Qualifizierungsbausteine (BBIG)

BBiG-Qualifizierungsbaustein nach BAVBVO:

Alte Menschen bei der wohn- und lebensraumbezogenen Alltagsbewältigung unterstützen

Zugrunde liegende(r) Ausbildungsberuf(e):

Altenpfleger/-in

Bundesland:

gültig für alle Bundesländer

Datum der Bescheinigung:

04.09.2009

Einsatzbereich:

Betrieb

Bereitsteller des Qualifizierungsbausteins:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend



Qualifizierungsziel

Die Teilnehmerin/der Teilnehmer wirkt mit bei der Erfüllung von alltagsbezogenen Versorgungsbedürfnissen alter Menschen in der ambulanten, teilstationären und stationären Altenhilfe und bietet alten Menschen durch entsprechende Dienstleistungen Unterstützung an.
Sie/er ist in der Lage, gemeinsam mit alten Menschen eine Alltagssituation im Wohnumfeld zu gestalten.

Dauer der Vermittlung
Gesamtdauer:

200 Stunden

Lernorte: Betrieb:

200 Stunden

Bildungsträger:

0 Stunden

Schule:

0 Stunden

Voraussetzungen: keine

Zu vermittelnde Tätigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse

Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
1. Durchgängig gelten für dieses Qualifizierungsbild folgende Teile der Anlage 1B der AltPflAPrV: 1. Kennenlernen des Praxisfeldes unter Berücksichtigung institutioneller und rechtlicher Rahmenbedingungen und fachlicher Konzepte,
2. Mitarbeiten bei der umfassenden und geplanten Pflege alter Menschen unter Anleitung.
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik: Vgl. dazu den im Rahmen des Projektes entwickelten Handlungsrahmen zur betrieblichen Umsetzung, der als Anregung dienen soll. Den Handlungsrahmen finden Sie im Anhang unter Materialien.
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
2. Lernt die Wünsche und Bedürfnisse alter Menschen im Alltag zu erfassen, insbesondere im persönlichen Kontakt und anhand der Pflegedokumentation.

Unterstützt alte Menschen bei der Kommunikation im Alltag (z. B. Lesen von Bedienungsvorschriften für Geräte, Verfassen von Einkaufslisten).

Führt Gespräche situations- und adressatenorientiert, insbesondere in angemessener Lautstärke und angemessenem Sprechtempo; mit einer Grundhaltung, geprägt von Wertschätzung, Höflichkeit, Respekt und Toleranz.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.4
Anleiten, beraten und Gespräche führen
– Kommunikation und Gesprächsführung
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
3. Wird in relevanten Hygienevorschriften unterwiesen und richtet ihr/sein Handeln danach aus, insbesondere korrekte Händedesinfektion, Tragen von Schutzkleidung.

Lernt Reinigungs- und Desinfektionsmitteln nach hygienischen, ökonomischen und ökologischen Prinzipien einzusetzen.

Lernt Material fach- und sachgerecht zu entsorgen.

Wird in den Umgang mit Geräten eingewiesen insbesondere Kaffeemaschine, Spül- und Waschmaschine, und berücksichtigt die Vorschriften des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit.
Lernbereich 4
Altenpflege als Beruf
Lernfeld 4.4
Die eigene Gesundheit erhalten und fördern
– Arbeitsschutz
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
4. Lernt alltägliche Aktivitäten alter Menschen kennen, insbesondere im persönlichen Kontakt und anhand der Pflegedokumentation.

Lernt die Bedeutung von Selbstbestimmung und Selbstständigkeit für alte Menschen kennen.

Wirkt unter Anleitung bei der Aufrechterhaltung der individuellen Alltagsaktivitäten alter Menschen mit, insbesondere dem Leeren des Briefkastens, bei einfachen Besorgungen und Einkäufen.

Wahrt die Privat- und Intimsphäre alter Menschen in der individuellen Wohn- und Lebenswelt, insbesondere Schweigepflicht und Datenschutz.
Lernbereich 2
Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung
Lernfeld 2.1
Lebenswelten und soziale Netzwerke alter Menschen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen
– Alltag und Wohnen im Alter
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
5. Lernt die Vorlieben und Gewohnheiten alter Menschen bei der Ernährung und Haushaltsführung kennen, insbesondere im persönlichen Gespräch und anhand der Pflegedokumentation.

Respektiert die biographischen Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen bei der Haushaltsführung und der Gestaltung des Wohnumfeldes.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.1
Theoretische Grundlagen in das altenpflegerische Handeln einbeziehen
– Biographiearbeit
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
6. Lernt die Prinzipien der Haushaltsführung alter Menschen kennen und beachtet diese.

Unterstützt und begleitet alte Menschen bei der Organisation des Haushalts.

Unterstützt bei pflegerischen Alltagshandlungen, insbesondere Betten, Wäschewechsel, Material vorbereiten und entsorgen.

Unterstützt und begleitet bei der Durchführung von hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, insbesondere Reinigung der Wohnumgebung, Wäsche- und Kleiderpflege in der häuslichen Umgebung.

Bereitet einfache Mahlzeiten gemeinsam mit alten Menschen vor und nach, insbesondere Eindecken/Abräumen des Tisches, Aufbereiten und Versorgung von Geschirr.
Lernbereich 2
Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung
Lernfeld 2.2
Alte Menschen bei der Wohnraum- und
Wohnumfeldgestaltung unterstützen
– Ernährung, Haushalt
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
7. Wird in relevante Hygienevorschriften unterwiesen und richtet ihr/sein Handeln danach aus, insbesondere korrekte Händedesinfektion.

Achtet auf Verderblichkeit bei der Lagerung von Nahrungsmitteln.

Lernt die Bestandteile einer einfachen und ausgewogenen Mahlzeit kennen.

Achtet auf Barrierefreiheit im häuslichen Umfeld.

Achtet auf ausreichende Helligkeit und rutschfeste Böden.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.1
Theoretische Grundlagen in das altenpflegerische Handeln einbeziehen
– Gesundheitsförderung und Prävention
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
8. Berücksichtigt unter Anleitung die Wünsche alter Menschen bezüglich ihrer persönlichen Sicherheitsvorkehrungen.

Unterstützt alte Menschen bei der individuellen Gestaltung des Wohnumfeldes.

Lernt einfache Hilfsmittel alter Menschen zum Erhalt der Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit im Wohnumfeld kennen.

Unterstützt unter Anleitung alte Menschen beim Einsatz und bei der Pflege ihrer Hilfsmittel.
Lernbereich 2
Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung
Lernfeld 2.2
Alte Menschen bei der Wohnraum- und
Wohnumfeldgestaltung unterstützen
– Schaffung eines förderlichen und sicheren Wohnraums und Wohnumfelds
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
9. Lernt Formen der Teamarbeit kennen und gibt notwendige Informationen an die zuständige Pflegefachkraft im Sinne einer Übergabe weiter. Lernbereich 4
Altenpflege als Beruf
Lernfeld 4.1
Berufliches Selbstverständnis entwickeln
– Teamarbeit und Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Fundstelle der Ausbildungsordnung:

– Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz – AltPflG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. August 2003 (BGBl. I S. 1690), das zuletzt durch Artikel 12b des Gesetzes vom 17. Juli 2009 (BGBl. I S. 1990) geändert worden ist
– Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers (Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – AltPflAPrV) vom 26. November 2002 (BGBl. I S. 4418), die zuletzt durch Artikel 31 des Gesetzes vom 2. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2686) geändert worden ist

 

Leistungsfeststellung

Mitwirkung bei der Gestaltung einer Alltagssituation im Wohnumfeld eines alten Menschen.
Vorgehensweise bei der Leistungsfeststellung:
1. Vorbereitendes Gespräch, bei dem die/der Teilnehmende die geplante Vorgehensweise bei der Begleitung erläutert,
2. Durchführung unter Anleitung,
3. Überprüfung der Vorgehensweise anhand der Zielstellung.

Die schriftliche Bestätigung der Übereinstimmung des Qualifizierungsbildes mit den Vorgaben nach § 3 der BAVBVO erfolgte durch:
Institution:

Niedersächsisches Kultusministerium
- Geschäftsstelle Altenpflege SGB III -

zugleich bestätigt durch:
Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit
Dostojewskistraße 4, 65187 Wiesbaden
8.9.2009

zugleich bestätigt durch:
Ministerium für Soziales und Gesundheit
des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung Gesundheit, Referat 340 - Heilberufsrecht
Postfach, 19048 Schwerin
6.10.2009

Straße:

Schiffgraben 12

PLZ, Ort:

30159  Hannover



Ergänzende Informationen

Zugrundeliegende Informationsquelle(n)

Der bestätigte Qualifizierungsbaustein orientiert sich an folgenden Arbeitshilfen:

BIBB

INBAS

Angaben zum Entstehungskontext

Nach § 235b SGB III sind seit dem 1. Januar 2009 betriebliche Einstiegsqualifizierungen (EQ) auch im Bereich der Altenpflege möglich.
Einstiegsqualifizierungen finden im Betrieb statt und zielen auf Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber
• mit individuell eingeschränkten Vermittlungsperspektiven,
• die auch nach dem 30. September eines Jahres noch nicht in Ausbildung vermittelt sind,
• die noch nicht in vollem Umfang über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen
• mit Lernbeeinträchtigungen und sozialen Benachteiligungen.

Im Zeitraum von Mai bis einschließlich August 2009 entwickelte das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS) in Kooperation mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Set von vier praxisrelevanten Qualifizierungsbausteinen für Einstiegsqualifizierungen in der Altenpflege. Auf der Grundlage des Gesetzes über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz – AltPflG) und der entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers (Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – AltPflAPrV) wurde theoriegeleitet ein Themen- und Tätigkeitsspektrum identifiziert, das Teile des Altenpflegeberufes abbildet und für die Einstiegsqualifizierung nutzbar macht.

Die Materialien wurden im Rahmen von zwei Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern von Altenpflegeeinrichtungen, Altenpflegeschulen, Verbänden sowie den Ministerien und zuständigen Stellen der Bundesländer diskutiert und weiterentwickelt.

Erfahrungen bei der Umsetzung

Mit Einstiegsqualifizierungen für die Altenpflegeausbildung liegen bisher noch keine Erfahrungen vor, da das Instrument erstmalig ab dem Ausbildungsjahr 2009/2010 eingesetzt werden kann.

Aufgaben der Berufsschule

Die Regelungen zum Schulbesuch im Rahmen einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung sind unterschiedlich, teilweise befinden sie sich bezogen auf die Altenpflegeausbildung noch im Abstimmungsprozess (Stand August 2009). Deshalb sollte vor Beginn einer Einstiegsqualifizierung geprüft werden, wie die Regelung im jeweiligen Bundesland aussieht. Empfehlenswert ist gegen Ende der Einstiegsqualifizierung eine Hospitation in einer Altenpflegeschule.

Materialien:

Handlungsrahmen zum Qualifizierungsbild 3
Zeugnis nach BAVBVO

Internetverweis: http://altenpflegeausbildung.net/fileadmin/redaktion/eq_apa_gesamt.pdf
eMail-Kontakt: offenbach@altenpflegeausbildung.net

 


 
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