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  GPC - NEWSLETTER 90 # GPC - NEWSLETTER 90 # GPC - NEWS

    Ausgabe 90, 10.07.2009

    Aktuelle Leserzahl: 5.538

  Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
    Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
      Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten

  Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de

   www.good-practice.bibb.de

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THEMA DES MONATS
+ "Nach der Lehre arbeitslos"... Probleme auch an der zweiten Schwelle

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Erarbeitung des DQR geht in die nächste Phase
+ BMBF-Konferenz zur Zukunft der beruflichen Aus- und Weiterbildung
+ Neues Webportal "Jugend stärken"
+ Partnerschaft für bessere Bildung vor Ort
+ Neue Info-Plattform des IAB
+ 5.000 zusätzliche Ausbildungsplätze für die neuen Bundesländer
+ qualiboXX-Community-Gruppe zum Paragrafen 46 SGB III
+ PISA-Test für Azubis

NEUES AUS DEM GPC
+ Qualifizierungsbaustein "Altenpflege"
+ Neue Themenseite "Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)"
+ Expertengespräch "Professionalisierung des Bildungspersonals"
+ Aktuelle Datenbank-Einträge

NEUES VON LÄNDERAKTIV
+ Qualifizierung der StuBO-Koordinatorinnen und -Koordinatoren, NRW
+ Berufsorientierung in Berlin

NEUES AUS DEM BIBB
+ Zweite Förderrunde Jobstarter Connect
+ 15 Prozent der Jugendlichen ohne Berufsabschluss
+ BIBB-Hauptausschuss beschließt neuen AEVO-Rahmenplan
+ Berufe mit Imageproblemen
+ Wie viele Auszubildende haben einen Migrationshintergrund?
 
BLICK ÜBER DIE GRENZEN
+ Auswahlbibliographie "Der europäische Berufsbildungsraum"
+ Veränderte Qualifikationsstrukturen in Europa
+ Lehrkräfte als "Schlüssel" für ein erfolgreiches Bildungssystem

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

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THEMA DES MONATS

+ "Nach der Lehre arbeitslos"...Probleme auch an der zweiten Schwelle

Die bildungspolitischen Initiativen konzentrieren sich zurzeit sehr stark auf die sogenannte erste Schwelle, also auf den Übergang von der Schule in die Ausbildung. Doch auch nach einer erfolgreichen Ausbildung bestehen zunehmend Passungsprobleme am Arbeitsmarkt. Diese Schwierigkeiten an der sogenannten zweiten Schwelle dürften sich durch die Wirtschaftkrise noch verschärfen.

"Einen Ausbildungsplatz zu finden und die Ausbildungsphase erfolgreich abzuschließen, ist eine Sache. Im Anschluss an die Lehrzeit den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu meistern, ist eine andere", so eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die zeigt, dass nach der Ausbildung nur knapp zwei Drittel aller Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen durch den Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Ein Fünftel der ehemaligen Auszubildenden sind im Anschluss an die Ausbildung zunächst arbeitslos.

Ein Großteil der Arbeitslosen findet im Zeitraum von drei Monaten eine neue Anstellung, in wirtschaftlich angespannten Zeiten verlängert sich diese Wartezeit jedoch deutlich. Mit wachsender Dauer der Arbeitslosigkeit sinken zudem die Chancen, eine Stelle im erlernten Berufsfeld zu finden. Darüber hinaus müssen die Personen, denen der direkte Einstieg in den Beruf nicht gelingt, auch erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.

Ebenso bestätigt eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, direkt nach einer beruflichen Ausbildung als Fachkraft in eine Vollzeit-Beschäftigung einzumünden. Nur noch für etwa die Hälfte der Jugendlichen ist die Ausbildung der Einstieg in eine solche Normalbiografie.
 
IAB-Kurzbericht "Ungelöste Probleme trotz Entspannung":
http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb1009.pdf (PDF, 1 MB)

Studie "Auf Umwegen in den Beruf" der Sozialforschungsstelle Dortmund (PDF, 1,9 MB)

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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG

+ Erarbeitung des DQR geht in die nächste Phase

Im Februar 2009 wurde ein erster Diskussionsvorschlag eines "Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen" gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Kultusministerkonferenz (KMK) und den beteiligten Akteuren vorgelegt. Ende Mai 2009 begann nun die zweite Erarbeitungsphase zur exemplarischen Erprobung der DQR-Matrix mit einer Auftaktveranstaltung.

Ziel dieser nächsten Erarbeitungsphase des DQR ist es, exemplarische Zuordnungen ausgewählter Qualifikationen des deutschen Bildungssystems vorzunehmen. Dabei soll die Handhabbarkeit der DQR-Matrix überprüft werden und in vier Berufs- und Tätigkeitsfeldern erprobt werden:

  • Metall/Elektro, 
  • Handel, 
  • Gesundheit und 
  • IT-Bereich.

Dies soll Hinweise auf eventuell vorhandenen Anpassungsbedarf geben, um damit die Matrix gegebenenfalls weiter zu entwickeln.

Mit ersten Ergebnissen ist im März 2010 zu rechnen.
Regelmäßige Informationen zum Umsetzungsstand und zu Entwicklungen auf europäischer Ebene finden sich unter:
www.deutscherqualifikationsrahmen.de


+ BMBF-Konferenz zur Zukunft der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Um über die Auswirkungen der schrumpfenden Bevölkerung auf die berufliche Aus- und Weiterbildung zu diskutieren, veranstaltete das BMBF am 29. und 30. Juni in Potsdam-Babelsberg eine bundesweite Konferenz. Eine Studie war in Auftrag gegeben worden, die die Auswirkungen der sich abzeichnenden Bevölkerungsentwicklung auf die Strukturen der Berufsausbildung in drei unterschiedlichen Zeithorizonten untersucht.

Auf der Konferenz wurden diese Ergebnisse in Bezug auf die duale Ausbildung, das sogenannte Übergangssystem sowie die berufliche Weiterbildung diskutiert. Dabei standen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Inwieweit besteht Veränderungsbedarf im bestehenden Bildungssystem?
  • Welche Ausrichtung der zukünftigen Bildungsinstitutionen ist erforderlich?
  • Wie werden sich die Bildungsanforderungen für den Einzelnen verändern?
  • Welche neuen Finanzierungsmodelle sind möglich?

GPC-Bericht zur BMBF-Konferenz "Demografischer Wandel - Zukunft der beruflichen Aus- und Weiterbildung":
www.good-practice.de/strukturen_beitrag3888.php


+ Neues Webportal "Jugend stärken"

Anlässlich einer Bundeskonferenz am 15. Juni 2009 als Startschuss für die Initiative "Jugend stärken" wurde das neue Webportal freigeschaltet. Hier sind aktuelle Infos und Praxishinweise rund um die einzelnen Programme zu finden.

In der Initiative werden bewährte Programme wie "Schulverweigerung - Die 2. Chance", die Kompetenzagenturen und Jugendmigrationsdienste sowie "STÄRKEN vor Ort - Lokales Kapital für soziale Zwecke" unter einem Dach zusammengefasst, ausgebaut und enger miteinander verzahnt.
 
Für die insgesamt vier Bausteine werden in den Jahren 2009 bis 2011 zusammen mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) 367 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt. Die Kofinanzierung erfolgt vorwiegend aus kommunalen Mitteln, die Initiative bindet damit mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Im Rahmen der  Bundeskonferenz "Neue Wege einer zukunftsorientierten Jugendpolitik" in Berlin trafen sich mehr als 240 Expertinnen und Experten, um gemeinsam über neue Wege und Herangehensweisen zu diskutieren, die sich intensiver und konzentrierter als bisher mit benachteiligten jungen Menschen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund auseinandersetzen.

Die Debatte um eine Jugendpolitik, die sich verstärkt dieser Zielgruppe widmet, soll fortgeführt werden. Für Ende 2009 wurde ein weiterer Programmbaustein im Rahmen von "Stärken vor Ort - Lokales Kapital für soziale Zwecke" angekündigt.

www.jugend-staerken.de


+ Partnerschaft für bessere Bildung vor Ort

Die Weiterentwicklung des lebensbegleitenden Lernens soll durch das Förderprogramm "Lernen vor Ort" einen wichtigen Schritt vorangebracht werden. Stiftungen haben das neue Programm von Anfang an mitgestaltet und sind wichtige Kooperationspartner in den Kommunen.

Das BMBF hat jetzt die besten Konzepte deutscher Kommunen für innovative regionale Bildungsangebote ausgezeichnet. An einer ersten Auswahlrunde im Februar dieses Jahres hatten sich über 200 Kreise und kreisfreie Städte beteiligt. 57 Standorte wurden daraufhin zur Antragstellung aufgefordert. Eine Jury hat aus dieser Gruppe nun 40 Konzepte ausgewählt, die ab September 2009 an den Start gehen sollen.

"Lernen vor Ort" ist ein Bestandteil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung, die unter dem Motto "Aufstieg durch Bildung" Bildungsangebote von Kommunen zunächst drei Jahre lang fördert. Besonders erfolgreiche und transferfähige Vorhaben können um weitere zwei Jahre verlängert werden. Hierfür stellen das BMBF und der Europäische Sozialfonds 60 Millionen Euro zur Verfügung.

www.lernen-vor-ort.info


+ Neue Info-Plattform des IAB

Mit dem IAB-InfoPool und IAB-InfoSpezial bietet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine Plattform, die inhaltlich strukturierte Informationen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kostenlos zur Verfügung stellt.

IAB-InfoSpezial greift kurzfristig aktuelle Arbeitsmarktthemen auf. Zum Thema "Berufsvorbereitende Angebote" bieten Hinweise auf Literatur und Forschungsprojekte einen Einblick in die Vielzahl der schulischen und außerschulischen Angebote. Das InfoSpezial-Angebot erschließt empirische Befunde zur Übergangsproblematik und zeigt Möglichkeiten und Grenzen politischer Interventionsstrategien auf.

Der neue InfoPool zum Thema "Übergänge in Ausbildung und Beschäftigung" präsentiert mit Literaturhinweisen (vielfach mit Volltextzugriff), Hinweisen auf Forschungsprojekte sowie weiteren relevanten Internetquellen wissenschaftliche Befunde und Diskussionen zur Übergangsproblematik an der ersten und zweiten Schwelle. Sie stellt politische Förderstrategien zur Verbesserung der Einmündung in Ausbildung und Beschäftigung vor.

http://infosys.iab.de/infoplattform/default.asp


+ 5.000 zusätzliche Ausbildungsplätze für die neuen Bundesländer

5.000 zusätzliche Ausbildungsplätze werden in den neuen Bundesländern mit dem Ausbildungsplatzprogramm Ost 2009/2010 geschaffen. Das Ziel der Bundesregierung ist es, dass kein Jugendlicher unter 25 Jahren länger als drei Monate ohne Ausbildung oder Arbeit bleiben soll. Damit soll die Abwanderung der jungen Generation aus den neuen Bundesländern verhindert werden. Unvermittelte Bewerberinnen und Bewerber erhalten so die Chance auf einen betriebsnahen oder außerbetrieblichen Ausbildungsplatz.

Das BMBF und die beteiligten Länder finanzieren die 5.000 Plätze mit knapp 68 Millionen Euro. In Sachsen stehen 1.079, in Brandenburg 989, in Sachsen-Anhalt 824, in Mecklenburg-Vorpommern 821, in Berlin 698 und in Thüringen 589 Programmplätze zur Verfügung. Gefördert werden die Berufsausbildung in anerkannten Berufen nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung sowie eine schulische Berufsausbildung, die zu einem Abschluss nach Landes- oder Bundesrecht führt.

www.bmbf.de/press/2582.php


+ qualiboXX-Community-Gruppe zum Paragrafen 46 SGB III


QualiboXX hat eine Umfrage zur Umsetzung des Paragrafen 46 SGB III (Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung) durchgeführt. Das Interesse an einer Diskussion war so groß, dass zurzeit eine geschlossene Gruppe auf qualiboXX eingerichtet wird.

Profitieren sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die innerhalb ihres Trägers mit Konzeptentwicklung und Angebotserstellung beauftragt sind. Die Gruppe soll zum Gedankenaustausch und zur Klärung von Fragen rund um die Angebotserstellung zur Umsetzung des Paragrafen beitragen. Bei Bedarf werden durch den Moderator Expertisen von Fachleuten eingeholt.

Weitere Infos unter:
www.qualiboxx.de/ww3ee/6787148.php


+ "PISA-Test" für Azubis

Die Forschungsgruppe Berufsbildungsforschung der Universität Bremen hat in einer auf die Bundesländer Hessen und Bremen begrenzten Studie eine Methode der Kompetenzerfassung auf der Basis eines Kompetenzmodells erprobt. Erste Ergebnisse dieses "Berufsbildungs-PISA-Tests" wurden jetzt veröffentlicht.

Die unteren zehn Prozent der leistungsschwachen und die oberen zehn Prozent der leistungsstarken Auszubildenden liegen im dritten Ausbildungsjahr in ihrer Kompetenzentwicklung um bis zu zwei Ausbildungsjahre auseinander. Das heißt, dass ein Teil der Auszubildenden gegen Ende der Ausbildung kaum über Anfängerqualifikationen hinausgelangt ist.

Die PISA-Prognose, wonach viele Risikoschülerinnen und -schüler einer Berufsausbildung nicht gewachsen seien, trifft jedoch nicht in vollem Umfang zu. So erreicht im untersuchten Berufsfeld Elektrotechnik ein beachtlicher Anteil das Ausbildungsziel.

Die Studie zur Kompetenzdiagnostik in der beruflichen Bildung wird weiter fortgeführt und sogar international ausgeweitet. Seit Beginn des Jahres beteiligt sich eine Gruppe von 800 chinesischen Auszubildenden an diesem Projekt.

FG Berufsbildungsforschung (i:BB) der Universität Bremen:
www.ibb.uni-bremen.de

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NEUES AUS DEM GPC

+ Qualifizierungsbaustein "Altenpflege"

Neuer Eintrag in die Datenbank der Qualifizierungsbausteine des GPC: Der Qualifizierungsbaustein "Altenpflege" wurde im Rahmen des Modellprojekts BertHa "Kompetenzentwicklung in Haushaltsnahen Dienstleistungen, Berufliche Qualifizierung - Anerkannte Zertifizierung" entwickelt.

Das Projekt wird von der Kiezküchen Ausbildungs gGmbH (Bildungsmarkt e.V.) durchgeführt und von der Justus-Liebig-Universität Gießen wissenschaftlich begleitet. BertHa wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales Berlin gefördert.

Zielgruppen des Projekts BertHa sind jüngere Erwachsene, gering Qualifizierte beziehungsweise An- und Ungelernte mit und ohne Erfahrungen im Arbeitsmarktsegment "Haushaltsnahe Dienstleistungen". Ziel ist es, die hier in den Blick genommene Zielgruppe in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Der Qualifizierungsbaustein "Altenpflege" ist einer von vier im Modellvorhaben BertHa entwickelten und offiziell bestätigten Qualifizierungsbausteinen. Er knüpft an den wachsenden Bedarf im Bereich der Gesundheitswirtschaft an, vor allem im Bereich der ambulanten und stationären Pflege. Die Inhalte des Bausteins zielen insbesondere auf Tätigkeiten aus dem Bereich der Alltagsorganisation und -gestaltung, Speisenzubereitung sowie Grundpflege.

Qualifizierungsbaustein "Altenpflege"

Zur BertHa-Projekthomepage:
www.berthaonline.info


+ Neue Themenseite "Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)"

Das Angebot der GPC-Themenseiten ist um den neuen Eintrag "Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)" erweitert worden. Zu diesem Thema sind Grundlagen-Infos, Dokumentationen, Literaturhinweise, Forschungsprojekte und mehr zusammengetragen worden.

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) bildet die Voraussetzungen zur Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens in Deutschland. Er dient dazu, die im deutschen Bildungssystem erworbenen und angebotenen Qualifikationen in Relation zu den acht Niveaustufen des Europäischen Qualifikationsrahmens zu setzen.

Darüber hinaus soll der DQR auch innerhalb Deutschlands zu mehr Transparenz und Vergleichbarkeit von unterschiedlichen Bildungsabschlüssen beitragen.

Zur Themenseite "Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)":
www.good-practice.de/3859.php


+ Expertengespräch "Professionalisierung des Bildungspersonals"

Professionalisierung als ein zentrales Thema der beruflichen Benachteiligtenförderung wurde bereits im Sommer 2007 im Workshop "Universitäre Ausbildung für die berufspädagogische Integrationsförderung" aufgegriffen. Damals wurde deutlich, dass die Professionalisierung des Bildungspersonals zunehmend zu einem Schlüsselthema wird und als Voraussetzung betrachtet werden muss, um den Herausforderungen und neuen Aufgaben in der Benachteiligtenförderung gerecht werden zu können.

Im GPC-Expertengespräch am 5. Juni 2009 wurden von den Fachhochschulen, Universitäten und seitens des BIBB aktuelle Beiträge zur Professionalisierung des pädagogischen Personals in die Diskussion eingebracht.

Dokumentation des Expertengesprächs:
www.good-practice.de/3869.php


+ Aktuelle Datenbank-Einträge

Zu den Datenbanken des GPC:
www.good-practice.de/datenbanken.php


> Good Practice-Lösungen (96 Einträge)

NEU: "Integrierte Sprachförderung im Fachunterricht", Berufsfeld Handwerk.
Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen (GFBM)e.V.
http://www.good-practice.de/gp/suche.php?action=view&id=689


> Materialiendatenbank (374 Einträge)

NEU: Reader "Rahmenkonzept für die Reform des Übergangssystems Schule - Beruf (Hamburger Bildungsoffensive)" Hrsg.: Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg
 

NEU: Reader "Rahmenkonzepte für Primarschule, Stadtteilschule und das sechsstufige Gymnasium (Hamburger Bildungsoffensive)". Hrsg.: Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg
 

Stellen auch Sie Ihre Materialien den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis zur Verfügung!
Kontakt: Michael Gräf, 0228-1071304

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NEUES VON LÄNDERAKTIV

+ Qualifizierung der StuBO-Koordinatorinnen und -Koordinatoren, NRW

In Nordrhein-Westfalen sind aktuell über 5.000 Lehrerinnen und Lehrer als Studien- und Berufsorientierungs-Koordinatorinnen und -Koordinatoren benannt und in über 3.300 Schulen aktiv. Die Aufgabe der Studien- und Berufsorientierung wurde in den letzten Jahren erheblich aufgewertet. Per Erlass ist sie verbindlich vorgeschrieben.

Mehr als 1.600 Lehrerinnen und Lehrer sowie sozialpädagogische Fachkräfte haben im Jahr 2008 am Projekt "Qualifizierung der StuBO-Koordinatorinnen und -Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung an den weiterführenden Schulen in NRW" teilgenommen. Die Fortbildungen wurden weniger von Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern besucht als vielmehr von Lehrkräften, die zum Teil über sehr lange berufliche Erfahrungen in schulischer Berufsorientierung verfügten.

Die neun Module der StuBO-Qualifizierung waren dagegen eher als einführende Schulung gedacht und verfolgten das Ziel, eine Übersicht über die Ansatzpunkte und den Aufbau von Berufsorientierung zu geben.

In einer Studie der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) wird empfohlen, dass eine Prozessbegleitung der Schulen im Sinne einer verlässlichen Struktur aufgebaut werden sollte. Sie könne die Studien- und Berufsorientierungs-Koordinatorinnen und -Koordinatoren dabei unterstützen, ihre Konzepte an den Schulen zu entwickeln und schrittweise umzusetzen.

Studie (PDF, 537 KB)


+ Berufsorientierung in Berlin

Das Berufliche Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten in Berlin (BQN Berlin) hatte eine Studie zur Berufsorientierung in Auftrag gegeben. Sie verzeichnet eine sichtbare Öffnung der Schulen für Partnerschaften und Kooperationen mit anderen Akteuren: Unternehmen, Wirtschaftsverbänden, Kammern, Bildungsträgern und bezirklichen Partnern.

Wichtige Impulse habe vor allem der Bund durch Programme wie "Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben" und die "Vertiefte Berufsorientierung" der Agentur für Arbeit gegeben. Die Bestandsaufnahme zeigt allerdings, dass sich die Intensität und Qualität der Berufsorientierung in Berlin von Schule zu Schule unterscheidet: So gebe es Schulen mit einer durchstrukturierten Vielfalt von Angeboten der Berufsorientierung - und am anderen Ende des Spektrums solche mit eher wenigen, kaum verbundenen Angeboten, über die die verschiedenen Akteure an ein und derselben Schule selbst nur unzureichend informiert sind.

Nachdrücklich plädiert die Studie dafür, die zerklüftete Landschaft der Berufsorientierung einer systematischen Erfolgskontrolle und -bewertung zu unterziehen. Hierbei komme es darauf an, die gebotene Qualitätsentwicklung in Einklang zu bringen mit den integrations- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen der Stadt. Die aktuelle Schulreform in Berlin biete Anknüpfungspunkte und Chancen für eine solche Systematisierung und Qualitätssicherung.

www.bqn-berlin.de 

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NEUES AUS DEM BIBB

+ Zweite Förderrunde Jobstarter Connect

Das BMBF fördert mit dem Programm Jobstarter Connect die Erprobung von bundeseinheitlichen Ausbildungsbausteinen als ein Lösungsansatz für die frühzeitige Integration Jugendlicher in die duale Berufsausbildung.
 
Auch in der jetzt ausgeschriebenen zweiten Förderrunde sind Ausbildungsbausteine in vier Bereichen anzuwenden:

  • Qualifizierung von Altbewerberinnen und Altbewerbern 
  • Ausbildungsbausteine an der Schnittstelle außerbetriebliche Qualifizierung und Benachteiligtenförderung/betriebliche Ausbildung 
  • Ausbildungsbausteine an der Schnittstelle schulische Ausbildung/Ausbildung nach BBiG/HwO 
  • Ausbildungsbausteine in der Nachqualifizierung.

Projektskizzen können bis zum 11. September 2009 bei der Programmstelle Jobstarter beim Bundesinstitut für Berufsbildung eingereicht werden. Der Beginn der Förderung von Projekten dieser Ausschreibungsrunde ist ab dem 1. April 2010 vorgesehen.

Eine Auftakt- und Informationsveranstaltung zur zweiten Förderrunde findet am 6. August 2009 in Berlin statt. Zusätzlich stellen dort laufende Projekte aus der ersten Förderrunde exemplarisch Anwendungsbereiche von Jobstarter Connect vor.

Bekanntmachung der 2. Förderrichtlinien zur Durchführung des Programms Jobstarter Connect

Programm zur Veranstaltung (PDF, 150 KB)


+ 15 Prozent der Jugendlichen ohne Berufsabschluss

1,5 Millionen junge Erwachsene im Alter von 20 bis 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Jedem siebten Jugendlichen gelingt es somit nicht, die formellen Voraussetzungen für eine Beteiligung am Erwerbsleben zu erreichen.

Laut eines Kurzgutachtens des BIBB wird der Bedarf an Lehrstellen seit Jahren zu niedrig eingeschätzt. Das Übergangssystem trage dazu bei, die Ausbildungsmarktbilanz rechnerisch zu schönen.

GPC-Bericht "Jugendliche ohne Berufsabschluss - Mängel in der Bilanzierung des Ausbildungsmarktes?":
www.good-practice.de/zielgruppen_beitrag3883.php

Kurzgutachten "Jugendliche ohne Berufsabschluss - Handlungsempfehlungen für die berufliche Bildung":
www.bibb.de/de/51639.htm


+ BIBB-Hauptausschuss beschließt neuen AEVO-Rahmenplan

Der Hauptausschuss des BIBB hat den neuen Rahmenplan zum Erwerb der Ausbildereignung gemäß Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) beschlossen. Ziel des neuen Rahmenplans ist die Sicherung von bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards bei der Durchführung von Lehrgängen zum Erwerb der Ausbildereignung.

Mit der novellierten AEVO sollen die Weichen für mehr Qualität in der Ausbildung gesetzt werden. Mit dem modernisierten Rahmenplan, der unter der Leitung des BIBB von einem Fachbeirat erarbeitet wurde, sollen die zukünftigen Ausbilder und Ausbilderinnen besser auf ihre Aufgaben vorbereitet werden.

So werden im neuen Rahmenplan die Anforderungen an die berufs- und arbeitspädagogische Eignung der Ausbilderinnen und Ausbilder neu strukturiert, ihr Anforderungsprofil in Form von Kompetenzen beschrieben und ihre Rolle als "Lernprozessbegleiter" der Auszubildenden stärker hervorgehoben.

Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung zum Rahmenplan für die Ausbildung der Ausbilder und Ausbilderinnen (PDF, 443 KB)

BWP-Beitrag zur Ausbilder-Eignungsverordnung 2009:
www.bibb.de/bwp/aevo


+ Berufe mit Imageproblemen

Aufgrund der demografischen Entwicklung werden es die Betriebe in Zukunft schwerer haben, Nachwuchs zu rekrutieren. Laut BIBB-Präsident Manfred Kremer werden davon aber nicht alle Berufe gleich stark betroffen sein: "Maßgeblich ist hier das Image der Berufe, denn das spielt für die zu erwartenden Bewerberzahlen eine wichtige Rolle."

Nur zum Teil hängt die geringe Nachfrage damit zusammen, dass den Jugendlichen das Interesse an den für die Berufe typischen Arbeiten fehlt. Dies ergab eine Befragung des BIBB unter Schülerinnen und Schülern aus den höheren Klassen der allgemeinbildenden Schulen. Eine wichtige Rolle spiele hingegen, wie anerkannt die Berufe aus Sicht der Jugendlichen in der Gesellschaft sind.

Nach Meinung der Jugendlichen genießen vor allem jene Berufsinhaber ein hohes Ansehen, die als überdurchschnittlich gebildet, intelligent, einkommensstark und ehrgeizig gelten. Tugenden wie Geschicklichkeit, körperliche Fitness, Fleiß, Kontaktfreudigkeit und auch Selbstlosigkeit spielen dagegen aus Sicht der Jugendlichen für das Ansehen eines Berufes keine große Rolle.

Die Folge: Büroberufe mit kreativer Tätigkeit gelten als besonders imageförderlich und sind unter den Jugendlichen dementsprechend begehrt. Berufe, bei denen körperliche Arbeit, manuelles Geschick und soziale Tätigkeiten im Vordergrund stehen, haben das Nachsehen.

www.bibb.de/de/51730.htm


+ Wie viele Auszubildende haben einen Migrationshintergrund?

Im KIBB-Anfragenarchiv sind Fragen und Antworten zu Themen der Berufsbildung zu finden, die vom Team des Kommunikations- und Informationssystems Berufliche Bildung bearbeitet wurden.

Hier wurde die Frage gestellt, wie hoch der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund an allen Auszubildenden sei. Zur Beantwortung wurden vor allem die Ergebnisse des Mikrozensus herangezogen, bei dem seit dem Jahr 2005 eine Unterscheidung zwischen Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund stattfindet.

Zum KIBB-Anfragenarchiv:
http://www.kibb.de/anfrage.html?subAction=requestdetails&id=597 

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BLICK ÜBER DIE GRENZEN

+ Auswahlbibliografie "Der europäische Berufsbildungsraum"

Das BIBB aktualisiert regelmäßig seine Literaturzusammenstellungen zu verschiedenen Themenbereichen der Berufsbildungsforschung. Die Auswahlbibliografien werden jeweils aus der BIBB-Literaturdatenbank extrahiert und beinhalten chronologisch absteigend Literaturnachweise mit Abstracts zum jeweiligen Berufsbildungsthema.

Jetzt steht die aktualisierte Bibliografie zum Thema "Der europäische Berufsbildungsraum" bereit. Neben den aufgeführten Printmedien sind auch Nachweise zu Online-Dokumenten enthalten, die über die URL direkt mit den jeweiligen Volltexten verlinkt sind.

Auswahlbibliografie (PDF, 239 KB)


+ Veränderte Qualifikationsstrukturen in Europa

Die mittelfristige Prognose des Cedefop zum Qualifikationsangebot in Europa bis 2020 lässt erkennen, dass der Anteil der erwachsenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit hohen und mittleren Qualifikationen weiterhin erheblich steigen wird. Die Zahl der Personen mit geringer Qualifikation wird nach dieser Prognose dagegen in den meisten europäischen Ländern abnehmen.

Zwischen 2007 und 2020 werde die Zahl der europäischen Erwerbspersonen mit geringer Qualifikation um über 17 Millionen zurückgehen. Im Jahr 2020 betrage der Anteil der gering Qualifizierten an der Erwerbsbevölkerung voraussichtlich 17,7 Prozent, während er 2007 noch bei 27 Prozent lag.

Es wird allerdings die Befürchtung ausgesprochen, dass die aktuelle Wirtschaftskrise die erwarteten Trends verändern könne und dadurch die Verbesserung der Qualifikationsprofile gefährdet wird. Eine kurzfristige Auswirkung der Krise könne aber auch eine Zunahme der Bildungsbeteiligung und des Qualifikationserwerbs sein: Jugendliche könnten den Eintritt in einen angespannten Arbeitsmarkt aufschieben und lieber höhere Qualifikationen erwerben, um nach dem Wiederaufschwung bessere Aussichten zu haben.

Der Umschulung und Qualifizierung von Erwachsenen wird aufgrund der Überalterung der Bevölkerung in Zukunft noch mehr Bedeutung zukommen.

"Future skill supply in Europe: Medium-term forecast up to 2020: synthesis report":
www.cedefop.europa.eu/etv/news/default.asp?idnews=4551


+ Lehrkräfte als "Schlüssel" für ein erfolgreiches Bildungssystem

Zu den Empfehlungen, die sich aus der OECD-Studie "Teaching and Learning International Survey (TALIS)" ergeben, zählt, dass Bildungsbehörden ihr Augenmerk stärker darauf richten sollten, eine Verbindung zwischen erbrachter Leistung und deren Anerkennung herzustellen. Häufig werde diesem Aspekt zu wenig Bedeutung beigemessen.

"Hervorragende Lehrkräfte sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Umsetzung der Bildungspolitik und im Endeffekt ist ein Bildungssystem nur so gut wie seine Lehrkräfte und deren Leistung", so OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

Creating Effective Teaching and Learning Environments: First Results from TALIS 

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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

20. August 2009, Düsseldorf
Fachtagung "Berufliche Förderkonzepte für Benachteiligte - europäische Impulse für NRW"

Einzelheiten zu den Veranstaltungen im GPC-Terminkalender:
www.good-practice.de/tkal

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Dr. Ursula Bylinski
Tel: 0228/107 2628
Fax: 0228/107 2886

Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn