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Ausgabe 109 |
16.12.2011 |
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Zahl der Leserinnen und Leser: 7.097
Der GPC-Newsletter wird herausgegeben vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Good Practice Center zur Förderung von Benachteiligten |
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AKTUELLES THEMA
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Qualität und Erfolge in der Berufsvorbereitung
Wenn Maßnahmen sich explizit an Jugendliche mit ungünstigen Voraussetzungen wenden, dann müssen sich die Angebote auch auf deren Bedürfnisse ausrichten. Bleibt es bei Standardmaßnahmen wie Bewerbungstraining und Nachhilfe, drohen hohe Abbruchquoten. Wie eine neue Studie zum Werkstattjahr in NRW zeigt, hängt der Erfolg einer Maßnahme in hohem Maße vom Träger, vom pädagogischen Konzept und passenden pädagogischen Angeboten ab. In den Regelangeboten der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Schulen kommen diese Erkenntnisse bislang zu kurz.
In einer Zeit, in der die kritischen Aspekte des sogenannten "Übergangssystems" im Vordergrund stehen, lenkt eine Studie aus Nordrhein-Westfalen den Blick darauf, was die Qualität von Maßnahmen für Jugendliche mit schlechten Startchancen ausmacht.
Im Fokus der Studie steht das "Werkstattjahr", ein gemeinsames Programm des nordrhein-westfälischen Arbeits- und des Schulministeriums. Als niedrigschwelliges Angebot wendet es sich an Jugendliche, die die relativ hohen Anforderungen einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) der BA voraussichtlich nicht erfüllen. Zum Werkstattjahr dürfen maximal 10 Prozent den Hauptschulabschluss mitbringen; zur Zielgruppe gehören auch jugendliche Flüchtlinge. Das Werkstattjahr kombiniert Unterricht im Berufskolleg, Lernen und Arbeiten beim Bildungsträger sowie Praktika in Betrieben. Die Träger müssen entsprechende Erfahrungen vorweisen, im Vergleich zu BvB ist ihr Zugang einfacher, und sie haben mehr Gestaltungsspielraum.
Die Studie von Maria Icking und Julia Mahler (G.I.B.) untersucht die Umsetzung, ein Schwerpunkt liegt auf einer Analyse, welche Merkmale den Erfolg bzw. Misserfolg beeinflussen (können). Befragt wurden Teilnehmende, Bildungsträger, Berufskollegs und Berufsberater/innen.
Wie die Ergebnisse zeigen, stammen viele Teilnehmende aus dem Rechtskreis des SGB II und/oder aus Förderschulen. Eine Reihe von ihnen ist durch Schulabsentismus aufgefallen, ein großer Teil hat Gewalt erlebt, ein anderer ist schon straffällig geworden. Hier sind niedrigschwellige Konzepte gefragt, die ausreichend auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ausgerichtet sind. Die Erfolge der Träger weichen allerdings enorm voneinander ab. Manche Träger konnten keinen Jugendlichen vermitteln, andere bis zu 67 Prozent. Auch die Abbruchquoten variieren von keinem Abbruch bis hin zu 71 Prozent. Die Studie folgert daraus: Es sind also vor allem Trägermerkmale, die den Erfolg bestimmen.
Standardkonzepte wie Nachhilfe, PC-Arbeitsplätze, Bewerbungstraining und Hauptschulabschluss werden der Zielgruppe nicht gerecht. Träger, die hier ihre Schwerpunkte legen, sind weit weniger erfolgreich als diejenigen, die als wichtigste konzeptionelle Elemente Werkstätten, pädagogische Angebote, Sozialtrainings, Kooperationen zu Unternehmen o. ä. nennen. Positiv wirkt sich aus, wenn Träger über Erfahrungen mit der Zielgruppe und vergleichbaren Programmen (z. B. Jugendwerkstätten, Schulverweigererprojekte) verfügen, wenn Räume für Sport, Spiel und Entspannung vorhanden sind, wenn die sozialpädagogische, erlebnispädagogische und künstlerische Arbeit einen hohen Stellenwert hat und wenn die verbindlich eingeführte Kooperation mit Berufskollegs und Berufsberatung gelingt.
In NRW hat die Studie für die neue Programmphase einige Änderungen angestoßen. So werden u. a. der Personalschlüssel für sozialpädagogische Begleitung deutlich verbessert sowie ein Kompetenzcheck und somit eine Grundlage für eine individualisierte Förderung verbindlich eingeführt. Als Bestandteil des neu geplanten Übergangssystems in NRW soll das Werkstattprogramm den Übergang in BvB deutlich erhöhen.
Das Werkstattjahr - Eine empirische Untersuchung der Programmumsetzung. Materialien zu Monitoring und Evaluation (PDF, 3,4 MB)
Das Werkstattjahr 2011/2012 - mehr Qualität statt Quantität. G.I.B.INFO 3/11
(PDF, 198 MB)
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ÜBERGANG IN DEN BERUF
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Instrumentenreform - neue Chancen für Produktionsschulen
Zum "Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt" haben sich Bundestag und Bundesrat im Vermittlungsausschuss geeinigt. Eine maßgebliche Änderung betrifft die berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen, die flexibler werden sollen. Das betrifft Angebote wie Produktionsschulen, Jugendwerkstätten und andere Angebote auf Landesebene, hier hat die
Bundesregierung eine zeitnahe Anpassung des Fachkonzepts zugesagt.
Damit wird unter anderem eine Forderung des Bundesverbandes Produktionsschulen aufgegriffen, Produktionsschulen in das institutionalisierte Regelangebot in Deutschland aufzunehmen. Die Erfahrungen mit Produktionsschulen in den letzten Jahren hatten gezeigt, dass von diesen Angeboten vor allem junge Menschen profitieren, die von den bestehenden Angeboten der BA nicht erreicht wurden oder diese vorzeitig abgebrochen haben. Als eine Ergänzung sollen - so die Forderung - Produktionsschulen förderfähig sein und auf der Grundlage eines eigenen Fachkonzepts durchgeführt werden.
Einen Vorschlag für ein Fachkonzept Produktionsschule hatte die Leibniz Universität Hannover im Auftrag des Runden Tisches Produktionsschule bereits 2009 erarbeitet.
Protokollerklärung der Bundesregierung (PDF, 52 KB)
Vorschläge des Bundesverbandes Produktionsschulen e.V. zur Gestaltung von Produktionsschulen als institutionalisiertes Regelangebot in Deutschland (PDF, 141 KB)
Fachkonzept Produktionsschule - Vorlage aus dem "Runden Tisch Produktionsschule in den Neuen Ländern" (PDF, 151 KB)
Umsetzung der Berufseinstiegsbegleitung verbessern
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit begrüßt in seinem neuen Positionspapier, dass die Berufseinstiegsbegleitung als neues Instrument in den Gesetzeskatalog des SGB III aufgenommen wurde. Gleichzeitig sieht er aber auch verschiedene Probleme in der praktischen Umsetzung und zeigt Veränderungsbedarfe auf.
So seien Fragen der Finanzierung nicht geklärt: ab Sommer 2012 kann die Begleitung nur dann stattfinden, wenn neben der Bundesagentur für Arbeit noch andere Beteiligte mit mindestens 50 Prozent in die Finanzierung einsteigen, gefragt sind vor allem die Länder. Laut Kooperationsverbund kann momentan nicht davon ausgegangen werden, dass die kontinuierliche Fortführung der schon installierten Berufseinstiegsbegleitung zustande kommt.
Bei der Umsetzung bereiten unter anderem folgende Punkte Probleme:
- Bei Abbruch einer begonnenen Ausbildung können Teilnehmende anschließend nicht wieder in die Berufseinstiegsbegleitung aufgenommen werden.
- Der übergangsbegleitende Charakter der Maßnahme sowie die Unterstützung auch nach dem Start in die Ausbildung sollten stärker verdeutlicht werden.
- Die Definition der "Anwesenheitspflicht von Berufseinstiegsbegleitern/-innen" in der Schule muss präzisiert werden.
- Die jährliche Anpassung von Platzzahlen in der Berufseinstiegsbegleitung ist nicht geregelt.
Ein großer Fortschritt sei das im Oktober veröffentlichte Fachkonzept zur Berufseinstiegsbegleitung. Der Kooperationsverbund bezweifelt allerdings, dass das Konzept den Beraterinnen und Beratern ausreichend bekannt ist. Für ein gutes standardisiertes und einheitliches Vorgehen sei die Kenntnis des Fachkonzeptes jedoch unabdingbar. Hier bestehe dringender Nachbesserungsbedarf in der Kommunikation mit den Agenturen vor Ort.
Positionspapier des Kooperationsverbundes (PDF, 465 KB)
Fachkonzept Berufseinstiegsbegleitung im Auftrag der BA (PDF, 493 KB)
Finanzierung von "Jugend stärken" soll unverändert bleiben
Der Bundesrat hat die Bundesregierung gebeten, die bisherigen Finanzierungsbedingungen der Programme der Initiative "Jugend stärken" unverändert zu lassen. Dies würde bewirken, dass die Programme "Kompetenzagenturen" und ""Schulverweigerung - Die 2. Chance" auch weiterhin aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende und der Arbeitsförderung kofinanziert werden könnten.
Die "Kompetenzagenturen" unterstützen sozial benachteiligte und mehrfach beeinträchtigte Jugendliche beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Die BA hat mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales vereinbart, im Rahmen des "Arbeitsbündnisses Jugend und Beruf" für eine enge Zusammenarbeit der Rechtskreise SGBII, III und VIII zu werben. An inzwischen 20 Modellstandorten wird die rechtskreisübergreifende Aufgabenwahrnehmung erprobt, mit dem Ziel, dieses Angebot ab 2012 bundesweit zu etablieren. In diesem Kontext sei die Weiterführung des Programms "Kompetenzagenturen" als wichtiger Baustein zu bewerten.
Beschluss des Bundesrates (PDF, 19 KB)
Bundesrechnungshof für bessere Vermittlung arbeitsloser Jugendlicher
Der Bundesrechnungshof (BRH) überprüft nicht nur die Haushaltsführung des Bundes, sondern teilt in seinen jährlichen Bemerkungen auch mit, welche Maßnahmen er für die Zukunft empfiehlt. Bereits 2010 wurde die Betreuung arbeitsloser Jugendlicher durch die Arbeitsagenturen bemängelt. In den aktuellen Bemerkungen für 2011 wird darauf erneut Bezug genommen und dargestellt, was sich verbessert hat und wo noch Handlungsbedarf besteht.
Demnach hat die BA auf die Kritik des BRH reagiert und ihre Agenturen aufgefordert, Jugendlichen ein Erstgespräch möglichst innerhalb von 14 Kalendertagen anzubieten. Zudem müssen die Agenturen bereits im Erstgespräch prüfen, ob geeignete Stellenangebote vorliegen. Durch Wiedervorlagen haben die Vermittlungsfachkräfte in den Agenturen sicherzustellen, dass sie regelmäßig Stellensuchläufe durchführen. Die Führungskräfte in den Agenturen müssen bei ihrer Fachaufsicht überprüfen, ob diese Vorgaben umgesetzt werden.
Der Bundesrechnungshof sieht in den ergriffenen Maßnahmen einen wichtigen Schritt, um die Vermittlung von Jugendlichen unter 25 Jahren zu verbessern.
Bundesrechnungshof: Bemerkungen 2011 zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes (PDF, 3,5 MB)
Stahl-Azubis werden unbefristet übernommen
In der Stahlindustrie von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen werden unbefristete Übernahmen nach der Ausbildung zur Regel. Dies wurde von IG Metall und Arbeitgebern per Tarifabschluss festgelegt. Ausnahmen sind vorgesehen, wenn der Arbeitgeber über Bedarf ausbildet oder wenn akut Jobs im Betrieb bedroht sind. Allerdings muss dann erst der Betriebsrat der Abweichung vom Tarif zustimmen.
Auch die derzeitigen Auszubildenden sollen in der Regel unbefristet übernommen werden. Die IG-Metall ist mit dem Ergebnis der Tarifverhandlungen zufrieden: "Der Abschluss ist aus Sicht der jungen Generation ein voller Erfolg", sagt Gewerkschaftsvertreter Thomas Hay. "Azubis müssen übernommen werden und können nicht im Anschluss an die Ausbildung als Leiharbeiter beschäftigt werden." Jetzt soll die Regelung auch in der Metall- und Elektroindustrie durchgesetzt werden.
Pressemeldung der IG-Metall-Jugend
Neuer Studiengang "Inklusive Pädagogik und Kommunikation"
An der Universität Hildesheim ist der berufsbegleitende Master-Studiengang "Inklusive Pädagogik und Kommunikation" gestartet. In diesem bundesweit bislang einzigen derartigen Studiengang sollen Lehrkräfte im Bereich der inklusiven Pädagogik aus- und fortbildet werden, um die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen umzusetzen.
Bisher fehlte es an passenden Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählen der Umgang mit Heterogenität und Konflikten sowie Diagnostik und Kommunikation. Lehrkräfte sollen systematisch in die Formen eines inklusiven Unterrichts eingeführt werden. Ein wichtiges Thema ist die Implementierung des inklusiven Gedankens in das Schulsystem.
In Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Zürich ist der Weiterbildungsstudiengang länderübergreifend angelegt. Die Module können auch einzeln als Zertifikatsabschluss studiert werden.
Uni Hildesheim: Master-Studiengang 'Inklusive Pädagogik und Kommunikation'
Bildungsketten-Fachkräfte vernetzen sich auf Qualiboxx
Die Initiative Bildungsketten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat eine neue Community-Gruppe gestartet. Auf der Lern- und Arbeitsplattform Qualiboxx kommen die Akteurinnen und Akteure der Bildungsketten in virtuellen Gruppen zum fachlichen Austausch zusammen.
Mit Qualiboxx erhalten Fachkräfte einen Rahmen, über den sie sich lokal, regional und bundesweit vernetzen können. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Berufseinstiegsbegleiter-/innen der Bildungsketten etwa können für die praktische Arbeit mit Jugendlichen interaktive und multimediale Lernangebote nutzen. Für Bildungseinrichtungen (Schulen, Bildungsträger etc.) stehen praktische Werkzeuge wie Kalender, Wiki, Blog und Co. bereit. Gemeinsam lassen sich Ideen entwickeln, Inhalte erarbeiten und weiterverbreiten.
www.qualiboxx.de
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GPC
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Berufseinstieg zwischen Plattenbau und Hartz IV
Beispiel guter Praxis aus Rostock
Berufseinstiegsbegleitung - eine neue Aufgabe, für die an vielen Standorten erstmal ein Weg gefunden werden muss. In Rostock arbeitet Jana Hoffmann an einer Schule im sozialen Brennpunkt. Das Beispiel der engagierten Berufseinstiegsbegleiterin veranschaulicht, wie gute Praxis im Rahmen von BerEb gelingen kann. Einen wichtigen Anteil am Erfolg haben Erfahrung des Trägers, gewachsene Kooperationsstrukturen und eine behutsame Annäherung an das System Schule. Die Berufseinstiegsbegleitung bildet die Klammer für verschiedene Stationen der Berufsorientierung und bindet diese Aufgabe in eine ganzheitliche und lebensweltsorientierte Betreuung ein.
"Berufseinstieg zwischen Plattenbau und Hartz IV"
Bericht zum BIBB-Forschungsprojekt "Berufsorientierung junger Frauen im Wandel"
Junge Menschen haben im Prozess der beruflichen Orientierung unterschiedliche Unterstützungs- oder Beratungsbedarfe. Vier grundsätzlich verschiedene Ausformungen von Berufsorientierungsprozessen, die Ansätze für die Gestaltung von Berufsorientierungsmaterialien und -angeboten bieten, wurden im BIBB-Forschungsprojekt "Berufsorientierung junger Frauen im Wandel" identifiziert.
"Berufsorientierungsprozesse unterstützen - Horizonte erweitern"
Verzögerer, Beschleuniger und Verlierer: GPC-Bericht zum DJI-Survey "AID:A"
Im Survey "AID:A" des Deutschen Jugendinstituts (DJI) wird der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf über alle Bildungsabschlüsse hinweg umfassend beleuchtet. Die zentralen Fragestellungen der Untersuchung sind: Wie viele und welche Jugendlichen schaffen den direkten Einstieg in eine Ausbildung oder in ein Studium? Wer gelangt über Umwege, Warteschleifen oder Zwischenschritte in eine berufliche bzw. akademische Ausbildung? Wer bleibt ausbildungslos?
Den entscheidenden Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungsverlauf fassen die Autorinnen des auswertenden Berichts zum Survey in drei verschiedenen "Bildungsbiografie-Typen" zusammen. Bildungsbiografie-Verzögerer, -Beschleuniger und -Verlierer gehen mit unterschiedlichen sozialen und materiellen Voraussetzungen ins Rennen und unterscheiden sich in der Übergangsphase in Bezug auf die Vielfalt ihrer Handlungsoptionen und das Risiko eines möglichen Scheiterns.
"Zwischen Bildungsinvestition und Zwangspause: Verzögerungen beim Übergang in die Ausbildung"
Aktuelle Datenbank-Einträge
Zu den Datenbanken des GPC:
www.good-practice.de/datenbanken.php
> Materialiendatenbank (520 Einträge)
NEU: Dokumentarfilm "Schulverweigerer mit Zukunft?", Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg
Was sind die Gründe dafür, dass Kinder und Jugendliche die Schule verweigern? Wie werden aus Schulschwänzern und Schulverweigerern wieder motivierte Schülerinnen und Schüler, die Lust am Ausprobieren und am Lernen entwickeln? Liegt die Lösung in der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe und lohnt sich die gemeinsame Investition von Schule und Jugendhilfe in besondere Projekte für schulverweigernde Schülerinnen und Schüler überhaupt?
Antworten auf diese und weitere Fragen versucht der Dokumentarfilm "Schulverweigerer mit Zukunft?" zu geben. Er umfasst zentrale strategische Fragen zur (Weiter-) Entwicklung der Bildungsarbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen in der Zusammenarbeit der beiden Systeme Schule und Jugendhilfe sowie Interviews mit Jugendlichen und Fallbeispiele.
Stellen auch Sie Ihre Materialien den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis zur Verfügung! Kontakt: Michael Gräf, 0228-1071304
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LÄNDERAKTIV
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Modellprogramm "Berufswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren" (BRAFO), Sachsen-Anhalt
BRAFO ist ein flächendeckendes Angebot zur Berufsorientierung für alle Schülerinnen und Schüler öffentlicher Sekundar- und Gesamtschulen sowie Schulen in freier Trägerschaft Sachsen-Anhalts.
Das Landesprogramm stellt Beratung und Begleitung in den Mittelpunkt. Mit dem Ziel, die persönlichen Interessen, Neigungen und Stärken der Schülerinnen und Schüler zu ermitteln und Berufsfelder zu erkunden, werden von sozialpädagogischen Fachkräften externer Bildungsträger zwei Berufsorientierungsmodule in der 7. und 8. Jahrgangsstufe durchgeführt.
Mit BRAFO erhalten die Schülerinnen und Schüler frühzeitig - noch vor der Berufsberatung durch die Bundesagentur - die Möglichkeit, ihre individuellen Fähigkeiten zu erkennen und diese mit gewünschten Berufsfeldern abzugleichen.
Die Ergebnisse der Interessenerkundungen werden gemeinsam, gegebenenfalls auch mit den Eltern, ausgewertet. Danach werden weitere Schritte zur Berufswahl in einer Zielvereinbarung mit jeder Schülerin/jedem Schüler festgehalten. Vereinbart werden können auch Praktika in Unternehmen außerhalb der Schulzeit.
BRAFO - Berufsauswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren
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BIBB
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Hoher Nutzen der Integrierten Ausbildungsberichterstattung
Die Statistischen Ämter und das BIBB haben von 2009 bis 2011 in einer Machbarkeitsstudie eine integrierte Ausbildungsberichterstattung (iABE) auf erarbeitet. Mit dem Beschluss der Schulstatistik im Juni dieses Jahres wurde die iABE in das Standardlieferprogramm der statistischen Ämter an das Bundesamt aufgenommen - und damit bundesweit eingeführt.
Der iABE-Projektbeirat unterstreicht in seinen jetzt veröffentlichten Empfehlungen den Nutzen der iABE. Mit der integrierten Ausbildungsberichterstattung stehe ein Instrumentarium zur Verfügung, das die Daten nach Bildungsprogrammen erhebt, das Ausbildungsgeschehen systematisch nach Sektoren und Konten darstellt und durch die neu eingeführte Schnellmeldung an Aktualität gewonnen habe.
Der Beirat unterstützt die Fortführung der iABE und plädiert für eine zukünftige Erhebung von Individualdaten, auf deren Basis die Aussagekraft der iABE noch einmal deutlich verbessert werden könnte. Das Projekt wird von 2012 bis 2014 im BIBB fortgeführt und durch das BMBF finanziert.
"Bisherige Ergebnisse und zusätzliche Potenziale der integrierten Ausbildungsberichterstattung - Empfehlungen zur Weiterentwicklung der iABE"
(PDF, 114 KB)
Homepage Integrierte Ausbildungsberichterstattung
Die herausragenden Themen der beruflichen Bildung
Wer in Tages- und Wochenzeitungen nach Themen der beruflichen Bildung Ausschau hält, findet dort auffallend häufig Artikel zu "MINT-Berufen" oder "Inklusion". Aber sind dies auch die vorherrschenden Themen der wissenschaftlichen Fachliteratur, wie sie zu einem großen Teil in Zeitschriftenartikeln veröffentlicht wird? Und stehen bestimmte Berufsbildungsthemen tatsächlich in dem Maße im Fokus des berufsbildungspolitischen Diskurses, wie es ihrer Bedeutung eigentlich angemessen wäre?
Mit einer komplexen Themenanalyse auf der Grundlage der vom BIBB herausgegebenen Literaturdatenbank Berufliche Bildung (LDBB) wurden jetzt die "Top-Themen" für das Jahr 2010 ermittelt. Unter anderem stehen "Kompetenz" sowie der Themenkomplex Berufseinstieg mit seinen Unterthemen wie Übergangssystem oder Übergangsmanagement im Fokus der Fachbeiträge in 2010.
Markus Linten, Christian Woll und Matthias Liebig: "Was sind die herausragenden Themen der beruflichen Bildung? Bibliometrische Analyse wissenschaftlicher Publikationen aus 2010 mit Hilfe der Literaturdatenbank Berufliche Bildung" (PDF, 199 KB)
Streit um Qualifikationsrahmen
Für Streit sorgt derzeit der Standpunkt der Kultusministerkonferenz (KMK), wonach im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) das Abitur mit Stufe 5 höher als viele Abschlüsse der beruflichen Bildung eingestuft werden soll. Für den BIBB-Hauptausschuss sei das "weder inhaltlich unterlegt noch nachvollziehbar begründet." Es sei zu befürchten, "dass sich immer weniger junge Menschen mit allgemeiner Hochschulreife für eine berufliche Ausbildung entscheiden, wenn ihnen suggeriert wird, dass ihr Schulabschluss höherwertiger ist als ein Berufsabschluss."
Der BIBB-Hauptausschuss setzt sich dafür ein, das Abitur sowie die drei- und dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufe gleichwertig auf die Niveaustufe 4 des DQR zuzuordnen. Mit dem KMK-Vorschlag kann es passieren, dass sich Abiturienten, die sich für eine Ausbildung entscheiden, hinsichtlich ihres Qualifikationsniveaus verschlechtern.
Für viele hat der Europäische Qualifizierungsrahmen ohnehin viel von seinem ursprünglichen Ansinnen eingebüßt. Sollte dieser, im Geiste der Kompetenzorientierung, eigentlich auch erworbene Kenntnisse und Erfolge des informellen Lernens berücksichtigen, so werden offenbar doch vor allem formale Abschlüsse bewertet.
Stellungnahme des BIBB-Hauptausschusses (PDF, 16 KB)
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EUROPA
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Weltmeister der Bildungsbenachteiligung?
Eine britische Stiftung hat untersucht, wie es in den Ländern England, Deutschland, USA, Kanada, Frankreich, Schweden, Dänemark, Finnland und Italien um die sozialen und wirtschaftlichen Aufstiegschancen bestellt ist. Die jetzt veröffentlichte Studie basiert auf Daten von über 100.000 Kindern und Jugendlichen.
In keinem anderen der untersuchten Länder haben Kinder aus ärmeren Familien so geringe Chancen, bildungsmäßig und auch wirtschaftlich aufzusteigen, wie in Deutschland. Hier fällt soziale Benachteiligung beim Bildungserwerb besonders stark ins Gewicht.
Obwohl es in einigen Ländern offenbar gelingt, den Zusammenhang zwischen Elternhaus und Bildungschancen abzuschwächen, ist dieser Einfluss dennoch in jedem Land feststellbar. Allerdings ist dies beim Spitzenreiter der Untersuchung - Kanada - nur bei acht Prozent der Fälle so. Deutschland erreicht hier ganze 55 Prozent.
Der britische Sutton Trust warnt davor, die Schere zwischen armen und reichen Kindern immer größer werden zu lassen. Denn wenn der Abstand ohnehin groß ist, würden finanziell besser gestellte Eltern noch mehr darin investieren, ihren Kindern auch weiterhin Vorteile zu verschaffen.
Studie: "What prospects for mobility in the UK? A cross-national study of educational inequalities and their implications for future education and earnings mobility"
(PDF, 315 KB)
Bereits vor 10 Jahren hatte Deutschland in der ersten Pisa-Studie den Spitzenplatz in Sachen Bildungs-Ungerechtigkeit attestiert bekommen. Hat sich seitdem also gar nichts gebessert? Thomas Kerstan zieht zum zehnjährigen Pisa-Jubiläum in einem Artikel für "Die Zeit" eine lesenswerte Bilanz:
PISA-Studie - Der heilsame Schock
EU-Kommission mit Vorschlag für neues Bildungsprogramm
Unter dem Titel "Erasmus für alle" will die Europäische Kommission die EU-Programme für allgemeine und berufliche Bildung ("Programm für lebenslanges Lernen"), für Jugend ("Jugend in Aktion"), die Drittstaatenprogramme "Tempus" und "Erasmus Mundus" sowie die bilateralen Bildungsprogramme zusammenfassen. Hinzu kommen Aktionen im Bereich Sport. Das neue Programm soll über eine Laufzeit von 2014 bis 2020 mit 19 Milliarden Euro ausgestattet werden, was einem Zuwachs gegenüber dem Programm für lebenslanges Lernen um rund 70 Prozent entspricht.
Nach den Vorstellungen der Kommission sollen unter anderem die länderübergreifende Mobilität von Auszubildenden, Lehrkräften und Personal sowie die länderübergreifende Partnerschaften von Jugendorganisationen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen gefördert werden.
Der Programmvorschlag der EU-Kommission richtet sich an alle Sektoren des Bildungssystems (Schulbildung, Hochschulbildung, berufliche Aus- und Weiterbildung und Erwachsenenbildung) und soll auch das nicht-formale Lernen Jugendlicher abdecken.
EU-Kommission: Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung des EU-Programms "ERASMUS FÜR ALLE" für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport (PDF, 111 KB)
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VERANSTALTUNGEN
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Aktuelle Termine
25. bis 26. Januar 2012, Berlin
Fachtagung "Jugendhilfe in benachteiligten Stadtteilen in Deutschland und Europa", Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge
Einzelheiten zu den Veranstaltungen im GPC-Terminkalender:
www.good-practice.de/tkal
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IMPRESSUM
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Bundesinstitut für Berufsbildung
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