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GPC - NEWSLETTER 94 # GPC - NEWSLETTER 94 # GPC - NEWS
Ausgabe 94, 17.12.2009
Aktuelle Leserzahl: 5.859
Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de
http://www.good-practice.bibb.de
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THEMA DES MONATS
+ Übergangssystem mit System? Zusammenhängende Berufswege gestalten
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ LISA unterstützt Qualifizierung von Fachkräften
+ Früh investieren statt spät reparieren
+ Deutscher Städte- und Gemeindebund fordert Jobcenter-Reform
+ DGB-Vorschlag zur Weiterentwicklung des Kinderzuschlags
+ Auslandsqualifikationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt
+ 13 Standpunkte der Landesarbeitsgemeinschaften Jugendsozialarbeit
+ Ergänzungen zum BvB-Fachkonzept
NEUES AUS DEM GPC
+ Kommunale Koordinierung, Finanzkrise und Wirksamkeit
+ Finanzierung von Nachqualifizierung ist begrenzt
+ Förderschulen: hohe Finanzaufwendungen, wenig Perspektiven
+ Hinweis: neue Tagungsdokumentationen
+ GPC-Anfragenarchiv
+ Überarbeitete Themenseite "Ausbildungsreife"
+ Aktuelle Datenbank-Einträge
NEUES VON LÄNDERAKTIV
+ Regelangebot "Produktives Lernen", Mecklenburg-Vorpommern
+ Oberstufenzentren: Anschlüsse und Durchlässigkeit schaffen, Berlin
NEUES AUS DEM BIBB
+ Gute Ausbildungschancen trotz Wirtschaftskrise
+ Online-Befragung: Heterogenität in der Ausbildung
+ Wanderausstellung: Berufe in der Wald- und Holzwirtschaft
BLICK ÜBER DIE GRENZEN
+ Neue Wege für die duale Berufsausbildung
+ Berufsinfosystem des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS
+ Übergangssystem mit System? Zusammenhängende Berufswege gestalten
Die Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf ist auf den Aufbau eines regionalen Übergangsmanagements gerichtet, zusammenhängende Förderstrukturen sollen entstehen. "Förderketten aufbauen statt Warteschleifen herzustellen" bedeutet: ein flexibles, aber verlässliches Regelsystem zu entwickeln, bisherige Einzelmaßnahmen zusammenzuführen und miteinander abzustimmen.
Zwei aktuell erschienene Studien beschäftigen sich mit diesem Thema: die eine bietet eine Bestandsaufnahme, zeigt die "Vielfalt" des Übergangssystems und spricht Empfehlungen für Veränderungen aus; die andere zeigt eine Richtung auf, mit einem Bildungsmanagement als kommunale Aufgabe. Beide Studien wurden vom BMBF in Auftrag gegeben.
Im "Gutachten zur Systematisierung der Fördersysteme, -instrumente und -maßnahmen in der beruflichen Benachteiligtenförderung" kommen die Autorinnen und Autoren zu dem Schluss, dass viele gute Programme existieren, es aber insgesamt an Transparenz mangele. Oftmals würden Ressourcen verschwendet und die Förderprogramme gingen zum Teil an den Bedürfnissen der Jugendlichen vorbei.
Das Gutachten zeigt Verbesserungsmöglichkeiten auf:
Die zweite Studie mit dem Titel "Jugend: Von der Schule in die Arbeitswelt" entstand im Vorfeld zum Programm "Perspektive Berufsabschluss". Sie beschäftigt sich nicht mit generellen Erfolgsbedingungen regionalen Übergangsmanagements, sondern konzentriert sich auf einen spezifischen Ansatz, der in der Realität immer mehr an Bedeutung gewinnt und am besten mit der Formel "Kommunale Koordinierung" und "Lokale Verantwortungsgemeinschaft" zu bezeichnen ist.
Kommunen greifen gestaltend in das Geschehen am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ein. "Es geht darum, diese Übergangssysteme neu zu denken [...] zugleich wird das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zukunftspotenzial der Städte und Regionen gefördert" (Weinheimer Initiative).
Im Jahr 2007 hatte der Hauptausschuss des BIBB "Handlungsvorschläge für die berufliche Qualifizierung benachteiligter junger Menschen" beschlossen. Angestrebt wurde eine grundlegende Reform, eine Kooperation aller in Betracht kommenden Ministerien und Dienststellen auf allen Ebenen. Ein Vorschlag für eine darauf aufbauende Empfehlung wird derzeit in einer Arbeitsgruppe erarbeitet. Das Thema ist eine stärkere Systematisierung und Konzentration von Aktivitäten der Benachteiligtenförderung.
GPC-Bericht "Perspektiven für eine einheitliche Benachteiligtenförderung":
www.good-practice.de/strukturen_beitrag4005.php
Auszug aus "Jugend: Von der Schule in die Arbeitswelt" von Wilfried Kruse und einer Expertengruppe:
www.good-practice.de/jugend_bildungsmanagement.pdf (PDF, 4,85 MB)
Bericht über die Sitzung 3/2008 des BIBB-Hauptausschusses:
www.good-practice.de/HA-Bericht_aus_BWP_1_2009.pdf (PDF, 86 KB)
GPC-Themenseite "Übergangsmanagement":
www.good-practice.de/2937.php
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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ LISA unterstützt Qualifizierung von Fachkräften
In Ihrem Programm "LISA - Lokale Initiativen zur Integration junger Migranten in Ausbildung und Beruf" hat die Robert Bosch Stiftung seit 2006 30 netzwerkbasierte Praxisprojekte gefördert. Die Förderinitiative wird nun durch ein Fachkräfteprogramm erweitert.
In drei Modellkommunen sollen standortgerechte, professionsübergreifende Fortbildungen für Fachkräfte bei der Gestaltung von Übergängen Schule - Beruf entwickelt und durchgeführt werden. Zielgruppe sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen der Bildung und Ausbildung, aus Verwaltung, Unternehmen, Kammern, Vereinen und Migrantenorganisationen.
Im Vorfeld hat das Institut für berufliche Bildung und Weiterbildung (IBBW) aus Göttingen eine Studie erstellt, die Fortbildungsmöglichkeiten für sozialpädagogische Fachkräfte in diesem Handlungsfeld untersucht.
Studie: "Zur Professionalisierung von sozialpädagogischen und weiteren Fachkräften im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt": (PDF, 820 KB)
LISA-Projektbeschreibungen (PDF, 133 KB)
LISA-Fachkräfteprogramm (PDF, 24 KB)
+ Früh investieren statt spät reparieren
Deutschland verschenkt ein enormes Wachstumspotenzial durch seine große Zahl an unzureichend gebildeten Schülerinnen und Schülern. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung berechnet die zu erwartenden Erträge einer Bildungsreform, die die Zahl von "Risikoschülerinnen und -schüler" deutlich reduziert.
Den Berechnungen zufolge könnten bei einer Reform bis zum Jahr 2030 etwa 69 Milliarden Euro gespart werden - dies überstiege sogar die jährlichen öffentlichen Bildungsausgaben im Elementar- und allgemeinbildenden Schulbereich.
Die Bertelsmann-Stiftung sieht vor allem in frühkindlichen Bildungsangeboten und der individuellen Förderung den Schlüssel für eine erfolgreiche Reform. Auf diese Weise könne Benachteiligungen frühzeitig entgegen gewirkt werden.
Studie: "Was unzureichende Bildung kostet" (PDF, 1,3 MB)
"Ausgewählte Reformvorschläge: Die Zahl der Risikoschüler und -schülerinnen verringern!" (PDF, 109 KB)
+ Deutscher Städte- und Gemeindebund fordert Jobcenter-Reform
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat Arbeitsministerin von der Leyen aufgefordert, die Jobcenter-Reform gemeinsam mit den Kommunen schnell auf den Weg zu bringen. Der DStGB schlägt vor, die Jobcenter als Zentren für Arbeit (ZfA) neu zu organisieren.
Das ZfA wäre auf der Grundlage einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen Kommunen und Bundesagentur unter einem Dach und aus einer Hand zu organisieren. Der DStGB sieht darin folgende Vorteile:
Gutachten: "Grundsicherung für Arbeitsuchende unter einem Dach - Zur Strukturierung der SGB II-Verwaltung ohne Grundgesetzänderung" (PDF, 541 KB)
+ DGB-Vorschlag zur Weiterentwicklung des Kinderzuschlags
Mehr als jedes siebte Kind in Deutschland lebt auf Hartz IV-Niveau, in Problemregionen sogar jedes dritte. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat jetzt ein Konzept präsentiert, um die Hartz IV-Abhängigkeit von Familien zu bekämpfen: der Kinderzuschlag soll ausgebaut werden.
Der Kinderzuschlag wurde 2005 zusammen mit Hartz IV eingeführt und bisher zweimal reformiert. Er soll gering verdienenden Familien mit Kindern den Bezug von Arbeitslosengeld 2 ersparen. Allerdings erhielten im April 2009 laut Bundesfamilienministerium rund 260.000 Kinder einen Kinderzuschlag. Achtmal so viele Kinder lebten hingegen mit Hartz IV.
Der DGB empfiehlt unter anderem die Einführung einer Altersstaffelung und die Erhöhung des maximalen Zuschlags. Es wird außerdem vorgeschlagen, dass zwischen Kinderzuschlag und Hartz IV-Leistungen oberhalb der Mindesteinkommensgrenze ausgewählt werden kann.
Der DGB-Vorschlag will auch dazu beitragen, die Job Center durch sinkende Fallzahlen zu entlasten. Diese könnten sich dann mehr auf die eigentliche Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen konzentrieren.
DGB-Vorschlag zum Kinderzuschlag (PDF, 421 KB)
+ Auslandsqualifikationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt
Viele Zugewanderte werden auf Arbeitsplätzen eingesetzt, die nicht ihren Qualifikationen entsprechen. Immer wieder werden qualifizierte Migrantinnen und Migranten so behandelt, als seien sie unqualifiziert oder ungelernt. Viele sind allein aus diesem Grund auf staatliche Transferleistungen
angewiesen.
Das Bundeskabinett hat jetzt Eckpunkte zur "Verbesserung der Feststellung und Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen und Berufsabschlüssen" beschlossen. Diese sehen die Einführung eines gesetzlichen Anspruchs auf ein Anerkennungs- beziehungsweise Bewertungsverfahren vor.
Ein solcher Rechtsanspruch existiert bisher nur für bestimmte Migrantengruppen und gilt zum Teil nur für bestimmte Berufsgruppen. Auch sind die bisherigen Anerkennungsverfahren problematisch, die Zuständigkeiten unübersichtlich und je nach Bundesland unterschiedlich.
Dabei gelten die mitgebrachten beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse der Zuwanderer als eine erhebliche Ressource für den deutschen Arbeitsmarkt und für die Sozialsysteme. Die bessere Erschließung dieser Qualifikationen sei zudem ein wichtiger Beitrag zur Integration der bereits hier lebenden Migrantinnen und Migranten.
"Eckpunkte zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen und Berufsabschlüssen" (PDF, 85 KB)
Auch eine neue Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung behandelt die Anerkennung von Auslandqualifikation und deren Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Zudem wird analysiert, ob das Einwanderungsland Kanada tatsächlich als Paradebeispiel für eine gelungene Integrationspolitik angesehen werden kann.
Bundeszentrale für politische Bildung: "Migration und Arbeitsmarkt"
www.bpb.de/files/VQWBGA.pdf (PDF, 1,6 MB)
+ 13 Standpunkte der Landesarbeitsgemeinschaften Jugendsozialarbeit
Die Landesarbeitsgemeinschaften Jugendsozialarbeit (LAG JSA beziehungsweise LAG JAW) stellen in den Ländern den Zusammenschluss der Jugendsozialarbeit dar. Die LAGen treffen sich regelmäßig um gemeinsame Initiativen zu planen. Im Rahmen dieser Treffen wurde am 14. September 2009 ein Thesenpapier unter dem Titel "13x Jugendsozialarbeit" beschlossen.
Die LAGen beschreiben darin ihre Positionen. Handlungsleitend ist dabei die Kernaussage des Paragrafen 13 SGB VIII: benachteiligte junge Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre berufliche und soziale Integration fördern. Die 13 Thesen beinhalten unter anderem den Beitrag der Jugendsozialarbeit für die Gesellschaft und ihr Bedarf an Unterstützung durch Bund und Länder.
Zum Thesenpapier (PDF, 1,3 MB)
+ Ergänzungen zum BvB-Fachkonzept
Im Fachkonzept Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) der BA wurden
Junge Menschen, die über eine BvB auf den Hauptschulabschluss vorbereitet werden, können jetzt bis zu einer Dauer von 12 Monaten gefördert werden. Vorrangig wird weiterhin die Vorbereitung und Eingliederung in Ausbildung angestrebt. Aber auch die Beschäftigungsaufnahme kann ein paralleles Ziel berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen sein.
In die Zielgruppen einer BvB wurden Jugendliche mit komplexem Förderbedarf und solche mit nicht eindeutiger positiver Prognose zur Herstellung der Ausbildungsreife aufgenommen. In der Folge sollen Inhalte und Methoden sowie die individuellen Verlängerungsmöglichkeiten entsprechend angepasst werden.
Infos zum BvB-Fachkonzept:
www.good-practice.de/1060.php#1208
GPC-Themenseite "Berufsvorbereitung":
www.good-practice.de/3338.php
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NEUES AUS DEM GPC
+ Kommunale Koordinierung, Finanzkrise und Wirksamkeit
In einem Bericht für das GPC skizziert Dr. Wilfried Kruse von der Sozialforschungsstelle Dortmund die Auswirkungen der Finanzkrise auf das Übergangssystem. Diese bedrohe die ohnehin engen Handlungsspielräume der Kommunen in der Übergangsgestaltung.
Die Arbeitsgemeinschaft "Weinheimer Initiative" ist mit einer sozial-technischen Verkürzung der Übergangsgestaltung auf "Übergangsmanagement" nicht einverstanden. Damit werde der Illusion Vorschub geleistet, man könne durch ein effektiveres Arrangement die Übergangsprobleme lösen. Demgegenüber will die Arbeitsgemeinschaft darauf beharren, den Ansatz "Kommunale Koordinierung und Lokale Verantwortung" so weit voran zu bringen, wie dies im Rahmen lokaler Gestaltung möglich ist.
Dieses Themenspektrum soll auch das Jahresforum 2009/2010 abstecken, das vom 2. bis 3. März 2010 in Nürnberg stattfindet.
GPC-Bericht "Die Finanzkrise und die Wirksamkeit der Kommunalen Koordinierung":
www.good-practice.de/strukturen_beitrag4004.php
+ Finanzierung von Nachqualifizierung ist begrenzt
Die Finanzierung abschlussorientierter Nachqualifizierung ist nach wie vor schwer zu organisieren. Abschlussorientierte Nachqualifizierung hat das Ziel, Teilnehmende mit Berufs- oder Berufsbildungserfahrung in einer Kooperation von Betrieb und Bildungsdienstleister schrittweise an die Berufsabschlussprüfung heranzuführen.
Welche Möglichkeiten es gibt, diese Bedarfe zu finanzieren, stellt die BBJ Consult AG in einem Bericht vor, der im Rahmen des vom BMBF im Programm "Perspektive Berufsabschluss" geförderten Projekts "Auf Umwegen zum Berufsabschluss" angefertigt wurde.
Der Bericht kommt zu dem Fazit, dass die bestehenden Instrumente des SGB II und III für abschlussorientierte Nachqualifizierung nur begrenzt anwendbar sind, weil sie der großen Heterogenität in Lebensläufen, Bildungs- und Berufserfahrungen, die die Zielgruppe für abschlussorientierte Nachqualifizierung aufweist, nicht gerecht werden.
Zur Erreichung des Zieles, Nachqualifizierung junger Erwachsener als "Zweite Chance" voranzutreiben, wie es die Leitlinien zur Modernisierung der beruflichen Bildung und Aussagen des Bildungsgipfels fordern, erscheint es daher notwendig, ein eigenes Instrument zu entwickeln, das alle wichtigen Elemente eines Nachqualifizierungsprozesses integriert.
Zum GPC-Bericht:
www.good-practice.de/infoangebote_beitrag4002.php
GPC-Themenseite "Nachqualifizierung":
www.good-practice.de/3342.php
+ Förderschulen: hohe Finanzaufwendungen, wenig Perspektiven
Behinderte Kinder haben das Recht, eine Regelschule zu besuchen. Dies gilt seit der UN-Konvention im März 2009 in Deutschland. Demnach soll das Sonderschulwesen schrittweise abgebaut werden. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zu den Ausgaben und zur Wirksamkeit von Förderschulen in Deutschland bekräftigt die Forderung nach gemeinsamem Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern.
Laut der Studie "Sonderweg Förderschulen: Hoher Einsatz, wenig Perspektiven" geben die Bundesländer 2,6 Milliarden Euro pro Jahr für zusätzliche Lehrkräfte an Förderschulen aus. Trotzdem bleiben 77 Prozent der Förderschülerinnen und -schüler ohne Hauptschulabschluss.
GPC-Bericht "Förderschulen: hohe Finanzaufwendungen, wenig Perspektiven für Schüler":
www.good-practice.de/zielgruppen_beitrag3978.php
+ Hinweis: neue Tagungsdokumentationen
Das GPC stellt einen Überblick über die Ergebnisse bundesweiter Veranstaltungen zur Benachteiligtenförderung zur Verfügung. Aktuell sind einige Tagungsdokumentation von Fachtagungen und Konferenzen aus den letzten Monaten neu aufgenommen worden.
Hierzu zählen beispielsweise die Fachtagung "Modularisierung in der Berufsausbildung - Sprungbrett oder Sackgasse für benachteiligte Jugendliche?" vom 3. und 4. November 2009 in Fulda, die Fachtagung "Berufseinstiegsbegleitung - Erfahrungen mit einem neuen Instrument im Übergang Schule-Beruf" vom 29. Oktober 2009 in Frankfurt am Main und die BIBB/DJI-Fachtagung "Neue Jugend? Neue Ausbildung? Beiträge aus der Jugend- und Bildungsforschung" vom 28. und 29. Oktober in Bonn.
Zu den GPC-Tagungsdokumentationen:
www.good-practice.de/1522.php
+ GPC-Anfragenarchiv
Das GPC erreichen häufig Fragen zu verschiedenen Themen im Kontext der Benachteiligtenförderung. Anfragen von allgemeinem Interesse werden von der GPC-Redaktion aufbereitet und im Anfragenarchiv online zur Verfügung gestellt.
Eine der zuletzt gestellten Anfragen betrifft die Gesetzeslage zu Praktika für Schülerinnen und Schüler, die unter 15 Jahre alt sind. Ein großer Pharma-Hersteller lehnt seit einiger Zeit Praktikumsbewerber ab, die jünger als 15 Jahre sind und bezieht sich dabei auf eine EU-Richtlinie. Eine Juristin des BIBB beschreibt ihre Einschätzung der Rechtslage.
Zum GPC-Anfragenarchiv:
www.good-practice.de/anfragen.php
+ Überarbeitete Themenseite "Ausbildungsreife"
Das Angebot der GPC-Themenseiten wird derzeit überarbeitet und aktualisiert. Zum Eintrag "Ausbildungsreife" sind Grundlagen-Infos, Internetportale, Veranstaltungsdokumentationen, Literaturhinweise und mehr zusammengetragen worden.
In der Fachdiskussion hat sich für den Begriff "Ausbildungsreife" die Definition des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland durchgesetzt: Demnach kann eine Person als ausbildungsreif bezeichnet werden, wenn sie die allgemeinen Merkmale der Bildungs- und Arbeitsfähigkeit (schulische Kenntnisse und Fertigkeiten; physische und
psychische Belastbarkeit; Bewältigung eines 8-Stunden-Tages; lebenspraktische Kompetenzen, die Voraussetzung für die Teilnahme am Arbeitsleben sind) erfüllt und die Mindestvoraussetzungen für den Einstieg in die berufliche Ausbildung mitbringt.
Dabei geht es nicht um spezifische Anforderungen einzelner Berufe (Berufseignung). Fehlende Ausbildungsreife zu einem gegebenen Zeitpunkt schließt nicht aus, dass diese zu einem späteren Zeitpunkt erreicht werden kann.
Mehr Infos unter:
www.good-practice.de/2913.php
+ Aktuelle Datenbank-Einträge
Zu den Datenbanken des GPC:
www.good-practice.de/datenbanken.php
> Good Practice-Lösungen (102 Einträge)
NEU: "Qualifizierte berufspädagogische Ausbildungsbegleitung in Berufsschule und Betrieb (QuABB)", Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH (INBAS)
> Materialiendatenbank (460 Einträge)
NEU: "Handreichung für die berufliche Bildung junger Menschen mit Behinderungen", Sächsisches Bildungsinstitut
NEU: "Lebenslagen und Wege von Migrantenjugendlichen im Übergang Schule-Beruf: Ergebnisse aus dem DJI-Übergangspanel", Deutsche Jugendinstitut e.V.
NEU: Unterrichtsmaterial und Arbeitsbuch "Get Set - Be Ready to Go", Handwerkskammer Münster und transnationale Partner
Stellen auch Sie Ihre Materialien den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis zur Verfügung!
Kontakt: Michael Gräf, 0228-1071304
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NEUES VON LÄNDERAKTIV
+ Regelangebot "Produktives Lernen", Mecklenburg-Vorpommern
Innerhalb von mindestens zwei und maximal vier Jahren sollen Schülerinnen und Schüler in einer neuen Lernkultur den ihnen bestmöglichen Schulabschluss erwerben können. Auf die Zielgruppen zugeschnittene Klassen machen Produktivität zum Ausgangspunkt von Lernen und setzen individuelle Lernwege um.
Grundlage des Produktiven Lernens ist eine Reorganisation des Schulablaufs der Schülerinnen und Schüler, gegliedert in die Bereiche "Lernen in der Praxis", "Kommunikationsgruppe" und "Fachbezogenes Lernen".
Jedem Schüler/jeder Schülerin steht während des betrieblichen Lernens neben der Lehrkraft ein betrieblicher Mitarbeiter als Praxismentor beziehungsweise eine betriebliche Mitarbeiterin als Praxismentorin zur Seite. Schule und Unternehmen arbeiten Hand in Hand und sind im zu vermittelnden Lehrstoff aufeinander abgestimmt.
Die Lehrkräfte werden über einen Zeitraum von zwei Jahren berufsbegleitend fortgebildet.
+ Oberstufenzentren: Anschlüsse und Durchlässigkeit schaffen, Berlin
Bei der Vorstellung der jüngsten OECD-Studie wünschte sich der Präsident der Kultusministerkonferenz Henry Tesch, dass "noch mehr Menschen in Deutschland ein Aufstieg durch Bildung gelingt". Ein positiver Ansatz zeigt sich an den Oberstufenzentren in Berlin und Brandenburg, wo seit knapp 30 Jahren schulische Inhalte mit den Anforderungen der Arbeitswelt vernetzt werden und Durchlässigkeit praktiziert wird.
Hier ist es zum Beispiel möglich, mit dem erweiterten Hauptschulabschluss eine Berufsausbildung zu machen und daraufhin die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erwerben. Offenbar ist das Vorhandensein von Anschlussmöglichkeiten für viele bereits eine Motivation, bessere Lernleistungen zu erbringen.
Mit Berlins Schulreform gewinnen die Oberstufenzentren an Bedeutung. Neben dem Gymnasium soll es in Berlin mit den Sekundarschulen künftig nur noch eine weitere Oberschulform geben. Viele Sekundarschulen werden aber keine eigene Oberstufe besitzen, sondern mit den Oberstufenzentren kooperieren.
www.oberstufenzentrum.de
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NEUES AUS DEM BIBB
+ Gute Ausbildungschancen trotz Wirtschaftskrise
Laut einer Erhebung des BIBB über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2009 bleibt der Ausbildungsmarkt aus Sicht der Jugendlichen weitgehend stabil. Für 100 Schulabgänger standen in diesem Jahr rechnerisch 65 Ausbildungsverträge zur Verfügung. Experten gehen davon aus, dass eine ausreichende Versorgung dann gewährleistet ist, wenn diese Quote über Jahre hinweg kontinuierlich bei mindestens zwei Drittel liegt.
Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass mittlerweile die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen demografisch bedingt stark gesunken ist. Schon jetzt herrscht in einigen Regionen Bewerbermangel, Betriebe können ihre Ausbildungsangebote nicht besetzen. Das BMBF will deshalb mit dem Ziel "Ausbildung für alle" jungen Menschen mit unzureichender Ausbildungsreife frühzeitig neue Qualifizierungschancen im dualen System bieten.
Dies soll unter anderem durch eine neue bundesweite Initiative "Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" gewährleistet werden. Neben der Förderung von regionalen Bildungsbündnissen steht dabei die abschlussorientierte Verzahnung von Schule, Übergangsbereich und dualer Ausbildung, die frühzeitige Kompetenzfeststellung und praxisorientierte Berufsorientierung, die stärkere Betriebsorientierung der Berufsvorbereitung und die Begleitung leistungsschwächerer Jugendlicher bis zum dualen Ausbildungsabschluss im Vordergrund.
Ausgewählte Ergebnisse der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2009:
www.bibb.de/de/52683.htm
+ Online-Befragung: Heterogenität in der Ausbildung
Das BIBB bereitet einen neuen Modellversuchsförderschwerpunkt vor unter dem Titel "Neue Wege in Ausbildung und Arbeit - Vielfalt gestalten und Fachkräftenachwuchs sichern ("Heterogenität")". Zentrales Ziel ist, die Übergangswege junger Menschen von der Schule in den Beruf grundlegend zu verbessern und dabei die demografische Entwicklung zu berücksichtigen.
Die zu fördernden Konzepte sollen aufzeigen,
Die Förderrichtlinien werden zu Beginn des nächsten Jahres veröffentlicht. Im Vorfeld findet auf bibb.de noch bis Ende Januar 2010 eine Online-Befragung statt. Sie richtet sich an Ausbildungsbetriebe und alle Bildungsträger beziehungsweise Bildungsdienstleister, die mit der Berufsvorbereitung oder der Ausbildung befasst sind.
Zur Online-Befragung:
http://survey.2ask.de/3545c3fac9988fc4/survey.html
+ Wanderausstellung: Berufe in der Wald- und Holzwirtschaft
Motorsägengeräusche, Vogelgezwitscher und Wanderlieder - ungewöhnliche Töne waren Anfang Dezember im Foyer des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) am Bonner Robert-Schuman-Platz zu vernehmen. Anlass war die Ausstellung "Nachwachsende Perspektiven - Berufe in der Wald- und Holzwirtschaft".
Die Wanderausstellung richtet sich vor allem an junge Erwachsene in der Berufsfindungsphase. Die wirtschaftlich wichtige Branche birgt zahlreiche zukunftsweisende Arbeitsfelder und Beschäftigungsmöglichkeiten.
Unterschiedliche berufliche Tätigkeiten werden präsentiert, die Einfluss auf eine klima- und umweltgerechte, nachhaltige Entwicklung in der Forst- und Waldwirtschaft haben können. Auf die Besucher und Besucherinnen warten zahlreiche informative Bilder und Plakate, Soundcollagen und interaktive Elemente.
Institutionen und Einrichtungen, die ebenfalls an einer Präsentation der Ausstellung interessiert sind, können sich an das BIBB wenden.
www.bibb.de/nachhaltigkeit/ausstellung
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BLICK ÜBER DIE GRENZEN
+ Neue Wege für die duale Berufsausbildung
Zu wenige Schülerinnen und Schüler schaffen in Deutschland den Übergang in eine reguläre betriebliche Ausbildung. Das "Übergangssystem" ist in den letzten Jahren enorm angewachsen. Ein aktueller Bericht des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) zeigt, vor welchen Herausforderungen das duale Ausbildungssystem in Deutschland steht.
Die Nachbarländer Österreich, Schweiz und Dänemark zeigen interessante Möglichkeiten auf, wie das deutsche Ausbildungssystem reformiert werden könnte. Dort wurden Ausbildungsberufe für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf geschaffen und auch das Zusammenspiel zwischen Betrieben und Berufsschulen verbessert.
Die Ausbildung ist breiter geworden und der Zugang zu akademischer Weiterbildung wurde verbessert. Solche Maßnahmen könnten auch in Deutschland den steigenden Arbeitslosigkeitsrisiken junger Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung entgegenwirken.
"Neue Wege für die duale Berufsausbildung - ein Blick auf Österreich, die Schweiz und Dänemark" (PDF, 106 KB)
+ Berufsinfosystem des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich
Das AMS-Berufsinformationssystem ist die größte österreichische Online-Datenbank zu Berufen und Qualifikationen. Rund 12.000 Berufs- und etwa 10.000 Qualifikationsbezeichnungen sowie cirka 560 Berufe mit Kurzbeschreibungen zu Beschäftigungsmöglichkeiten, Einkommen oder Arbeitsumfeld sind darin zu finden.
Eine Orientierungshilfe für die Berufswahl ist der Berufskompass. Mit 83 Fragen werden wichtige personen- und arbeitsplatzbezogene Merkmale erfasst. Als Ergebnis erhalten die Nutzerinnen und Nutzer eine Liste mit passenden Berufsvorschlägen und eine individuelle Auswertung der Eingaben.
Ähnlich funktioniert der Lehrlingskompass mit 48 zu beantwortenden Fragen. Ausgegeben wird eine Liste mit passenden Ausbildungsberufen.
www.ams.at/bis
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AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
23. Februar 2010, Berlin
Fachtagung "Bildung in Deutschland - Auslese statt Förderung! Wohin steuert die Bildungspolitik und welchen Beitrag kann die Jugendsozialarbeit leisten?", AWO Bundesvorstand
2. und 3. März 2010, Nürnberg
Jahresforum 2009/2010 der Weinheimer Initiative "Kommunale Koordinierung, Finanzkrise und Wirksamkeit
Einzelheiten zu den Veranstaltungen im GPC-Terminkalender:
www.good-practice.de/tkal
Stellen auch Sie Ihre Termine dort ein!
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Tel: 0228/107 2628
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Bundesinstitut für Berufsbildung
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53043 Bonn