Der Begriff Gender Mainstreaming bezeichnet den Prozess und die Vorgehensweise, die Geschlechterperspektive in die Gesamtpolitik aufzunehmen. Dies bedeutet, die Entwicklung, Organisation und Evaluierung von politischen Entscheidungsprozessen und Maßnahmen so zu betreiben, dass in jedem Politikbereich und auf allen Ebenen die Ausgangsbedingungen und Auswirkungen auf die Geschlechter berücksichtigt werden, um auf das Ziel einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern hinwirken zu können.
Gender Mainstreaming umfasst sowohl die Förderung von Frauen als diskriminierter Gruppe, als auch die Herstellung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, damit Chancengleichheit möglich wird, und nicht zuletzt die Bewusstseinsbildung über die Geschlechterfrage, insbesondere bei männlichen Akteuren. Bei der Arbeit mit Menschen ist unter Gender Mainstreaming zu verstehen, geschlechtsspezifische Rollengebundenheiten sensibel wahrzunehmen sowie die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Mädchen und Frauen sowie Jungen und Männern zu berücksichtigen.
Aus der Perspektive der Mädchen- und Frauenarbeit bedeutet Gender Mainstreaming eine Weiterentwicklung der Ansätze, z.B. indem stärker auf die Gender-Öffnung von eigenen und dritten Institutionen bzw. Jungen und Männern abgezielt wird. Aber auch die gezielte Förderung von Jungen und Männern kann als Teil des Gender Mainstreamings verstanden werden, z.B. wenn sowohl junge Frauen als auch die jungen Männer motiviert bzw. unterstützt werden, sich in geschlechtsuntypischen Berufen zu erproben - um jeweils ihre eigenen beruflichen Chancen zu erhöhen. Gender Mainstreaming setzt hierbei an spezifischen Stärken und Schwächen der Geschlechter an und macht diese zum Ausgangspunkt pädagogischen Handelns.