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  GPC - NEWSLETTER 91 # GPC - NEWSLETTER 91 # GPC - NEWS

    Ausgabe 91, 27.08.2009

    Aktuelle Leserzahl: 5.626

  Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
    Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
      Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten

  Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de

   http://www.good-practice.bibb.de

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THEMA DES MONATS
  + Neuer Schwung im Übergangssystem?

NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
  + Übergangsprobleme und Wirksamkeit von Ausbildungsprogrammen
  + Lehrkräftemangel an Berufsschulen
  + Heimatverbundenheit hemmt nicht die Integration
  + Erster Integrations-Indikatorenbericht
  + Online-Plattform für junge Migrantinnen und Migranten
  + Ausbildungsportal für kleine und mittlere Unternehmen

NEUES AUS DEM GPC
  + Good Practice-Beispiel zur Gestaltung von Betriebspraktika
  + Erfahrungen mit der Berufseinstiegsbegleitung
  + Demographische Entwicklungen und die berufliche Ausbildung
  + Neue Themenseite "Deutsches/Europäisches Leistungspunktesystem"
  + Aktuelle Datenbank-Einträge

NEUES VON LÄNDERAKTIV
  + Förderprogramm "Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen" 
  + Ergebnisse: QuiB - Qualifizierungsbausteine im Betrieb

NEUES AUS DEM BIBB
  + Qualität dualer Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden
  + Jobstarter: Stiftungskompass berufliche Aus- und Weiterbildung
  + DEQA-VET für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung
 
BLICK ÜBER DIE GRENZEN
  + Fünf Millionen arbeitslose Jugendliche in der EU
  + Österreich: Erwerbssituation Jugendlicher mit Migrationshintergrund

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

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THEMA DES MONATS

+ Neuer Schwung im Übergangssystem?

"Wir tragen mit Jobstarter Connect dafür Sorge, dass auch leistungsschwächere Jugendliche auf eine Ausbildung im Sinne des dualen Berufsbildungssystems mit Ausbildungsbausteinen vorbereitet werden und diese Vorqualifikationen auch auf die folgende Ausbildung angerechnet werden können", so der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Storm anlässlich der Auftaktkonferenz zur zweiten Förderrunde von Jobstarter Connect.

Im Rahmen des Förderprogramms soll die Möglichkeit erprobt werden, Ausbildungsbausteine auf eine Ausbildung anrechnen zu lassen oder darüber zur Externenprüfung zugelassen zu werden. Damit wird das Ziel verfolgt, das "Übergangssystem" stärker auf die duale Berufsausbildung auszurichten. Bestehende Strukturen sollen auf das Konzept der Ausbildungsbausteine umstellen, um damit eine "Brücke in die Ausbildung" zu eröffnen.

Würde tatsächlich eine Anrechnung von erworbenen Qualifikationen gelingen, wäre ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, die unterschiedlichen Bildungsangebote im "Übergangssystem" miteinander zu verknüpfen - damit könnten Anschlüsse zwischen einzelnen Bildungsabschnitten hergestellt und "Förderketten" geschaffen werden.

Wie Erfahrungen aus Hamburg zeigen, besteht derzeit die größte Herausforderung darin, mit den Kammern, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden Absprachen zu erreichen, die über eine individuelle Verkürzung der Ausbildungszeit hinausgehen und eine weiter gehende Anrechnung von erworbenen Ausbildungsbausteinen auf eine Ausbildung sicherstellen.

Jobstarter Connect fördert in der zweiten Förderrunde Projekte, die die Ausbildungsbausteine im Übergang Schule-Beruf für den Bereich der Benachteiligtenförderung und in schulischen Bildungsangeboten erproben. Darüber hinaus sind Projekte förderfähig, die eine mögliche Verzahnung von Qualifizierungsbausteinen und Ausbildungsbausteinen erproben.

Mehr Informationen dazu enthält die neue Broschüre "Jobstarter Connect - Ausbildungsbausteine in der Praxis": www.bmbf.de/pub/jobstarter_connect_praxis.pdf (PDF, 1,5 MB)

Projektskizzen können bis zum 11. September eingereicht werden.
Grundlage der Beantragung ist die Bekanntmachung der 2. Förderrichtlinien zur Durchführung des Programms Jobstarter Connect: www.bmbf.de/foerderungen/13768.php

In der ersten Förderrunde wurden aus 112 eingereichten Konzepten 27 ausgewählt, die seit April 2009 vor Ort umgesetzt werden. Über diese Projekte sollen in den nächsten vier Jahren rund 3.700 Jugendliche und junge Erwachsene über Ausbildungsbausteine qualifiziert werden.

Eine Zusammenstellung der Projekte aus der ersten Förderrunde mit ihren thematischen Schwerpunktsetzungen findet sich in folgender Broschüre:
www.good-practice.de/Reader-Projekte.pdf (PDF, 227 KB)

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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG


+ Übergangsprobleme und Wirksamkeit von Ausbildungsprogrammen
  
Gegenstand der "Untersuchung zum Verbleib und der Übergangsprobleme von Absolventen vorberuflicher und beruflicher Bildungsgänge als Beitrag zur Beurteilung verschiedener Unterstützungs- und Ausbildungsprogramme im Freistaat Sachsen" war die Frage, wie effektiv und effizient die Programme gemessen an den Übergangsraten in Beschäftigung beziehungsweise Ausbildung und den damit verbundenen Kosten sind.

Ausgehend von Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage am Ausbildungsstellenmarkt sowie der spürbaren Ausweitung der Zahl junger Menschen im sogenannten "Übergangssystem" hatte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA) im Jahr 2006 das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) mit der Untersuchung beauftragt.

Diese beinhaltet differenzierte finanztechnische Informationen zur immer wieder behaupteten Ineffizienz des Übergangs von der Schule in die Arbeitswelt. Bei den beruflichen Bildungsgängen wird der betrieblichen Ausbildung sowie der bundesrechtlich geregelten Ausbildung an Berufsfachschulen der Gesundheitsberufe die höchste Effektivität bescheinigt. Bei vorberuflichen Bildungsgängen wird vor allem der Einstiegsqualifizierung eine hohe Effektivität zugesprochen.

Insgesamt fokussiert die Studie sehr stark auf die Zielgröße "Integration in Beschäftigung". Fraglich ist, ob der Erfolg der untersuchten Bildungsgänge tatsächlich nur an der Integration gemessen werden kann. Unter anderem bleiben auch folgende wichtige Bereiche im Übergangsfeld unbeachtet:

  • Fragestellungen im Sinne einer Wirkungsevaluation (Outcome), Bildungspolitik-Evaluation oder institutionellen Betrachtung werden nicht bearbeitet.
  • Der Erwerb von berufsfachlichen oder sozialen Kompetenzen in den Bildungsgängen wird nicht untersucht. 
  • Fragen nach den Ursachen der (Integrations-)Erfolge werden nicht gestellt: Warum gelingen/misslingen Bildungsprogramme? Warum sind Bildungsprogramme teuer beziehungsweise preiswert?

Endbericht des ISG:
www.smwa.sachsen.de/set/431/Verbleibsstudie_2009.pdf (PDF, 1,9 MB)

Rezension zur Verbleibsstudie von Dr. Friedel Schier:
www.bwpat.de/rezensionen/rezension_16-2009_ISG.pdf (PDF, 44 KB)


+ Lehrkräftemangel an Berufsschulen

Die IG Metall verlangt angesichts des Mangels an Berufsschullehrkräften ein konsequentes bildungspolitisches Handeln. Seit Jahrzehnten seien die beruflichen Schulen mit einschlägig ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern unterversorgt. Zudem werde deren Gesamtzahl in den nächsten Jahren rapide absinken.

Es wird befürchtet, dass in den nächsten zehn Jahren nur noch ein Drittel des Ersatzbedarfs an Lehrkräften durch Absolventinnen und Absolventen eines grundständigen universitären Lehramtsstudiums gedeckt werden kann. Dies betreffe vor allem den Bereich der Metall-, Elektro- und Informationstechnik.

Im Zentrum der Bemühungen muss nach Ansicht der IG Metall die Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs stehen. Lehrerinnen und Lehrer empfänden sich bislang als Notnagel einer mangelhaften Bildungspolitik.

Um den Lehrkräftemangel zu dämpfen, müsse die Durchlässigkeit für außerschulisches Bildungspersonal verbessert werden. Es sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, damit beispielweise geprüfte Berufspädagogen zur Studienratslaufbahn zugelassen werden können.

"Der dramatische Mangel an Berufsschullehrern und Berufsschullehrerinnen verlangt konsequentes bildungspolitisches Handeln" - Einschätzungen und Vorschläge der IG Metall (DOC, 191 KB)


+ Heimatverbundenheit hemmt nicht die Integration

Das internationale Projekt "Verbreitung und Kontextbedingungen transnationaler Migrantenorganisationen in Europa (TRAMO)" untersucht die Selbstorganisation von Migrantinnen und Migranten. Dazu wurde an der Ruhr-Universität Bochum die bisher umfangreichste Liste von Migrantenorganisationen in Deutschland erstellt. Allein in den untersuchten 75 kreisfreien Großstädten wurden knapp 3.500 ermittelt. Ausgewählte Organisationen werden derzeit hinsichtlich ihrer transnationalen Aktivitäten analysiert.

Zu den bisherigen Erkenntnissen zählt, dass Integration und Bewahrung der eigenen kulturellen Identität kein Widerspruch sein müssen. Die transnationalen Organisationen können der Integration durchaus dienen und beiden Seiten Vorteile bringen. Deutsche Unternehmen können etwa mit deren Hilfe gute Kontakte ins Ausland knüpfen. Weiterhin können die Organisationen auch aus der Ferne etwas für ihre Heimat tun, zum Beispiel im Hinblick auf Demokratisierungsprozesse.

www.rub.de/tramo


+ Erster Integrations-Indikatorenbericht

In Deutschland ist der erste Indikatorenbericht zum bundesweiten Integrationsmonitoring erschienen. Dieser soll eine objektive und datenbasierte Diskussion der Lebenslage von Personen mit Migrationshintergrund ermöglichen.

Integrationspolitische Erfolge gibt es beispielsweise im Bildungsbereich. So ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss bei in Deutschland geborenen Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf 2,2 Prozent gesunken und damit sogar etwas niedriger als in der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung (2,3 Prozent). Der Anteil ausländischer Jugendlicher ohne Schulabschluss sank im Berichtszeitraum 2005 bis 2007 von 17,5 auf 16 Prozent.

Jugendliche aus Zuwandererfamilien haben es aber nach wie vor deutlich schwerer als gleichaltrige ohne Migrationshintergrund, einen Ausbildungsplatz zu finden. Die Arbeitslosenquote von Ausländerinnen und Ausländern war 2007 mit 20,3 Prozent etwa doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung.

Zum Integrations-Indikatorenbericht:
www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/Anlagen/2009-07-07-indikatorenbericht,property=publicationFile.pdf (PDF, 1,3 MB)


+ Online-Plattform für junge Migrantinnen und Migranten

jmd4you heißt die neue Online-Anlaufstelle für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Auf der Internetseite können junge Menschen im Alter von 12 bis 27 Jahren ihre ganz persönlichen Fragen stellen: "Wie finde ich mit meinen Zeugnissen einen Ausbildungsplatz in Deutschland?" und "Wo kann ich mich zu einem Sprachkurs anmelden?" sind zum Beispiel solche Fragen. "Was gefällt mir in Deutschland?" oder "Wie ist das mit meinem Aufenthaltsstatus?" sind weitere Themen, die junge Migrantinnen und Migranten bewegen und die sie auch in Chats mit anderen Jugendlichen und den Online-Begleitern von jmd4you in verschiedenen Sprachen diskutieren können.

Die Online-Plattform wurde als Ergänzung zur Beratung von jungen Migrantinnen und Migranten in den Jugendmigrationsdiensten entwickelt. Seit vielen Jahren werden junge Menschen mit Migrationshintergrund bundesweit in rund 400 solcher Beratungsstellen in ihrer sozialen und beruflichen Integration unterstützt. Zusätzlich zu diesem Angebot soll jmd4you diejenigen Jugendlichen ansprechen, die bislang nicht von der persönlichen Beratung erreicht wurden und die zunächst bevorzugen anonym Fragen zu stellen.

www.jmd4you.de


+ Ausbildungsportal für kleine und mittlere Unternehmen

Kleine und mittlere Unternehmen verfügen meist nicht über eine eigene Ausbildungsabteilung. Mit dem Internet-Angebot ausbildernetz.de sollen Betriebe, bei denen Potenziale und Bereitschaft zur Schaffung von Ausbildungsplätzen durchaus gegeben sind, denen aber die Ressourcen zur Planung, Organisation und didaktisch-methodischer Begleitung fehlen, beim Einstieg in die Ausbildung unterstützt werden.

Das Portal gibt Unternehmen Hilfestellungen für jede Phase der Ausbildung. Tipps zur Bewerberauswahl, Checklisten und Vorschläge zu Fähigkeits- und Anforderungsprofilen stehen zum Download bereit. Ausbildernetz.de richtet sich an Ausbilderinnen und Ausbilder, Personalverantwortliche, Bildungsdienstleister und Lehrkräfte an beruflichen Schulen.

www.ausbildernetz.de

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NEUES AUS DEM GPC

+ Good Practice-Beispiel zur Gestaltung von Betriebspraktika

Neuer Eintrag in unsere Datenbank der Good Practice-Lösungen: Der Modellversuch "Schüler mit Entwicklungspotenzial erleben Berufsperspektive" hatte zum Ziel, die Berufsorientierung der Teilnehmenden zu stärken, diese an den Berufsalltag heranzuführen und auf diese Weise auf eine Ausbildung vorzubereiten.

Angesprochen waren Jugendliche mit besonderem Förderbedarf, die aufgrund ihres schlechten oder nicht vorhandenen Bildungsabschlusses sowie ihrer sozialen Umstände kaum in der Lage sind, selbstständig einen Ausbildungsplatz oder eine Beschäftigung zu finden. Im Rahmen des Modellversuchs haben sie ein insgesamt dreimonatiges, berufsvorbereitendes Betriebspraktikum im metalltechnischen Bereich absolviert.

Das Praktikum zeichnete sich durch seine Gliederung in zwei didaktisch-inhaltlich voneinander getrennte Phasen sowie durch die Umsetzung eines Tandem-Modells zur intensiven sozialpädagogischen Betreuung der Jugendlichen aus.

http://www.good-practice.de/gp/suche.php?action=view&id=696


+ Erfahrungen mit der Berufseinstiegsbegleitung

Ulrike Hestermann vom Internationen Bund (IB) beschreibt in einem Bericht für das GPC die bisherigen Erfahrungen mit dem Instrument der Berufseinstiegsbegleitung - aus der Sicht eines Bildungsträgers.

Seit Beginn dieses Jahres wird die Berufseinstiegsbegleitung als ein neues arbeitsmarktpolitisches Instrument im Bereich Übergang Schule/Ausbildung durch die Bundesagentur für Arbeit an mehr als 1.000 Förder-, Haupt- und Gesamtschulen bundesweit gefördert.

Aus der Praxis seien die Rückmeldungen überwiegend positiv. Die
individuelle schulnahe Begleitung werde als lange herbeigesehntes Instrument vom Ansatz her begrüßt. Wo die Schule bereits eine positive Grundeinstellung zum Thema Berufsorientierung mitbringt, habe das Projekt gut starten und sich in kurzer Zeit zum festen Bestandteil des Schulalltages entwickeln können.

Als Stolperstein erweise sich jedoch die Halbtags-Schule. Dort stecke man im Dilemma: Auf der einen Seite sollten die ohnehin leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler keinen Unterricht versäumen. Andererseits sei es schwierig bis unmöglich, sie zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit zu motivieren, die nachmittags außerhalb der Schul(pflicht)zeit liegt.

Ob die Berufseinstiegsbegleitung ein Zukunftsmodell für die berufliche Integration darstellt, wird auch bei der Fachtagung des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit diskutiert, die am 29. Oktober 2009 in Frankfurt stattfindet.

Der gesamte Erfahrungsbericht unter:
www.good-practice.de/BerEbgpc.pdf (PDF, 31 KB)

Ausschreibung und vorläufiges Programm der Fachtagung (PDF, 143 KB)


+ Demographische Entwicklungen und die berufliche Ausbildung

Ein neuer GPC-Bericht befasst sich mit der im Auftrag des BMBF erstellten Studie der Prognos AG "Auswirkungen von demographischen Entwicklungen auf die berufliche Ausbildung". Diese soll eine Orientierung für politisches Handeln, administrative Planungen und Entscheidungen von Akteuren der Bildungspolitik bieten.

Beispielhaft werden drei Szenarien für den Zeitraum von 2016 bis 2025 dargestellt. Durchgängig wird prognostiziert, dass nicht alle Jugendlichen in den Ausbildungsmarkt integriert werden können. In dieser Hinsicht würden beispielsweise Migrantinnen und Migranten auch in Zukunft zu den benachteiligten Personen gehören.

Um den beschriebenen Problemen zu begegnen, formuliert die Studie Empfehlungen und Lösungsansätze. Der Nationale Integrationsplan bietet hierbei einen Rahmen, der durch gezielte Maßnahmen und Unterstützungsleistungen gefüllt werden müsse.

Der Bedarf an umfassenden Beratungsangeboten für Bildungsentscheidungen wächst kontinuierlich, worauf mit einem bundesweiten Angebot reagiert werden müsse. Da bereits viele Angebote bestehen, sollten sich Anstrengungen vor allem darauf richten, Ausbildungsberatung sowie Angebote zur Vermittlung von Ausbildungsbewerbern an ausbildende Stellen weiterzuentwickeln und zu systematisieren.

www.good-practice.de/strukturen_beitrag3890.php

Dokumentation der Fachkonferenz "Demografischer Wandel - Zukunft der beruflichen Aus- und Weiterbildung" vom 29. bis 30. Juni 2009 in Potsdam:
www.bmbf.de/de/13804.php


+ Neue Themenseite "Deutsches/Europäisches Leistungspunktesystem"

Das Angebot der GPC-Themenseiten ist um den Eintrag "Deutsches/Europäisches Leistungspunktesystem" erweitert worden. Zu diesem Thema sind Grundlagen-Infos, Projektbeispiele, Literaturhinweise und mehr zusammengetragen worden.

"DECVET - Entwicklung eines Leistungspunktesystems in der beruflichen Bildung" ist eine deutsche Pilotinitiative im Auftrag des BMBF. Bildungspolitisches Ziel der Initiative ist die Entwicklung und Erprobung eines nationalen Leistungspunktesystems zur Erfassung, Übertragung und Anrechnung von Lernergebnissen beziehungsweise Kompetenzen von einem Teilbereich des beruflichen Bildungssystems in einen anderen.

Das Europäisches Leistungspunktesystem ECVET ist ein Instrument, in dem Qualifikationen in Einheiten von Lernergebnissen ausgedrückt werden, denen jeweils Leistungspunkte (Credits) zugeordnet werden und das mit einem Verfahren für die Validierung von Lernergebnissen kombiniert wird.

www.good-practice.de/3916.php


+ Aktuelle Datenbank-Einträge

Zu den Datenbanken des GPC:
www.good-practice.de/datenbanken.php


> Good Practice-Lösungen (100 Einträge)

  NEU: "FOTOSTORY - informell erworbene Fähigkeiten sichtbar gemacht",
  Deutsches Jugendinstitut e.V. (DJI)
  http://www.good-practice.de/gp/suche.php?action=view&id=692 


> Materialiendatenbank (379 Einträge)

NEU: Kulturelle Vielfalt als Impuls für Entwicklung und Wachstum: "Wertschöpfung durch Wertschätzung" (Ergebnisse der Projektevaluation),
Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
 

NEU: Dokumentation "Politische Gestaltung des Kommunalen Übergangsmanagements an der Passage von der Schule in die Arbeitswelt".
Hrsg.: Friedrich-Ebert-Stiftung

Stellen auch Sie Ihre Materialien den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis zur Verfügung!
Kontakt: Michael Gräf, 0228-1071304

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NEUES VON LÄNDERAKTIV

+ Förderprogramm "Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen", Hessen

Das Ziel der durch das Programm zu fördernden Projekte ist die arbeitsmarktorientierte Vorbereitung und Qualifikation von benachteiligten jungen Menschen zur Aufnahme eines Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsverhältnisses oder die Vermittlung in passende weiterführende Angebote der beruflichen Integration.

Die Projekte haben sich um eine angemessene Organisation der Übergänge zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie um die konkrete Vermittlung der von ihnen beschäftigten/qualifizierten jungen Menschen zu bemühen. Dazu sind mit den Kooperationspartnern frühzeitig abgestimmte individuelle Hilfe- beziehungsweise Förderpläne bezüglich der sozialen und beruflichen Integration zu erstellen. Die Projekte müssen in die örtliche Jugendhilfe- und Sozialplanung einbezogen und sollen durch kommunale Mittel mitfinanziert werden.

www.esf-hessen.de/Qualifizierung_von_jungen_Menschen.esf


+ Ergebnisse: QuiB - Qualifizierungsbausteine im Betrieb

QuiB ist ein mittlerweile abgeschlossenes Modellprojekt, das zum Ziel hatte, kleine und mittlere Unternehmen bei der Arbeit mit Qualifizierungsbausteinen in der Ausbildungsvorbereitung zu begleiten und zu unterstützen.

Auf der Homepage sind Informationen zu den Eckpunkten des Modellprojekts und den Ergebnissen sowie ein Überblick über die Kennzeichen von Qualifizierungsbausteinen zu finden. Für kleine und mittlere Unternehmen wird eine Arbeitshilfe für die betriebliche Ausbildungsvorbereitung zur Verfügung gestellt.

Die in QuiB entwickelten und betrieblich erprobten Qualifizierungsbausteine können heruntergeladen und für eine Berufsausbildungsvorbereitung mit jungen Leuten genutzt werden.

www.quib.inbas.com

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NEUES AUS DEM BIBB

+ Qualität dualer Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden

Das BIBB hat für die Studie "Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden" rund 6.000 Auszubildende befragt. Mehr als die Hälfte der Auszubildenden (53 Prozent) beurteilt die Qualität ihrer Ausbildung als "befriedigend". Jeder Vierte (24 Prozent) schätzt die Ausbildung als "gut" ein, jeder Fünfte (21 Prozent) dagegen nur als "ausreichend". Nur ein Prozent bewertet die Ausbildung als "mangelhaft".

Von allen untersuchten Qualitätsbereichen schneidet die Kooperation der Lernorte Betrieb und Berufsschule bei den Auszubildenden am schlechtesten ab. Die Arbeiten, die in den Betrieben auszuführen sind, werden nach Wahrnehmung der Auszubildenden "eher selten" in den Berufsschulen behandelt.

Umgekehrt haben die Auszubildenden auch den Eindruck, dass sie die schulischen Lerninhalte oft nicht in den Betrieben anwenden können. Ausbildungsprojekte, die von Betrieben und Berufsschulen gemeinsam durchgeführt werden, stellen eher die Ausnahme dar.

BIBB-Report 9/09 "Viel Licht - aber auch Schatten":
www.bibb.de/de/51844.htm


+ Jobstarter: Stiftungskompass berufliche Aus- und Weiterbildung

Das Online-Angebot "Stiftungskompass" informiert über Stiftungen, die sich in der beruflichen Aus- und Weiterbildung engagieren. Die Daten basieren auf Selbstauskünften von Stiftungen, die im Rahmen einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beauftragten Studie befragt worden waren.

Ausgewiesen sind die Stiftungen, die gerne in ein solches Verzeichnis aufgenommen werden wollten. Stiftungen, die sich ebenfalls in diesem Themenfeld engagieren, sind eingeladen, sich über das Formular für das Verzeichnis anzumelden.

www.jobstarter.de/de/1882.php


+ DEQA-VET für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung

Die Deutsche Referenzstelle für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung (DEQA-VET) ist Bestandteil eines europäischen Netzwerkes nationaler Referenzstellen (ENQA-VET). Hierdurch soll die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses und die Anwendung der Qualitätssicherung in der Berufsbildung gefördert werden.

Die Internetpräsenz von DEQA-VET informiert über die Aufgaben und Tätigkeiten der Referenzstelle, welche die Akteure der beruflichen Bildung in Deutschland mit Angeboten, Good-Practices und Know-how im Bereich Qualitätssicherung und -entwicklung unterstützen will.

Mit einer Auftaktveranstaltung am 22. September in Bonn soll die nationale Referenzstelle in der Fachöffentlichkeit bekannt gemacht werden. Des Weiteren dient die Veranstaltung dazu, den Akteuren der Berufsbildung (Ausbilder, Qualitätsbeauftragte, Kammern, Berufsschulen, Weiterbildungsanbieter, Landesausschüsse für Berufsbildung etc.) die Gelegenheit zu geben, sich über die aktuellen Herausforderungen bei der Qualitätssicherung auszutauschen.

www.deqa-vet.de

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BLICK ÜBER DIE GRENZEN

+ Fünf Millionen arbeitslose Jugendliche in der EU

Im ersten Quartal 2009 waren in der Europäischen Union (EU27) fünf Millionen Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren arbeitslos. Damit lag die saisonbereinigte Jugendarbeitslosenquote bei 18,3 Prozent. Zum Vergleich betrug die Gesamtarbeitslosenquote in der EU 8,2 Prozent.

Die höchsten Anstiege gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichneten Lettland (von 11 auf 28,2 Prozent), Estland (von 7,6 auf 24,1 Prozent) und Litauen (von 9,5 auf 23,6 Prozent). Den geringsten Anstieg gibt es in Deutschland (von 10,2 auf 10,5 Prozent).

In einigen Ländern, wie Schweden und Italien, fällt die hohe Jugendarbeitslosigkeitsquote im Vergleich zur relativ geringen Gesamtarbeitslosenquote auf (Schweden 24,2 zu 7,7 Prozent, Italien 24,9 zu 7,4 Prozent). Spanien hat mit 33,6 Prozent die meisten jugendlichen Arbeitslosen.

Junge Männer (19,1 Prozent) sind von der steigenden Arbeitslosigkeit offenbar stärker betroffen als junge Frauen (17,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote der jungen Männer war in 16 von 27 Mitgliedsstaaten höher als die der jungen Frauen. Im ersten Quartal 2008 traf dies nur auf 11 Mitgliedstaaten zu.

http://ec.europa.eu/eurostat 


+ Österreich: Erwerbssituation Jugendlicher mit Migrationshintergrund

Auch in Österreich ist die Jugendarbeitslosigkeit weiter gestiegen. Das ist laut einer Untersuchung der Donau-Universität Krems eine Folge des Einbruchs der Nachfrage nach einfachen Qualifikationen und eines gleichzeitigen Anstiegs des Arbeitskräftepotenzials für einfache Tätigkeiten. In der Folge ist der Jugendarbeitsmarkt zunehmend gespalten in Personen mit guten Qualifikationen, die die Gewinner des Wandels sind, und Personen, die infolge ihrer geringen Qualifikationen zu Verlierern werden.

In der Studie "Lebens- und Erwerbssituation arbeitsmarktferner Jugendlicher mit Migrationshintergrund in Tirol" wird empfohlen, stärker auf die Heterogenität der Personengruppe einzugehen. Verschiedene Gruppen sehen sich mit unterschiedlichen Problemen und Herausforderungen konfrontiert, worauf der jeweilige Handlungsansatz Bezug nehmen müsse.

Der Sprachvermittlung komme eine besondere Rolle zu. Es sei ein Verständnis für die institutionalisierten Funktionsweisen der österreichischen Wirtschaft und Gesellschaft sowie ein Grundvokabular im Umgang mit Behörden zu vermitteln. Für Behörden, die Kontakt mit Migrantinnen und Migranten haben, wird ein interkulturelles Training in Kombination mit einer Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Unterschiede für die Angestellten vorgeschlagen.

"Lebens- und Erwerbssituation arbeitsmarktferner Jugendlicher mit Migrationshintergrund in Tirol" - Endbericht (PDF, 1,3 MB)

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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

22. September 2009, Bremen
Fachtagung "Blockierte Zukunft? - lea-Dialog", Verbundprojekt Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften; Teilprojekt Prozessbegleitende Diagnostik am Übergang Schule-Beruf.

14. Oktober 2009, Bonn
f-bb-Fachtagung "Betriebliche Ressourcen nutzen - Nachqualifizierung als Chance für Unternehmen"

Einzelheiten zu den Veranstaltungen im GPC-Terminkalender:
www.good-practice.de/tkal

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Dr. Ursula Bylinski
Tel: 0228/107 2628
Fax: 0228/107 2886

Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn