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Glossar
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7 Einträge vorhanden
- Partizipation
- Patenschaften und Mentoring
- Potenzialanalyse
- Praktika im Betrieb
- Produktionsschule
- Profiling
- Projektmethode
Partizipation
Partizipation bedeutet allgemein, aktiv an einem Prozess teilzunehmen und sich mit Institutionen und Werten zu identifizieren. In der Benachteiligtenförderung bezeichnet sie als pädagogisches Konzept, den Lernenden demokratisch in Entscheidungsprozesse einzubinden und mit ihm gemeinsam adäquate Lernwege und Ziele auszuarbeiten. Der Jugendliche bleibt so nicht stummer Empfänger administrativer Entscheidungen, sondern beteiligt sich als Partner aktiv an der Steuerung des Lösungsprozesses. Er bestimmt Ziele und Wege mit, auf denen diese erreicht werden können. Erfolg verspricht eine Maßnahme nur dann, wenn der Jugendliche ihren Sinn und Zweck versteht. Transparenz des Qualifizierungskonzeptes ist also erforderlich, um Verständnis und Engagement des Jugendlichen zu gewährleisten. Durch diese selbst gesteuerten Entwicklungsprozesse sollen Eigeninitiative und aktive Problemlösungsstrategien bei Jugendlichen gefördert werden.
Quellen:
Karl-Heinz Hillmann, "Wörterbuch der Soziologie", 4. Auflage, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart (1994), ISBN 3-520-41004-4, S. 654
BMBF, Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf (S. 104)
INBAS, Infodienst 1/2006 "Partizipative Ansätze in der Berufsausbildungsvorbereitung"
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Patenschaften und Mentoring
Die Begriffe Patenschaft und Mentoring beschreiben die Unterstützung und Beratung einer meist jüngeren Person durch eine meist ältere, berufserfahrene Person beim Berufseinstieg oder während eines Zeitraums des beruflichen Werdegangs. Die klassische Form ist die Eins-zu-Eins-Beziehung zwischen Mentor und Mentee, häufig auch Tandem genannt. Jugendliche erhalten zum Beispiel Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen, beim Üben von Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen. Paten und Mentoren engagieren sich oft ehrenamtlich.
Quelle:
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Potenzialanalyse
Die Potenzialanalyse dient der analytischen Diagnostik und Kompetenzfeststellung einzelner Menschen bezüglich ihrer Einsatzmöglichkeit in der beruflichen Bildung. Diese Analyse erfolgt meist im Hinblick auf eine zukünftige gezielte individuelle und passgenaue Förderung. Stärken und Ressourcen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Eine übliche Abfolge von Abschnitten der Potenzialanalyse wären bspw. Erstgespräch, Assessment, Abgleich von Fremd- und Selbsteinschätzung sowie ein schriftlicher Bericht und ein Abschlussgespräch. Ermöglicht wird dadurch, für offene betriebliche Ausbildungsstellen geeignete Bewerber zu finden und somit Abbrüchen vorzubeugen und Risiken für Betriebe zu minimieren.
Quelle:
hiba, Glossar
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Praktika im Betrieb
Es gibt verschiedene Arten von Betriebspraktika, zum Beispiel:
Schulisches Betriebspraktikum
Während der Schulzeit werden in fast allen Schulen Betriebspraktika organisiert, meist in der achten oder neunten Klasse. Diese Praktika unterstützen auch die Berufswahl, denn sie vermitteln erste Einblicke in Berufe und die Arbeitswelt.
Betriebspraktika während der Ausbildung in Einrichtungen
Während einer Ausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung und einer Aus- oder Weiterbildung in einer Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation gehören Betriebspraktika mit zum Ausbildungsprogramm. Sie sollen praktische Erfahrungen mit der Betriebsrealität vermitteln und Brücken schlagen zu einer Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt.
Betriebspraktika im Verbund mit berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) können mit einem Betriebspraktikum verbunden werden, in dem Grundkenntnisse und -fertigkeiten und soziale Kompetenzen für eine spätere Berufsausbildung vermittelt werden.
Quelle:
BA, Ausbildung Beruf Chancen (Website eingestellt)
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Produktionsschule
Der Gedanke, der der Produktionsschule zu Grunde liegt, stammt aus den Arbeitsschulen der Reformpädagogik. Diese verfolgten den Ansatz, dass theoretisches Lernen in der praktischen Handlung erfolgen sollte.
In einer Produktionsschule sind die Teilnehmer und Teilnehmerinnen unter fachlicher Anleitung produzierend tätig. Es geht um die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, die Herausbildung sozialer und methodischer Kompetenzen sowie Fachqualifikationen. Es wird für den Verkauf produziert bzw. werden Dienstleistungen angeboten, die auf dem freien Markt realisiert werden. Lernprozesse finden über Produktionsprozesse statt; es erfolgt keine Trennung zwischen Lern- und Arbeitsort. Produktionsschulen können neben produktionsbezogenen Angeboten und Teilqualifizierungen auch schulische Abschlüsse anbieten.
Quelle:
Bundesverband Produktionsschulen, Produktionsschulenprinzipien
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Profiling
Das Profiling ist eine systematisch und professionell erstellte Analyse der für die Vermittlung erforderlichen Merkmale, der beruflichen Fähigkeiten, Neigungen und Defizite von Arbeitsuchenden. Beschäftigungschancen und -risiken sollen frühzeitig durch das Profiling ermittelt werden. Ziel ist die nachhaltige Integration in einem dem individuellen Profil möglichst weitgehend entsprechenden Arbeitsprozess. In Verbindung mit einer fördernden und aktivierenden Arbeitsvermittlung, die den Arbeitsuchenden konkrete Angebote mit Aussicht auf eine wirksame Integration unterbreitet, soll die Integration in den ersten Arbeitsmarkt erreicht werden. Dabei werden die regionalen und beruflichen Gegebenheiten des Arbeitsmarktes berücksichtigt. Die Standortbestimmung im Kontext des SGB III dient somit der Chancen- und Risikoeinschätzung individueller Kenntnisse und Kompetenzen in Beziehung zum Arbeitsmarkt und wird gleichzeitig auch als Instrument zur Steuerung und Kontingentierung von Personal- und Förderressourcen verwendet.
Profiling ist vorgesehener Bestandteil der Eingliederungsvereinbarung der Agentur für Arbeit gemäß §15 des SGB II.
Quellen:
hiba, Glossar
BA, Arbeitshilfe zur Eingliederungsvereinbarung
BA, Profling und Eignungsfeststellung
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Projektmethode
Bei der Projektmethode werden fachtheoretisches Wissen, fachpraktische Kenntnisse und soziales Lernen fächerübergreifend erworben. Arbeitsprozesse werden selbstständig geplant, strukturiert, durchgeführt und ausgewertet. Offene Fragestellungen bzw. Ausgangsprobleme fördern die Fähigkeit zur Analyse von Zusammenhängen, zur Problemlösung und zur Übernahme von Verantwortung. Die Projektmethode bietet mehr Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum als die methodisch ähnliche Leittextmethode, setzt aber auch mehr Vorkenntnisse voraus. Das anzufertigende Produkt ist nicht bereits vorgegeben und konstruiert. Vielmehr besteht die Leistung der Lernenden darin, aus einer Aufgabenstellung und ggf. aus vorgegebenen Rahmenbedingungen ein Projektziel zu entwickeln und alle für die Realisierung nötigen Arbeitsschritte selbstständig zu planen und auszuführen.
Quellen:
BMBF, Berufliche Qualifizierung Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf (S. 117 f.)
"Sozialpädagogisch orientierte Berufsbildung - Empfehlungen und Informationen für die Ausbildungspraxis in der Benachteiligtenförderung", Petra Druckrey (INBAS), Herausgegeben vom Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Bonn 1992 (S. 39-40, 43)
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