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Glossar

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Schlüsselqualifikation

Schlüsselqualifikationen sind erwerbbare allgemeine Fähigkeiten, Einstellungen und Strategien, die bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb neuer Kompetenzen in möglichst vielen Inhaltsbereichen von Nutzen sind. Zu ihnen gehören Erkenntnisinteresse und eigenständiges Lernen, die Reflexion und Optimierung der eigenen Lernprozesse und damit die Fähigkeit dazuzulernen, das Zutrauen in die eigene Selbstwirksamkeit als Grundeinstellung, Flexibilität, Fähigkeit zur Kommunikation und zur Teamarbeit und kreatives Denken.
Sie sind nicht auf direktem Wege zu erwerben, z.B. in Form eines eigenen fachlichen Lernangebots; sie müssen vielmehr in Verbindung mit dem Erwerb von intelligentem Wissen aufgebaut werden.

Quellen:

Zukunft der Bildung - Schule der Zukunft : Denkschrift der Kommission "Zukunft der Bildung - Schule der Zukunft" beim Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen / Herbert Loebe [Hrsg.] ; Eckart Severing [Hrsg.]. - Neuwied : Luchterhand, 1995. - XXX, 354 S. - ISBN 3-472-02498-4 (S. 113 f.)

Beck, H.: Schlüsselqualifikationen. Bildung im Wandel. Darmstadt, 1993. In: Orth, H. Schlüsselqualifikationen an deutschen Hochschulen: Konzepte, Standpunkte und Perspektiven. Neuwied; Kriftel: Luchterhand, 1999.

  IAB, Schlüsselqualifikationen (S. 7)


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Schulische Ausbildung

Verschiedene Berufsabschlüsse  können an staatlich anerkannten Fachschulen und Berufsfachschulen erworben werden . Theorie und Praxis werden hier in vollzeitschulischer Form vermittelt (geregelt nach Bundes- oder Landesrecht). Dazu gehören die bundeseinheitlich geregelten Gesundheits- und sozialpädagogischen Berufe (z.B. Gesundheits- und Krankenpfleger/in), Sekretariats- und Fremdsprachenberufe (z.B. Fremdsprachenkorrespondent/in) sowie Berufe, die nach Landesrecht ausgebildet werden (z. B. Technische Assistenten verschiedener Fachrichtungen). Der fachbezogene Unterricht erfolgt projektorientiert, zusätzlich  werden auch allgemein bildende Fächer angeboten. Betriebspraktika  ergänzen  i.d.R. diese Form der Ausbildung. Die Ausbildung endet mit einem anerkannten Berufsabschluss. Häufig sind für schulische Ausbildungsgänge (z.B. Erzieher/in, Logopäde/in) der mittlere Bildungsabschluss oder ein Mindestalter Voraussetzung. Verschiedene Ausbildungen vermitteln neben dem Berufsabschluss auch höhere Bildungsabschlüsse bis hin zur allgemeinen Hochschulreife.

Quellen:

  Step on!, Schulische Ausbildung

BA, Ausbildung Beruf Chancen (Website eingestellt)


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Schulmüdigkeit

Trotz Schulpflicht geht ein Teil der Jugendlichen nicht zur Schule. Bedingungsfaktoren können für jeden Schüler individuell verschieden sein. Oft ist ein Teufelskreis aus Schulversagen, Fernbleiben und sich dadurch weiter verschlechternder Zensuren Merkmal und Grund für Schulmüdigkeit, Verweigerung und Fernbleiben. Fast zehn Prozent eines Altersjahrgangs verlassen alljährlich die Schule ohne Abschluss und haben damit nur geringe Chancen, eine Berufsausbildung zu absolvieren und später ihren Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit zu sichern. Das Ziel der Jugendsozialarbeit besteht darin, Informationen über Ansätze, Strategien und Methoden zur Prävention von Schulabbrüchen und Ausbildungslosigkeit zusammenzustellen und so aufzubereiten, dass sie für wirksame Verbesserungen im schulischen Alltag genutzt werden können.

Quellen:

  familienhandbuch.de, Null Bock auf Schule - Wie entstehen Schulmüdigkeit und Schulverweigerung? - Was kann man tun?

  DJI, Reader: Chancen für Schulmüde (S. 6)

  DJI, Projekt: Netzwerk Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung

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Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit bezeichnet alle kontinuierlichen Formen sozialpädagogischen Handelns am Lernort Schule, i. d. R. als kooperatives Angebot der Jugendhilfe. Dabei arbeiten sozialpädagogische Fachkräfte mit Lehrkräften auf einer verbindlich vereinbarten Basis zusammen, um junge Menschen in ihrer individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung zu fördern.

Die praktizierten Konzepte variieren. Ein Ansatz der Schulsozialarbeit richtet sich an sozial benachteiligte Jugendliche: Er soll ihre schulische und berufliche Ausbildung, ihre Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern. Schulsoziarbeit trägt hier dazu bei, Bildungsbenachteiligungen zu vermeiden und abzubauen. Im weiteren Sinne umfasst dieser Ansatz spezifische Klassen mit sozialpädagogischen Konzepten (Praxisklassen) oder Angebote für schulmüde Jugendliche. Daneben wird Schulsozialarbeit als schulergänzendes Angebot für alle Schülerinnen und Schüler verstanden und stellt (z. B. in Ganztagsschulen) Freizeitangebote, Betreuung, Beratung sowie Mitwirkung in Unterrichtsprojekten zur Verfügung.

Als Jugendhilfemaßnahme im System Schule ist Schulsozialarbeit eigenständig in Zielsetzung und methodischem Vorgehen, kooperiert aber eng mit der Schule. In der Umsetzung ist Schulsozialarbeit in sehr unterschiedlicher Weise im System vernetzt, unterstützt und anerkannt. Wird Schulsozialarbeit auf der einen Seite (noch immer) auf ihre Rolle als Problemlöser und "Krisenfeuerwehr" reduziert, gilt sie zunehmend als eine wichtige Ergänzung der Perspektive des Lernens um "das Soziale" und somit als zentraler Beitrag zur Weiterentwicklung von (schulischer) Bildung.

Quellen:

  Kohlmeyer, Klaus; Mauruszat, Regine: Kooperation von Schule und Jugendhilfe - "Was gibt's denn da zu lernen?"Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung zum Modellprojekt "Berufs- und arbeitsweltbezogene Schulsozialarbeit". Berlin 2006 (PDF, 436 KB)

  Speck, Karsten: Qualität und Evaluation in der Schulsozialarbeit. Konzepte, Rahmenbedingungen und Wirkungen. Wiesbaden 2006

  Wieland, Norbert: Die soziale Seite des Lernens. Positionsbestimmung von Schulsozialarbeit. Wiesbaden 2010

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Sozial Benachteiligte

Der Benachteiligtenbegriff schließt neben einer individuellen Beeinträchtigung vor allem eine soziale Benachteiligung mit ein. Die Betroffenen gelten als sozial benachteiligt, wenn ihre Lebenschancen erheblich eingeschränkt werden, weil sie einer bestimmten Gruppe angehören. Sowohl das dritte als auch das achte SGB verbinden mit der sozialen Benachteiligung Rechtsansprüche. 

Von einer sozialen Benachteiligung ist in der Regel immer dann auszugehen, wenn die altersmäßige gesellschaftliche Integration nicht wenigstens durchschnittlich gelungen ist, insbesondere bei Haupt- und Sonderschülern ohne Schulabschluss, Absolventen eines Berufsvorbereitungsjahres, Abbrechern von Maßnahmen der Arbeitsverwaltung, schulischer und beruflicher Bildungsgänge, Langzeitarbeitslosen, jungen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, jungen Menschen mit Sozialisationsdefiziten, jungen Menschen, die in besonderen sozialen Schwierigkeiten sind, bei ausländischen jungen Menschen und Aussiedlern (mit Sprachproblemen) auch dann, wenn ihre schulischen Qualifikationen höher als der Hauptschulabschluss liegen; schließlich bei jungen Menschen mit misslungener familiärer Sozialisation und durch gesetzliche Rahmenbedingungen benachteiligte Mädchen und junge Frauen.

Quellen:

Bisler, Wolfgang: "Der Benachteiligtenbegriff bezeichnet einen Rechtsanspruch!", "Jugend - Beruf - Gesellschaft" Heft 2/2001, hg. v. der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit (BAG JAW), Bonn 2001, S. 119-123

Münder, Johannes: Frankfurter Kommentar zum SGB VIII. Weinheim 2006

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Sozialpädagogisch orientierte Berufsausbildung

Die sozialpädagogisch orientierte Berufsausbildung verknüpft Elemente der Berufspädagogik mit Elementen der Sozialpädagogik. Dieser ganzheitliche Ansatz bezieht soziale Lernprozesse als sinnvolle und notwendige Ergänzung des beruflichen Lernens in die Förderung mit ein. Die Ausbildung wird als Teil der Persönlichkeitsentwicklung gesehen. Individuelle Lebensgeschichte und Bedürfnisse werden berücksichtigt und fließen in die Ausbildung ein. Kompetenzansatz und fachpraktisches Lernen sind Merkmale der sozialpädagogisch orientierten Berufsbildung.

Quelle:

"Sozialpädagogisch orientierte Berufsbildung - Empfehlungen und Informationen für die Ausbildungspraxis in der Benachteiligtenförderung", Petra Druckrey (INBAS),  Herausgegeben vom Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Bonn 1992


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Sozialpädagogische Gruppen- und Projektarbeit

Gruppenarbeit ist eine Methode der Sozialarbeit, bei der Kenntnisse, Meinungen und Verhaltensweisen von Individuen in Kleingruppen zum Gegenstand und gleichzeitig zum Medium sozialpädagogischer Einflussnahme gemacht werden. Sie betont die Bedeutung individueller und situativer Motivationen für das menschliche Lernen. Ziel ist es, soziale Kompetenzen zu fördern, den Jugendlichen zu ermöglichen, die eigenen Stärken zu erkennen und in den Gruppenprozessen einzubringen und letztlich jeden individuell zu emanzipieren.

Quelle:

"Wörterbuch Soziale Arbeit", Kreft/Mielenz (Hrsg.), 3. Auflage, Beltz Verlag Weinheim und Basel 1988, ISBN 3-407-55728-0, S. 257-258


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Sprachenförderung

Angebote zur sprachlichen Bildung von Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch, zielen auf die Vermittlung von allgemein-, aber insbesondere auch bildungs- und fachsprachlichen Deutschkenntnissen. Letztere sind die Voraussetzung für einen kompetenten Umgang mit den Aufgaben des Verstehens, Verarbeitens, Denkens und Formulierens in der deutschen Sprache und damit für eine erfolgreiche Bildungsbiographie.

Herkunftssprachliche Kenntnisse können darüber hinaus eine Ressource für Ausbildung und Beruf darstellen. Das Erlangen fachsprachlicher Kenntnisse der jeweiligen Herkunftssprache kann deshalb für Jugendliche mit Migrationshintergrund am Übergang in den Beruf ebenfalls von Bedeutung sein.

Von praktischer Relevanz in Ausbildung und Beruf sind dabei nicht nur fachsprachliche Kenntnisse, sondern insbesondere auch Fertigkeiten, die für die unterschiedlichen beruflichen Sprachhandlungen erforderlich sind. Hierbei geht es in erster Linie um Kommunikationsformen und -regeln, die in verschiedenen Berufen gebraucht werden. Darüber hinaus sind auch spezielle Deutschkenntnisse von Bedeutung, die für die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung sowie an informeller oder formaler beruflicher Weiterbildung vorausgesetzt, jedoch nicht immer explizit formuliert werden.

Quelle:

 BAMF (Hrsg.): Sprachliche Bildung für Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Vorschläge zur Weiterentwicklung. Ergebnisbericht der Arbeitsgruppen des Bundesweiten Integrationsprogramms nach § 45 Aufenthaltsgesetz im Handlungsfeld sprachliche Bildung. Nürnberg 2008 (PDF, 432 KB)


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