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            GPC - NEWSLETTER 77 # GPC - NEWSLETTER 77 # GPC

                        Ausgabe 77, 05.05.2008

                      Aktuelle Leserzahl: 4.754

            Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
              Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
     Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten

            Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de

                  http://www.good-practice.bibb.de

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THEMA DES MONATS
      + Migration als Problem - Migranten als Hilfebedürftige?

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Jedem Jugendlichen eine Chance
+ Verbesserung der Fördermöglichkeiten
+ Programm "Schulverweigerung - Die 2. Chance" wird aufgestockt
+ Bildungsprämie ist beschlossene Sache

NEUES AUS DEM GPC
+ Anfragen an das GPC
+ Aktuelle Datenbank-Zahlen

NEUES AUS DEM BIBB
+ Arbeitsprogramm 2008

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

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THEMA DES MONATS

+ Migration als Problem - Migranten als Hilfebedürftige?

Die Gleichsetzung des Merkmals "Migrationshintergrund" mit "Hilfsbedürftigkeit" hat ein stabiles Klischee geprägt: Kinder mit Migrationsgeschichte gelten häufig von vornherein als "Problem".

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) fordert nun eine differenzierte Sichtweise im Integrationsdiskurs. In seiner Stellungnahme verweist der BKJ auf vernachlässigte Aspekte und problematische Verkürzungen in der Diskussion um Integration:

Viele aktuelle politische Problemanalysen missachteten immer noch, dass die Bedeutung von "Migrationshintergund" oder "Staatsangehörigkeit" für die Existenz von sozialen Problemen häufig nachrangig sei.

Damit wiederhole sich, so das BKJ, ein in der Migrationsgeschichte oft beobachtetes Schema: Soziales werde beständig in Kategorien der kulturellen Differenz beschrieben - in Erklärungen werde vielfach auf Kulturdifferenzen verwiesen, anstatt auch die sozialen Ungleichheiten zu berücksichtigen. In Wirklichkeit hat der "Migrationshintergrund" aber an Erklärungskraft verloren.

Der BKJ warnt davor, dass die gedachte Trennung der Gesellschaft in zwei Gruppen - solche mit und solche ohne Migrationsgeschichte - die Gegensätze geradezu verfestigt.

"Pluralität ist Normalität für Kinder und Jugendliche. Vernachlässigte Aspekte und problematische Verkürzungen im Integrationsdiskurs", Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums:

www.bundesjugendkuratorium.de/positionen.html

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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG

+ Jedem Jugendlichen eine Chance

Das "Ausbildungsplatzprogramm Ost 2008" sieht vor, dass 7000 nicht vermittelte Bewerberinnen und Bewerber einen betriebsnahen oder außerbetrieblichen Ausbildungsplatz erhalten. Im Rahmen der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung soll damit die Ausbildungslücke in den neuen Ländern verkleinert werden. Am 25.04. haben Bund und Länder das Programm unterzeichnet.

Das BIBB hatte für die Jahre 2002 bis 2004 eine Evaluation der Ausbildungsplatzprogramme Ost vorgenommen. Hier wurde unter anderem festgestellt, dass die geringe oder fehlende Ausbildungsvergütung für viele Teilnehmer problematisch ist und sogar zu Ausbildungsabbrüchen führt. Die Evaluation zeigte auch, dass die Teilnahme an einer "normalen" betrieblichen Ausbildung deutlich höhere Beschäftigungschancen nach der Ausbildung bietet. Die Erfahrungen sind in die Empfehlungen des BIBB zur Weiterentwicklung der Programme eingegangen.
 
Evaluierung der Ausbildungsplatzprogramme Ost des BIBB

Weitere Informationen zum laufenden BIBB-Projekt "Wirksamkeit und Perspektiven staatlich geförderter Ausbildungsstrukturen in Ostdeutschland" finden Sie auf der BIBB-Homepage und im aktuellen Arbeitsbericht 2008.

Zur Projektdatenbank des BIBB

+ Verbesserung der Fördermöglichkeiten

Der Bundesrat hat am 25.04.08 den Entwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des SGB III mit einer ausführlichen Stellungnahme beschlossen. Er fordert unter anderem

  • Zusätzliche Fahrt- und Unterbringungskosten, die bei der Beschulung in Form des Blockunterrichts entstehen, auch für bedürftige Jugendliche im Rahmen der Förderung der Berufsausbildung;
  • Fördermöglichkeiten auch für Träger der praktischen Ausbildung (Heime und ambulante Dienste) in den Altenpflegeberufen, die duale, staatlich anerkannte Ausbildungen mit betrieblichen Ausbildungsverträgen (zum Beispiel Altenpfleger/in, Altenpflegehelfer/in) durchführen. Auch dort findet, wie nach dem Berufsbildungsgesetz, Ausbildung in Betrieben und in der Berufsschule statt;
  • Trägerneutralität, das heißt: Träger von Maßnahmen der Berufseinstiegsbegleitung, bieten selbst keine Maßnahmen der Berufsvorbereitung und -ausbildung an. Berufseinstiegsbegleitung soll die Übergangsprozesse maßnahmeunabhängig unterstützen;
  • Eine zentrale Rolle für die Berufseinstiegsbegleitung. Sie soll im lokalen Übergangssystem die Schulträger ebenso wie die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe einbeziehen.

Beschluss des Bundesrates (PDF, 31 KB)


+ Programm "Schulverweigerung - Die 2. Chance" wird aufgestockt

Das Programm "Schulverweigerung - Die 2. Chance" soll von bisher 74 auf ca. 200 lokale Projekte erweitert werden. Damit verstärkt die Bundesregierung ihre Bemühungen zur Halbierung der Schulabbrecherquote bis zum Jahr 2010.

Die Aufstockung des Programms soll zum 1. September 2008 und damit zeitgleich zum Bildungsgipfel der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs im Herbst 2008 erfolgen. Für den Ausbau des Programms sind bis zum Jahr 2011 zusätzlich rund 17 Millionen Euro pro Jahr an ESF-Mitteln vorgesehen.

Weitere Infos auf der Homepage des BMFSFJ
 

+ Bildungsprämie ist beschlossene Sache

Das Bundeskabinett hat eine Konzeption zum Lebenslangen Lernen beschlossen und sich dabei weitgehend den Empfehlungen des Innovationskreises Weiterbildung angeschlossen. Die ab Herbst dieses Jahres erhältliche Bildungsprämie soll die Bereitschaft jedes Einzelnen fördern, mehr für die eigene Weiterbildung zu tun.

Einen Zuschuss von maximal 154 Euro bekommt, wessen zu versteuerndes jährliches Einkommen 17.900 Euro (bzw. 35.800 Euro für Verheiratete) nicht übersteigt. Sie kann einmal im Jahr dafür eingesetzt werden, um 50 Prozent einer Fortbildung oberhalb einer Bagatellgrenze von 30 Euro zu finanzieren.

Derzeit nehmen 43 Prozent der Berufstätigen in Deutschland einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil. Die Regierung möchte diese Quote bis zum Jahr 2015 auf 50 Prozent steigern.

Weitere Informationen des BMBF:
www.bmbf.de/de/411.php

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NEUES AUS DEM GPC

+ Anfragen an das GPC

Das GPC erreichen täglich Anfragen zu allen Themen der Benachteiligtenförderung. Anfragen von allgemeinem Interesse werden von uns redaktionell aufbereitet und mit Antworten auf unserer Webseite zur Verfügung gestellt.

Sie finden diese Beiträge über den Navigationspunkt GPC-Publikationen > Anfragen. Dort werden die Fragen und Antworten in chronologischer Reihenfolge aufgelistet.

Sie können die Anfragen auch nach den für Sie relevanten Themenbereichen durchsuchen. Die zur Verfügung stehenden Suchkategorien orientieren sich dabei an der Navigationsstruktur unserer Webseite.

Zu den Anfragen:
www.good-practice.de/anfragen.php 
  
E-Mail-Adresse für Ihre Anfragen:
gpc@bibb.de


+ Aktuelle Datenbank-Zahlen

> Anbieterdatenbank (2261 Einträge)

NEU: Jugendaufbauwerk Lübeck/Ahrensburg: Technische Hauptschule
www.good-practice.de/anbieter


> Materialiendatenbank (351 Einträge)

NEU: Einstellungsverfahren "Azubi-Auswahl mit Zukunft"
www.good-practice.de/materialien/index.php


Stellen auch Sie Ihre Materialien und Qualifizierungsbausteine den Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung!

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NEUES AUS DEM BIBB

+ Arbeitsprogramm 2008

Das BIBB hat sein Arbeitsprogramm 2008 vorgelegt. Hier sind die laufenden und die für dieses Jahr geplanten Forschungsprojekten und Vorhaben aufgeführt. Diese sind in fünf Forschungsschwerpunkte unterteilt: "Ausbildungsmarkt und Beschäftigungssystem", "Modernisierung und Qualitätsentwicklung der beruflichen Bildung", "Lebensbegleitendes Lernen, Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit der Bildungswege", "Berufliche Bildung für spezifische Zielgruppen" und "Internationalität der Berufsbildung".

Unter den Bereich der spezifischen Zielgruppen fallen auch die aktuellen Projekte und Vorhaben zur Benachteiligtenförderung. Noch bis Ende 2009 läuft beispielsweise das Projekt "Handlungskompetenz und Migrationshintergrund: Schulabsolvent/-innen mit und ohne Migrationshintergrund in der Ausbildung".

Arbeitsprogramm 2008 des BIBB (PDF, 2,95 MB)

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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

30. Mai 2008, Berlin
Auftaktveranstaltung: Perspektive Berufsabschluss

Weitere Veranstaltungen:
www.good-practice.de/tkal

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Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie Ihr Interesse an der Arbeit des GPC bekundet haben oder selbst aktiv im Handlungsfeld der Förderung von Benachteiligten in der beruflichen Bildung sind.

Wir freuen uns, wenn Sie Interessenten auf den GPC-Newsletter hinweisen. Leiten Sie den Newsletter einfach weiter mit dem Hinweis, sich bei Interesse an uns zu wenden.

Die alten Newsletter finden Sie hier:
www.good-practice.de/newsletter.php

Sollten Sie am Bezug des GPC-Newsletters kein Interesse mehr haben, so senden Sie eine kurze eMail an: gpc@bibb.de
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Vielen Dank für Ihre Rückmeldung an: gpc@bibb.de

Dr. Friedel Schier
Tel: 0228/107 1328
Fax: 0228/107 2886

Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn