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GPC - NEWSLETTER 70 # GPC - NEWSLETTER 70 # GPC - NEWS

Ausgabe 70, 02.10.2007

Aktuelle Leserzahl: 4956

Der GPC Newsletter wird herausgegeben vom
Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten

 Ihr Feedback richten Sie bitte an: gpc@bibb.de   

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THEMA DES MONATS
 + Defizite des deutschen Bildungssystems

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
 + Analphabetismus bekämpfen
 + Handlungskatalog "Duale Berufsausbildung"
 + Kompetent durch Freiwilligendienste  
 + Wege in den Arbeitsmarkt
 + "Für jeden einen Ausbildungsplatz" 
 + Petition für ein "Recht auf Ausbildung"

NEUES AUS DEM GPC
 + LänderAKTIV-Fachgespräch über gelungene Förderansätze
 + Aktuelle Datenbank-Zahlen

NEUES AUS DEM BIBB 
 + Rückblick 5. BIBB-Fachkongress
 + Ehrenamt lohnt sich

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS

+ Defizite des deutschen Bildungssystems

Das deutsche Bildungssystem fällt im internationalen Vergleich weiter zurück. Die OECD-Vergleichsstudie "Bildung auf einen Blick 2007" bescheinigt einen Abstieg von Rang zehn auf Rang 22 unter insgesamt 30 Industrienationen. Als ein entscheidendes Defizit wird die fehlende Durchlässigkeit von der beruflichen zur universitären Bildung benannt.

Bei der Auswertung schulischer Leistungen fällt der immer noch große Leistungsunterschied zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund auf. Für Deutschland signalisiere das sehr schwache Abschneiden der zweiten Zuwanderergeneration - deren Eltern also zugewandert sind, die selbst aber in Deutschland geboren wurden - besonderen Handlungsbedarf.

Eine möglichst früh einsetzende Sprach- und Integrationsförderung solle laut OECD dazu beitragen, die Abbrecherquoten von Kindern mit Migrationshintergrund zu senken. Von zentraler Bedeutung sei hierbei die Qualifizierung der Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache, zur Stärkung der Diagnosefähigkeit sowie durch Methodentraining.

Laut OECD-Bericht wird ein Abschluss des Sekundarbereichs II (Hochschulreife, Fachhochschulreife oder abgeschlossene berufliche Ausbildung) zunehmend zum Standard. Dieser Abschluss sei zur Mindestvoraussetzung für einen erfolgreichen Eintritt in den Arbeitsmarkt geworden.

Der OECD-Bericht thematisiert auch die Erwerbstätigenrate derjenigen, die einen Abschluss im Sekundarbereich II absolviert haben (z.B. im dualen System der beruflichen Bildung). Diese liegt mit 76% bei den Männern und 65% bei den Frauen niedriger als mit einem Hochschul- oder vergleichbaren Abschluss (86% bei den Männern, 78% bei den Frauen).

Bei Personen, die höchstens einen Abschluss unterhalb des Sekundarbereichs II haben, beträgt die Beschäftigungsquote bei den Männern 62% und bei den Frauen 45%.
 
Wesentliche Aussagen aus "Bildung auf einen Blick 2007" (PDF, 1,46 MB)

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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG

+ Analphabetismus bekämpfen
  
Schwächen beim Lesen und Schreiben verringern die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Bekämpfung des Analphabetismus mit 30 Millionen Euro.

Damit die zu erarbeitenden Ergebnisse die Nutzer auch erreichen, soll ein "Transfer-Projekt" gefördert werden. Hierdurch sollen Ergebnisse gebündelt und aufbereitet werden.

Die aufgrund der Förderempfehlung der Jury ausgewählten Verbünde gibt das BMBF auf seiner Homepage bekannt.

Förderinitiative des BMBF


+ Handlungskatalog "Duale Berufsausbildung"

Die duale Berufausbildung gilt als zentrale Brücke von der Schule in den Beruf. Dennoch sieht das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln Reformbedarf und hat einen Handlungskatalog erstellen lassen.

Als wichtiger Ansatzpunkt wird die Förderung der vielen Geringqualifizierten genannt. Laut PISA-Studie gehören 23% der Schüler eines Jahrgangs zur Risikogruppe mit besonders schwachen Leistungen. Verschärfend wirken sich demgegenüber die gestiegenen Anforderungen innerhalb einer Berufausbildung aus.

Der Mangel an Fachkräften verstärkt sich zukünftig durch die sinkende Zahl der Schulabgänger. Bis zum Jahr 2020 werden laut einer Prognose der Kultusministerkonferenz in Westdeutschland 16%, im Osten sogar 37% weniger Absolventen eine allgemeinbildende Schule verlassen.

Thesenpapier des 53. IW-Studiengesprächs zur beruflichen Bildung


+ Kompetent durch Freiwilligendienste

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat die Evaluation des Programms "Freiwilligendienste machen kompetent" ausgeschrieben. Das mehrjährige Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert.

Benachteiligte Jugendliche sollen künftig vermehrt in Freiwilligendiensten ihre beruflichen Kompetenzen erweitern. Das BMFSFJ legte hierzu die Machbarkeitsstudie "Freiwilligendienste als außerschulische Bildungsinstitution für benachteiligte junge Menschen" vor.

Machbarkeitsstudie des ESF-Programms (PDF, 1 MB)

Zum Programmauftakt fanden am 24. September 2007 in Berlin die konstituierende Sitzung des Beirats und das erste Treffen von Vertreterinnen und Vertretern der geförderten Projekte statt.

Gefördert werden im Programmzeitraum 2007 bis 2010 insgesamt 8 Projekte an 12 Standorten in 9 Bundesländern. Diese sind auf der Internet-Seite des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik einsehbar, das mit der Implementierung und Durchführung des Programms betraut wurde.

Geförderte Projekte


+ Wege in den Arbeitsmarkt

Die Projektgruppe "Educations and Transitions into the Labour Market" des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung untersucht Übergänge von der Ausbildung in das Erwerbssystem im internationalen Vergleich.

Im Vordergrund stehen die frühen Übergänge zwischen Schule, Ausbildung und Beschäftigung sowie der Verlauf der ersten Erwerbsjahre bzw. der Nichterwerbstätigkeit. Zentrale Fragen sind:

  • Wie geradlinig oder kompliziert gestalten sich die Übergänge in Beschäftigung?
  • Welchen Einfluss haben Institutionen?
  • Was bedeutet der Grad der Ausbildung für die Übergänge in den Arbeitsmarkt?

Die Analyse soll durch Erhebungen ergänzt werden, die nicht nur die Relevanz offizieller Abschlüsse, sondern auch den Einfluss nicht zertifizierter Kompetenzen für Ausbildung und Beruf darstellen können.

http://www.wzb.eu/ag/etlm


+ "Für jeden einen Ausbildungsplatz"

Die Bundesregierung will noch in diesem Jahr ein Konzept "Jugend-Ausbildung und Arbeit" vorlegen. Im Rahmen der "Nationalen Qualifizierungsinitiative" wurden bereits folgende Leitlinien formuliert:

  • Für jeden einen Schulabschluss.
    Das Ziel ist die Halbierung der Quote der Schulabbrecher bis 2010.
  • Für jeden einen Einstieg in Ausbildung.
    Es sollen Ausbildungsbausteine als Brücke in die Berufsausbildung eingeführt werden.
  • Für jeden einen Ausbildungsplatz.
    Unter anderem sollen Ausbildungskostenzuschüsse für benachteiligte Altbewerber beschlossen werden.

Weiterhin soll der Übergang aus der beruflichen Bildung zur Hochschule erleichtert werden.

Nationale Qualifizierungsinitiative


+ Petition für ein "Recht auf Ausbildung"

Im Deutschen Bundestag wurde eine Petition eingereicht, in der gefordert wird, einen Rechtsanspruch auf eine berufliche Ausbildung im Grundgesetz zu verankern.
Die Petition ist eine Initiative der Landesschülervertretungen von Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Öffentliche Petition Grundgesetz: Berufliche Ausbildung

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NEUES AUS DEM GPC

+ LänderAKTIV-Fachgespräch über gelungene Förderansätze

Welche erfolgversprechenden Unterstützungssysteme bieten die 16 Bundesländern ihren Schüler und Schülerinnen zur Vorbereitung auf das Berufsleben? 
Mit dieser Frage zum Übergang Schule-Arbeitswelt beschäftigten sich die Experten der Länder beim 2. Fachgespräch "Aktivitäten der Länder im Übergang Schule-Arbeitswelt" am 19. Juni 2007 auf Einladung des Good Practice Centers berufliche Benachteiligtenförderung.

Als Gemeinsamkeiten im Sinne von Good Practice konnten u.a. die folgenden Punkte identifiziert werden:

  • Ein hohes persönliches Engagement der Verantwortlichen unterstützt den Erfolg eines Angebotes.
  • Ein enges Budget ist nicht mit einem schlechten Ergebnis gleichzusetzen.
  • Ministerienübergreifende Austauschgremien wie z.B. runde Tische fördern die Zusammenarbeit und sichern Erfolge.
  • Erfolg heißt, wenn Modellprojekte in eine Dauerförderung übergehen und zu einem Standardangeboten werden.
  • Alternative Finanzierungswege machen unabhängiger.

Die Dokumentation  des Fachgesprächs ist auf der Startseite von LänderAKTIV abrufbar.

http://www.laenderaktiv.de


+ Aktuelle Datenbank-Zahlen

> Anbieterdatenbank (2247)

NEU: Verein für Völkerverständigung durch Begegnung e.V.
Jugendhilfeträger, Leipzig
http://www.good-practice.de/anbieter

> Materialiendatenbank (317)

Neu: Berufliche Förderung von Mädchen (Lernmaterialien) Equal M, Entwicklungspartnerschaft Köln
http://www.good-practice.de/materialien/index.php

> Qualifizierungsbausteine nach BBiG (491)

NEU: Kommunikation und Patientenbetreuung (Medizinische Fachangestellte), IHK zu Kiel AWO-Service GmbH, Kiel
http://www.good-practice.de/bbigbausteine


Stellen auch Sie Ihre Materialien und Qualifizierungsbausteine zur Verfügung!
Nehmen Sie Kontakt auf mit Frau Britta Reitz: reitz@bibb.de

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NEUES AUS DEM BIBB

+ 5. BIBB-Fachkongress

Unter dem Motto "Zukunft berufliche Bildung: Potenziale mobilisieren - Veränderungen gestalten" fand vom 12. bis 14. September in Düsseldorf der 5. Fachkongress des Bundesinstituts für Berufsbildung statt.

Zum Thema "Berufsbildung als lernendes System" sprach der stellvertretende BIBB-Präsident Prof. Dr. Reinhold Weiß über die Zukunft der beruflichen Bildung.
 
Die Erschließung von beruflichen Potenzialen sei auch zukünftig wichtig, um den potenziellen Mangel an Fachkräften auszugleichen. Rein quantitativ stehe auch in den nächsten Jahren ein großes Potenzial an Lehrstellenbewerbern und Absolventen zur Verfügung, da immer noch 15% eines Jahrgangs ohne abgeschlossene Berufsausbildung blieben und die Zahl der "Altbewerber" weiterhin hoch sei.

Wenn Betriebe sich wieder mit einer sinkenden Zahl von Bewerbungen vertraut machen müssen, sei ein aktives Marketing von Betrieben und Verbänden nötig, um das Bewerberpotenzial zu erschließen. Die Qualität der Berufsausbildung sieht Weiß dabei als einen wichtigen Faktor im Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs.

Zur Erschließung von Potenzialen bedürfe es allerdings besonderer Fördermaßnahmen in Schule und Betrieb, die auch die Unterstützung durch externe Bildungs-Dienstleister umfasse.

Die Rede von Prof. Dr. Reinhold Weiß im Wortlaut:
http://www.bibb.de/de/30513.htm

Auch Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, betont in seiner Rede die Wichtigkeit, vorhandene Potenziale zu nutzen. Bei einer sinkenden Zahl von Schülern, so Storm, könne es sich Deutschland nicht leisten, Begabungsreserven brachliegen und vorhandene Potenziale ungenutzt zu lassen.

Speziell bei den Altbewerbern müsse vermieden werden, dass diese in immer neuen Übergangsmaßnahmen ohne Anschluss an die Berufsbildung landen. Es sei verantwortungslos, auf eine Lösung des Problems durch den demographischen Wandel zu warten. Stattdessen sollte der momentane konjunkturelle Rückenwind für die Integration der Altbewerber in den Ausbildungsmarkt genutzt werden.

Die Rede von Andreas Storm im Wortlaut:
http://www.bibb.de/de/30503.htm


+ Ehrenamt lohnt sich

Jugendliche, die sich bereits während ihrer Schulzeit ehrenamtlich betätigen, finden schneller einen Ausbildungsplatz.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des BIBB unter ca. 2600 Haupt- und Realschulabsolventen, die sich auf der Suche nach einer Lehrstelle befanden.

Das ehrenamtliche Engagement der Jugendlichen erbringt wichtige Schlüsselfunktionen:

  • "Qualifizierungsfunktion": die Jugendlichen lernen wichtige soziale und organisatorische Fertigkeiten.
  • "Signalfunktion": die Jugendlichen können in ihren Bewerbungsunterlagen auf das ehrenamtliche Engagement verweisen und setzen damit positive
    Zeichen.
  • "Vernetzungsfunktion": die Jugendlichen lernen wichtige Leute vor Ort kennen und verschaffen sich damit mehr Möglichkeiten für einen informellen
    Zugang zu möglichen Lehrstellen in der Region.

Die Ergebnisse sind in der zweiten Ausgabe 2007 von BIBB REPORT dokumentiert:
http://www.bibb.de/de/30483.htm

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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

10. Oktober 2007 - 12. Oktober 2007, Dresden
10 Jahre DeGEval- Zukunft der Evaluation

12. Oktober 2007 - 13. Oktober 2007-10-01, Bad Boll
Schulverweigerung - Herausforderung für Jugendhilfe und Schule

25. Oktober 2007 - 26. Oktober 2007, Bielefeld
Fachtagung "Perspektive Lebenslanges Lernen" - Kompetenzen stärken, Übergänge gestalten

Weitere Veranstaltungen:
http://www.good-practice.de/tkal

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Benachteiligten in der beruflichen Bildung sind.

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Vielen Dank für Ihre Rückmeldung an: gpc@bibb.de

Dr. Friedel Schier
Tel: 0228/107 1328
Fax: 0228/107 2886

Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn