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GPC - NEWSLETTER 96 # GPC - NEWSLETTER 96 # GPC - NEWS
Ausgabe 96, 01.04.2010
Aktuelle Leserzahl: 6.098
Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten
Ihre Rückmeldung senden Sie bitte an: gpc@bibb.de
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THEMA DES MONATS
+ Bildungsketten schaffen - Entwurf des Berufsbildungsberichts 2010
NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Qualiboxx bietet mehr...
+ Anregungen zur Gestaltung des Übergangs
+ Patenmodell "Die Ausbildungsbrücke"
+ Wirksamkeit kommunaler Koordinierung
+ 2. Förderrunde des Programms "Perspektive Berufsabschluss"
+ Positionspapier des Netzwerks "Integration durch Qualifizierung"
+ Kompetenzfeststellung alleine reicht nicht aus
+ Einigung auf Jobcenter-Reform
NEUES AUS DEM GPC
+ Zwei neue Gastbeiträge
+ Zahl einkommensarmer junger Menschen steigt weiter an
+ Berufseinstiegsbegleitung: Unterstützung individueller Wege in den Beruf?
+ Aktuelle Datenbank-Einträge
NEUES VON LÄNDERAKTIV
+ Kompetenzanalyse/Profil AC, Baden-Württemberg
NEUES AUS DEM BIBB
+ Verlängerung des BMBF-Programms zur Berufsorientierung vorgesehen
+ Neuer Internetauftritt von foraus.de
+ Die Preisträger des Weiterbildungs-Innovations-Preises 2010
+ Hermann-Schmidt-Preis 2010 - jetzt bewerben
+ Aktualisierte Bibliografie "Benachteiligtenförderung"
BLICK ÜBER DIE GRENZEN
+ Berufliche Bildung und Beratung in Italien - ein Reisebericht
+ Modernisierte Bildungsstatistik in der Schweiz
+ Statistik Austria mit Überblick über das Bildungswesen in Österreich
+ EU-Fortschrittsbericht "Allgemeine und berufliche Bildung 2010"
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
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THEMA DES MONATS
+ Bildungsketten schaffen - Entwurf des Berufsbildungsberichts 2010
Der Hauptausschuss des BIBB hat auf seiner Frühjahrstagung am 11. März den vom BMBF vorgelegten Entwurf des Berufsbildungsberichtes 2010 diskutiert.
In der beschlossenen Stellungnahme wird in den Vordergrund gestellt, dass die Finanzkrise auf dem Ausbildungsmarkt seine Spuren hinterlassen hat, und darauf verwiesen, dass
- die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 8,2 Prozent gesunken ist;
- zum Ende des Ausbildungsberatungsjahres noch fast 90.000 Jugendliche nach einer Ausbildung suchten;
- sich insbesondere in Ostdeutschland die Verhältnisse auf dem Ausbildungsplatz umgekehrt haben;
- die Datenlage zur Situation der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber nach wie vor unbefriedigend ist.
Die gemeinsame Stellungnahme wurde gegen die Stimmen der Arbeitgeber beschlossen. Die Beauftragten der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Länder brachten jeweils eigene Stellungnahmen ein.
Die Arbeitgeber sehen den von der Bundesregierung geäußerten Willen zur Schaffung von "Bildungsketten" als noch "unzureichend" an. Geklärt werden müsse noch, welche Rolle ein Programm "Bildungsketten" bei der effizienten Gestaltung des Übergangssystems spielen könne. Hierbei müsse auch deutlich werden, wie sich die Überlegungen von bereits bestehenden Initiativen wie der Berufseinstiegsbegleitung abgrenzen beziehungsweise diese ergänzen. Statt der Auflage neuer Förderinitiativen solle geprüft werden, wie die bestehende Förderlandschaft im Übergangssystem gestrafft werden könne. Erfolgreiche Beispiele sollten nachhaltig in die Fläche getragen werden.
Aus Sicht der Länder kommt es bei der Integration leistungsschwächerer Jugendlicher in die betriebliche Ausbildung vor allem darauf an, die Betriebe bei der Ausbildung Benachteiligter besser als bisher zu unterstützen. Für Schülerinnen und Schüler mit absehbaren Übergangsproblemen sollten die im Modellprojekt Berufseinstiegsbegleitung gewonnenen Erfahrungen die Grundlage für die Weiterentwicklung einer flächendeckenden Angebotsstruktur darstellen.
Die Arbeitnehmervertreter sehen einen über die Jahre hin verstärkten Ansehensverlust von Berufsvorbereitungsmaßnahmen. Die Folge sei eine Stigmatisierung der Jugendlichen durch "Maßnahmekarrieren", die die Chancen auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz weiter sinken lassen. Abhilfe könne eine systematische Berufswegeplanung inklusive einer konsequenten Berufswegeorientierung ab der siebten Klasse schaffen.
Gemeinsam betont der BIBB-Hauptausschuss, dass das System der dualen Berufsausbildung zur Integration leistungsschwächerer Jugendlicher fähig bleiben muss.
Peter Thiele, Referatsleiter im BMBF, beschreibt in einem Fachbeitrag die Förderung von "Bildungsketten" als Grundgedanken für die Zukunft zur Schaffung systematischer Übergänge von der Schule in die Arbeitswelt:
Thiele, Peter: Neue Integrationschancen in der beruflichen Bildung? In: Wirtschaft und Berufserziehung (2010) 2.10, S. 19-22, Bielefeld
Die DPA-Meldung "Jeder zweite Schulabgänger nicht ausbildungsreif" wird in einer weiteren Meldung des BMBF korrigiert: Die genannte Referenzgröße von 47,3 Prozent umfasse nämlich mehr Personen als nur die nicht ausbildungsreifen Schulabgänger aus dem Jahr 2008. In der Berechnung seien auch Abgänger aus den Vorjahren enthalten sowie ausbildungsreife Jugendliche, die eine weitere Qualifizierung durchlaufen. Weiterhin diejenigen, die mehrere Maßnahmen in einem Jahr durchlaufen und deshalb mehrfach gezählt würden.
www.bmbf.de/press/2800.php
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NEUES AUS DER BENACHTEILIGTENFÖRDERUNG
+ Qualiboxx bietet mehr...
Für Bildungsträger stehen bald die Bewerbungen bei Ausschreibungen von Bildungsmaßnahmen der BA an. Qualiboxx macht auf die Möglichkeit aufmerksam, Konzepte durch die Nutzung einer Kommunikations- und Lernplattform aufzuwerten.
Qualiboxx, das Portal für Berufsvorbereitung und Ausbildungsförderung, bietet Bildungsträgern eine Lern- und Arbeitsumgebung, die sich bei der Umsetzung von Maßnahmen zur beruflichen Integration einsetzen lässt. Sie bietet allen am Förderprozess Beteiligten die Möglichkeit der virtuellen Zusammenarbeit. Virtuelle Gruppen und Lerngruppen können die verschiedenen Lernorte (Standorte eines Trägers, Berufsschule, Betriebe) vernetzen und den gemeinsamen Kenntnisstand aller Beteiligten im regionalen Netzwerk sichern.
Außerdem neu bei Qualiboxx: Das multimediale Lernangebot "Informieren, Bewerben, Loslegen" zur Unterstützung der Bildungsträger bei der Sprachförderung und Berufsorientierung. Das in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstellte Lernmodul ist für Teilnehmende von Integrationskursen und Maßnahmen der Ausbildungsförderung konzipiert. Das Angebot kann vom Bildungspersonal der Träger kostenfrei genutzt werden.
Qualiboxx und BA-Ausschreibungen:
www.qualiboxx.de/ww3ee/kw-10-10-konzepte-aufwerten.php
"Informieren, Bewerben, Loslegen":
www.qualiboxx.de/ww3ee/basiskenntnisse.php
+ Anregungen zur Gestaltung des Übergangs
Auf Einladung des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt haben sich im Januar 2010 Expertinnen und Experten der Praxis, Beratung und Forschung sowie aus den Mitgliedsorganisationen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit zu einer kritischen Zwischenbilanz aktueller Ansätze zur Gestaltung des Übergangs Schule-Beruf getroffen. Die zusammengefassten Ergebnisse des Expertengesprächs liegen jetzt vor.
Auf der Veranstaltung wurde insbesondere überprüft, inwieweit diese Ansätze zu einer nachhaltigen Verbesserung der Übergänge beitragen und worin die Besonderheit der lokalen beziehungsweise kommunalen Orientierung liegt.
Als Perspektive wird die Entwicklung eines fachlich kohärenten Konzepts gefordert, das die notwendigen Instrumente beinhaltet, entsprechende Ressourcen bereitstellt und die relevanten Akteure einbindet.
Dokumentation (PDF, 463 KB)
+ Patenmodell "Die Ausbildungsbrücke"
Die Ausbildungsbrücke ist ein Projekt im Rahmen der bundesweiten Initiative "Arbeit durch Management/Patenmodell" der Diakonie, das derzeit flächendeckend umgesetzt wird. Die Idee ist, Schülerinnen und Schülern von Haupt- und Realschulen bereits ab der achten bis zur zehnten Klasse die Begleitung durch ehrenamtliche Paten anzubieten. Diese können dabei auf die fachliche Unterstützung von ehrenamtlichen Nachhilfelehrkräfte zurück greifen.
Die Patenschaften werden von Menschen übernommen, die im Berufsleben stehen und entsprechend viel Erfahrung mitbringen, auch Ruheständler sind gefragt. Sie helfen individuell bei der Berufsorientierung, bieten Bewerbungstraining an und sollen nicht nur dabei unterstützen, langfristig tragfähige Ausbildungsverhältnisse vorzubereiten, sondern auch über die gesamte Ausbildungszeit hinweg ansprechbar bleiben.
Die Ausbildungsbrücke schließt Kooperationsverträge mit Schulen und will sich so im Schulalltag verankern. Schulleitung und Lehrkräfte erklären sich bereit, als aktive Multiplikatoren tätig zu sein und das Projekt mit dem erforderlichen Organisationsaufwand zu ermöglichen.
www.ausbildungsbruecke.patenmodell.de
+ Wirksamkeit kommunaler Koordinierung: Thema beim Jahresforum der Weinheimer Initiative
Zum 3. März 2010 hatte die Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative zu ihrem Jahresforum eingeladen. Unter dem Stichwort "Wirksamkeit" wurde darüber diskutiert, wie die kommunale Koordinierung zuverlässig und anerkannt etabliert werden kann.
In dem Papier "Wirksamkeit Kommunaler Koordinierung" hat die Arbeitsgemeinschaft ihre Position dargestellt. Vorrangig gehe es darum, Veränderungen und Verbesserungen in den Übergängen festzustellen. Hieraus können sich möglicherweise erste Wirkungsfaktoren ableiten lassen.
Ob das kommunale Engagement tatsächlich wirksam ist, hänge aber auch in erheblichem Umfang von Rahmenbedingungen ab, die andere setzen. Dies gelte vor allem für die Länder, die nicht nur die Kommunalaufsicht inne haben, sondern über ihre Schul- und Bildungspolitik die Übergänge besonders stark beeinflussen.
Erste Eindrücke der Tagung in Nürnberg sind bereits auf der Homepage der Initiative zu sehen:
Lutz Wende; Wilfried Kruse: Wirksamkeit Kommunaler Koordinierung (PDF, 156 KB)
"Nürnberger Erklärung" (PDF, 268 KB)
+ Zweite Förderrunde des BMBF-Programms "Perspektive Berufsabschluss"
Die Förderrichtlinien für die zweite Ausschreibungsphase des Programms Perspektive Berufsabschluss sind jetzt veröffentlicht worden. Um die bisherigen positiven Programmergebnisse zu übertragen und in weiteren Regionen und Branchen zu verankern, soll die Anzahl der Projekte im Rahmen des Programms verdoppelt werden.
Im Bereich "Regionales Übergangsmanagement" werden Projekte gefördert, die regionale Strategien unter Einbindung der relevanten Akteure entwickeln, in der Umsetzung erproben und zukunftsweisende Perspektiven zur Verbesserung des Übergangsmanagements bieten. Es sollen vor allem Regionen gefördert werden, die noch wenig Erfahrung mit der Entwicklung tragfähiger Strukturen für ein funktionierendes Übergangsmanagement haben.
Antragsberechtigt sind neben den Kommunen in begründeten Ausnahmefällen auch andere Körperschaften des öffentlichen Rechts wie Arbeitsagenturen, Argen/JobCenter oder Kammern.
Im Bereich "Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung" sollen Projekte gefördert werden, die den Auf- beziehungsweise Ausbau strategischer Netzwerke vorantreiben und hierbei relevante Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie aus der beruflichen Weiterbildung einbinden.
Hier sind über juristische Personen des öffentlichen Rechts hinaus auch solche des privaten Rechts antragsberechtigt, die auf dem Gebiet der beruflichen Bildung tätig und in der Lage sind, "unter Einbindung der relevanten Akteure strukturbildend zu wirken". Antragstellende Bildungsträger müssen nach AZWV zertifiziert sein.
Projektskizzen können bis zum 27. April 2010 online beim Projektträger DLR eingereicht werden. Die Förderrichtlinien und weitere Infos unter:
www.perspektive-berufsabschluss.de
+ Positionspapier des Netzwerks "Integration durch Qualifizierung (IQ)"
Das Informations- und Beratungsnetzwerk IQ entwickelt im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der BA neue Ansätze, um für Menschen mit Migrationshintergrund die Chance auf eine dauerhafte Anstellung zu erhöhen.
Das Positionspapier zeigt Handlungsbedarfe bei der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten auf. Im Rahmen des "Paktes für Integration und Arbeitsmarkt" werden gesetzliche Zielvorgaben verlangt, die festlegen sollen, dass
- Migrantinnen und Migranten mit besonderem Unterstützungsbedarf beziehungsweise besonderen Vermittlungshemmnissen als Zielgruppe der Arbeitsmarktpolitik und der Vermittlungsarbeit von Arbeitsagenturen und den Grundsicherungsstellen benannt werden;
- diese Benennung als Zielgruppe durch die Festschreibung eines entsprechenden spezifischen Beratungs- und Förderanspruchs konkretisiert wird.
Ein weiteres Ziel ist die Angleichung der Arbeitslosenquote von Deutschen und der von Ausländerinnen und Ausländern bis zum Jahr 2015.
+ Kompetenzfeststellung alleine reicht nicht aus
Die Kompetenzen, die Jugendliche mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt einbringen können, werden zu wenig wertgeschätzt - sowohl von möglichen Arbeitgebern als auch von ihnen selbst. Kompetenzfeststellung allein ist hier kein Allheilmittel für die Probleme, die diese Jugendlichen bei der Integration in den Arbeitsmarkt
haben.
Notwendig ist die Einbettung in ein Gesamtkonzept und in einen Prozess, der von der Berufsorientierung bis hin zur Bewerbung reicht. Die Methode "Join
in a Job!" verbindet
- Ansätze aus der Sozialarbeit wie Case Management, Migrations- und gendersensible Beratung und ressourcenorientierte Beratung,
- mit solchen aus der kompetenzorientierten Laufbahnberatung,
- und der Berufsorientierung.
Die innovative Methode Iin der aktuellen Ausgabe des Magazins Erwachsenenbildung.at (PDF, 230 KB)
+ Einigung auf Jobcenter-Reform
Unter Leitung des BMAS ist eine umfassende Neuorganisation der Grundsicherung für Arbeitssuchende vereinbart worden. Die Vermittlung und Betreuung von Langzeitarbeitslosen soll ebenso wie die Sicherung des Lebensunterhalts auch künftig aus einer Hand gewährleistet sein.
Die geplanten Gesetzesänderungen sollen den Jobcentern ein eigenständiges Arbeiten in klaren Strukturen und mit transparenten, schnellen Entscheidungsprozessen ermöglichen. Im Regelfall gelte für junge Hilfebedürftige unter 25 Jahre ein Betreuungsschlüssel von 1 zu 75, für ältere Betroffene ein Schlüssel von 1 zu 150. Für personelle Stabilität soll eine gesetzliche Zuweisung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren sorgen.
BMAS: Politische Spitzenrunde einigt sich auf Jobcenter-Reform (Video)
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NEUES AUS DEM GPC
+ Zwei neue Gastbeiträge
In der GPC-Rubrik der Gastbeiträge werden aktuelle Themen der Benachteiligtenförderung aufgegriffen und zur Diskussion gestellt. Seit Erscheinen unseres letzten Newsletters sind dort zwei neue Artikel veröffentlicht worden.
Der erste Beitrag "Vom Kapital der sozialen Verantwortung" stammt von Thomas Sattelberger, Arbeitsdirektor und Personalvorstand bei der Deutschen Telekom AG. Sattelberger legt dar, dass berufliche Bildung heutzutage mehr vermitteln muss als nur Beschäftigungsfähigkeit. Unternehmen sollten sich stärker als Teil des Ganzen verstehen und selbst soziale Verantwortung wahrnehmen - auch für diejenigen, die am Rande stehen.
Der zweite Beitrag mit dem Titel "Teil der Lösung oder Teil des Problems?" wurde von Ragna Melzer vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt verfasst. Darin wird die Rolle der freien Träger im lokalen Übergangsmanagement behandelt. Immer mehr Kommunen greifen das Konzept des lokalen Übergangsmanagements auf und setzen es gemeinsam mit den Akteuren vor Ort um. Viele freie Träger drohen nun zum Opfer der damit verbundenen, überaus dynamischen Prozesse zu werden und werden oftmals, und vielleicht auch nicht ganz unberechtigt, als Teil des Problems wahrgenommen.
www.good-practice.de/gastbeitraege.php
+ Zahl einkommensarmer junger Menschen steigt weiter an, GPC-Bericht
In Deutschland gelten Personen als arm, die über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verfügen. Nach aktuellen Daten aus dem Jahr 2008 betrifft das etwa 14 Prozent der Bevölkerung. Das entspricht etwa 11,5 Millionen Menschen. Besonders gefährdet sind junge Erwachsene und Haushalte mit Kindern. Armut ist ein ursächlicher Grund für schlechte Bildung und birgt die Gefahr, dass sich soziale Benachteiligung dauerhaft verfestigt.
Der aktuelle GPC-Bericht behandelt die Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP), die jährlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Zusammenarbeit mit TNS Infratest Sozialforschung erhoben werden. Weiterhin wird die Langzeitstudie "Kinder- und Jugendarmut" vorgestellt, die das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt (AWO) durchführt.
www.good-practice.de/zielgruppen_beitrag4036.php
+ Berufseinstiegsbegleitung: Unterstützung individueller Wege in den Beruf?
Angestoßen durch die Qualifizierungsoffensive der Bundesregierung und dem Konzept "Jugend - Ausbildung und Arbeit" wurde vom BMAS das neue arbeitsmarktpolitische Instrument "Berufseinstiegsbegleitung" eingeführt. Seit Februar 2009 wird es durch die BA umgesetzt und modellhaft an 1.000 Schulen bundesweit gefördert.
Die Resonanz aus der Praxis auf die neue Fördermöglichkeit ist sehr unterschiedlich. Grundsätzlich wird die Berufseinstiegsbegleitung als übergangsbegleitendes und bildungsgangübergreifendes Instrument aber begrüßt.
Um positive Ansätze herauszustellen und Eckpunkte dafür zu benennen, wie Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Berufseinstiegsbegleitung aussehen können, hat das GPC eine Expertise in Auftrag gegeben. Über deren Erscheinen wird im nächsten GPC-Newsletter ausführlich berichtet.
Hier aktuell die Folien eines Vortrags zum Thema Berufseinstiegsbegleitung von der Didacta 2010 in Köln (PDF, 232 KB)
+ Aktuelle Datenbank-Einträge
Zu den Datenbanken des GPC:
www.good-practice.de/datenbanken.php
> Materialiendatenbank (470 Einträge)
NEU: CD-ROM "Berufsorientierung in der Praxis Schülerinnen und Schüler erkunden Berufe", Bundesministerium für Bildung und Forschung
NEU: Broschüre "Olov - Die Qualitätsstandards", Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
NEU: Fachglossar "Betriebliche Ausbildung" jeweils zweisprachig Deutsch-Türkisch, Deutsch-Griechisch, Deutsch-Italienisch, Deutsch-Russisch. Programmstelle beim BIBB für das Programm Jobstarter
Stellen auch Sie Ihre Materialien den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis zur Verfügung! Kontakt: Michael Gräf, 0228-1071304
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NEUES VON LÄNDERAKTIV
+ Kompetenzanalyse/Profil AC, Baden-Württemberg
Durch den Einsatz des Verfahrens "Kompetenzanalyse/Profil AC an allgemeinbildenden Schulen und an beruflichen Schulen" sollen eine objektivierte Bewertung der individuellen überfachlichen Leistungen der Schülerinnen und Schüler ermöglicht werden und konkrete Ansatzpunkte für deren individuelle Förderung gefunden werden.
Die Durchführung der Kompetenzanalyse/Profil AC an Schulen wird ab dem Schuljahr 2010/2011 in allen siebten Klassen der Werkreal-/Hauptschulen und der Sonderschulen mit Bildungsgang Werkreal-/Hauptschule und Förderschule und in allen Klassen des Berufseinstiegsjahrs verpflichtend durchgeführt. Das Projekt wird in den genannten Schularten somit abgeschlossen und als Landesprogramm weitergeführt.
Erhoben werden die für die Ausbildungsreife erforderlichen überfachlichen Potenziale anhand von Verhaltensbeobachtungen in den allgemein bildenden Schulen und anhand von Verhaltensbeobachtungen und Arbeits- beziehungsweise Testergebnissen in den beruflichen Schulen.
Die Kompetenzanalyse/Profil AC an Schulen versteht sich als ein Assessment Center (AC) zur Förderung von Kompetenzen. Es umfasst standardisierte Einzel- und Gruppenaufgaben in den fünf Kompetenzfeldern Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, Personale Kompetenz, Berufsspezifische Kompetenz und Kulturtechnische Kompetenz.
"Kompetenzanalyse/Profil AC an allgemeinbildenden Schulen und an beruflichen Schulen"
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NEUES AUS DEM BIBB
+ Verlängerung des BMBF-Programms zur Berufsorientierung vorgesehen
Mit dem Programm zur "Förderung von Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten" soll Jugendlichen der Übergang von der Schule in eine duale Berufsausbildung erleichtert werden. Gleichzeitig soll damit ein Beitrag zur Verringerung der Zahl der Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Abschluss geleistet werden.
Mittlerweile hat das BMBF-Programm eine hohe Akzeptanz bei den Jugendlichen ebenso wie bei Lehrkräften und Ausbildenden gefunden. Die Bundesregierung hat daher für Maßnahmen im Schuljahr 2010/2011 die Mittel bereits aufgestockt. Eine Verlängerung des Programms ist vorgesehen.
Derzeit gibt der Bund pro Maßnahme und Teilnehmendem einen Zuschuss von 300 Euro für 80 Stunden praktische Berufsorientierung und eine Kompetenzfeststellung. Um die Orientierungsmaßnahmen noch gezielter durchführen zu können, ist geplant, demnächst auch eine Förderung mit 500 Euro inklusive einer Potenzialanalyse zu ermöglichen. Die Entscheidung, welche der beiden Varianten gewählt wird, soll bei der Bildungsstätte liegen.
Das BIBB hat ein Förderverfahren eingerichtet. Anträge können dort laufend gestellt werden. Weitere Infos unter:
www.bibb.de/berufsorientierung
+ Neuer Internetauftritt von foraus.de
Mit über 10.000 Mitgliedern ist das "Forum für Ausbilder/-innen" die größte Ausbildercommunity Deutschlands in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Nach der abgeschlossenen, kompletten Überarbeitung des Internetauftritts stehen jetzt vielfältige neue Möglichkeiten für Diskussionen, Recherche und Erfahrungsaustausch zur Verfügung.
Zu den Angeboten gehören unter anderem moderierte Online-Seminare im "virtuellen Klassenzimmer", ein direkter Zugang zu Weiterbildungsdatenbanken, ein elektronisches Nachrichten-Abonnement, neue Schwerpunktthemen, Service-Angebote und das neue Themenforum "QualifizierungDigital"
Bei foraus.de ist auch das Forum Benachteiligtenförderung angesiedelt. Hier können Themen der beruflichen Benachteiligtenförderung diskutiert werden - von konkreten Problemen bei der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen bis zur Diskussion bildungspolitischer und pädagogischer Grundsatzfragen.
www.foraus.de
Forum Benachteiligtenförderung
+ Die Preisträger des Weiterbildungs-Innovations-Preises 2010
Im Rahmen der Bildungsmesse Didacta sind die sechs Preisträger des Weiterbildungs-Innovations-Preises (WIP) vorgestellt worden. Mit dem WIP werden jährlich Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die sich um die berufliche und betriebliche Weiterbildung verdient gemacht haben.
Unter den Preisträgern ist auch der Verein Werkstatt Frankfurt mit dem "Frankfurter Weg zum Berufsabschluss". Im Mittelpunkt des Projekts steht die Förderung zum selbstständigen Arbeiten und selbstorganisierten Lernen. An- und Ungelernten soll neue berufliche Handlungsfähigkeit durch den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrung im praxisorientierten Arbeitszusammenhang vermittelt werden.
Das modulare Konzept ist mehrstufig auf Qualifizierungsbausteinen aufgebaut und so gestaltet, dass ein anerkannter Berufsabschluss erworben werden kann. Die hohe (Berufs-)Abschluss-Quote von rund 85 Prozent belegt den Erfolg der Maßnahme.
Homepage der Werkstatt Frankfurt:
www.werkstatt-frankfurt.de
+ Hermann-Schmidt-Preis 2010 - jetzt bewerben
Auch die Berufsbildung steht vor der Herausforderung, Beiträge zum Umweltschutz und zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten und damit die Qualität und Attraktivität beruflicher Bildung zu steigern. Der Hermann-Schmidt-Preis steht in diesem Jahr unter dem Thema "Berufliche Bildung für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung".
Mit dem Hermann-Schmidt-Preis 2010 werden Initiativen von Betrieben und Einrichtungen der beruflichen Bildung wie Berufsschulen, Berufsbildungsträgern und Kammern prämiert, die zum Beispiel
- branchenspezifisch und/oder regional ausgerichtet sind und umgesetzt werden;
- die lernortübergreifende Kooperation und Vernetzung sowie unterschiedliche Partner einbeziehen;
- sich an unterschiedliche Zielgruppen wenden.
Die Bewerbungsfrist endet am 23. Juli 2010.
www.bibb.de/hermann-schmidt-preis
+ Aktualisierte Bibliografie "Benachteiligtenförderung"
In der Reihe der BIBB-Auswahlbibliografien steht jetzt eine überarbeitete Ausgabe zum Thema "Benachteiligtenförderung" bereit. Neben den aufgeführten Printmedien sind auch Nachweise zu Online-Dokumenten enthalten, die über die URL direkt mit den jeweiligen Volltexten verlinkt sind.
Übersicht der verfügbaren Auswahlbibliografien:
www.kibb.de/84.htm
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BLICK ÜBER DIE GRENZEN
+ Berufliche Bildung und Beratung in Italien - ein Reisebericht
Die regionalen Jobcenter spielen die zentrale Rolle in einem flexiblen System beruflicher (Aus-)Bildung, in dem benachteiligte und behinderte Jugendliche sehr effektiv und individuell gefördert werden. Das war eine der Erkenntnisse eines Besuchs in der mittelitalienischen Provinz Pesaro. Dieser fand im Herbst 2009 im Rahmen des europäischen Studienbesuchsprogramms ("studyvisits") für Bildungs- und Berufsbildungsfachleute statt.
Das Thema des Studienbesuchs lautete "Counselling, training and job: integration between systems for a better employability"; exemplarisch sollte die Betrachtung des lokalen Systems der Integration von Beratung und Angeboten der beruflichen Bildung in der Provinz Pesaro/Urbino (Region Marche) im Mittelpunkt sehen. "Beschäftigungsfähigkeit und Vermittlungsfähigkeit" (employability) gilt als Ziel der Beschäftigungspolitik in der Provinz Marche.
Zum Reisebericht:
www.good-practice.de/strukturen_beitrag4040.php
+ Modernisierte Bildungsstatistik in der Schweiz
Mit der Modernisierung der statistischen Erhebungen im Bildungsbereich wird in der Schweiz das Ziel verfolgt ein integriertes, gesamtschweizerisch koordiniertes System der Bildungsstatistik aufzubauen. Es soll "die Realität und den Wandel des Bildungssystems beschreiben" und "Grundlagen zur Steuerung und Planung zur Verfügung stellen."
Als ein strategisches Element werden durchgehend Individualdaten erhoben und die Versichertennummer zur Identifikation der Lernenden verwendet. Damit sollen die jährlich erhobenen Daten der Personen in Ausbildung miteinander verknüpft und zusätzliche Informationen - zum Beispiel zu Bildungslaufbahnen, Übergängen oder Mobilitätsverhalten - generiert werden.
www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/00/10.html
+ Statistik Austria mit Überblick über das Bildungswesen in Österreich
Die Bundesanstalt Statistik Austria hat eine Überblicksseite über das Bildungswesen in Österreich erstellt. Demnach steigt das Bildungsniveau in Österreich weiter an, wobei sich geschlechtsspezifische Unterschiede im Bildungsniveau verringern. Dennoch haben noch immer mehr als ein Fünftel der Frauen im Alter von 25 bis 64 Jahren (22,3 Prozent) keinen weiterführenden Schulabschluss.
An den Chancen, der Bildungsarmut zu entkommen, hat sich in den letzten Jahren nur wenig geändert. Von den 25- bis 44-Jährigen, die aus Akademikerhaushalten stammen, hatten 2007 rund 42,8 Prozent ebenfalls einen akademischen Abschluss. Im Gegensatz dazu erreichten nur 10,3 Prozent der 25- bis 44-Jährigen aus bildungsfernen Haushalten einen sogenannten Tertiärabschluss.
Auch in Österreich ist ein Rückgang der Schülerzahlen an Hauptschulen zu verzeichnen. Prozentual besuchen immer mehr Schülerinnen und Schüler die Unterstufe der Allgemeinbildenden Höheren Schule (AHS) und den im Schuljahr 2008/09 an 67 Standorten in fünf Bundesländern eingeführten Schultyp der Neuen Mittelschule.
Weitere Daten und Infos unter:
www.statistik.at/web_de/presse/043876
+ EU-Fortschrittsbericht "Allgemeine und berufliche Bildung 2010"
Der Europarat und die Europäische Kommission stellen in ihrem Bericht über die Umsetzung des Arbeitsprogramms "Allgemeine und berufliche Bildung 2010" eine verbesserte Leistung der (Berufs-)Bildungssysteme in der EU fest. Besondere Herausforderungen bestehen aber unter anderem in der Kompetenzentwicklung, der Aktualisierung von Bewertungsmethoden und der Verwirklichung von mehr lebenslangem Lernen und Mobilität.
Unterstützt wird der Erwerb von Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen, so dass "alle jungen Menschen - auch die benachteiligten - das Rüstzeug für ihren weiteren Lernweg und ihr Berufsleben erhalten."
Besorgniserregend sei die Tatsache, dass sich die Werte für die Grundkompetenz Lesen und Schreiben verschlechtert haben. Besonders bei Jungen und bei Kindern aus Migrantenfamilien seien in diesem Bereich unzureichende Kenntnisse festzustellen.
In Bezug auf benachteiligte Schülerinnen und Schüler setze sich zunehmend ein stärker auf den Einzelnen zugeschnittener Ansatz für das Lernen durch. Dieser werde häufig flankiert von sonderpädagogischer Förderung.
(PDF, 189 KB)___________________________________________________
AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
14. April 2010, Offenbach am Main
2. Fachveranstaltung "Berufliche Eignungsdiagnostik im Übergang Schule-Beruf", Stadt Offenbach am Main
27. und 28. April 2010, Bonn
AG BFN-Forum "Herausforderungen an das Bildungspersonal in der beruflichen Aus- und Weiterbildung", Bundesinstitut für Berufsbildung
28. und 29. April 2010, Berlin
Fachtagung "Schulverweigerung", BAG KJS in Kooperation mit EREV + BAG EJSA
5. Mai 2010, Berlin
Fachtagung "TALENTUM - Tagung für Berufsorientierung", Deutsche Bank und IfT Institut für Talententwicklung
11. Mai 2010, Berlin
"1:0 für die Berufsausbildung!" Jobstarter Halbzeitkonferenz, Bundesinstitut für Berufsbildung
Einzelheiten zu den Veranstaltungen im GPC-Terminkalender:
www.good-practice.de/tkal
Stellen auch Sie Ihre Termine dort ein!
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Dr. Ursula Bylinski
Tel: 0228/107 2628
Fax: 0228/107 2886
Bundesinstitut für Berufsbildung
Good Practice Center
53043 Bonn