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  GPC - NEWSLETTER 64# GPC - NEWSLETTER 64 # GPC - NEWS

    Ausgabe 64, 12.03.2007

        Aktuelle Leserzahl: 4775

  Der GPC Newsletter wird herausgegeben vom
       Bundesinstitut für Berufsbildung
  Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
    Ihr Feedback richten Sie bitte an: gpc@bibb.de

   www.good-practice.bibb.de

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THEMA DES MONATS
+ Bundesländer appellieren an die Bundesregierung

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Migranten erhalten Begabtenförderung
+ Rechnungshof beanstandet Ausbildungspakt
+ Berufsbildung im Umbruch
+ Zukunftschancen durch lebensbegleitendes Lernen

NEUES AUS DEM GPC
 + Transfer BQF-Programm
 + Aktuelle Datenbankeinträge

NEUES AUS DEM BIBB
+ Ausbildungsbausteine: Innovative Wege zum qualifizierten
  Berufsabschluss
+ Ausbildungschancen von jungen Migranten verbessern

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS

+ Bundesländer appellieren an die Bundesregierung

Nach wie vor können viele Jugendliche nicht in eine betriebliche Ausbildung vermittelt werden, zumal die Länder bei der Finanzierung vollzeitschulischer Maßnahmen an den Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten angelangt sind. Die Gruppe der Beauftragten der Länder appelliert daher in einem Votum zum Berufsbildungsbericht an die Bundesregierung, Maßnahmen zu ergreifen:

Modularisierungsansatz
Die Länder halten es für richtig, vergleichbar den Qualifizierungsbausteinen in der Berufsvorbereitung die Bildungsgänge in der Berufsausbildung unter Wahrung des Berufsprinzips durch Ausbildungsbausteine zu modularisieren. So definierten Ausbildungsbausteine Zwischenschritte der Ausbildung, deren   erfolgreiche Bewältigung für Auszubildende einen wichtigen motivierenden Hebel darstellen könnten. Gleichzeitig böten Ausbildungsbausteine die Chance, Jugendlichen, die ihre Ausbildung abbrechen, die bis zum Ausbildungsabbruch erfolgreich durchlaufenen Ausbildungsabschnitte zu zertifizieren.
Wichtig für den Erfolg des Konzepts der Modularisierung sei die Zertifizierung und Anerkennung der Bausteine. Eine so verstandene Modularisierung  könne ein wichtiges Instrument sein, besonders lernschwächeren Jugendlichen einen neuen Zugang zur Ausbildung zu erschließen.

Berufsfamilien
Die Länder sehen zunehmende Schwierigkeiten bei der Organisation der Beschulung in Berufsschulen in sehr spezialisierten Monoberufen. Nach   Auffassung der Länder sollte der Weg beschritten werden, bei Neuordnungen Berufe über gemeinsame Kernqualifikationen zu Berufsgruppen oder Berufsfamilien zusammenzufassen.

Kooperationen mit der Wirtschaft
Um die Ausbildungschancen benachteiligter Jugendlicher zu verbessern, werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  • unentgeltliche Bereitstellung von Praktikumsplätzen für Benachteiligte mittels dauerhafter Kooperationsstrukturen,
  • ein intensives individuelles Coaching mittels einer sozialpädagogischen Begleitung in allen berufsvorbereitenden und außerbetrieblichen Maßnahmen, die auch für den Betrieb als Dienstleistung abrufbar sind,
  • Schaffung von Ausbildungsberufen nach einem gestuften Modell mit der Möglichkeit, auf dem ersten Bildungsabschluss aufzubauen.

Ausbildungsordnungen, in denen Vertiefung und Spezialisierung vorrangig nach erfolgreichem Abschluss einer zweijährigen Grundausbildung vorgesehen sind und die mehrere Wahlbausteine enthalten, seien besonders für diese Zielgruppe geeignet.

www.bibb.de/de/29174.htm

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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG

+ Migranten erhalten Begabtenförderung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will mit der Studierendenförderung das Begabtenpotential unter den Migrantinnen und Migranten stärker fördern.

Ab sofort können talentierte Studierende mit Migrationshintergrund, die eine dauerhafte Bleibeperspektive haben, von den Begabtenförderungswerken aufgenommen werden. Hierbei spielt eine vorherige Mindesterwerbsdauer der Eltern keine Rolle.

Eine entsprechende Regelung ist ab Herbst 2007 auch für die Ausbildungsförderung nach dem BAföG vorgesehen. Migrantinnen und Migranten mit dauerhafter Bleibeperspektive erhalten zum Wintersemester 2007/2008 einen leichteren Zugang zu dieser Förderung.

www.bmbf.de/press/1967.php


+ Rechnungshof beanstandet Ausbildungspakt

Nach Presseinformationen übt der Bundesrechnungshof Kritik am Ausbildungspakt, und zwar insbesondere an den öffentlich geförderten Berufspraktika.

Nach Einschätzung des Rechnungshofes ebneten diese so genannten Einstiegsqualifizierungen nur selten den Weg in eine Berufsausbildung. Nur jeder zweite Jugendliche schaffe nach den vorliegenden Daten den Übergang in eine Ausbildung. Vor allem in den neuen Bundesländern ermittelten die Prüfer enttäuschende Ergebnisse.

Für bedenklich halten die Prüfer des Rechnungshofes in ihrem internen Bericht auch, dass die Arbeitsagenturen einzelnen Firmen Steuermittel zuleiteten, auch wenn diese für die Jugendlichen keine Sozialabgaben entrichteten. Zudem hätten die Agenturen nicht überprüft, ob die Jugendlichen die Praktikumsvergütung tatsächlich auch erhielten.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sicherte dem Bericht zufolge in ihrem Antwortschreiben die Überprüfung der beanstandeten Fälle zu.

www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,464524,00.html


+ Berufsbildung im Umbruch

In ihrer aktuellen Studie "Berufsbildung im Umbruch" analysieren Prof. Dr. Baethge und Prof. Dr. Solga im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung die Entwicklung des deutschen Berufsbildungssystems und benennen eine Reihe von Punkten, die grundlegende Reformanstrengungen erforderlich machten.

Nach Aussagen der Studie verlieren duale Ausbildungsstrukturen zunehmend an Bedeutung, was für große Teile der heutigen Schulabgänger zu massiven Problemen beim Übergang ins Erwerbsleben führt. So fänden 40 % aller ausbildungswilligen Schulabgänger keinen regulären Ausbildungsplatz mehr und  landeten im Übergangssystem.
Nicht einmal ein Fünftel der Ausbildungsanfänger ohne und nur noch zwei Fünftel mit Hauptschulabschluss mündeten ins duale System. Selbst mehr als 25 % der Realschulabsolventen landete zunächst im Übergangssystem.
Dramatisch verschlechtert habe sich auch die Situation ausländischer Jugendlicher. Ihr Ausbildungsanteil im dualen System habe 2005 noch gerade bei ca. 4 % gelegen.

Auch hätte sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im letzten Jahrzehnt deutlich geöffnet. Aktuell zeige sich bei den industriellen Berufen eine hohe Übereinstimmung zwischen steigender Nachfrage nach Fachkräften und in den letzten 20 Jahren heruntergefahrenem Ausbildungsplatzangebot, was in Zukunft zu einem ernsthaften Fachkräftemangel führen dürfte. Gleiches gelte für den Baubereich.

Vom gravierenden Lehrstellenmangel seien auch die jungen Männer stark betroffen. Sie verfügten im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen beim Berufsstart in der Regel über schlechtere Schulqualifikationen, hätten häufiger die Schule abgebrochen und seltener als Mädchen Realschulabschluss oder Abitur. Junge Männer stellten im Jahr 2004 58 % der Neuzugänge ins Übergangssystem, junge Frauen 42 %.

Das Netzwerk Bildung der Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine Stellungnahme verfasst, die konkrete Anforderungen an eine langfristig ausgerichtete (Berufs-) Bildungspolitik formuliert. Hierin wird u.a. die Modularisierung der Berufsausbildung als eine angemessene Antwort auf das bislang unverbundene Nebeneinander von dualer Berufsausbildung, schulischer Berufsausbildung und Maßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung im Übergangssystem gefordert.

library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/04258/index.html


+ Zukunftschancen durch lebensbegleitendes Lernen

Andreas Storm, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), eröffnete die diesjährige Bildungsmesse didacta mit einer Rede zum Thema "Zukunftschancen durch lebensbegleitendes Lernen".

Damit jeder und jede die Möglichkeit zum lebenslangen Lernen erhalte, müsse unser Bildungssystem strukturell durchlässiger werden und einfachere Übergänge ermöglichen. Hierzu forderte Storm, die einzelnen Bildungsbereiche stärker miteinander zu verzahnen, damit Abschlüsse auch zu Anschlüssen werden könnten.

Besondere Aufmerksamkeit müsse dabei auch leistungsschwächeren oder sozial benachteiligten Jugendlichen gewidmet werden, die beim Übergang von der Schule in den Beruf besonderer Unterstützung bedürften.

Ausgehend von diesen Erfahrungen beabsichtige das BMBF, zwei neue Programme mit folgenden Schwerpunkten aufzulegen:

  • In einem ersten Programm soll das regionale Übergangsmanagement an der Schnittstelle zwischen Schule und Berufsausbildung strukturell verbessert und damit die berufliche Integration vor allem von Jugendlichen mit schlechteren Startchancen gefördert werden.
  • Das zweite Programm hat das Ziel, die Arbeitsmarktchancen von an- und ungelernten jungen Erwachsenen zu erhöhen. Durch eine beschäftigungsbegleitende Nachqualifizierung sollen diese jungen Menschen eine zweite Chance erhalten.

www.bmbf.de/pub/psts_20070227.pdf

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NEUES AUS DEM GPC

+ Transfer BQF-Programm

Das BMBF hat sich zur Durchführung einer an das Programm "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem   Förderbedarf" (BQF-Programm) anschließenden Transferphase entschlossen, die erfolgreiche Ansätze aus dem Programm aufgreift, weiter nutzt und in die Praxis der beruflichen Benachteiligtenförderung trägt.

Das Good Practice Center Benachteiligtenförderung (GPC) im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) koordiniert als zentrale Transferstelle die Transferaktivitäten. Bei der inhaltlichen Umsetzung der Transfermaßnahmen arbeitet der PT-DLR (Projektträger im DLR) mit dem GPC zusammen.

Aktuelle Informationen, Materialien und Hinweise zu Transferveranstaltungen finden Sie auf der neu gestalteten Homepage des BQF-Programms: www.kompetenzen-foerdern.de .

Durch Anklicken der blauen Leiste (Programmphase) oder der roten  Leiste (Transferphase) können Sie zwischen beiden Bereichen wechseln.


+ Aktuelle Datenbankeinträge

> Anbieterdatenbank (2239)

Neu: Kolping-Bildungs-gGmbH Nürnberg (Bildungsträger, Bayern)
www.good-practice.de/anbieter


> Materialiendatenbank(221)

Neu: Politische Maßnahmen für benachteiligte Jugendliche (Thematische Studie), Institut für regionale Innovation und Sozialforschung (IRIS), Tübingen
www.good-practice.de/materialien/index.php

> Qualifizierungsbausteine (BBiG)(478)

Neu: PC-Montage, Softwarekenntnisse und -installation (Informations- und Telekommunikationssystem-Elektroniker/in), Jugend- und Bildungswerk der Arbeiterwohlfahrt Hamburg GmbH
www.good-practice.de/bbigbausteine


Stellen auch Sie Ihre Qualifizierungsbilder zur Verfügung!

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NEUES AUS DEM BIBB

+ Ausbildungsbausteine: Innovative Wege zum qualifizierten Berufsabschluss

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis - BWP" unterstützt Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, die Absicht, das Konzept der "Ausbildungsbausteine" in der Praxis breit zu erproben und zu evaluieren.

In seinem Beitrag macht er deutlich, dass es um bundesweit einheitliche, zu zertifizierende und anrechnungsfähige Ausbildungsbausteine aus anerkannten Ausbildungsberufen gehe. Hierbei seien eine klare Orientierung am Berufskonzept und an Abschlussprüfungen vorgesehen, die Konzentration auf bestimmte Personengruppen sowie eine ergebnisoffene Evaluation. Ein Absenken der Anforderungen unter das Niveau der anerkannten Ausbildungsberufe wird klar abgelehnt.

Mit Ausbildungsbausteinen sei es möglich - so Kremer -, unproduktive Warteschleifen in anrechnungsfähige und abschlussbezogene Berufsbildungsketten umzugestalten, so dass die Kapazitäten für eine anerkannte Berufsausbildung erheblich erweitert werden könnten.

www.bibb.de/de/29035.htm
www.bibb.de/dokumente/pdf/a1__bwp_01_2007_kommentar.pdf


+ Ausbildungschancen von jungen Migranten verbessern

Ausländische Jugendliche sind an der beruflichen Ausbildung stark unterproportional vertreten. Nur 42 % aller jungen Migranten, die 2006 eine Ausbildungsstelle suchten, fanden diese tatsächlich. Bei den gleichaltrigen deutschen Jugendlichen waren es rund 54 %.
Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Schulabgängerbefragung des Bundesinstituts für Berufsbildung. Fast jeder vierte Jugendliche mit Migrationshintergrund (23,2 %) mündet demnach in eine Berufsfachschule ein, die keinen Berufsabschluss vermittelt, absolviert eine Berufsgrundbildung oder nimmt an einer berufsvorbereitenden Maßnahme teil. Bei den deutschen Jugendlichen sind dies 13,1 %. Weitere rund 15 % der jungen Migranten sind arbeitslos; bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sind es lediglich 5,5 %.

Die Ausbildungsbeteiligungsquote von Jugendlichen mit ausländischer Staatsangehörigkeit im dualen System ist deutlich gesunken und lag 2005 lediglich bei 24 % gegenüber 34 % im Jahr 1994. Die Ausbildungsbeteiligungsquote deutscher Jugendlicher ging in diesem Zeitraum in deutlich geringerem Ausmaß zurück und war in 2005 mit 58 % mehr als doppelt so hoch wie die der ausländischen Jugendlichen.

www.bibb.de/de/29012.htm
www.bibb.de/dokumente/pdf/a24_integration-und-berufliche-ausbildung.pdf

 

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

21. - 23.03.2007, Rehburg-Loccum
"Kooperative Planung statt Maßnahme-Dschungel/Jugendkonferenzen als Instrument strategischer Zusammenarbeit zwischen Arbeitsmarktpolitik und Jugendhilfe"

12. - 13.04.2007, Dessau
"Berufsorientierung und Kompetenzentwicklung"
Fachtagung

  12. - 14.09.2007, Düsseldorf
"5. BIBB Fachkongress"
Informationen und Anmeldung unter www.bibb.de/fachkongress


Weitere Termine:
www.good-practice.de/tkal

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Benachteiligten in der beruflichen Bildung sind.

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Dr. Friedel Schier
Tel: 0228/107 1305
Fax: 0228/107 2886

Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn