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Sie haben die mit Abstand schlechtesten Karten auf dem Arbeitsmarkt: Fast jede(r) zweite Ungelernte zwischen 20 und 34 Jahren (47,7 Prozent) war nach den Daten des Mikrozensus 2007 ohne Job, weitere 17, 7 Prozent waren nur geringfügig beschäftigt. Dass die jungen Ungelernten nicht nur ein hohes Risiko tragen, sondern auch ein großes Potenzial, durch berufliche Qualifizierung zur Schließung der Fachkräftelücke beizutragen, zeigt die Januar-Ausgabe des BIBB-Reports.
Nachqualifizierung in Süd- und Mittelthüringen als Beispiel guter Praxis
Nachqualifizierung gehört - trotz Fachkräftemangels - noch lange nicht zum Standardangebot in Deutschland. Angebotsstrukturen müssen noch etabliert, Netzwerke gebildet werden. Dieser Herausforderung haben sich die Handwerkskammern Südthüringen mit dem BTZ Rohr-Kloster und die Handwerkskammer Erfurt gestellt. Ihr Konzept, ihr Verbund und ihre Standards bilden ein Beispiel guter Praxis für dieses Handlungsfeld.
1,5 Millionen junge Erwachsene im Alter von 20 bis 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Jedem siebten Jugendlichen gelingt es somit nicht, die formellen Voraussetzungen für eine Beteiligung am Erwerbsleben zu erreichen. Laut eines Kurzgutachtens des BIBB wird der Bedarf an Lehrstellen seit Jahren zu niedrig eingeschätzt. Das Übergangssystem trage dazu bei, die Ausbildungsmarktbilanz rechnerisch zu schönen.
Teilnahme und Teilhabe an den Prozessen des Lebenslangen Lernens sind nach wie vor in unserer Gesellschaft ungleich verteilt - so der Schlussbericht der Expertenkommission "Finanzierung Lebenslangen Lernens" vom 28. Juli 2004.
Trotz großer Bereitschaft zur Weiterbildung gehen die Teilnehmerzahlen zurück, insbesondere bei den allgemeinen Angeboten. Dies geht aus dem Bericht zur Weiterbildung hervor, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am Freitag letzter Woche in Berlin vorlegte.
Arbeitnehmer, die die Voraussetzungen für eine Förderung der beruflichen Weiterbildung erfüllen, können künftig vom Arbeitsamt einen Bildungsgutschein erhalten. Dieser kann bei einem zugelassenen Bildungsträger eigener Wahl eingelöst werden.
Zu der Gruppe der An- und Ungelernten werden in der Benachteiligtenförderung Jugendliche und junge Erwachsene ohne abgeschlossene Berufsausbildung gezählt.