Qualifizierungsbausteine (BBIG)

BBiG-Qualifizierungsbaustein nach BAVBVO:

Alte Menschen bei ihrer Tagesgestaltung unterstützen

Zugrunde liegende(r) Ausbildungsberuf(e):

Altenpfleger/-in

Bundesland:

gültig für alle Bundesländer

Datum der Bescheinigung:

04.09.2009

Einsatzbereich:

Betrieb

Bereitsteller des Qualifizierungsbausteins:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend



Qualifizierungsziel

Die Teilnehmerin/der Teilnehmer wirkt mit bei der Erhaltung und Förderung familiärer, verwandtschaftlicher und freundschaftlicher Beziehungen alter Menschen zur Förderung der Lebensqualität sowie der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit.
Sie/er kann unter Anleitung ein individuelles oder gruppenbezogenes Aktivierungsangebot auswählen und bei der Durchführung mitwirken.

Dauer der Vermittlung
Gesamtdauer:

140 Stunden

Lernorte: Betrieb:

140 Stunden

Bildungsträger:

0 Stunden

Schule:

0 Stunden

Voraussetzungen: keine

Zu vermittelnde Tätigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse

Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
1. Durchgängig gelten für dieses Qualifizierungsbild folgende Teile der Anlage 1B der AltPflAPrV: 1. Kennenlernen des Praxisfeldes unter Berücksichtigung institutioneller und rechtlicher Rahmenbedingungen und fachlicher Konzepte,
2. Mitarbeiten bei der umfassenden und geplanten Pflege alter Menschen unter Anleitung.
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik: Vgl. dazu die im Rahmen des Projektes entwickelten Handlungsrahmen zur betrieblichen Umsetzung, die als Anregung dienen sollen.
Die beiden Handlungsrahmen
a) Umsetzung im häuslichen Umfeld / ambulanten Dienst
b) Umsetzung in Einrichtungen der (teil-)stationären Altenhilfe
finden Sie im Anhang unter Materialien.
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
2. Lernt adressatenorientiert, insbesondere mit angemessener Lautstärke und angemessenem Sprechtempo, Kontakt aufzunehmen und zu pflegen, geprägt von Wertschätzung, Höflichkeit, Respekt und Toleranz.

Lernt Alltagsgespräche zu gestalten, insbesondere Austausch über die persönliche Tagesstruktur, das Leistungsvermögen, Aktivitäts- und Ruhephasen.

Lernt individuelle Wünsche und Bedürfnisse alter Menschen an die Tagesstruktur sowie an individuelle und gruppenbezogene Aktivierungsangebote zu erfassen und diese unter Anleitung zu berücksichtigen, insbesondere im persönlichen Kontakt und anhand der Pflegedokumentation.

Reflektiert Gespräche im Team.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.4
Anleiten, beraten und Gespräche führen
– Kommunikation und Gesprächsführung
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
3. Wird in die Vorschriften des Arbeitsschutzes, der Arbeitssicherheit und der Hygiene eingewiesen, insbesondere korrekte Händedesinfektion und Schutzkleidung. Lernbereich 4
Altenpflege als Beruf
Lernfeld 4.4
Die eigene Gesundheit erhalten und fördern
– Arbeitsschutz
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
4. Lernt Lebensgeschichten alter Menschen kennen, insbesondere im persönlichen Kontakt und anhand der Pflegedokumentation.

Beobachtet Gewohnheiten und Hobbys alter Menschen.

Lernt die individuelle Bedeutung des Erhalts und der Förderung sozialer Kontakte insbesondere zu Familie, Bekannten, Lebenspartnern oder Freunden für alte Menschen kennen.

Lernt die individuelle Bedeutung von tagesstrukturierenden Maßnahmen, individuellen und gruppenbezogenen Aktivierungsangeboten für das Wohlbefinden alter Menschen kennen.

Akzeptiert Desinteresse und persönliche Präferenzen aufgrund biographischer Erfahrungen und Gewohnheiten.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.1
Theoretische Grundlagen in das altenpflegerische Handeln einbeziehen
– Biographiearbeit
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
5. Lernt die Tagesstruktur alter Menschen in der Pflegeeinrichtung/in der häuslichen Umgebung kennen.

Lernt Angebote kennen, die alte Menschen bei ihrer Tagesgestaltung unterstützen, insbesondere Erledigung der Post, täglicher Einkauf, regelmäßig stattfindende Sozialkontakte.

Begleitet und unterstützt alte Menschen bei der Organisation und Durchführung tagesstrukturierender Maßnahmen (unter Anleitung).
Lernbereich 2
Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung
Lernfeld 2.3
Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten unterstützen
– Tagesstrukturierende Maßnahmen
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
6. Lernt das Beschäftigungs- und Bildungsangebot der Pflegeeinrichtung/der näheren Umgebung (Gemeinde/Region) kennen.

Lernt Unterschiede und Schwerpunkte bei musischen, kulturellen und handwerklichen Bildungs- und Beschäftigungsangeboten kennen.

Unterstützt die Teilhabe alter Menschen am öffentlichen Leben durch den Einsatz von Medien, insbesondere Zeitungen, Fernsehen und Radio.

Lernt einfache Methoden zur Beschäftigung alter Menschen kennen.

Wählt gemeinsam mit alten Menschen Beschäftigungs-/Bildungsangebote aus.

Unterstützt bei der Wahrnehmung von kulturellen, musischen oder gesellschaftlichen Bildungs- und Beschäftigungsangeboten.
Lernbereich 2
Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung
Lernfeld 2.3
Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten unterstützen
– Musische, kulturelle und handwerkliche Beschäftigungs- und Bildungsangebote
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
7. Lernt jahreszeitliche, religiöse und kulturelle Feste/Veranstaltungsangebote für alte Menschen in der Einrichtung/in ihrer Umgebung kennen.

Wählt unter Anleitung mit alten Menschen Veranstaltungsangebote aus und begleitet sie beim Besuch von Konzerten, Theater, Kirchenfesten, Selbsthilfegruppen, Vereinen, örtlichen Angeboten für Senioren.

Lernt Anzeichen von Überforderung bzw. Unterforderung bei individuellen und gruppenbezogenen Aktivierungsangeboten zu beobachten.
Lernbereich 2
Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung
Lernfeld 2.3
Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten unterstützen
– Feste und Veranstaltungsangebote
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
8. Wirkt unter Anleitung bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung von individuellen und gruppenbezogenen Aktivierungsangeboten mit.

Unterstützt unter Anleitung Teammitglieder oder Angehörige oder Bezugspersonen bei der Gestaltung der Tagesstruktur und der Durchführung von individuellen oder gruppenbezogenen Aktivierungsangeboten.

Lernt Formen der Teamarbeit kennen und gibt notwendige Informationen an die zuständige Pflegefachkraft im Sinne einer Übergabe weiter.
Lernbereich 4
Altenpflege als Beruf
Lernfeld 4.1
Berufliches Selbstverständnis entwickeln
– Teamarbeit und Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Fundstelle der Ausbildungsordnung:

– Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz - AltPflG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. August 2003 (BGBl. I S. 1690), das zuletzt durch Artikel 12b des Gesetzes vom 17. Juli 2009 (BGBl. I S. 1990) geändert worden ist.
– Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers (Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – AltPflAPrV) vom 26. November 2002 (BGBl. I S. 4418), die zuletzt durch Artikel 31 des Gesetzes vom 2. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2686) geändert worden ist.

 

Leistungsfeststellung

Mitwirkung bei der Auswahl und Durchführung eines individuellen oder gruppenbezogenen Aktivierungsangebotes, orientiert an den Bedürfnissen des alten Menschen.
Vorgehensweise bei der Leistungsfeststellung:
1. Vorbereitendes Gespräch, bei dem der/die Teilnehmende die geplante Vorgehensweise bei der Aktivierung erläutert,
2. Durchführung unter Anleitung,
3. Überprüfung der Vorgehensweise anhand der Zielstellung.

Die schriftliche Bestätigung der Übereinstimmung des Qualifizierungsbildes mit den Vorgaben nach § 3 der BAVBVO erfolgte durch:
Institution:

Niedersächsisches Kultusministerium
- Geschäftsstelle Altenpflege SGB III -

zugleich bestätigt durch:
Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit
Dostojewskistraße 4, 65187 Wiesbaden
8.9.2009

zugleich bestätigt durch:
Ministerium für Soziales und Gesundheit
des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung Gesundheit, Referat 340 - Heilberufsrecht
Postfach, 19048 Schwerin
6.10.2009

Straße:

Schiffgraben 12

PLZ, Ort:

30159  Hannover



Ergänzende Informationen

Zugrundeliegende Informationsquelle(n)

Der bestätigte Qualifizierungsbaustein orientiert sich an folgenden Arbeitshilfen:

BIBB

INBAS

Angaben zum Entstehungskontext

Nach § 235b SGB III sind seit dem 1. Januar 2009 betriebliche Einstiegsqualifizierungen (EQ) auch im Bereich der Altenpflege möglich.
Einstiegsqualifizierungen finden im Betrieb statt und zielen auf Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber
• mit individuell eingeschränkten Vermittlungsperspektiven,
• die auch nach dem 30. September eines Jahres noch nicht in Ausbildung vermittelt sind,
• die noch nicht in vollem Umfang über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen
• mit Lernbeeinträchtigungen und sozialen Benachteiligungen.

Im Zeitraum von Mai bis einschließlich August 2009 entwickelte das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS) in Kooperation mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Set von vier praxisrelevanten Qualifizierungsbausteinen für Einstiegsqualifizierungen in der Altenpflege. Auf der Grundlage des Gesetzes über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz – AltPflG) und der entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers (Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – AltPflAPrV) wurde theoriegeleitet ein Themen- und Tätigkeitsspektrum identifiziert, das Teile des Altenpflegeberufes abbildet und für die Einstiegsqualifizierung nutzbar macht.

Die Materialien wurden im Rahmen von zwei Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern von Altenpflegeeinrichtungen, Altenpflegeschulen, Verbänden sowie den Ministerien und zuständigen Stellen der Bundesländer diskutiert und weiterentwickelt.

Erfahrungen bei der Umsetzung

Mit Einstiegsqualifizierungen für die Altenpflegeausbildung liegen bisher noch keine Erfahrungen vor, da das Instrument erstmalig ab dem Ausbildungsjahr 2009/2010 eingesetzt werden kann.

Aufgaben der Berufsschule

Die Regelungen zum Schulbesuch im Rahmen einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung sind unterschiedlich, teilweise befinden sie sich bezogen auf die Altenpflegeausbildung noch im Abstimmungsprozess (Stand August 2009). Deshalb sollte vor Beginn einer Einstiegsqualifizierung geprüft werden, wie die Regelung im jeweiligen Bundesland aussieht. Empfehlenswert ist gegen Ende der Einstiegsqualifizierung eine Hospitation in einer Altenpflegeschule.

Materialien:

Handlungsrahmen ambulant
Handlungsrahmen stationär
Zeugnis nach BAVBVO

Internetverweis: http://altenpflegeausbildung.net/fileadmin/redaktion/eq_apa_gesamt.pdf
eMail-Kontakt: offenbach@altenpflegeausbildung.net

 


 
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