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Aufweichen von Geschlechterrollen

Internetportal zur Umsetzung des Gender Mainstreaming-Ansatzes eröffnet

Der Verwirklichung der Chancengleichheit von Mädchen und jungen Frauen im privaten und beruflichen Leben dient die Anwendung des Gender Mainstreaming-Ansatzes. Ein neues Internetangebot skizziert die Ausgangslage, zeigt erste Praxis-Ansätze und verdeutlicht mögliche Chancen.


Die Geschlechtszugehörigkeit ist eine der leicht erkennbaren gesellschaftlichen Unterscheidungen, deren ganzes Ausmaß jedoch im privaten wie auch im beruflichen Alltag nur unzureichend bewusst ist.

Seit den 90er Jahren erlangen Mädchen und Frauen im Vergleich zu jungen Männern bessere und höhere Bildungsabschlüsse. Die Grenzen des Berufswahlspektrums sind indes eng gesteckt und junge Frauen entscheiden sich meist für "klassische" Frauenberufe: Bürokauffrau, Kauffrau im Einzelhandel, Arzthelferin, Friseurin und Krankenschwester. Die Studienwahl unterliegt einer ähnlichen geschlechtsspezifischen Segmentierung: Frauen studieren überwiegend Sprachen, Pädagogik und Psychologie.

Das begrenzte Berufswahlspektrum wirkt sich in mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten, einem geringeren Verdienst und eingeschränkten Karrieremöglichkeiten aus. Aus diesen Gründen sind Frauen im Fall einer Geburt eher bereit, zu Hause zu bleiben, und so werden indirekt die Geschlechterrollen bestätigt.

Doch auch wenn Mädchen und Frauen von sich aus gewerblich-technische Berufe bei der Berufswahl meiden, sind  die Ausbildungs- und Beschäftigungschancen von Frauen in prosperierenden Branchen, wie z.B. der Informations- und Kommunikationstechnologie, nicht annähernd so gut wie für Männer. Trotz einer steigenden Zahl von Ausbildungsplätzen nimmt die Zahl der weiblichen Azubis sogar noch ab.

Mit der Anwendung des Gender Mainstreaming-Ansatzes sollen jetzt auch weitere bildungspolitische Initiativen ergriffen werden, um das Interesse von Frauen am gesamten Spektrum der Ausbildungsangebote zu wecken und ihnen gleiche Zugangschancen zu eröffnen.

Der Gender Mainstreaming-Ansatz fordert Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern als allgemeine Aufgabe in allen politischen Handlungsfeldern und auf allen Ebenen, da es eine geschlechtsneutrale Wirklichkeit de facto nicht gibt. In den EU-Staaten ist die Anwendung des Ansatzes inzwischen gesetzlich verankert.

Gender steht hier nicht für das biologische Geschlecht, sondern für die sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen. Mainstreaming verweist auf die inhaltliche Vorgabe, den Ansatz zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen zu machen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung setzt Gender Mainstreaming im Förderprogramm "Neue Medien in der Bildung" www-Link konkret um. Bei der Entwicklung von Bildungssoftware werden die verschiedenen Lern- und auch Lehrbedürfnisse von Frauen und Männern von Anfang an berücksichtigt.

Auch im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung läuft ein Pilotprojekt zur Implementierung des Gender Mainstreaming- Ansatzes.  Dieses im Bereich der "Hilfe für behinderte Menschen" angesiedelte Projekt erfasst alle Zuwendungen finanzieller Art im Rahmen der beruflichen Rehabilitation in Berufsbildungs- und Berufsförderungswerken. Hier sind behinderte Frauen meist einer "doppelten" Benachteiligung ausgesetzt, die sich besonders im beruflichen Bereich zeigt.

Eine Verpflichtung zur Umsetzung und Beachtung von Gleichstellung im Sinne des Gender Mainstreaming findet sich auch in Bundesgesetzen wie dem Sozialgesetzbuch VIII - § 9 Nr. 3 - Kinder- und Jugendhilfe: "Bei der Aufgabenerfüllung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe müssen die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen berücksichtigt, Benachteiligungen abgebaut und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen gefördert werden."

Erstellt am: 08.05.2002 eMail-direkt »       Seite empfehlen »

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Letzte Änderung: 25.05.2011 Kommentare hinzufügen »

 
 
 

Gender Mainstreaming in der Jugendhilfe

Diese Broschüre veranschaulicht Überlegungen und Perspektiven zu der Einbindung des Gender Mainstreaming in den Bereich der Jugendhilfe. Die Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin www-Link versucht damit einen fachlichen Diskurs zu initiieren und Umsetzungsstrategien für die Praxis zu skizzieren. In informativen Texten wird der Ansatz veranschaulicht und seine Relevanz für Handlungsfelder der Jugendhilfe reflektiert.
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Aktion "Frauen ans Netz" zur Förderung von Medienkompetenz und Zukunft  www-Link

 
 
 
 
 
 

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