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GPC - NEWSLETTER 76 # GPC - NEWSLETTER 76 # GPC
Ausgabe 76, 11.04.2008
Aktuelle Leserzahl: 5.079
Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de
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THEMA DES MONATS
+ Mit "Workfare" zum Arbeitsplatz?
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Neue Wege zur Berufsorientierung
+ Engagiert für Benachteiligte: Chat im Bundestag
NEUES AUS DEM GPC
+ "Fakten und Zahlen" erweitert
+ Aktuelle Datenbank-Zahlen
NEUES AUS DEM BIBB
+ Stellungnahmen zum Berufsbildungsbericht 2008
+ Wettbewerb "Europäisches Sprachensiegel 2008" gestartet
+ Wissenschaftliche Diskussionspapiere des BIBB
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS
+ Mit "Workfare" zum Arbeitsplatz?
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat das "Modell einer Existenz sichernden Beschäftigung" vorgestellt: Jedem erwerbsfähigen Empfänger von Arbeitslosengeld II soll ein Beschäftigungsangebot gemacht werden. Diese Angebote zur "Bürgerarbeit" sollen grundsätzlich angenommen werden müssen.
Das Beschäftigungsmodell basiert auf dem "Workfare"-Ansatz und basiert auf folgenden Grundlagen:
- Der Bezug von ALG II schließt die Gegenleistung in Form von Arbeit ein.
- Jeder/m Bezieher/in wird eine Beschäftigung angeboten.
- Das Existenzminimum bleibt erhalten; niedrigere Einkommen werden auf das Niveau von ALG II aufgestockt.
- Hinzuverdienstmöglichkeiten zum ALG II werden abgeschafft, um den Anreiz zur Aufnahme einer regulären Vollzeitstelle zu erhöhen.
Nicht mehr schulpflichtige, arbeitsfähige Empfänger von ALG II unterliegen dann einer Arbeits- oder Ausbildungspflicht von 39 Wochenstunden. Vor allem Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose sollen so in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Das Prinzip "Fördern und Fordern" des BMWi-Modell bedeutet eine breite Subventionierung von Beschäftigungsmöglichkeiten - im Vergleich zur vorrangigen Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen. Das bedeutet ca. 485.000 zusätzliche Beschäftigungsangebote.
Andere Länder haben bereits Erfahrungen mit dem "Workfare"-Prinzip:
- Die britischen "New Deals for Young People" (NDYP) bieten jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren eine intensive Beratung mit anschließender verpflichtender Vollzeitbeschäftigung.
- Nach dem niederländischen "Work first"-Konzept der Kommunen hat Arbeit Vorrang vor Sozialleistungen. Die Sozialversicherungen setzen Arbeitsleistungen voraus, bevor staatliche Fürsorge gewährt wird.
Das niederländische Beispiel zeigt, dass ein Arbeitsvertrag bei den Beschäftigten ein anderes Bewusstsein von Rechten und Pflichten schaffen kann: Die Anerkennung von Pflichten gegen ein vertragliches Arbeitsentgelt fällt vielen leichter als beim Bezug von Sozialleistungen, der als Rechtsanspruch angesehen wird.
Vorstellung des BMWi-Konzepts in: Schlaglichter der Wirtschaftspolitik.
Ausgabe April 2008 (PDF, 3,7 MB)
IZA-Studie zum "Workfare-Ansatz" (PDF, 223 KB)
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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Neue Wege zur Berufsorientierung
Das Bildungsministerium stellt bis zum Jahr 2010 jährlich 15 Millionen Euro für Maßnahmen der Berufsorientierung zur Verfügung. Damit sollen Schülern/innen aus der Hauptschule beim Übergang in die duale Berufsausbildung unterstützt werden. Antragsberechtigt sind Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) und Einrichtungen, die über Erfahrung in der beruflichen Erstausbildung verfügen.
Die frühzeitige, in der Regel in der Klasse 8 einsetzende, individuelle Berufsorientierung soll vorrangig erreichen,
- dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen geeignete Bewerber über einen längeren Zeitraum hinweg kennenlernen können.
- dass Schüler/innen eine Auswahl an Betriebspraktika bekommen, die an ihren individuellen Fähigkeiten und Neigungen ansetzt.
Mit der BMBF-Förderung der Berufsorientierung soll modellhaft die Entwicklung geeigneter Maßnahmen sowie der Aufbau von Strukturen ermöglicht werden, die dauerhaft und langfristig von Bundesmitteln unabhängig sind.
Die angebotenen Maßnamen müssen unter anderem vorsehen:
- Eine praktische Einweisung in und Information über mindestens drei Berufe über einen Zeitraum von mindestens 80 Stunden.
- Eine berufsübergreifende Kompetenzfeststellung ("Profiling") für jede/n teilnehmende/n Schüler/in.
- Die Dokumentation des "Profilings" in einem Zertifikat.
Das BIBB führt das neue Programm im Auftrag des BMBF durch.
Weitere Informationen zum neuen Förderprogramm:
www.bibb.de/de/32010.htm
+ Engagiert für Benachteiligte: Chat im Bundestag
Die Bundestagsabgeordneten Katja Mast(SPD) und Jörg Rohde(FDP) haben in einem offenen Chat mit BürgerInnen diskutiert, wie die Ausbildungschancen von förderungsbedürftigen jungen Menschen verbessert werden können.
Es gab Übereinstimmungen ("Bei dem Ziel, Bedürftigen Jugendlichen zu helfen einen Ausbildungsplatz zu finden, stimmen wir überein. Aber wie so oft, ringen wir um den WEG..."), aber auch Differenzen:
Mast: "Zusätzlich finde ich, dass die Unternehmen die Pflicht haben, jeden Jugendlichen auszubilden."
Rohde: "Wir können doch Unternehmen nicht VERPFLICHTEN, Jugendliche auszubilden."
Ein Gast schlug eine "durchgängige sozialpädagogische Betreuung" vor.
Rohde: "Dies ist nur in Einzelfällen sinnvoll. Generell setzen wir auf die Eigenverantwortung der Menschen, also auch der Jugendlichen."
Mast: "Die sozialpädagogische Begleitung ist ein Erfolgsgeheimnis bei uns daheim [im Wahlkreis Pforzheim, Anm. d. Red.] für den Bonus."
Der Chat zum Nachlesen (PDF, 86 KB)
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NEUES AUS DEM GPC
+ "Fakten und Zahlen" erweitert
Den Bereich "Fakten und Zahlen" mit statistischen Daten zur Berufsbildung haben wir um eine spezifisch auf die Benachteiligtenförderung bezogene Seite ergänzt: "Allgemeine Zahlen zur Benachteiligtenförderung". Hier finden Sie die wichtigsten aktuellen Zahlen zu den Bereichen
- Erwerbstätigkeit
- Freiwilligendienste
- Kurzqualifizierung
- Berufsausbildung
- Berufsvorbereitung
- Berufsorientierung
Auf der Seite "Quellen zur Statistik der Berufsbildung" finden Sie nun außerdem den neuen Berufsbildungsbericht 2008.
www.good-practice.de/fakten.php
+ Aktuelle Datenbank-Zahlen
> Anbieterdatenbank (2257)
NEU: BiBeKu - Gesellschaft für Bildung Beruf Kultur mbH, Kellinghusen
www.good-practice.de/anbieter
> Materialiendatenbank (331)
NEU: Prüfbogen zur Berufsausbildung im Dualen System
www.good-practice.de/materialien/index.php
Stellen auch Sie Ihre Materialien und Qualifizierungsbausteine den Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung!
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NEUES AUS DEM BIBB
+ Stellungnahmen zum Berufsbildungsbericht 2008
Der Hauptausschuss des BIBB hat über den vom Bundesbildungsministerium vorgelegten Entwurf des Berufsbildungsberichts 2008 beraten. Der Bericht enthält Erläuterungen und Statistiken zur beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland.
Der Hauptausschuss hebt in seiner gemeinsamen Stellungnahme hervor,
- dass geringere Abbrecherquoten und hohe Übernahme- und Einmündungsquoten für das duale System als erfolgreiches und effizientes Berufsbildungssystem sprechen.
- dass es weiterer Anstrengungen bedarf, um die Zahl der Altbewerber nachhaltig abzubauen.
- dass der hohe Anteil von jungen Männern an den Schulabgängern ohne Abschluss und deren Anteil an den Maßnahmen des Unterstützungssystems Sorge bereitet.
Die Arbeitgeber fordern in ihrem Votum vor allem eine Verbesserung der Einstiegsvoraussetzungen Jugendlicher, eine stärkere Verknüpfung mit anderen Bildungsbereichen (Stichwort "Durchlässigkeit") und den Ausbau der Stärken des dualen Systems wie Praxis- und Bedarfsorientierung.
Die Gruppe der Arbeitnehmer weist darauf hin, dass die berufliche Bildung im Jahr 2007 in zentralen Punkten nicht weitergekommen sei. So blieben trotz des konjunkturellen Aufschwungs fast 100.000 Bewerber ohne ein konkretes Ausbildungsangebot. Jungen Menschen stünde immer noch kein auswahlfähiges Ausbildungsplatzangebot zur Verfügung.
Für die Länderbeauftragten sind die Anstrengungen zur Halbierung der Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus seien Verbesserungen der Datenbasis der Arbeitsagenturen nötig: so wird zum Beispiel der Aufbau einer integrierten Ausbildungsstatistik gefordert.
Die Stellungnahmen des Hauptausschusses (PDF, 58 KB)
+ Wettbewerb "Europäisches Sprachensiegel 2008" gestartet
"Interkultureller Dialog beim Sprachenlernen", so lautet das diesjährige nationale Thema für den Wettbewerb um das "Europäische Sprachensiegel". Mit diesem Gütesiegel der Europäischen Kommission werden jedes Jahr besonders innovative und herausragende Projekte aus dem Bereich des Lehrens und Lernens von Sprachen ausgezeichnet.
Zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb sind Projekte und Initiativen aus allen Bildungsbereichen aufgerufen, die das Sprachenlernen mit der Achtung anderer Kulturen und dem Schaffen gegenseitigen Verständnisses verknüpfen. Dabei werden vor allem Beispiele gesucht, in denen der Dialog zwischen Individuen - vom Smalltalk bis zur Fachdiskussion - im Mittelpunkt steht.
Bis zu zehn Preisträger werden von einer Fachjury ausgewählt; auch in diesem Jahr werden wieder Preisgelder in Höhe von 6.500 Euro vergeben. Die Bewerbungsfrist endet am 9. Mai 2008.
Weitere Infos zum Wettbewerb:
www.na-bibb.de/eu-sprachensiegel_8.html
+ Wissenschaftliche Diskussionspapiere des BIBB
Das BIBB veröffentlicht Fachpublikationen und Arbeitsergebnisse auch im Internet. Hierzu gehört die Reihe der Wissenschaftlichen Diskussionspapiere.
Themen sind u.a.:
Das Konzept der Ausbildungsreife - ein ungeklärtes Konstrukt im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen | Wirkungsorientierte Programmevaluation
Zu den Wissenschaftlichen Diskussionspapieren:
www.bibb.de/de/5720.htm
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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
15.-16. Mai 2008, Bad Breisig
LEONARDO DA VINCI-Valorisierungskonferenz "Berufliche Einstiegs- und Förderkonzepte für Benachteiligte"
www.na-bibb.de/veranstaltungen___termine_181.html
Weitere Veranstaltungen:
www.good-practice.de/tkal
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Dr. Friedel Schier
Tel: 0228/107 1328
Fax: 0228/107 2886
Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn