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GPC - NEWSLETTER 93 # GPC - NEWSLETTER 93 # GPC - NEWS
Ausgabe 93, 18.11.2009
Aktuelle Leserzahl: 5806
Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de
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THEMA DES MONATS
+ Berufsorientierung für jeden - Ausbildung für alle
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Den Übergang besser bewältigen
+ Frauen in MINT-Berufen
+ Über persönliche Kontakte zum Job
+ VerA verhindert Ausbildungsabbrüche
NEUES AUS DEM GPC
+ Professionalität des Bildungspersonals
+ Frischer Wind in der Berufsorientierung
+ Fachtagung "Neue Jugend? Neue Ausbildung?"
+ Aktuelle Datenbank-Einträge
NEUES VON LÄNDERAKTIV
+ Neues Konzept für die Berufsorientierung in Sachsen
NEUES AUS DEM BIBB
+ Projekt "Integrierte Ausbildungsberichterstattung"
+ Duale Ausbildung im Osten ungenügend verankert
+ Sinnlose Warteschleifen im Übergang?
+ Migranten und Berufsbildung
BLICK ÜBER DIE GRENZEN
+ Europass-Infoblätter
+ Effekte der Jugendarbeit in Europa
+ In der Schweiz gelingt die Arbeitsmarktintegration besser
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS
+ Berufsorientierung für jeden - Ausbildung für alle
Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP sieht "Ausbildung für alle" vor und "Jugendliche mit Ausbildungsrisiken müssen frühzeitig erkannt und gefördert werden. Deshalb bauen wir die frühe Berufsorientierung in den Schulen aus." Auch Bildungsministerin Schavan betonte bei ihrem Besuch im BIBB, dass Jugendliche durch Berufsorientierung bereits in der Schule stärker individuell gefördert und begleitet werden sollen. Das Ziel ist, dass Jugendliche möglichst gar nicht erst vom Übergangssystem aufgefangen werden müssen.
Der Koalitionsvertrag verspricht weiterhin das Übergangssystem neu zu strukturieren und effizienter zu gestalten. "Maßnahmen sollen grundsätzlich - auch mit Hilfe von Ausbildungsbausteinen - auf Ausbildung und Berufsabschluss ausgerichtet werden."
In den Reaktionen auf den Koalitionsvertrag werden diese Leitlinien durchweg begrüßt, aber auch darüber hinausgehende Aussagen gefordert.
So macht das Nationale Forum Beratung darauf aufmerksam, dass auch dem Beratungsbedarf von Menschen mit Behinderungen und solchen, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind, mehr Aufmerksamkeit zu schenken sei. Ziel der neuen Regierung müsse es sein, in Deutschland den Ausbau eines öffentlich verantworteten, kohärenten und trägerneutralen Systems von Beratung voranzutreiben.
Das Kolpingwerk Deutschland begrüßt die Schwerpunktsetzung auf Bildung als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe. Es komme nun darauf an, dass der Bund im Rahmen seiner föderalen Bildungskompetenzen die verfügbaren Mittel so einsetze, dass die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen verbessert würden.
Der Deutsche Caritasverband weist darauf hin, dass die derzeitigen Programme zur frühzeitigen Berufsorientierung zu wenig gesteuert und aufeinander abgestimmt seien. Ein effektives Übergangssystem bedürfe regionaler Koordinierungsstellen, die alle beruflichen Integrationsangebote vernetzen. Weiterhin müsse es das primäre Ziel sein, das Schulsystem so zu gestalten, dass nur wenige Jugendliche auf die Hilfen eines Übergangssystems angewiesen sind.
Der Verein Schulen ans Netz hofft, dass die Medienbildung stärker in den Fokus gerückt wird. Im Koalitionsvertrag werden Maßnahmen im Jugendmedienschutz und eine Erhöhung der Medienkompetenz in der Lehrerausbildung angekündigt. Dies sollte künftig in ein umfassendes Konzept der Medienbildung münden.
Koalitionsvertrag (PDF, 628 KB)
Stellungnahme des Nationalen Forums Beratung (PDF, 59 KB)
Pressemitteilung des Kolpingwerks Deutschland
Ausgabe 20/2009 des Magazins Neue Caritas:
www.neue-caritas.de
Pressemitteilung des Vereins Schulen ans Netz:
http://idw-online.de/pages/de/news343336
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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Den Übergang besser bewältigen
Der Übergang in eine qualifizierte Ausbildung stellt für viele Jugendliche mit niedrigem Bildungsabschluss und Migrationshintergrund einen Stolperstein dar. Eine Studie des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik untersucht, wie Jugendliche besser unterstützt werden können.
Drei Ansatzpunkte sind dabei besonders hervorzuheben:
Am 10. Dezember sollen die Ergebnisse auf der Fachtagung "...jeder will doch eine Ausbildung" in Berlin präsentiert und mit der Fachöffentlichkeit diskutiert werden.
+ Frauen in MINT-Berufen
Es gibt 349 Berufe in denen dual, also im Betrieb und in der Berufsschule, ausgebildet wird. Mehr als die Hälfte aller jungen Frauen entscheidet sich aber Jahr für Jahr für die gleichen zehn Ausbildungsberufe. Bei den Bestrebungen, Frauen den Zugang zu technischen Berufen zu erleichtern, spielt es auch eine Rolle, ihr enges Berufswahlspektrum zu erweitern.
Eine Studie des IAB hat die Situation von Frauen in den sogenannten MINT-Berufen am bayerischen Arbeitsmarkt in den Jahren 1999 bis 2008 untersucht. Im Jahr 2008 arbeiteten in Bayern 72.100 Frauen und 380.700 Männer in technischen Berufen. Prozentual ist der Frauenanteil in den vergangenen Jahren nicht gestiegen.
Während die Entwicklung der Studienanfängerinnen in MINT-Fächern positiv verläuft, lag die Anzahl der von Frauen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Bayern im Jahr 2008 unter dem Niveau von 1999. Bei der späteren Berufswahl, nach Studium oder dualer Ausbildung, arbeiten mit nur 40 Prozent deutlich weniger Frauen tatsächlich als Ingenieure oder Techniker. Bei den Männern sind es 70 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem MINT-Bereich fällt unter den Frauen höher als bei den Männern. Insgesamt liegt die Arbeitslosigkeit in diesen Berufen allerdings auf einem recht niedrigen Niveau.
Bezogen auf die duale Berufsausbildung entscheidet sich Jahr für Jahr die Hälfte aller weiblichen Auszubildenden für die gleichen zehn Ausbildungsberufe.
Studie "Frauen in MINT-Berufen in Bayern":
http://doku.iab.de/regional/BY/2009/regional_by_0109.pdf (PDF, 215 KB)
Die Initiative "Komm, mach MINT" des BMBF will Mädchen für Technik begeistern. Auf der Homepage gibt es eine Deutschlandkarte, wo Interessierte auf ihre Region klicken und sämtliche MINT-Projekte im Umkreis finden können.
Übersicht des BIBB über alle Ausbildungsberufe:
www.bibb.de/berufe
+ Über persönliche Kontakte zum Job
Die Ergebnisse einer Studie des IAB zeigen, dass persönliche Kontakte und soziale Netzwerke auch am Arbeitsmarkt hilfreich sind. Vor allem kleine Betriebe nutzen persönliche Kontakte bei der Suche nach geeignetem Personal. So war im Jahr 2008 der Anteil der Kleinstbetriebe mit bis zu zehn Beschäftigten, die Netzwerke in Anspruch nahmen, mit 53 Prozent deutlich höher als bei größeren Betrieben.
Über persönliche Kontakte wurden besonders häufig Stellen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen besetzt. Stellen mit ungünstigen Arbeitsbedingungen wie unregelmäßige Arbeitszeiten, Schichtarbeit, Lärm- und Hitzebelastung oder körperliche Anstrengung wurden häufiger über Netzwerke vergeben. Im Osten Deutschlands war dies häufiger der Fall als im Westen.
Von diesen Ergebnissen ausgehend kommen die Autoren zu der Auffassung, dass Arbeitslose als potenzielle Nutznießer sozialer Netzwerke bei der Stellenbesetzung besonders in Betracht kommen. Die Gründe werden darin gesehen, dass sie im Durchschnitt eine niedrigere formale Qualifikation aufweisen, eine Stelle in der Regel früher antreten können als Erwerbstätige und die Verschärfung der Zumutbarkeitsregeln und die Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes zu einer höheren Bereitschaft geführt hat, auch schlechtere Arbeitsbedingungen in Kauf zu nehmen.
Fraglich ist aber, ob am Arbeitsmarkt benachteiligte Zielgruppen, denen häufig "fehlendes soziales Kapital" und "Ressourcenarmut" attestiert wird, soziale Netzwerke tatsächlich gewinnbringend knüpfen können.
IAB-Kurzbericht: "Soziale Netzwerke helfen bei der Personalsuche"
http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2409.pdf (PDF, 318 KB)
+ VerA verhindert Ausbildungsabbrüche
Das BMBF will mit der Initiative VerA Jugendliche dabei unterstützen, ihre Ausbildungsziele zu erreichen. Mit Hilfe von ehrenamtlichen Ausbildungsbegleitern des Senior Experten Service (SES) sollen Ausbildungsabbrüche verhindert werden.
VerA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter starteten zunächst mit Büros in einzelnen Modellregionen. Im Laufe des Jahres 2010 soll das Angebot dann für ganz Deutschland gelten. Die zukünftigen Ausbildungsbegleiter werden in einem zweitägigen Seminar auf ihre Aufgaben vorbereitet. Bisher wurden in 16 Seminaren rund 280 Senior Experten ausgebildet.
www.jobstarter.de/de/1760.php
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NEUES AUS DEM GPC
+ Professionalität des Bildungspersonals
Im Forschungsprojekt "Anforderungen an die Professionalität des Bildungspersonals im Übergang von der Schule in die Arbeit" soll ermittelt werden, welche Kompetenzen die pädagogischen Fachkräfte benötigen, um den Anforderungen in einem vernetzten regionalen Übergangsmanagement gerecht zu werden.
Die Aufgabe einer in diesem BIBB-Projekt erarbeiteten Expertise bestand darin, bundesweit zehn Regionen zu ermitteln, in denen die weiteren Untersuchungen stattfinden sollen. Dabei wurden Regionen gesucht, in denen bereits jetzt Modelle eines Übergangsmanagements vorhanden sind oder erprobt werden. Weiterhin sollte es sich um möglichst unterschiedliche Modelle des Übergangsmanagements handeln.
Bereits durch den Zuschnitt der Regionen ergeben sich weitreichende Unterschiede: Landkreise haben andere politische Einflussmöglichkeiten als Städte, die Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist regional sehr unterschiedlich etc.
Darüber hinaus ist festzustellen, dass sich die Probleme junger Menschen in West- und Ost-Ländern noch immer gravierend unterscheiden. Die Regionen in Ostdeutschland stehen vor anderen Herausforderungen und verfügen über andere Lösungsmöglichkeiten als in Westdeutschland.
Zur Expertise "Begründete Auswahl von Regionen, in denen eine qualitative
Untersuchung zu einem Forschungsprojekt des BIBB durchgeführt werden soll":
www.kibb.de/wlk51853.htm
GPC-Themenseite "Bildungspersonal":
www.good-practice.de/3728.php
+ Frischer Wind in der Berufsorientierung
Die Berufsorientierung nimmt Fahrt auf. Im Bund, in den Ländern und Regionen entsteht eine Vielzahl neuer Programme, Projekte und Initiativen, die dazu beitragen, die Qualität der Berufsorientierung vorwärts zu bringen.
Die Zeiten, in denen Berufsorientierung an den Schulen aus einem BIZ-Besuch, einem Praktikum und einem Bewerbungsschreiben bestehen, gehören der Vergangenheit an. Schülerinnen und Schüler werden heute gezielt an die Arbeitswelt herangeführt und durch praktische Einsätze auf die Anforderungen der Berufe vorbereitet.
Eine bundesweite Fachtagung in Kiel präsentierte zahlreiche interessante und innovative Konzepte und zeigte auf, in welche Richtung die Fahrt geht.
GPC-Bericht zur Tagung in Kiel:
www.good-practice.de/infoangebote_beitrag3975.php
In der Reihe der Auswahlbibliografien des BIBB ist die Ausgabe "Berufsorientierung" aktualisiert worden (PDF, 172 KB)
+ Fachtagung "Neue Jugend? Neue Ausbildung?"
Der Strukturwandel in der Arbeitswelt stellt hohe Anforderungen an die Kompetenzen der jungen Generation, vor allem an die individuelle Problembewältigung. Die Diskussion über die "Ausbildungsreife" ist geprägt von subjektiven Deutungen und Zuschreibungen und nicht zuletzt durch den "Mythos" Ausbildung.
Mit welchem Selbstverständnis reagieren nun Jugendliche auf den Wandel, auf die zunehmende Zerfaserung von Übergangswegen? Diese und weitere Fragen wurden am 28. und 29. Oktober 2009 auf der BIBB/DJI-Fachtagung "Neue Jugend? Neue Ausbildung? - Beiträge aus der Jugend- und Bildungsforschung" im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn diskutiert.
Zum GPC-Tagungsbericht:
www.good-practice.de/infoangebote_beitrag3974.php
+ Aktuelle Datenbank-Einträge
Zu den Datenbanken des GPC:
www.good-practice.de/datenbanken.php
> Qualifizierungsbausteine (528 Einträge)
NEU: "Nahtarten und Säume", Hauswirtschafter/Hauswirtschafterin
> Materialiendatenbank (383 Einträge)
NEU: Bericht "Auswertung der Schulabgangsbefragung an den Haupt-, Real-, Gesamtschulen und der Förderschule für Lernhilfe" Hrsg.: Magistrat der Stadt Offenbach am Main
NEU: Ergebnisse eines Expertenhearings: "Welchen Beitrag leistet die schulische Integration von Menschen mit Behinderungen auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt?" Hrsg.: Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
NEU: Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums "Schlaue Mädchen - Dumme Jungen? Gegen Verkürzungen im aktuellen Geschlechterdiskurs". Hrsg.: Deutsches Jugendinstitut e.V., Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik
Stellen auch Sie Ihre Materialien den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis zur Verfügung! Kontakt: Michael Gräf, 0228-1071304
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NEUES VON LÄNDERAKTIV
+ Neues Konzept für die Berufsorientierung in Sachsen
Schülerinnen und Schüler müssen befähigt werden, aktuelle Herausforderungen zu bewältigen: Durchblicken, sich zurechtfinden, mit Rückschlägen umgehen, die eigene Biografie gestalten.
Schülerinnen und Schüler müssen besser auf Berufe vorbereitet werden, Betriebe und Arbeitswelt kennen lernen, sich praktisch erproben können - aber reicht das?
Das Konzept "Professionalisierung des Systems der Berufsorientierung im Freistaat Sachsen", das im Auftrag des sächsischen Wirtschaftsministeriums entwickelt wurde, zielt auf eine zeitgemäße Berufsorientierung, die in gemeinsamer Verantwortung aller Akteure auf Landes- und regionaler Ebene getragen und umgesetzt wird.
GPC-Bericht zum Thema:
www.good-practice.de/infoangebote_beitrag3970.php
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NEUES AUS DEM BIBB
+ Projekt "Integrierte Ausbildungsberichterstattung"
Wie viele Jugendliche befinden sich in den vielfältigen Bildungsgängen des Übergangsbereiches? Welche beruflichen Qualifizierungsangebote gibt es? Zu diesen und ähnlichen Fragen gibt es bislang keine systematische Übersicht. Ausbildungsmarktdaten des dualen Systems und der Berufsschulen sowie Informationen der Bundesagentur für Arbeit laufen als Quellen nebeneinander her. Eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Daten ist nur eingeschränkt möglich.
Diese Lücke soll mit einer "integrierten Ausbildungsberichterstattung" geschlossen werden. Sie soll neue Möglichkeiten eröffnen, die Ausbildungswege der Jugendlichen nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule genauer zu beschreiben und zu analysieren. Das BIBB kooperiert bei der Entwicklung mit einem Gemeinschaftsprojekt der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.
Im Rahmen des Projektes wird ein bundeseinheitliches Indikatorensystem entwickelt, das die Qualifizierungswege der Jugendlichen abbilden soll. Die Indikatoren werden nach Art eines Baukastensystems konzipiert, so dass je nach Bedarf auch alternative Fragestellungen beantwortet werden können.
http://indikatorik.bibb.de/de/52390.htm
+ Duale Ausbildung im Osten ungenügend verankert
20 Jahre nach dem Mauerfall unterscheiden sich die Strukturen der beruflichen Ausbildung immer noch ganz wesentlich zwischen Ost- und Westdeutschland. Zwar sind die Chancen für die Jugendlichen auf Einmündung in eine Ausbildung im Osten neuerdings sogar besser als im Westen, doch kommt dieses Ergebnis laut einer Untersuchung des BIBB bisher vor allem durch massive staatliche Unterstützungsmaßnahmen zustande.
Dies zeigen der hohe Anteil außerbetrieblicher Ausbildung und der sehr viel geringere Anteil von Ausbildungsbetrieben in Ostdeutschland. Am Beispiel West- und Ostdeutschlands verdeutlicht sich, dass die Ausbildungssituation erhebliche regionale Unterschiede aufweist - eine lediglich nach Ost und West unterschiedene Betrachtung reicht hier nicht aus. Die Autoren des aktuellen BIBB-Reports empfehlen der Berufsbildungsforschung, sich mit den Unterschieden zwischen regionalen Ausbildungsmärkten stärker zu beschäftigen.
BIBB-Forschungsdirektor Prof. Reinhold Weiß appelliert in einem Radiointerview mit dem WDR an die Unternehmen im Osten Deutschlands, verstärkt in die betriebliche Ausbildung einzusteigen.
BIBB-Report 12 "Im Osten nichts Neues?":
www.bibb.de/de/52551.htm
Radiointerview mit Prof. Reinhold Weiß im WDR 5-Morgenecho
GPC-Themenseite "Ausbildung":
www.good-practice.de/3340.php
+ Sinnlose Warteschleifen im Übergang?
Die Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf haben in den vergangenen 15 Jahren zugenommen. Viele Schulabgängerinnen und -abgänger münden zunächst in einen Bildungsgang, der lediglich eine berufliche Grundbildung vermittelt.
Obwohl die meisten von ihnen bei Schulende eine reguläre Ausbildung anstrebten, gibt mehr als die Hälfte der vom BIBB befragten Jugendlichen an, dass die Teilnahme an einem Bildungsgang dem eigenen Wunsch entsprach. Auch nach dem Ende einer Maßnahme beurteilen die Jugendlichen ihre Teilnahme überwiegend positiv.
Der Umfang des fachlich Gelernten wird für die Berufsvorbereitung geringer eingeschätzt als etwa für die teilqualifizierende Berufsfachschule oder das Berufsgrundbildungsjahr. Die eigene persönliche Entwicklung und den beruflichen Werdegang betreffend wird am häufigsten der teilqualifizierenden Berufsfachschule eine positive Auswirkung bescheinigt.
Angesichts der Tatsache, dass die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich ursprünglich eine vollqualifizierende Ausbildung gewünscht hatten, erstaunen die insgesamt günstigen Bewertungen der Übergangsmaßnahmen. Hierbei sei allerdings zu berücksichtigen, dass viele Jugendliche das
Bedürfnis hätten, ihre eigenen berufsbiographischen Erfahrungen möglichst positiv zu deuten und daher dazu neigten, die durchlaufenen Bildungsetappen im Nachhinein als nutzbringend zu begreifen. Trotzdem weisen die Ergebnisse auf eine recht hohe Akzeptanz der teilqualifizierenden Bildungsgänge durch
die Jugendlichen hin.
BIBB-Report 11/2009 "Verbesserung der Ausbildungschancen oder sinnlose Warteschleife?" (PDF, 398 KB)
GPC-Themenseite "Übergangssystem":
www.good-practice.de/3727.php
+ Migranten und Berufsbildung
Aktuelle Forschungsaktivitäten und Veröffentlichungen des BIBB zum Thema "Migranten und Berufsbildung" sind in einer Übersicht zusammengefasst worden. Die Berufsbildung junger Menschen mit Migrationshintergrund ist ein Dauer-Forschungsthema des Bundesinstituts. Die Chancen und Perspektiven dieser Zielgruppe in der beruflichen Bildung werden dabei kontinuierlich analysiert.
Die vorliegende Übersicht enthält aktuelle und abgeschlossene Forschungsaktivitäten, ausgewählte Veröffentlichungen und weitere Internet-Links zum Thema.
www.kibb.de/wlk28963.htm
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BLICK ÜBER DIE GRENZEN
+ Europass-Infoblätter
Der Europass wurde 2004 vom Europarat beschlossen, um europaweit eine verbesserte Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen herzustellen.
Fünf neue Infoblätter informieren über die einzelnen Dokumente, mit denen Qualifikationen und Kompetenzen europaweit einheitlich dokumentiert werden können. Sie enthalten sowohl eine Erstinformation zum Europass allgemein als auch zum Nutzen und Verwendungszweck der folgenden Dokumente:
Alle Dokumente stehen als PDF-Dateien zum Download bereit:
www.europass-info.de/de/europass-downloads.asp
+ Effekte der Jugendarbeit in Europa
Die Studie "The socio-economic scope of youth work" bietet eine systematische Übersicht zur Jugendarbeit in 18 europäischen Ländern. Ziel war es, die Strukturen und Inhalte der Jugendarbeit nachzuzeichnen und zu analysieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Jugendlichen in Bereichen wie Sport, Kultur, Politik, Umwelt oder Bildung leisten kann. Sie belegen, dass Jugendarbeit in bedeutendem Umfang Kompetenzen vermittelt und vielfältige Möglichkeiten des informellen und non-formalen Lernens bietet.
+ In der Schweiz gelingt die Arbeitsmarktintegration besser
Während in Deutschland und Österreich Nachkommen von Einwanderern deutlich schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben als Einheimische, gelingt die Integration dieser Zielgruppe in der Schweiz vergleichsweise gut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der OECD, für die Vergleichszahlen aus 16 Ländern erhoben wurden.
In der Schweiz zeigen die PISA-Studien zwar ebenfalls schulische Defizite bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund, bei den jungen Erwachsenen ist der Anteil an den Geringqualifizierten dann aber genauso niedrig wie in der Vergleichsgruppe.
Auch bei gleichem Bildungsstand haben junge Erwachsene mit Migrationshintergrund in den meisten Ländern deutlich geringere Beschäftigungschancen. In der Schweiz sind hingegen, unabhängig vom Bildungsniveau, kaum Unterschiede in den Beschäftigungsquoten festzustellen.
Studie der OECD
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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
02. bis 03. Dezember 2009, Remagen-Rolandseck
Fachtagung "Migration - Drei Jahre nach dem Nationalen Integrationsplan"
07. Dezember 2009, Frankfurt am Main
Fachtagung "neuemedien@beruflicheintegration"
20. Januar 2010, Berlin
Fachtagung "Übergänge erfolgreich gestalten! - Lokale Kooperation und Vernetzung am Übergang Schule-Beruf"
Einzelheiten zu den Veranstaltungen im GPC-Terminkalender:
www.good-practice.de/tkal
Stellen auch Sie Ihre Termine dort ein!
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Wir freuen uns, wenn Sie weitere Interessenten auf den GPC-Newsletter hinweisen. Leiten Sie den Newsletter einfach weiter mit dem Hinweis, sich bei Interesse an uns zu wenden.
Die bisherigen Newsletter finden Sie hier:
www.good-practice.de/newsletter.php
Sollten Sie am Bezug des GPC-Newsletters kein Interesse mehr haben,
so senden Sie eine kurze eMail an: gpc@bibb.de
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Vielen Dank für Ihre Rückmeldung an: gpc@bibb.de
Dr. Ursula Bylinski
Tel: 0228/107 2628
Fax: 0228/107 2886
Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn