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GPC - NEWSLETTER 56# GPC - NEWSLETTER 56 # GPC - NEWS

                 Ausgabe 56, 29.06.2006

                Aktuelle Leserzahl: 4601

        Der GPC Newsletter wird herausgegeben vom
            Bundesinstitut für Berufsbildung   
    Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
        Ihr Feedback richten Sie bitte an: gpc@bibb.de

            http://www.good-practice.bibb.de/

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THEMA DES MONATS
+ "Schule - und dann?"

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Ausbildungshilfen für Ausbildende
+ BLBS fordert bessere Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt
+ Wettbewerb: Integration von Migranten

NEUES AUS DEM GPC
+ Expertise "Lernen von Europa"
+ Aktuelle Datenbankeinträge

NEUES AUS DEM BIBB
+ Berufliche Qualifizierung von Benachteiligten
+ Rahmenrichtlinien für Ausbildungsregelungen behinderter Menschen

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

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THEMA DES MONATS

+ "Schule - und dann?"

Das Deutsche Jugendinstitut e. V. (DJI) untersucht in einer Längsschnittuntersuchung die Wege von der Schule ins Arbeitsleben.  Jugendliche, die 2003/2004 das letzte Schuljahr der Hauptschule besucht haben, wurden vier mal befragt. 1.722 Jugendliche nahmen an allen Befragungen teil.
Im Forschungsschwerpunkt "Übergänge in Arbeit" informiert das DJI nun über Wünsche und Pläne dieser Hauptschüler und -schülerinnen und deren Umsetzung in die Realität.

Folgende Ergebnisse sind besonders interessant:

Im März 2004 beabsichtigte die größte Gruppe (44%) der befragten Schülerinnen und Schüler, eine Ausbildung aufzunehmen. Tatsächlich jedoch befand sich im November 2004 der größte Anteil (35%) in der Schule - von diesen gingen im November 2005 60% noch immer in die Schule. 
Nach Verlassen der Schule im November 2004 jedoch haben nur 26% der Jugendlichen eine Berufsausbildung aufgenommen, also genau so viele, wie zu diesem Zeitpunkt eine Berufsvorbereitung besuchen. Damit ist die Berufsvorbereitung als Anschluss für Absolventinnen und Absolventen der Hauptschule in ihrer quantitativen Bedeutung mit der Berufsausbildung vergleichbar.

Anscheinend gerät ein großer Teil der Jugendlichen zwischen März und Juni 2004 unter einen starken Entscheidungsdruck: Die Einsicht, dass ein Ausbildungsplatz erst einmal nicht erreichbar ist, wird vor allem in die Absicht umgemünzt, erst einmal weiter die Schule zu besuchen. Demgegenüber ist die Teilnahme an einer Berufsvorbereitungsmaßnahme für die Mehrzahl der Jugendlichen wenig attraktiv.

Nach einem Jahr in der Berufsvorbereitung ist der Eintritt in eine Berufsausbildung der zu erwartende und wünschenswerte Abschluss. Tatsächlich befinden sich von den Jugendlichen, die sich im November 2004 in Berufsvorbereitung befanden, im November 2005 nur 35% in Ausbildung. Ein weiteres knappes Drittel (29%) befindet sich erneut in Berufsvorbereitung. Die drittgrößte Gruppe (15%) befindet sich im November 2005 weder in der Schule, noch in Arbeit oder Ausbildung.

http://www.dji.de/bibs/276_6072_Schuleunddann_2006.pdf (1,39 MB)


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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG

+ Ausbildungshilfen für Ausbildende

Der Innovationskreis Berufliche Bildung hat in seiner Sitzung am 19. Juni 2006 zahlreiche kurz- und mittelfristige Maßnahmen beraten, mit denen Ausbildungshemmnisse beseitigt und Warteschleifen für die Jugendlichen verkürzt werden können.

Im Zentrum standen hierbei Anreize für Unternehmen, die zwar ausbilden könnten, es derzeit aber nicht tun. Unter anderem ging es dabei um ausbildungsbegleitende Hilfen für die Ausbildenden und nicht nur für die Auszubildenden wie bisher. Neben finanziellen Anreizen für die Unternehmen wurden auch strukturelle Verbesserungen diskutiert.

http://www.bmbf.de/press/1823.php


+ BLBS fordert bessere Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt

Der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) setzt sich dafür ein, durch neue Finanzierungsmodelle die Integration junger Leute in den Arbeitsmarkt zu verbessern.

Berthold Gehlert, Vorsitzender der BLBS, fordert, die rund sechs Milliarden Euro, die der Bund der Bundesagentur für Arbeit (BA) für berufsvorbereitende Maßnahmen zur Verfügung stellt, an die Länder zu verteilen, damit diese an den beruflichen Schulen geeignete Förderangebote einrichten können.

Dass von den 335.000 Jugendlichen, die Arbeitslosengeld II erhielten, zwei Drittel ohne Berufsabschluss seien und fast jeder Vierte keinen Schulabschluss vorweisen könne, mache deutlich, wie groß der Handlungsbedarf sei, so Gehlert.
Die berufsbildenden Schulen könnten hier mit teil- und vollqualifizierenden Qualifizierungsgängen weiter helfen. Sie verfügten über spezifisch ausgebildetes Lehrpersonal und könnten zudem durch ihre Werkstätten und Labors einen praxisnahen Unterricht   anbieten.

Damit greift der Verband einen ähnlichen Vorschlag auf, den bereits der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise, gemacht hatte, wonach ein Teil der für die Jugendlichen aufgewendeten Mittel bereits in den Schulen investiert werden sollte.

Pressemitteilung des BLBS (PDF, 179 KB)


+ Wettbewerb: Integration von Migranten

Mit einem bundesweiten Praxis- und Ideenwettbewerb will die Stiftung "Bürger für Bürger" das bürgerschaftliche Engagement von Migranten fördern.

In der bisherigen Praxis der Integrationsarbeit seien Migranten oft nur Objekte sozialer Arbeit und bürgerschaftlichen Engagements. Zu selten arbeiteten diese selbst in gemeinnützigen Organisationen unserer Gesellschaft mit und engagierten sich für gesellschaftlich relevante Anliegen.

Vorbildhafte Praxis und realisierbare innovative Ideen sollen mit dem Wettbewerb identifiziert, anerkannt und ausgezeichnet werden.
Die ausgezeichneten Projekte erhalten Geldpreise und beratende Unterstützung. Alle interessanten Beiträge werden im Internet  vorgestellt.

Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 30. November 2006 bei der Stiftung "Bürger für Bürger" in Berlin eingereicht werden.

Weitere Informationen:

Zum Wettbewerb der Stiftung "Bürger für Bürger"


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NEUES AUS DEM GPC

+ Expertise "Lernen von Europa"

Wir haben für Sie eine neue Expertise zum Download bereit gestellt: "Lernen von Europa - Europäische Ansätze zur Benachteiligtenförderung" u. a. mit Qualitätskriterien und Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Benachteiligtenförderung in der Bundesrepublik und zahlreichen Good Practice-Beispielen aus anderen europäischen Staaten.

http://www.good-practice.de/publikationen.php


+ Aktuelle Datenbankeinträge

> Anbieterdatenbank (2192)

Neu: BBS Germersheim, Außenstelle Wörth
Berufsschule, Rheinland-Pfalz

http://www.good-practice.de/anbieter


> Qualifizierungsbausteine (BBiG)(447)

Neu: Herstellen und Ausgarnieren von Torten und Desserts (Bäcker/in)
SiT e. V., Selbsthilfe im Taunus

http://www.good-practice.de/bbigbausteine


Stellen auch Sie Ihre Qualifizierungsbilder zur Verfügung.


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NEUES AUS DEM BIBB

+ Berufliche Qualifizierung von Benachteiligten

Der Hauptausschuss des BIBB hat sich auf seiner Sitzung am 20.06.06 mit der "Beruflichen Qualifizierung von Benachteiligten" befasst.

Das Handlungsfeld ist u.a. dadurch geprägt, dass das Ausbildungsangebot sich ständig wandelt. Aktuell ist der immer größer  werdende Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen ein zentrales Problem. Dies legt die Schlussfolgerung nahe, dass berufliche Benachteiligtenförderung mittlerweile weitaus mehr ist als ein Instrument zum Ausgleich fehlender Ausbildungsreife oder anderer Defizite.

Benachteiligte junge Menschen sind keine homogene, sondern eine in sich äußerst heterogene Gruppierung. Hingewiesen wird darauf, dass in die umfassende Betrachtung der Benachteiligtenförderung auch die Maßnahmen für junge Menschen mit Behinderungen ebenso mit einbezogen werden müssen wie die Maßnahmen für junge Erwachsene ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Im Diskussionspapier wird vorgeschlagen,

  • die berufliche Benachteiligtenförderung strukturell weiter zu entwickeln in Richtung eines alle Handlungsebenen (Bund, Länder, Kommunen) umfassenden und transparenten, aber gleichwohl differenzierten Fördersystems,
  • dass in Anlehnung an "gender mainstreaming" und "cultural mainstreaming" ein "handicapped mainstreaming" entwickelt wird, das z.B. darin seinen Niederschlag findet, dass bei der Entwicklung von Ausbildungsordnungen Fragen der Förderung von Benachteiligten bzw. Behinderten automatisch miteinbezogen werden.

Zur Erarbeitung einer Empfehlung zur beruflichen Qualifizierung Benachteiligter wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

Weitere Informationen:

http://www.good-practice.de/1532.php


+ Rahmenrichtlinien für Ausbildungsregelungen behinderter Menschen

In seiner Sitzung am 20. Juni 2006 hat der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) einstimmig eine Empfehlung zu neuen bundeseinheitlichen Rahmenrichtlinien für behinderte Menschen nach § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42m Handwerksordnung (HwO) verabschiedet.

Mit den Rahmenrichtlinien soll die bundesweite Vereinheitlichung von Ausbildungsregelungen aus demselben Berufsbereich initiiert, bereits praktisch erprobte Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen vereinheitlicht sowie die Anzahl und Übersichtlichkeit deutlich konzentriert werden.

In den §§ 9 und 47 BBiG (§§ 38 und 41 HwO) sind Regelungen enthalten, die die besonderen Verhältnisse behinderter Menschen berücksichtigen. Dies betrifft insbesondere die zeitliche und sachliche Gliederung der Ausbildung, die Dauer von Prüfungszeiten, die Zulassung von Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter, wie z.B. Gebärdensprachdolmetscher für hörbehinderte Menschen.

Ist eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf für behinderte Menschen wegen Art und Schwere der Behinderung nicht  möglich, können "Ausbildungsregelungen der zuständigen Stellen" angewendet werden. Die Feststellung hierüber soll auf der Grundlage einer differenzierten, bundesweit einheitlichen Eignungsuntersuchung erfolgen. Sie ist durch die Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit durchzuführen. Dabei sind die behinderten Menschen über ihr Antragsrecht zu informieren. Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob die Teilnehmer an der Prüfung die "berufliche Handlungsfähigkeit" erworben haben.

Die Empfehlungen, das Muster einer Ausbildungsregelung sowie die Erläuterungen zu den Empfehlungen im Wortlaut:

http://www.bibb.de/de/25856.htm

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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

11. - 12.07.2006, Nürnberg
"Zukunft der dualen Berufsausbildung - Wettbewerb der Bildungsgänge"
Expertinnen- und Experten-Workshop der AG BFN (Berufsbildungsforschungsgemeinschaft)


18.07.2006, Hamburg
"Regionale Informationsveranstaltung zum JOBSTARTER-Programm und zur Projektförderung"

30.07. - 03.08.2006, München
"18. Weltkonferenz: Soziale Balance in einer Welt der Ungleichheit"
Konferenz mit Vorträgen, Panels, Workshops, Besichtigungen

Weitere Informationen:

http://www.good-practice.de/tkal

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Dr. Friedel Schier

Tel: 0228/107 1305
Fax: 0228/107 2886

Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn