel der Jugendlichen ausgebildet. Ab Sommer 2006 gibt es damit insgesamt 343 Ausbildungsberufe.

Zu den neuen dualen Berufen, in denen ab 1. August 2006 erstmals ausgebildet werden kann, gehören:

- Fachangestellte/r für Markt- und Sozialforschung 
- Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice
- Kaufmann/Kauffrau für Dialogmarketing
- Servicefachkraft für Dialogmarketing

http://www.bibb.de/de/15981.htm

http://www.bmbf.de/press/1783.php

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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

22.06.2006, Bonn
"Auf dem Weg zur kommunalen Jugendberufshilfeplanung"
Workshop zur Entwicklung kommunaler Planungsstrategien


06. - 08.07.2006, Trier
"Migration, Bildung und sozialer Wandel"
Internationale Konferenz mit Plenumsvorträgen, Workshops und Ausstellungen

06. - 07.07.2006, Steinbach/Taunus
"Fallmanagement und SGB II: Neue Herausforderungen für die Organisationen der Träger

Weitere Informationen:
http://www.good-practice.de/tkal/

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Dr. Friedel Schier
Tel: 0228/107 1305
Fax: 0228/107 2886

Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn