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Glossar

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Ganzheitlicher Lernprozess

"Ganzheitlich" bedeutet, dass Menschen nicht eindimensional wahrgenommen und behandelt werden, sondern als Eigenkonstruktion aus der ganzen Fülle von Erfahrungen und Einflüssen, die sie in ihrem Leben gemacht bzw. erlebt haben. Ein ganzheitlicher Lernprozess bezieht daher bei der Ausgestaltung des Unterstützungsangebot die gesamte Lebenswelt des Adressaten ein und orientiert sich an individuellen Bedürfnissen des gegenüber. Gelernt wird meist in praxisbezogenen Zusammenhängen. Es werden alle Sinne, Lerntypen und Denkprägungen einbezogen. Das Lernziel bleibt dabei immer im Blick, und es wird stets deutlich gemacht, wozu der Lernstoff benötigt wird.

Quelle:

  BMBF, Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf (S. 87)

Fülbier, P./Münchmeier, R. (Hrsg.), Handbuch Jugendsozialarbeit 2001, Votum-Verlag, Münster  (S. 823)


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Gender Mainstreaming

Der Begriff Gender Mainstreaming bezeichnet den Prozess und die Vorgehensweise, die Geschlechterperspektive in die Gesamtpolitik aufzunehmen. Dies bedeutet, die Entwicklung, Organisation und Evaluierung von politischen Entscheidungsprozessen und Maßnahmen so zu betreiben, dass in jedem Politikbereich und auf allen Ebenen die Ausgangsbedingungen und Auswirkungen auf die Geschlechter berücksichtigt werden, um auf das Ziel einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern hinwirken zu können.

Gender Mainstreaming umfasst sowohl die Förderung von Frauen als diskriminierter Gruppe, als auch die Herstellung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, damit Chancengleichheit möglich wird, und nicht zuletzt die Bewusstseinsbildung über die Geschlechterfrage, insbesondere bei männlichen Akteuren. Bei der Arbeit mit Menschen ist unter Gender Mainstreaming zu verstehen, geschlechtsspezifische Rollengebundenheiten sensibel wahrzunehmen sowie die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Mädchen und Frauen sowie Jungen und Männern zu berücksichtigen.

Aus der Perspektive der Mädchen- und Frauenarbeit bedeutet Gender Mainstreaming eine Weiterentwicklung der Ansätze, z.B. indem stärker auf die Gender-Öffnung von eigenen und dritten Institutionen bzw. Jungen und Männern abgezielt wird. Aber auch die gezielte Förderung von Jungen und Männern kann als Teil des Gender Mainstreamings verstanden werden, z.B. wenn sowohl junge Frauen als auch die jungen Männer motiviert bzw. unterstützt werden, sich in geschlechtsuntypischen Berufen zu erproben - um jeweils ihre eigenen beruflichen Chancen zu erhöhen. Gender Mainstreaming setzt hierbei an spezifischen Stärken und Schwächen der Geschlechter an und macht diese zum Ausgangspunkt pädagogischen Handelns.

Quellen:

  Bundeszentrale für politische Bildung, Gender Mainstreaming 

  Enggruber, Ruth: Gender Mainstreaming und Jugendsozialarbeit. Münster 2001

 

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Gruppen- und Projektarbeit, sozialpädagogische

Die sozialpädagogisch orientierte Berufsausbildung verknüpft Elemente der Berufspädagogik mit Elementen der Sozialpädagogik. Dieser ganzheitliche Ansatz bezieht soziale Lernprozesse als sinnvolle und notwendige Ergänzung des beruflichen Lernens in die Förderung mit ein. Die Ausbildung wird als Teil der Persönlichkeitsentwicklung gesehen. Individuelle Lebensgeschichte und Bedürfnisse werden berücksichtigt und fließen in die Ausbildung ein. Kompetenzansatz und fachpraktisches Lernen sind Merkmale der sozialpädagogisch orientierten Berufsbildung.

Quelle:

"Wörterbuch Soziale Arbeit", Kreft/Mielenz (Hrsg.), 3. Auflage, Beltz Verlag Weinheim und Basel 1988, ISBN 3-407-55728-0, S. 257-258


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