Aktivitäten der Länder im Übergang Schule-Arbeitswelt - Zweites Fachgespräch am 19.06.2007 in Bonn
Übersicht
- Ziel des Fachgesprächs
- Tagesablauf
- Input 1: Wege zur Gestaltung des Übergangsmanagements - Aktuelle Entwicklungen (Herr Paulsen, BIBB)
- Input 2: Europäische Wege zur Gestaltung des Übergangs Schule - Arbeitswelt (Frau Kretschmar, BBJ Consult AG)
- Input 3: LänderAKTIV - Aktuelle Entwicklungen (Frau Reitz, BIBB-GPC)
- Workshops mit fachlichen Statements aus den Ländern
- Resümee und Ausblick
Ziel des Fachgesprächs
Das zweite Treffen diente vor allem dem inhaltlichen Austausch der Vertreter und Vertreterinnen der Länder über ihre unterschiedlichen Angebote und Strategien im Übergang Schule-Arbeitswelt. Dabei stand das Thema "Good Practice" der Länder im Mittelpunkt. Zur Einstimmung wurde am Vormittag ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich "Übergangsmanagement auf nationaler und internationaler Ebene" gegeben. Am Nachmittag tauschten sich die Teilnehmenden in moderierten Kleingruppen über "Good Practice" in der Umsetzung von Projekten und Programmen aus. Sie gestalteten den Inhalt selbst, indem sie ausgewählte Projekte vorstellten und die Erfolge und Misserfolge in der Gruppe beleuchteten.
Tagesablauf
| 11.00 |
Begrüßung |
| 11.15 | Input 1: Wege zur Gestaltung des Übergangsmanagements Aktuelle Entwicklungen Bent Paulsen, BIBB |
| 12.00 |
Input 2: Europäische Wege zur Gestaltung des Übergangs Schule - Arbeitswelt |
| 13.15 | Gemeinsames Mittagessen |
| 14.15 | Vortrag: Weiterentwicklung des Internetportals LänderAKTIV Neuerungen, Aktualisierungen mit anschließender Diskussion Britta Reitz, BIBB-GPC |
| 14.30 | Gruppenarbeit : Workshops mit fachlichen Statements aus den Ländern: 1. Good Practice in der Berufsorientierung / Jugendberufshilfe 2. Good Practice in der Berufsvorbereitung / Jugendberufshilfe - Vorstellung von gelungenen Beispielen - Sammlung von Leitlinien und Kriterien - Diskussionsrunde |
| 16.45 | Zusammenfassung und Ausblick Good Practice im Übergang Schule-Arbeitswelt Vereinbarungen Britta Reitz, GPC |
| 17.00 | Ende |
Input 1: Wege zur Gestaltung des Übergangsmanagements - Aktuelle Entwicklungen (Herr Paulsen, BIBB)
Herr Paulsen stellte die wichtigsten Entwicklungen anhand von aktuellen bildungspolitischen Schlagwörtern dar. Neben den Aktivitäten des Bundes im Rahmen des Innovationkreises Berufliche Bildung verwies er auf zwei Aktivitäten im politischen Bereich: die Reformwerkstatt NRW und die Weinheimer Erklärung. Darüber hinaus machte er auf die aktuellen Arbeiten des BIBB-Hauptauschusses aufmerksam und verwies auf ein BIBB-Forschungsvorhaben zu Berufsorientierungspraktika, dessen Ergebnisse demnächst veröffentlicht werden.
Zur weiteren Auseinandersetzung mit den einzelnen Themenbereichen gab er hilfreiche Hinweise auf weiterführende Informationen. Diese sind als Links in diese Seite eingefügt.
Der gesamte Vortrag (PDF, 18 KB)
Input 2: Europäische Wege zur Gestaltung des Übergangs Schule - Arbeitswelt (Frau Kretschmar, BBJ Consult AG)
Frau Kretschmar erläuterte in ihrem Vortrag zunächst die europäischen Ziele einer gemeinsamen Bildungspolitik und im besonderen für das Übergangssystem Schule/Beruf. Anschließend stellte sie die Berufsbildungssysteme im europäischen Vergleich exemplarisch dar. Außerdem gab sie einen Überblick über die Europäischen Förderprogramme und präsentierte einige Best-Practice-Beispiele aus anderen Ländern.
Präsentation: Europäische Wege zur Gestaltung des Übergangs Schule - Arbeitswelt (PDF, 350 KB)
Input 3: LänderAKTIV - Aktuelle Entwicklungen (Frau Reitz, BIBB-GPC)
Frau Reitz erläuterte mithilfe einer kleinen Präsentation die Weiterentwicklung des Internetportals "LänderAKTIV" seit der letzten Sitzung im Herbst 2006.
Präsentation: Internetportal "LänderAKTIV" (PDF, 86 KB)
Workshops mit fachlichen Statements aus den Ländern
Die Projektideen aus den einzelnen Ländern wurden in zwei Workshops präsentiert.
1. Good Practice in der Berufsorientierung / Jugendberufshilfe
2. Good Practice in der Berufsvorbereitung / Jugendberufshilfe
Dabei standen die Vorteile im Sinne von Good Practice im Mittelpunkt. Als Grundlage diente ein vor der Veranstaltung an alle Teilnehmenden versendetes Raster mit einer einheitlichen Gliederung:
- Inhalt (Schwerpunktsetzung, Förderweg, etc.)
- Organisation (z.B. Kooperationsmodelle, zeitlicher Ablauf, Dokumentation etc.)
- Finanzierung (Finanzierungsmodell, finanzielle Abwicklung, etc.)
- Evaluation und Transfer
Auf der Basis dieser Präsentationen wurden bewährte Erfahrungen ausgetauscht und ansatzweise Kriterien für Gute Praxismodelle gesammelt. Durch den kritischen Blick der anderen Gruppenteilnehmenden wurden Hindernisse und Hürden spezifiziert und die Gestaltung von Wissens- und Erfahrungstransfer diskutiert.
Die Vorstellung der Projekte erfolgte anhand der folgenden Kriterien:
- Zielgruppen
- Basiskonzept
- Aufgaben
- Partner: Kooperation
- Partner: Finanzierung
- Methodisches Vorgehen
- Nachhaltigkeit
1. Ergebnisse des Workshops "Berufsorientierung"
Moderation: Frau Kretschmar, BBJ Consult AG
Die Projekte aus den Ländern im Einzelnen
Jugendakademie - Sachsen-Anhalt
Vorgestellt von Frau Schüler
Berufswahlpass - Hamburg
Vorgestellt von Herr Bitzan
BONG - U" - Sachsen
Vorgestellt von Herr Schönfeld
BRAFO - Berufsauswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren - Sachsen-Anhalt
Vorgestellt von Frau Hinze
SPRINT - Sachsen-Anhalt
Vorgestellt von Frau Hinze
Praxispilot - Mecklenburg-Vorpommern
Vorgestellt von Frau Lorenz
Handlungskonzept "Schule-Arbeitswelt" - Schleswig-Holstein (rechte Spalte)
Vorgestellt von Herrn Krause
2. Ergebnisse des Workshops "Berufsvorbereitung"
Moderation: Frau Puhlmann, BIBB
Leseförderung / Sprachförderung am Berufskolleg - Nordrhein-Westfalen
Vorgestellt von Frau Schwarzbauer
JOA- Jugendliche ohne Ausbildungsplatz - Bayern
Vorgestellt von Herrn Hochleitner
Innopunkt - Brandenburg
Vorgestellt von Herrn Dr. Vogel
"Ausbildung in Sicht" - Berlin
Vorgestellt von Frau Zauner
Ausbildungsportal Hamburg - Hamburg (rechte Spalte)
Vorgestellt von Frau Freytag
"Fit für Beruf"
Vorgestellt von Herrn Müller-Pulmann
EIBE - Hessen
Vorgestellt von Herr Ring
Resümee und Ausblick
Im Anschluss an die Inputs am Vormittag wurden jeweils zu wichtigen Fragestellungen Diskussionen angeregt. Dies verdeutlichte die unterschiedlichen Sichtweisen der Länder zu den Themen. Viele Aspekte wurden als Pro und Contra diskutiert, so u.a. :
- Finanzierung: Abhängigkeit der Projekte von Sonderfinanzierungen, zeitliche Begrenzung der Fördmittel
- Personal: Unterschiedliches Engagement der Lehrkräfte für Sonderaufgaben und Projektplanung und - umsetzung
- Kooperationsstrukturen: Vorhandene bzw. nicht vorhandene Absprachen und Austauschgremien der einzelnen Ministerien auf Landesebene
- Transfer: Gelingt selten - häufig werden gute Ergebnisse erzielt, es fehlt aber an Geld, Zeit und Personal, diese in die Fläche zu verbreiten und als "Standard" einzuführen
- u.v.m.
In den Workshops tauschten sich die Vertreter und Vertreterinnen der Länder lebhaft aus und präsentierten ihre ausgewählten Good Practice Ansätze in sehr anschaulicher Weise. Bei dem ein oder anderen wurde der Wunsch zum Nachahmen entdeckt. Betont wurden im Sinne von Good Practice:
- Hohes Engagement einzelner Verantwortlicher
- Trotz engem Budget wurden tolle Ergebnisse erzielt
- Es existieren ministerienübergreifende Austauschgremien (runde Tische)
- Es gibt Projekte, die nach einer Modellförderung in eine Dauerförderung übergegangen sind und somit zu einem Standardangebot geworden sind
- Es gibt interessante Finanzierungskonzepte, auch durch alternative Zusatzfinanzierungen
- Learning by doing - Projekte wurden so lange verändert, bis sie eine optimale Lösung für ein Problem darstellten
- Je mehr Institutionen mit im Boot sitzen, desto erfolgreicher kann sich ein Projektt gestalten, eine Art Wir-Gefühl kommt auf
- u.v.m.
Durch die Arbeit in den Workshops wurde nicht nur die Kommunikation unter den Interessenvertretern und -vertreterinnen gefördert, sondern dies führte auch zum Austausch über die Veranstaltung und die ministeriellen und landesbezogenen Grenzen hinaus.
Insgesamt wurde die Veranstaltung sehr positiv aufgenommen. Weitere themenbezogene Veranstaltungen sind geplant.
