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Lebensweltbezug bedeutet, in pädagogischen Prozessen an den individuellen Voraussetzungen und Zielen der Lernenden anzusetzen und sein Umfeld in alles Denken über und Handeln mit ihm einzubeziehen. Die Lebenswelt besteht aus den Bereichen Arbeit, Schule, individuelle familiäre Situation, Freizeitgestaltung und soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen. Sie beeinflusst die Chancen, eigene Ziele,
Wünsche und Bedürfnisse zu entwickeln und zu verwirklichen.
Quellen:
BMBF, Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf (S. 87)
"Individuelle Förderung benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsener - Förderdiagnose, Förderplan und differenzierte Lernangebote", Autorin: Petra Lippegaus, INBAS Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH, Offenbach am Main, 2000 (S. 10 f.)
Thiersch, Hans: Lebensweltorientierte Soziale Arbeit. Aufgaben der Praxis im sozialen Wandel. 6. Aufl. Weinheim, München: Juventa 2005
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Das Leittextkonzept ist eine heute weit verbreitete Ausbildungsmethode, bei der die Auszubildenden eine Aufgabenstellung weitestgehend selbstständig mit Hilfe von Begleitmaterial bearbeiten. Der Ausbilder übernimmt die Rolle des Lernberaters. Ziel ist es, Selbstständigkeit und Handlungskompetenz zu entwickeln.
Ein Leittext besteht dabei aus Leitfragen, Arbeitsplan, Kontrollbogen und Leitsatz. Auf Grundlage dieses Leittextes erfolgt der Ablauf einer Arbeitsaufgabe dann in den Schritten Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Auswerten.
Quelle:
BMBF, Berufliche Qualifizierung für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf (S. 122-124)
ausbildernetz.de, Leittextmethode
foraus.de, Ausbilden mit der Leittextmethode
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Während unter einer Lernstörung eine Beeinträchtigung der Lehr-/Lernprozesse in einem enger begrenzten Bereich verstanden wird (z.B. eine Lese-Rechtschreibschwäche), liegt bei einer Lernbehinderung eine umfängliche, langdauernde und schwerwiegende Beeinträchtigung des Lehr-/Lerngeschehens vor.
Nach der gesetzlichen Definition des SGB III sind lernbeeinträchtigte Personen in ihrem Lernen umfänglich und lang andauernd beeinträchtigt und weisen deutlich von der Altersnorm abweichende Leistungs- und Verhaltensformen auf, wodurch ihre berufliche Integration wesentlich und auf Dauer erschwert wird. Als lernbeeinträchtigt gelten vor allem Hauptschulabgänger ohne Abschluss und Abgänger aus Schulen für Lernbehinderte.
Quelle:
SGB III, dort § 19
Weiß, Hans: Lernbehinderung (familienhandbuch.de)
BA, Ausbildung Beruf Chancen (Website eingestellt)
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Beim Lernen im Arbeitsprozess wird berufliches Lernen möglichst nah an den fachlichen Anforderungen der Praxis ausgerichtet. Die Bearbeitung eines realen Auftrages dient zugleich dem Erwerb der dafür erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Theoretisches Lernen wird in praktische Handlung integriert. Es kommt zu einer möglichst selbstständigen und verantwortlichen Gestaltung des Lernprozesses durch die Lernenden selbst. Bereits vorhandene Qualifikationen fließen dabei im Rahmen der Nachqualifizierung in den Prozess ein. Dieser orientiert sich an betrieblichen Abläufen und ermöglicht somit den Erwerb von beruflicher Handlungskompetenz.
Quellen:
BMBF, Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf (S. 126-127)
AQuiA, Lernen im Arbeitsprozess
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Lernortkooperation bezeichnet die Zusammenarbeit aller beteiligten Lernorte und Institutionen in der beruflichen Bildung: Berufsschule, Ausbildungsbetrieb, Bildungsträger und sonstige Institutionen, die in die beruflichen Bildung involviert sind.
Ausgangspunkt der Kooperation bildet meist eine gemeinsam empfundene Problemlage, von der aus zusammen eine Lösung erarbeitet wird. Die Lernortkooperation kann sich u.a. auf inhaltliche, methodische, konzeptionelle und/ oder auch finanzielle Zusammenarbeit beziehen, um die Qualität der beruflichen Bildung zu verbessern und die Ausbildungsbereitschaft zu erhöhen.
Quelle:
Dieter Euler, "Handbuch der Lernortkooperationen", Band 1, S. 94-95, W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld 2004.
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"Ganzheitlich" bedeutet, dass Menschen nicht eindimensional wahrgenommen und behandelt werden, sondern als Eigenkonstruktion aus der ganzen Fülle von Erfahrungen und Einflüssen, die sie in ihrem Leben gemacht bzw. erlebt haben. Ein ganzheitlicher Lernprozess bezieht daher bei der Ausgestaltung des Unterstützungsangebot die gesamte Lebenswelt des Adressaten ein und orientiert sich an individuellen Bedürfnissen des gegenüber. Gelernt wird meist in praxisbezogenen Zusammenhängen. Es werden alle Sinne, Lerntypen und Denkprägungen einbezogen. Das Lernziel bleibt dabei immer im Blick, und es wird stets deutlich gemacht, wozu der Lernstoff benötigt wird.
Quelle:
BMBF, Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf (S. 87)
Fülbier, P./Münchmeier, R. (Hrsg.), Handbuch Jugendsozialarbeit 2001, Votum-Verlag, Münster (S. 823)
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