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GPC - NEWSLETTER 74 # GPC - NEWSLETTER 74 # GPC - NEWS
Ausgabe 74, 30.01.2008
Aktuelle Leserzahl: 4996
Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de
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THEMA DES MONATS
+ Die (Arbeits-)Welt im Jahre 2025
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung gestartet
+ Programm "Perspektive Berufsabschluss" ausgeschrieben
+ Weniger Schüler, mehr Absolventen
NEUES AUS DEM GPC
+ Ausländer oder Person mit Migrationshintergrund?
+ Aktuelle Datenbank-Zahlen
NEUES AUS DEM BIBB
+ BIBB-Studie: Mehr als die Hälfte aller Bewerber sind Altbewerber
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS
+ Die (Arbeits-)Welt im Jahre 2025
Erstmals seit vielen Jahren ist wieder eine Langfristprojektion des Statistischen Bundesamtes zur Vorausschau auf den deutschen Arbeitsmarkt vorgelegt worden. Die Modellrechnungen prognostizieren einen Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen um 1,7 Millionen bis zum Jahr 2020. Demographisch bedingt soll diese Zahl danach wieder um 0,5 Millionen bis zum Jahr 2025 abnehmen.
Dieser Entwicklung liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Bevölkerung in Deutschland bis 2025 um 3,6 Millionen verringern wird. Die Zahl der Erwerbsfähigen sinkt bis zum Jahr 2015 nur leicht um 200.000, danach wird der Rückgang mit insgesamt 2,4 Millionen im Jahr 2025 stärker. Da dem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial ein steigender Arbeitskräftebedarf gegenübersteht, könnte die Unterbeschäftigung bis 2025 auf fast die Hälfte des heutigen Niveaus zurückgehen.
Weitere Ergebnisse der Prognose:
- Die bereits begonnenen sektoralen Entwicklungen setzen sich fort: Beschäftigungsabbau im verarbeitenden Gewerbe, Beschäftigungszunahme bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, hier insbesondere durch die Alterung der Gesellschaft.
- Beschäftigungsgewinne deuten sich ausschließlich für Westdeutschland an.
- Der bisherige Beschäftigungsabbau im Osten wird sich in der nächsten Dekade nicht fortsetzen.
Diese Ergebnisse können aber nur dann eintreten, wenn sich die zugrundeliegenden Annahmen als zutreffend erweisen. Beispielsweise wird ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen nur dann eintreten, wenn der steigende Bedarf an Arbeitskräften nicht nur quantitativ, sondern auch qualifikatorisch gedeckt werden kann. Dies erfordert erhebliche zusätzliche Anstrengungen in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung. Ansonsten können Massenarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel drohen.
IAB-Kurzbericht Nr. 26 "Die Grenzen der Expansion"
http://doku.iab.de/kurzber/2007/kb2607.pdf (PDF, 689 KB)
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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung gestartet
Das Ziel einer von Bund und Ländern beschlossenen Qualifizierungsinitiative ist die Verbesserung des deutschen Aus- und Weiterbildungssystems in Qualität und Wirkungsbreite. Möglichst alle jungen Menschen in Deutschland sollen eine Chance auf eine gute Ausbildung bekommen.
Das Konzept "Jugend - Ausbildung und Arbeit" als gemeinsames Programm von BMAS und BMBF beinhaltet konkrete Maßnahmen der Qualifizierungsinitiative:
- Die Auszahlung eines "Ausbildungsbonus" an Betriebe, die förderbedürftige Altbewerber einstellen.
- Die Nutzung außer- und überbetrieblicher Ausbildungskapazitäten für Altbewerber.
- Den verstärkten Einsatz ausbildungsbegleitender Hilfen sowie eines externen Ausbildungsmanagements.
- Den Einsatz von Berufseinstiegsbegleitern für leistungsschwächere Schüler in den letzten Schuljahren.
- Die Erprobung von Ausbildungsbausteinen in Pilotregionen als Übergangshilfe in die duale Berufsausbildung.
Jeder eingeschlagene Bildungsweg soll auch zu einem Abschluss führen. Über die individuelle Berufsperspektive hinaus, soll so auch die Grundlage zur gesellschaftlichen Teilhabe geschaffen werden.
"Aufstieg durch Bildung" - die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung:
www.bmbf.de/de/12042.php
+ Programm "Perspektive Berufsabschluss" ausgeschrieben
Im Rahmen der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung hat das BMBF das Programm "Perspektive Berufsabschluss" ausgeschrieben. Das Ziel ist die Weiterentwicklung vorhandener regionaler Ansätze, um den Übergang von der Schule in die Ausbildung zu erleichtern. Gleichzeitig soll die Zahl von Berufsabschlüssen erhöht werden, indem die vorhandenen Förderinstrumente stärker als bisher zur abschlussbezogenen Nachqualifizierung genutzt werden. Das Programm wird von 2008 bis 2012 mit insgesamt 35 Millionen Euro gefördert.
Das Programm umfasst zwei Förderinitiativen:
Das "Regionale Übergangsmanagement" hat folgende Ziele:
- Die Kooperation der Akteure zur Steigerung der Effektivität der Förderung.
- Die Erreichung von Transparenz in der regionalen Beratungs- und Angebotsstruktur.
- Die Stärkung regionaler Gestaltungsmöglichkeiten für die Integration von Jugendlichen mit Förderbedarf.
Antragsberechtigt sind Kommunen und kommunale Einrichtungen. Als Voraussetzung wird betrachtet, dass eine Region bereits über tragfähige Strukturen verfügt.
Die Förderinitiative "Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung" verfolgt diese Ziele:
- Die Verringerung der Anzahl junger Erwachsener ohne Berufabschluss durch abschlussorientierte Nachqualifizierungen.
- Die Etablierung der Nachqualifizierung als Bestandteil betrieblicher Personalentwicklung.
- Die Entwicklung und den Einsatz modular konzipierter betriebsinterner bzw. betriebsnaher Nachqualifizierungen.
- Die nachhaltige Verankerung des Themas in der Region.
Antragsberechtigt sind Juristische Personen des öffentlichen Rechts und Bildungsträger, die nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung zertifiziert sind.
In einer ersten Verfahrenstufe sind dem Projektträger bis zum 18. Februar 2008 zunächst Projektskizzen vorzulegen.
Richtlinien zur Förderung des Programms "Perspektive Berufsabschluss":
www.bmbf.de/foerderungen/12039.php
+ Weniger Schüler, mehr Absolventen
Die KMK hat mit der Dokumentation "Schüler, Klassen, Lehrer und Absolventen der Schulen 1997 bis 2006" Kennzahlen für die Bereiche Schule und Berufsschule vorgelegt. Die Daten bilden unter anderem Schüler- und Absolventenzahlen der letzten zehn Jahre ab.
2,1 Millionen Abgänger und Absolventen haben im Jahr 2006 die Schulen verlassen. Bei den allgemeinbildenden Schulen stieg deren Zahl um 0,4 Prozent auf 967.000.
Die Zahl der Schüler ist auch im Schuljahr 2006/2007 weiter gesunken. Insgesamt haben 12,1 Millionen Schüler die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen besucht, wobei an allgemeinbildenden Schulen 1,6 Prozent weniger und an beruflichen Schulen 0,4 Prozent mehr Schüler als im Vorjahr unterrichtet wurden.
Im Jahr 2006 betrug die Zahl der Schulabbrecher 76.200. Das sind 2,8 Prozent weniger als im Jahr 2005.
KMK, Schüler, Klassen, Lehrer und Absolventen der Schulen 1997 bis 2006 (PDF, 903 KB)
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NEUES AUS DEM GPC
+ Ausländer oder Person mit Migrationshintergrund?
Die im 7. Lagebericht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung erstmals vorgenommene Unterscheidung von "Ausländern" und "Personen mit Migrationshintergrund" ermöglicht eine differenziertere Betrachtung der Situation der verschiedenen Migrantengruppen.
Die in der GPC-Zusammenfassung beschriebenen Probleme sind jedoch altbekannt: Kinder aus Zuwanderfamilien sind in Schule, Ausbildung und Beruf benachteiligt. 17 Prozent der ausländischen Jugendlichen brechen die Schule ohne Abschluss ab. 40 Prozent aller Jugendlichen mit ausländischem Pass absolvieren im Anschluss an die Schule keinerlei berufliche Ausbildung.
Die Migrationsbeauftragte fordert Maßnahmen, die den Teufelskreis aus mangelnden Sprachkenntnissen, geringer Bildung und schlechten Berufsaussichten durchbrechen können.
Zusammenfassung in unserem GPC-Bericht:
www.good-practice.de/zielgruppen_beitrag3533.php
7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland (294 Seiten):
www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/7-auslaenderbericht.html
+ Aktuelle Datenbank-Zahlen
> Anbieterdatenbank (2255)
NEU: Awo-Service-GmbH, Neumünster
www.good-practice.de/anbieter
> Materialiendatenbank (331)
NEU: Berufsbildungsbericht 2007, Kreis Lippe (Broschüre)
www.good-practice.de/materialien/index.php
> Qualifizierungsbausteine nach BBiG (498)
NEU: Warenbeschaffung und Lagerung, inab - Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft des bfw mbH, IHK Kiel
www.good-practice.de/bbigbausteine
Stellen auch Sie Ihre Materialien und Qualifizierungsbausteine zur Verfügung!
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NEUES AUS DEM BIBB
+ Mehr als die Hälfte aller Bewerber sind Altbewerber
Im Jahr 2007 konnten 625.900 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag unterschreiben. Das sind 52.200 bzw. 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des BiBB bei den zuständigen Stellen. Diese sogenannte "Vertragszählung" bildet den Abschluss der Ausbildungsmarktbilanz 2007.
Im Abgleich mit den Daten der Bundesagentur der Arbeit fällt auf, dass dort bis Ende September 2007 93.380 außerbetriebliche Ausbildungsstellen registriert waren. Im Jahr zuvor waren es nur 44.786. Diese große Differenz hat die Frage aufgeworfen, ob der Zuwachs an Ausbildungsstellen etwa nur durch außerbetriebliche Angebote erreicht wurde. Ein Vergleich ist aber insofern nicht zulässig, dass es sich bei den Daten der BA um gemeldete Stellen handelt und nicht um tatsächliche Einmündungszahlen in Ausbildung. Diese fallen in der Regel niedriger aus. Darüber hinaus handelt es sich bei den gemeldeten außerbetrieblichen Stellen zu einem großen Teil um rein schulische Ausbildungen.
Auch strukturelle und regionale Unterschiede fallen auf: vor allem in ländlichen und mittelstädtischen Regionen sind mehr betriebliche Verträge geschlossen worden.
In Großstädten sind die Steigerungen bei den neuen Ausbildungsverträgen verstärkt auf außerbetriebliche Angebote zurückzuführen. Die Zunahme außerbetrieblicher Ausbildungen in Ballungsräumen und Großstädten spiegelt die gezielte Förderpolitik der BA und der Länder wider. Hier sind besonders häufig die förderungsbedürftigen "Risikogruppen" auf dem Ausbildungsmarkt zu finden: Menschen mit Migrationshintergrund und die sogenannten "Altbewerber".
Altbewerber sind Personen, die die Schule bereits im Vorjahr oder noch früher verlassen haben. Mit bundesweit rund 385.000 Menschen stellen sie inzwischen mehr als die Hälfte aller registrierten Bewerberinnen und Bewerber.
Zur BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge:
www.bibb.de/de/31319.htm
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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
20.-21. Februar 2008, Hoyerswerda
Arbeitstagung: Kommunale Koordinierung und Lokale Verantwortung im Übergang Schule - Arbeitswelt: die Neuen Bundesländer. Berufsstart lokal fördern.
www.raa-hoyerswerda.com/1024x768/Index-Start1024.htm
29. Februar-01. März 2008, Hamburg
Europäische Konferenz: "Perspektiven einer beruflichen Bildung für alle im europäischen Bildungsraum"
www.innovet-eu.com/Europische_Konferenzen/63,0,0,0,0,1,1.html
Weitere Veranstaltungen:
www.good-practice.de/tkal
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Benachteiligten in der beruflichen Bildung sind.
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Dr. Friedel Schier
Tel: 0228/107 1328
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Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
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