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GPC - NEWSLETTER 72 # GPC - NEWSLETTER 72 # GPC - NEWS
Ausgabe 72, 29.11.2007
Aktuelle Leserzahl: 4.937
Der GPC Newsletter wird herausgegeben vomGood Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
Bundesinstitut für Berufsbildung
Ihr Feedback richten Sie bitte an: gpc@bibb.de
http://www.good-practice.bibb.de
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THEMA DES MONATS
+ Forderungen an die Bildungspolitik
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Die Benachteiligtenförderung geht in die Betriebe
+ EU-Bildungsminister beschließen europäischen Qualifikationsrahmen
+ Jugendarbeitslosigkeit und Statistik
+ Mit Geld zum Ausbildungsplatz
NEUES AUS DEM GPC
+ Glossar Benachteiligtenförderung als Loseblattsammlung
+ Aktuelle Datenbank-Zahlen
NEUES AUS DEM BIBB
+ Was bringen die Ausbildungsplatzprogramme Ost?
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS
+ Forderungen an die Bildungspolitik
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und die Heinrich-Böll-Stiftung haben ein gemeinsames Thesenpapier mit gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Forderungen an die Bildungspolitik vorgelegt. Demnach ist das deutsche Bildungssystem nicht ausreichend auf die Herausforderungen vorbereitet, die sich aus dem Strukturwandel zwischen Industrie und Dienstleistungssektor, der Globalisierung der Wirtschaft und einer weiteren Individualisierung der Arbeit ergeben.
Gesellschaftliche Teilhabe als übergreifende Aufgabe der Bildungspolitik erfordere eine hohe Durchlässigkeit, um qualifikatorische Sackgassen zu vermeiden. Die Bedingungen des Bildungsföderalismus mit der Verteilung von Zuständigkeiten zwischen Kommmunen, Ländern und dem Bund ermögliche den jeweiligen Instanzen jedoch, sich der Verantwortung für den Bildungsprozess zu Lasten anderer Akteure zu entziehen. Das deutsche Schulsystem müsse hin zu mehr Qualität und Wettbewerb entwickelt werden.
Als Reformempfehlungen für die Verbesserung der Leistungsfähigkeit und zur Steigerung der Chancengerechtigkeit werden folgende Punkte genannt:
Für die berufliche Bildung fordern IW und Heinrich-Böll-Stiftung strukturelle Reformen mit den folgenden Ansatzpunkten:
Weiterbildungsbildungsmaßnahmen sollen vorrangig nachfrageorientiert finanziert werden. Notwendig sei eine verstärkte Förderung der Teilnehmer zu Lasten von Anbietern und Angebotsstrukturen. Bildungssparen, Bildungskredite und Bildungsgutscheine werden hier als geeignete Instrumente genannt.
Thesenpapier "Bildungsreform zwischen Partizipation und Effizienz - gesellschaftliche und wirtschaftliche Anforderungen an die Bildungspolitik" unter:
http://www.boell.de
Suchbegriff: Bildungsreform
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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Die Benachteiligtenförderung geht in die Betriebe
Das Arbeitsförderungsgesetz (SGB III) bietet im novellierten § 240 neue Möglichkeiten der Unterstützung von förderungsbedürftigen jungen Menschen und von berufsbildenden Betrieben: "sozialpädagogische Begleitung" (SpB) sowie "administrative und organisatorische Hilfen".
Mit der letztgenannten Leistung vollzieht der Gesetzgeber die lange geforderte "Redualisierung" der Benachteiligtenförderung, d.h. die Wiederansiedelung der Unterstützung in den betrieblichen Kontext. Dort sollen dann sowohl die Jugendlichen als auch die Betriebe unterstützt werden.
Ganz neu ist das "Ausbildungsmanagement" als gesetzliche Leistung, das in folgenden Modulen ausgebaut werden kann:
In den der Ausbildung vorgelagerten Feldern "Berufsausbildungsvorbereitung" und "Einstiegsqualifizierung", ist ebenfalls eine Wendung hin zur betrieblichen Praxis erfolgt: durch die personenbezogene Unterstützung der Auszubildenden mittels SpB. Diese soll den erfolgreichen Qualifizierungsverlauf der Jugendlichen bis hin zur Ausbildung gewährleisten und auch die Betriebe sollen unterstützt werden.
Damit wird der 1980 mit dem ersten Modellprogramm der Benachteiligtenförderung eingeschlagene Weg der außerbetrieblichen Qualifizierung von benachteiligten und beeinträchtigten jungen Menschen nun umgekehrt.
Viele junge Menschen haben dort seitdem eine qualifizierte berufliche Ausbildung durchlaufen - dass die Betriebe oder die Kammern die neuen Instrumente genauso lebhaft aufgreifen werden, ist zu hoffen.
Geschäftsanweisungen Ausbildungsmanagement der BA (PDF, 63 KB)
Geschäftsanweisungen Sozialpädagogische Begleitung (PDF, 50 KB)
+ EU-Bildungsminister beschließen europäischen Qualifikationsrahmen
Junge Menschen sollen es künftig leichter haben, in einem anderen Land der EU zu arbeiten. Um Fertigkeiten und Kompetenzen international besser vergleichbar zu machen, haben die EU-Bildungsminister nach Jahren der Diskussion den Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR) beschlossen.
Der EQR umfasst alle Bildungs- und Qualifikationsbereiche und orientiert sich unabhängig vom formalen Bildungsabschluss ausschließlich an den Lernergebnissen, die beispielsweise durch eine berufliche Ausbildung oder eine Weiterbildung erzielt wurden.
Der EQR beinhaltet acht Referenzniveaus, deren Spektrum von Grundkenntnissen bis zu Spitzenqualifikationen reicht. Die nationalen Qualifikationssysteme der Mitgliedsstaaten sollen bis 2010 an den EQR gekoppelt werden.
Informationen zum EQR unter:
http://ec.europa.eu/education/policies/educ/eqf/index_en.html
http://ec.europa.eu/education/policies/educ/eqf/back_en.html
http://communities.trainingvillage.gr/credittransfer-eqf (registrierungspflichtig)
+ Jugendarbeitslosigkeit und Statistik
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) macht darauf aufmerksam, dass es sich bei manch scheinbar positiver Entwicklung bei den Arbeitslosenzahlen nur um das Resultat statistischer Änderungen handeln könnte.
Dies betrifft vor allem die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten. Hier bestätigt sich bei genauerer Betrachtung, dass Geringqualifizierte weiterhin ein vielfach höheres Risiko tragen, arbeitslos zu werden. Im Jahr 2005 lag deren Arbeitslosenquote mit 26 Prozent fast dreimal so hoch wie bei Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung (9,7%) und über sechs mal höher als bei Akademikern (4,1%).
Ein höheres Lebensalter hingegen stellt nicht per se ein höheres Risiko dar, wie die niedrige Arbeitslosenquote bei älteren Akademikern zeigt. Probleme haben eher die Jüngeren, obwohl Deutschland als Land mit geringer Jugendarbeitslosigkeit gilt. Dies liegt aber insbesondere an den Auszubildenden, die den Status von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.
Die Autoren des IAB-Kurzberichts sind der Ansicht, dass es sich bei der betrieblichen Lehre nur um eine Ausbildungsalternative unter vielen anderen handelt. Sie solle deshalb dem Bildungssektor zugeordnet werden und nicht in die Berechnung der Arbeitslosenquote einfließen.
Dann wäre auch Deutschland mit einer Arbeitslosenquote von 19,5 Prozent bei den unter 25-jährigen im Mittelfeld der europäischen Nachbarn.
IAB-Kurzbericht Nr. 18/2007:
http://doku.iab.de/kurzber/2007/kb1807.pdf (PDF, 1 MB)
+ Mit Geld zum Ausbildungsplatz
Der Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung ist für Jugendliche mit vielen Hindernissen versehen. Die steigenden Anforderungen der Ausbildungsbetriebe und deren sinkende Bereitschaft, alle Inhalte selbst zu vermitteln, führen dazu, dass teilweise eine Zusatzausbildung vor Antritt der eigentlichen Ausbildung verlangt wird.
Das Beispiel eines Friseurbetriebs zeigt, dass eine solche "Vor-Ausbildung" auch zur finanziellen Belastung der Auszubildenden führt: alle Lehrlinge müssen vor Ausbildungsbeginn ein halbes Jahr lang eine Privatschule für Friseurwissen besuchen. Die Kosten von 6.500 Euro zahlt der Betrieb zu 60 Prozent im Laufe der Ausbildung zurück. Dieses Vorgehen wird damit begründet, dass der hohe Druck des Marktes eine hohe fachliche Qualifikation verlange, die der Betrieb und die Berufsschule nicht mehr bieten könnten.
Nach Auskunft des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks ist es aber nicht die Regel, Jugendliche vor der Ausbildung wieder zur Schule zu schicken. Es sei weiterhin davon auszugehen, dass der Betrieb alle Ausbildungsinhalte selbst vermitteln soll.
Artikel "Hohe Hürden für gute Qualität" der Deutschen Handwerks Zeitung
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NEUES AUS DEM GPC
+ Glossar Benachteiligtenförderung als Loseblattsammlung
Für das GPC-Glossar stehen nun Druckfassungen im PDF-Format bereit. Die Dateien sind für eine gute Druckqualität eingerichtet. Dennoch ist der Download bei einer Dateigröße von 64-69 KB pro Seite auch mit langsameren Internetverbindungen problemlos. Darüber hinaus finden Sie auch alle Begriffe in einem Dokument.
So haben Sie die Möglichkeit, sich das Glossar für die tägliche Arbeit auszudrucken und z.B. in einem Ordner einzuheften. Alle Aktualisierungen teilen wir auf der Seite "Aktuelles" und in unserem RSS-Feed mit, so dass Sie ständig auf dem Laufenden bleiben und Ihr persönliches Exemplar ergänzen können.
Das GPC-Glossar:
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+ Aktuelle Datenbank-Zahlen
> Anbieterdatenbank (2252)
NEU: Berufsbildungswerk Sachsen gGmbH, Dresden
http://www.good-practice.de/anbieter
> Materialiendatenbank (323)
NEU: Behinderte Menschen am Arbeitsplatz (Leitfaden), DIHK
http://www.good-practice.de/materialien/index.php
> Qualifizierungsbausteine nach BBiG (495)
NEU: Generative Vermehrung: Saatgutproduktion, autonome jugendwerkstätten Hamburg, Landwirtschaftskammer Hamburg
http://www.good-practice.de/bbigbausteine
Stellen auch Sie Ihre Materialien und Qualifizierungsbausteine zur Verfügung!
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NEUES AUS DEM BIBB
+ Was bringen die Ausbildungsplatzprogramme Ost?
Jahr für Jahr finanzieren Bund und Länder mit erheblichen Finanzmitteln das Sonderprogramm "Ausbildungsplatzprogramm Ost" und fördern damit in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin dringend benötigte zusätzliche Ausbildungsplätze. So wird derzeit jeder zehnte Auszubildende in den neuen Ländern über das Ausbildungsplatzprogramm Ost ausgebildet.
Bund und Länder rechnen damit, dass die angespannte Lage am ostdeutschen Ausbildungsmarkt eine jährliche Neuauflage dieser Sonderprogramme bis zum Jahr 2010 erfordert.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat die Ausbildungsplatzprogramme Ost der Jahre 2002 bis 2004 für das Bundesministerium für Bildung und Forschung evaluiert: deutlich wird, dass die Überleitung der Programmteilnehmer in betriebliche Ausbildungsverhältnisse offensiver verfolgt werden sollte. Ein Teil der Praktikumsbetriebe zeigte sich bereit, Programmteilnehmer nach einer bestimmten Ausbildungszeit in ein reguläres Ausbildungsverhältnis zu übernehmen. Durch Gewährleistung einer finanziellen Planungssicherheit sollten Programmträger ermutigt werden, Praktikumsbetriebe gezielt auf die Möglichkeit einer Überleitung anzusprechen.
Das Programm fördert die fachpraktische Ausbildung meist in einem Verbund von außerbetrieblichen Ausbildungsstätten und Praktikumsbetrieben. Zwischen diesen Lernorten findet jedoch kaum ein Austausch, geschweige denn eine Abstimmung der Ausbildungsinhalte statt.
Bei der Gratwanderung zwischen der Beaufsichtigung der betrieblichen Ausbildungsqualität und der Notwendigkeit, Praktikumsbetriebe nicht zu verlieren, benötigen die Programmträger Instrumente zur Förderung und Sicherung der betrieblichen Ausbildungsqualität, die von den Betrieben als Dienstleistungsangebot verstanden werden. Eine Optimierung dieser Programmbereiche könnte die Ausbildungsqualität, und damit auch die Übernahmechancen der Programmteilnehmerinnen und Teilnehmer verbessern.
Zurückgefahren werden sollte der vergleichsweise hohe Anteil von Ausbildungsberufen mit zweijähriger Regeldauer. Dies gilt insbesondere für Berufe mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosenquote und entsprechend geringen Beschäftigungsaussichten wie z.B. in der Berufsgruppe der Gästebetreuer.
Die Evaluationsergebnisse und Empfehlungen finden Sie in:
Klaus Berger, Uta Braun, Vera Drinkhut, Klaus Schöngen: Wirksamkeit staatlich finanzierter Ausbildung. Ausbildungsplatzprogramm Ost - Evaluation, Ergebnisse und Empfehlungen. Bonn/Bielefeld 2007.
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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
06. Dezember 2007, Leipzig
Zwischen Integration und Ausgrenzung - Inklusionsstrategien für Aussiedlerjugendliche im Übergang Schule-Beruf
10./11. Dezember 2007, Hohenroda
Jahrestagung 2007: Jugendliche stärken - Übergänge gestalten. Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb
Weitere Veranstaltungen:
http://www.good-practice.de/tkal
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Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
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