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  GPC - NEWSLETTER 88 # GPC - NEWSLETTER 88 # GPC - NEWS

    Ausgabe 88, 12.05.2009

    Aktuelle Leserzahl: 5.397

  Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
    Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
      Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten

  Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de

   http://www.good-practice.bibb.de

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THEMA DES MONATS
+ Wann kommt die Krise in der Benachteiligtenförderung an?

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Ausbildungsbeteiligung und Migrationshintergrund
+ Ausbildungsbausteine versus Qualifikationsbausteine
+ Gewalt und Mobbing unter Jugendlichen
+ Mit "Schwarz-Rot-Bunt" für Integration und Akzeptanz
+ Ausbildungsabbrüche verhindern

NEUES AUS DEM GPC
+ Neuer Gastbeitrag von Dr. Gertrud Kühnlein
+ Forderungen der Berufsbildungswissenschaft
+ Neue Themenseite "Cultural Mainstreaming"
+ Aktuelle Datenbank-Einträge

NEUES VON LÄNDERAKTIV
+ Abschlussbericht "Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (JoA)" (Bayern)

NEUES AUS DEM BIBB
+ Nationale Referenzstelle für Qualität in der beruflichen Bildung
+ Bildungsketten knüpfen und kommunale Rahmenbedingungen schaffen
 
BLICK ÜBER DIE GRENZEN
+ Österreich: Integration von formal Geringqualifizierten
+ Europäische Webseite für Integration
+ Eine neue Ära der EU-Jugendpolitik?

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

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THEMA DES MONATS

+ Wann kommt die Krise in der Benachteiligtenförderung an?

Zur Ermittlung des zukünftigen Angebots an Ausbildungsplätzen wurden in einer repräsentativen BIBB-Umfrage Betriebe gefragt, ob und wie viele Ausbildungsplätze sie 2009 anbieten werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Betriebe große Anstrengungen unternehmen, um ihr Ausbildungsplatz-Engagement weiter aufrechtzuerhalten. Allerdings beabsichtigen 25 Prozent der befragten Betriebe, weniger Ausbildungsplätze als im Vorjahr anzubieten; weitere 20 Prozent wollten sich noch nicht abschließend äußern.

Insgesamt wird die Zahl der Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr um voraussichtlich acht Prozent sinken, das entspricht rund 50.000 Ausbildungsplätzen. Ähnliche Rückgänge (fünf bis zehn Prozent) sagt auch die kürzlich veröffentlichte DIHK-Umfrage voraus. Vor allem trifft der Rückgang den Bereich Industrie und Handel (minus 10 Prozent); das Handwerk hält sich hingegen fast auf Vorjahresniveau (minus ein Prozent). In den westlichen Bundesländern wird der Rückgang mit neun Prozent wahrscheinlich mehr als doppelt so hoch ausfallen wie in den östlichen (minus vier Prozent). Unter Berücksichtigung auch der Nachfrage von allen Schulabgängern sowie Altbewerbern und um ein ähnliches Verhältnis von Angebot und Nachfrage wie 2008 zu erreichen, wäre im kommenden Jahr ein bundesweites Angebot von über 600.000 Ausbildungsplätzen erforderlich. Dieses Ziel wird nach der Prognose der BIBB-Befragung um rund 18.000 Ausbildungsplätze verfehlt.

Laut BIBB-Präsident Manfred Kremer muss es keine Krise auf dem Ausbildungsmarkt geben, wenn alle Beteiligten jetzt gemeinsam handeln. Bereits vorhandene Instrumente, wie zum Beispiel der Ausbildungsbonus, sollten intensiver beworben und von den Betrieben auch genutzt werden.

Der DGB-Bundesvorstand fordert von der Bundesregierung dringende Maßnahmen. Mit seinem Aktionsprogramm "Schutzschirm für Ausbildung" weist er auch auf die besondere Situation benachteiligter Jugendlicher hin. Außerbetriebliche Berufsausbildung und ausbildungsbegleitende Hilfen sollten auf dem Niveau der vergangenen Jahre fortgeführt beziehungsweise ausgebaut werden.
 
Auch Bundesarbeitsminister Scholz formuliert in seiner Rede bei der diesjährigen ESF-Jahreskonferenz, dass die Finanzkrise zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt: Die Jugendarbeitslosigkeit ist in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich gestiegen. Die beste Lösung dem entgegen zu wirken wird darin gesehen, "den Zug so früh wie möglich aufs richtige Gleis zu setzen". Die Förderprogramme des Europäischen Sozialfonds folgen ebenfalls der Logik "Prävention".

In der laufenden Förderperiode bis 2013 wird der Bund rund 600.000 Jugendliche mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds dabei unterstützen, sich auf das Arbeitsleben vorzubereiten. Zusammen mit den ESF-Programmen der Bundesländer sollen über drei Millionen Jugendliche deutschlandweit erreicht werden.

BIBB, Pressemitteilung zur Umfrage "Ausbildungssituation 2009":
www.bibb.de/de/51269.htm 

DIHK, Ausbildungs-Umfrage 2009 (PDF, 396 KB)

DGB fordert "Schutzschirm für Ausbildung" 

BMAS, Zur Jahreskonferenz des Europäischen Sozialfonds und den Zielen einer besseren Integration Jugendlicher in den Arbeitsmarkt
 
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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG

+ Ausbildungsbeteiligung und Migrationshintergrund

Das Working Paper "Berufliche und akademische Ausbildung von Migranten in Deutschland" gibt anhand amtlicher Daten sowie des Mikrozensus einen Überblick zu den beruflichen Qualifikationen von Zuwanderern im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung.
Bereits mehr als die Hälfte aller jungen Menschen mit Migrationshintergrund verfügen über die deutsche Staatsangehörigkeit und dieser Anteil wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigen.

Markante Ergebnisse der Forschungsgruppe des Bundes sind bezogen auf die Ausbildung im dualen System und an beruflichen Schulen:

  • Die Ausbildungsbeteiligung der jungen Ausländerinnen und Ausländer fällt deutlich geringer aus als bei Deutschen. Am seltensten durchlaufen die jungen ausländischen Frauen eine berufliche Ausbildung im Rahmen des dualen Systems.
  • Eine noch vergleichsweise hohe Ausbildungsbeteiligung zeigt sich bei den jungen Menschen aus Kroatien und Italien.
  • Ein deutlicher Rückgang der Ausbildungsbeteiligung zeigt sich vor allem bei den jungen Menschen aus Serbien und Montenegro. Auch bei jungen Türken - vor allem bei den Männern - geht die Ausbildungsquote seit 2000 vergleichsweise stark zurück.
  • Die ausländischen Auszubildenden konzentrieren sich vergleichsweise stark auf einige wenige Ausbildungsberufe und eher solche Ausbildungsberufe, die nur begrenzte Aufstiegs- und Einkommensperspektiven bieten.
  • Die ausländischen Berufsschülerinnen und -schüler müssen deutlich häufiger als die deutschen ein Berufsvorbereitungs- oder Berufsgrundbildungsjahr absolvieren, um ihre Chancen am Ausbildungsmarkt zu verbessern.

Der Integrationsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln belegt, dass es zugewanderten Personen weiterhin schwerer fällt als Einheimischen, sich erfolgreich in Bildungsprozesse, in den Arbeitsmarkt und in ökonomisch relevante Bereiche des gesellschaftlichen Lebens zu integrieren. Ausgesagt wird, dass kein erkennbarer systematischer Zusammenhang zwischen der Größe des Anteils der ausländischen Bevölkerung in einem Bundesland und deren Integrationsaussichten besteht. Es fällt auf, dass einige Bundesländer trotz eines hohen Ausländeranteils überdurchschnittliche Werte bei der Integration erzielen. Dies wird beispielsweise durch hohe Betreuungsquoten bei Kindern erreicht.

BAMF, Working Paper "Berufliche und akademische Ausbildung von Migranten in Deutschland" (PDF, 2,2 MB)

IW-Integrationsmonitor (PDF, 116 KB)


+ Ausbildungsbausteine versus Qualifikationsbausteine

Zur deutlicheren Abgrenzung von Ausbildungsbausteinen und Qualifikationsbausteinen hat das BIBB eine vergleichende Übersicht erstellt.

Qualifizierungsbausteine sind inhaltlich und zeitlich abgegrenzte Lerneinheiten, die aus Inhalten anerkannter Ausbildungsberufe entwickelt werden und zur Ausübung einer Tätigkeit befähigen sollen, die Teil einer Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf ist.

Ausbildungsbausteine sind abgegrenzte und bundesweit standardisierte Einheiten innerhalb der Gesamtstruktur eines Ausbildungsberufsbildes. Die Bausteine sind lernergebnisorientiert gestaltet. Es wird aufgezeigt, was Absolventinnen und Absolventen nach Bearbeitung eines Bausteines können sollen.

Zur Vergleichs-Tabelle:
www.bibb.de/de/50372.htm


+ Gewalt und Mobbing unter Jugendlichen

Gewalt unter Kindern und Jugendlichen wird als ein öffentliches Phänomen wahrgenommen. Wie häufig aber tritt Mobbing auf? Welche Kinder und Jugendlichen sind davon betroffen? Verändert sich Mobbing von Jahr zu Jahr? Hat sich das neue Phänomen "Cybermobbing" weiter verbreitet? Das sind einige der Fragen, die das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität in Landau wissenschaftlich untersucht.

Nach einer ersten Befragung im Jahre 2007 wird nunmehr die Online-Befragung wiederholt. Lehrkräfte und Eltern sind gebeten, Kinder und Jugendliche darauf aufmerksam zu machen. Die Ergebnisse der aktuellen Befragung sollen noch vor Beginn der Sommerferien veröffentlicht werden.

Die Teilnahme ist unter der folgenden Adresse möglich:
www.mobbing.zepf.uni-landau.de


+ Mit "Schwarz-Rot-Bunt" für Integration und Akzeptanz

Mit der Kampagne "Schwarz-Rot-Bunt" bestärkt der Internationale Bund (IB) sein Engagement für Integration und Akzeptanz. Die Kampagne bietet ein Dach für zahlreiche Ideen, Aktionen und Projekte im Sinne des Cultural Mainstreamings.

Außerdem feiert der IB sein 60-jähriges Bestehen mit einer Imagekampagne unter dem Motto "Integration durch Bildung". Im Rahmen dieser Kampagne werden bundesweit in zahlreichen Städten Großflächenplakate zu sehen sein.

www.internationaler-bund.de/index.php?id=675


+ Ausbildungsabbrüche verhindern

In vielen Ausbildungsberufen, besonders im Handwerk, kommt es zu einer hohen Zahl von Ausbildungsabbrüchen. Flankierenden Maßnahmen in der beruflichen Bildung kommt damit eine wichtige unterstützende Rolle zu. In einer Studie zum Bremer Projekt "Ausbildung - Bleib dran" wird ein Konzept zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen vorgestellt.

Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind die Mediation bei akuten Ausbildungskonflikten, Fortbildungen für Lehrkräfte sowie die Information und Beratung aller beteiligten Personen.

Die Erkenntnisse von "Bleib dran" machen deutlich, dass ein Konzept, das differenzierte Maßnahmen der Prävention und Intervention miteinander verknüpft, außerordentlich hilfreich bei der Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen sowie einer Verbesserung der Ausbildungssituation sein kann.

Studie "Dran bleiben... Sicherung des Ausbildungserfolgs durch Beratung und Vermittlung bei Konflikten in der dualen Berufsausbildung.":
www.good-practice.de/dran_bleiben.pdf (PDF, 303 KB)

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NEUES AUS DEM GPC

+ Neuer Gastbeitrag von Dr. Gertrud Kühnlein

Unter der Überschrift "Impulse geben - Positionen vertreten - Diskussionen anregen" möchte das GPC in Form von regelmäßig erscheinenden Gastbeiträgen aktuell diskutierte Themen der beruflichen Benachteiligtenförderung aufgreifen.

Der zweite Gastbeitrag stammt von Dr. Gertrud Kühnlein, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Sozialforschungsstelle Dortmund, und trägt den Titel "Hauptsache Betrieb - eine sinnvolle bildungspolitische Weichenstellung?"

Der Artikel thematisiert die Frage, ob die angestrebte Verbetrieblichung der Benachteiligtenförderung tatsächlich die geeignete Strategie darstellt, um Jugendlichen "mit besonderem Förderbedarf" den Einstieg in Ausbildung und Arbeit zu erleichtern. Denn gerade diese jungen Menschen brauchen in besonderem Maße Betreuung und Aufmerksamkeit, die ihnen Betriebe oftmals nicht bieten können.

www.good-practice.de/infoangebote_beitrag3839.php


+ Forderungen der Berufsbildungswissenschaft

Mit einem Memorandum "Zur Professionalisierung des pädagogischen Personals in der Integrationsförderung aus berufsbildungswissenschaftlicher Sicht" veröffentlicht die Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik Empfehlungen für die Berufsbildungsforschung und für die Professionalisierung beziehungsweise Qualifizierung des pädagogischen Personals. Die Aus- und Weiterbildung der Berufschullehrerinnen und -lehrer steht dabei im Mittelpunkt.

Weitere Infos im GPC-Bericht:
www.good-practice.de/infoangebote_beitrag3847.php


+ Neue Themenseite "Cultural Mainstreaming"

Das Angebot der GPC-Themenseiten ist um den neuen Eintrag "Cultural Mainstreaming" erweitert worden. Zu diesem Thema sind Grundlagen-Infos, Dokumentationen, Literaturhinweise, Praxis-Materialien und mehr zusammengetragen worden.

Im Rahmen des Cultural Mainstreaming werden die Belange von Menschen unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit oder Herkunft bei allen Entscheidungen und Handlungen berücksichtigt. Damit wird das Ziel verfolgt, gleiche Teilhabechancen ebenso wie ihre spezifischen Voraussetzungen, Lebensbedingungen und Orientierungen zu sichern.

Zur Themenseite "Cultural Mainstreaming":
www.good-practice.de/3843.php


+ Aktuelle Datenbank-Einträge

Zu den Datenbanken des GPC:
www.good-practice.de/datenbanken.php

> Materialiendatenbank (356 Einträge)

NEU: Broschüre "Integrierte Sprachförderung in Berufsvorbereitung und Berufsausbildung an berufsbildenden Schulen (SPAS)". Hrsg.: Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen e.V. (GFBM), Berlin
 

NEU: Handreichung "Berufswegplanung mit Schulen im Kreis Groß-Gerau". Hrsg.: Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH (INBAS), Offenbach
 

Stellen auch Sie Ihre Materialien den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis zur Verfügung!
Kontakt: Michael Gräf, 0228-1071304

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NEUES VON LÄNDERAKTIV

+ Abschlussbericht "Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (JoA)" (Bayern)

Zum abgeschlossenen Modellversuch "Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (JoA)" im Rahmes des Programms "Selbst gesteuertes und kooperatives Lernen in der beruflichen Erstausbildung (SKOLA)" ist der gemeinsame Abschlussbericht des Modellversuchsträgers und der wissenschaftlichen Begleitung erschienen.

Als Fazit wird festgestellt, dass die Beschulung der JoAs eines besonderen Augenmerks bedarf. Neben den unterschiedlichen Leistungsniveaus, der soziokulturellen Heterogenität, dem wechselnden Interesse an Schule und dem erheblichen Migrationsanteil in diesen Klassen, stellen das hohe
Frustrationspotenzial sowie die sinkende Hoffnung auf einen Ausbildungsplatz eine schwierige Ausgangssituation für den Unterricht in diesen Klassen dar.

Der Abschlussbericht enthält die Projektergebnisse und Schlussfolgerungen für die Arbeit von Lehrkräften, für die Rahmenbedingungen der Beschulung und für die Kooperation mit Maßnahmenträgern und Unternehmen.

Zum Abschlussbericht
 
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NEUES AUS DEM BIBB

+ Nationale Referenzstelle für Qualität in der beruflichen Bildung

Das BIBB hat eine "Referenzstelle für Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Bildung" (DEQAVET) eingerichtet. Die nationale Initiative soll als Teil eines europäischen Netzwerkes den Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Bildung vertiefen.

Das BIBB wird Kooperationen mit europäischen Institutionen und Einrichtungen aus anderen europäischen Ländern fördern und ausbauen sowie aktuelle Informationen über Aktivitäten zur Qualitätssicherung und -entwicklung in Deutschland zur Verfügung stellen.

In allen EU-Mitgliedstaaten werden künftig solche nationalen Referenzstellen entstehen. Sie sollen mit ihrer praktischen Arbeit das europäische Qualitäts-Netzwerk ENQAVET ergänzen, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter von nationalen Ministerien zusammengeschlossen haben, um die Initiative auf politischer Ebene zu  koordinieren.

www.bibb.de/de/wlk31100.htm


+ Bildungsketten knüpfen und kommunale Rahmenbedingungen schaffen

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis" (BWP) behandelt das Thema Kooperation und Vernetzung auf kommunaler und regionaler Ebene. Ansätze und Modelle aus der Praxis werden vorgestellt, zum Beispiel zum lokalen Übergangsmanagement.

Klaus Hebborn, Vertreter des Deutschen Städtetages, verdeutlicht in einem Interview das verstärkte Engagement der Kommunen für Bildung.

BIBB-Präsident Manfred Kremer unterstreicht in seinem einleitenden Kommentar die Bedeutung von Vernetzungsstrategien für eine bessere Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit der Bildungsphasen und Bildungsbereiche. Es sei eine strukturelle Schwäche des deutschen Bildungssystems, dass Bildungseinrichtungen ihren Auftrag vor allem im Erreichen von Abschlüssen sehen.

Kremer wirft die Frage auf, warum die Organisation eines kooperativen regionalen Übergangsmanagements, die Bündelung regionaler Berufsbildungskapazitäten zum Ausgleich regionaler Ausbildungsplatzdefizite sowie ein abgestimmter und passgenauer Einsatz der Förderinstrumente
und -systeme keine gesetzliche Pflichtaufgabe der Kommunen ist.

Zwar sei es richtig, dass Kooperation nicht erzwungen werden kann, sondern Freiwilligkeit und gleichberechtigte Partnerschaft für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der lokalen Akteure voraussetzt. Eine Verpflichtung der Kommunen sicherzustellen könne gleichwohl hilfreich sein, um in allen Regionen optimale Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für diese Zusammenarbeit und Abstimmung zu schaffen.

Übersicht zur BWP 2/2009 "Kooperation und Vernetzung:
www.bibb.de/de/51161.htm

Kommentar von Manfred Kremer: "Bildungsketten wirksam knüpfen!" (PDF, 139 KB)

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BLICK ÜBER DIE GRENZEN

+ Österreich: Integration von formal Geringqualifizierten

Eine im Auftrag des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich in den Jahren 2007/2008 durchgeführte Studie untersucht Möglichkeiten zur verstärkten Integration von formal Geringqualifizierten in den Arbeitsmarkt. Auch auf dem österreichischen Arbeitsmarkt ist diese Personengruppe mit besonderen Schwierigkeiten und Benachteiligungen konfrontiert: Ihre Arbeitslosenquote ist mindestens zwei- bis dreimal so hoch wie jene von Personen mit weiterführenden Bildungsabschlüssen.

Unter den Personen mit der höchsten abgeschlossenen Ausbildung "Pflichtschule" sind Frauen und vor allem ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger stark überrepräsentiert. Aus demographischen Gründen ist zwar mit einem Rückgang an Erwerbstätigen mit maximal Pflichtschulabschluss zu rechnen, kurz- und mittelfristig wird aber auch die Nachfrage nach un- und angelernten Arbeitskräften sinken. Maßnahmen zur Unterstützung der Arbeitsmarktintegration von formal Geringqualifizierten werden daher auch in der Zukunft eine sehr hohe Bedeutung zukommen.

AMS Report "Integration von formal Geringqualifizierten in den Arbeitsmarkt" (PDF, 5,3 MB)


+ Europäische Webseite für Integration

Die neue Europäische Integrations-Webseite soll zur Förderung der Integrationspolitik und -praxis beitragen, indem Good Practice-Beispiele verbreitet werden und EU-weit die Zusammenarbeit zwischen Beteiligten und Organisationen der Zivilgesellschaft unterstützt wird.

Besucherinnen und Besucher können bewährte Ansätze austauschen, neue Finanzierungsmöglichkeiten erkunden und nach Projektpartnern suchen, sich über aktuelle Entwicklungen in der EU, auf nationaler und lokaler Ebene informieren und den Kontakt zu anderen halten, die sich in der EU für Integrationsbelange einsetzen.

http://ec.europa.eu/ewsi


+ Eine neue Ära der EU-Jugendpolitik?

Die Europäische Kommission hat für das kommende Jahrzehnt eine neue EU-Strategie für Jugendpolitik mit dem Titel "Strategie für die Jugend - Investitionen und Empowerment" verabschiedet. Diese trägt der Tatsache Rechnung, dass junge Menschen gerade in der derzeitigen Wirtschaftskrise zu den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen gehören und in unserer alternden Gesellschaft eine wertvolle Ressource darstellen.

Außerdem ist der erste "EU-Jugendbericht" der Kommission veröffentlicht worden, in dem von EUROSTAT zusammengestellte detaillierte Angaben und Analysen erfasst sind. Diese künftig alle drei Jahre erscheinenden Berichte sollen zu einer besseren Wissensbasis im Jugendbereich beitragen.

Jugend-Homepage der Europäischen Kommission:
http://ec.europa.eu/youth/index_de.htm

EU-Jugendbericht:
http://ec.europa.eu/youth/index_en.htm

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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

22. Juni 2009, Dresden
Fachtagung "Professionalisierung des Systems der Berufsorientierung - Vielfalt mit System"

24.+25. Juni 2009, Berlin
Tagung "Sprache als berufliche Handlungskompetenz fördern - Eine Herausforderung für die (Berufs-)Schule" 
GFBM e.V.

Einzelheiten zu den Veranstaltungen im GPC-Terminkalender:
www.good-practice.de/tkal

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Dr. Ursula Bylinski
Tel: 0228/107 2628
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Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn