Inklusion

Definition / Erläuterung

Die Idee der Inklusion zielt auf eine Gesellschaft, die auf Menschenrechten, Wertschätzung und Respekt beruht. Diese sichert allen ihren Mitgliedern gleiche und volle Rechte auf individuelle Entwicklung und Teilhabe zu - unabhängig von Fähigkeiten, Geschlecht, sexueller Orientierung, sozialer oder ethnischer Herkunft etc. Inklusion zielt darauf, alle Prozesse der Exklusion zu beseitigen, sie bekämpft Ausgrenzungsrisiken wie Armut und Diskriminierung.

Während die Integrationspädagogik Normen setzt, Abweichungen definiert und über Sonderförderung wieder integriert, sind bei der inklusiven "Pädagogik der Vielfalt" alle selbstverständliche Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaft. Hier haben alle Menschen uneingeschränkten Zugang zu allen Angeboten allgemeiner und beruflicher Bildung. Sie erhalten die Unterstützung, die ihren Bedürfnissen entspricht und die sie benötigen, um ihre Persönlichkeit und ihre Begabungen voll zu entfalten.

Zu einer inklusiven Bildung im Sinne der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hat sich Deutschland 2009 verpflichtet. Das Übereinkommen geht von den Menschenrechten aus und konkretisiert deren Umsetzung aus der Perspektive der Menschen mit Behinderungen. Der Nationale Aktionsplan, den die Bundesregierung im Juni 2011 vorlegte, umfasst ein breites Spektrum von Handlungsfeldern von Arbeit und Beschäftigung über Bildung, verschiedene Ziel- und Altersgruppen bis hin zu Wohnen, Freizeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

In der beginnenden Umsetzung liegt ein Schwerpunkt im Bereich der Bildungspolitik, überwiegend konzentriert auf den gemeinsamen Unterricht von jungen Menschen mit und ohne Behinderung. In der Sozialen Arbeit stehen Prozesse der sozialen Exklusion im Vordergrund, so lenkt die Jugendsozialarbeit den Blick auf junge Menschen, die in besonderer Weise von Ausgrenzungsrisiken bedroht oder betroffen sind, z. B. von Armut, fehlenden Schul- und Berufsabschlüssen und sozialen Folgeproblemen.

Auf die Benachteiligtenförderung bezogen lässt sich die Inklusion als Herausforderung verstehen, auf normative Zuschreibungen (wie benachteiligt oder ausbildungsreif) zu verzichten und die bisherige "Sonderförderung" kritisch zu reflektieren. Ziel einer notwendigen Weiterentwicklung könnte eine "inklusive Berufsbildung" sein, die allen Jugendlichen Zugänge zum Regelsystem beruflicher Bildung - zur Ausbildung - öffnet und sie nach individuellen Bedürfnissen professionell fördert. Erste Vorschläge fordern Handlungskonzepte für eine "inklusive Pädagogik des Übergangs".

Good Practice

Inklusion durch betriebliche Ausbildung: Das Projekt TrialNet

Im Projekt TrialNet wird der Ausbildungsverlauf von Jugendlichen mit Behinderung begleitet. Die praktische Ausbildung erfolgt im Betrieb oder wird zumindest so betriebsnah wie möglich gestaltet. Dabei wird die Tauglichkeit von Ausbildungsbausteinen zur Flexibilisierung und Strukturierung der Ausbildung untersucht.

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Good Practice

Manege - ein Projekt im Don-Bosco-Haus Berlin

Ziel der Manege ist es, Jugendliche ins Leben, in Selbst- und Fremdachtung (besonders in Zeiten ohne Arbeit), in tragfähige und realistische Beziehungen und Lebensperspektiven sowie in Ausbildung und Arbeit hineinzuführen. Es übernimmt eine Brückenfunktion für diejenigen, die konventionelle Maßnahmen nicht, noch nicht oder nicht mehr in Anspruch nehmen können. Zentrale Elemente des Konzepts sind dabei eine offene Haltung, bedingungslose Akzeptanz und das Angebot von Beziehung.

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Good Practice

Heterogenität in Berufsorientierung und Ausbildung

Kleine und mittlere Unternehmen in Handel, Dienstleistungen und Handwerk sollen dazu motiviert werden, Auszubildende einzustellen, die nach bisheriger Einstellungspraxis keine Chance auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz gehabt hätten. Durch enge Kooperation akquirierter Betriebe mit ausgewählten Schulen werden Modelle vertiefter Berufsorientierung und zur Vermittlung in Ausbildung entwickelt. Dabei finden individuelle und strukturelle Heterogenitätsmerkmale von Schülerinnen und Schülern Berücksichtigung. In enger Anbindung an das Hamburger Übergangssystem Schule - Beruf soll der Aufbau von Vertrauensketten zwischen Jugendlichen,Schulen und Betrieben exemplarisch erprobt und systematisch beschrieben werden.

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Praxis-Materialien

Index für Inklusion - Lernen und Teilhabe in der Schule der Vielfalt entwickeln

Der Index für Inklusion stellt Materialien für eine "Pädagogik der Vielfalt" bereit, er zielt auf Schulentwicklung und bietet eine Systematik,die dabei hilft, nächste Schritte zu gehen.

Der Index besteht aus fünf Teilen:
Teil 1 Theorie und Ansatz der Inklusion
Teil 2 Möglichkeit der Gestal...

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Praxis-Materialien

Inklusion jetzt - oder erst später? - Vernetzung aller Hilfen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung (Tagungsdokumentation)

Zur Frage der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen hat der Vorstand des Deutschen Caritasverbandes mit dem Diskussionspapier "Inklusion und selbstbestimmte Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit Behinderung" einen Diskurs in der Caritas angestoßen. Die Fachtagung "Inklusion jetzt - oder doch erst später? - Vernet...

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Basis-Informationen

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Letzte Änderung: 04/20/2016 eMail-direkt »       Seite empfehlen »

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Erstellt am: Monday, 27 June 2011 Kommentare hinzufügen »