Qualifizierungsbausteine (BBIG)

BBiG-Qualifizierungsbaustein nach BAVBVO:

Alte Menschen in ihrer Beweglichkeit im Rahmen der Selbstpflege fördern und unterstützen

Zugrunde liegende(r) Ausbildungsberuf(e):

Altenpfleger/-in

Bundesland:

gültig für alle Bundesländer

Datum der Bescheinigung:

04.09.2009

Einsatzbereich:

Betrieb

Bereitsteller des Qualifizierungsbausteins:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend



Qualifizierungsziel

Die Teilnehmerin/der Teilnehmer versteht die Bewegungsfähigkeit alter Menschen als wichtige Voraussetzung für ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität.
Sie/er unterstützt alte Menschen bei Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Beweglichkeit sowie bei individuellen Maßnahmen, die aufgrund von geringfügigen Bewegungseinschränkungen nicht selbstständig durchgeführt werden können.

Dauer der Vermittlung
Gesamtdauer:

360 Stunden

Lernorte: Betrieb:

360 Stunden

Bildungsträger:

0 Stunden

Schule:

0 Stunden

Voraussetzungen: keine

Zu vermittelnde Tätigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse

Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
1. Durchgängig gelten für dieses Qualifizierungsbild folgende Teile der Anlage 1B der AltPflAPrV: 1. Kennenlernen des Praxisfeldes unter Berücksichtigung institutioneller und rechtlicher Rahmenbedingungen und fachlicher Konzepte,
2. Mitarbeiten bei der umfassenden und geplanten Pflege alter Menschen unter Anleitung.
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik: Vgl. dazu den im Rahmen des Projektes entwickelten Handlungsrahmen zur betrieblichen Umsetzung, der als Anregung dienen soll. Den Handlungsrahmen finden Sie im Anhang unter Materialien.
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
2. Lernt adressatenorientiert, insbesondere mit angemessener Lautstärke und angemessenem Sprechtempo, Kontakt aufzunehmen und diesen zu pflegen, geprägt von Wertschätzung, Höflichkeit, Respekt und Toleranz.

Lernt situationsorientierte Alltagsgespräche zu führen, insbesondere über Selbstpflege- und Bewegungsbedürfnisse sowie früher ausgeübte Berufs- und Freizeitaktivitäten.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.4
Anleiten, beraten, Gespräche führen
– Kommunikation und Gesprächsführung
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
3. Wird in relevanten Hygienevorschriften unterwiesen und richtet ihr/sein Handeln danach aus, insbesondere korrekte Händedesinfektion, Tragen von Schutzkleidung.

Lernt ihre/seine persönlichen Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit einzuschätzen und nimmt Unterstützungsangebote von Kolleginnen/Kollegen an.

Lernt rückengerechte Arbeitsweisen unter kinästhetischen Prinzipien kennen und wendet diese an.
Lernbereich 4 Altenpflege als Beruf
Lernfeld 4.4
Die eigene Gesundheit erhalten und fördern
– Persönliche Gesundheitsförderung
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
4. Lernt situationsspezifisches Handeln bei Notfällen, insbesondere das Notfall- und Alarmsystem der Einrichtung und die Erreichbarkeit der verantwortlichen Pflegekraft kennen. Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.3
Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen
– Handeln in Notfällen, Erste Hilfe
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
5. Unterstützt alte Menschen unter/nach Anleitung beim Aufstehen/Zu-Bett-Gehen und begleitet sie innerhalb der Institution/der Wohnung.

Unterstützt alte Menschen unter Anleitung beim An- und Auskleiden und bei der Durchführung individueller Rituale im Rahmen der Körperpflege.

Wahrt bei allen Handlungen die Privat- und Intimsphäre alter Menschen in der individuellen Wohn- und Lebenswelt.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.3
Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen
– Unterstützung alter Menschen bei der Selbstpflege
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
6. Lernt Maßnahmen zur Bewegungsförderung und Bewegungserhaltung kennen und führt ausgewählte Maßnahmen unter Anleitung durch.

Lernt Ursachen von Stürzen kennen und lernt diesbezüglich Maßnahmen zur Reduktion des Sturzrisikos unter Berücksichtigung individueller Gewohnheiten kennen.

Führt adressatenbezogene Maßnahmen nach/unter Anleitung durch, insbesondere Auswahl von angemessener Kleidung und Schuhwerk.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.3
Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen
– Unterstützung alter Menschen bei präventiven und rehabilitativen Maßnahmen
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
7. Lernt die Bedeutung von Bewegung für die Lebensqualität alter Menschen insbesondere im persönlichen Gespräch und anhand der Pflegedokumentation kennen.

Lernt individuelle Kompensationsmöglichkeiten von Bewegungseinschränkungen kennen und versucht diese bei verschiedenen alten Menschen wahrzunehmen.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.3
Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen
– Pflege alter Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
8. Lernt den Einsatz von Hilfsmitteln insbesondere von Rollatoren, Rollstühlen und Gehhilfen kennen und kann diese nach Einweisung und Anleitung anwenden. Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.3
Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen
– Umgang mit Hilfsmitteln und Prothesen
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
9. Unterstützt alte Menschen unter Anleitung bei der Anwendung von und beim Umgang mit Hilfsmitteln.

Unterstützt alte Menschen unter Anleitung bei der Durchführung von Bewegungsübungen.
Lernbereich 1
Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
Lernfeld 1.4
Anleiten, beraten, Gespräche führen
– Beratung und Anleitung alter Menschen
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Zu vermittelnde Tätigkeiten Fertigkeiten und Kenntnisse
10. Lernt Formen der Teamarbeit kennen und gibt notwendige Informationen an die zuständige Pflegefachkraft im Sinne einer Übergabe weiter.

Lernt berufstypische Arbeitsweisen und therapeutische Schwerpunkte kennen.
Lernbereich 4
Altenpflege als Beruf
Lernfeld 4.1
Berufliches Selbstverständnis entwickeln
– Teamarbeit und Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen
Dauer: 0 Stunden
Angaben zu Methodik und Didaktik:
 
Fundstelle der Ausbildungsordnung:

– Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz – AltPflG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. August 2003 (BGBl. I S. 1690), das zuletzt durch Artikel 12b des Gesetzes vom 17. Juli 2009 (BGBl. I S. 1990) geändert worden ist.
– Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers (Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – AltPflAPrV) vom 26. November 2002 (BGBl. I S. 4418), die zuletzt durch Artikel 31 des Gesetzes vom 2. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2686) geändert worden ist.

 

Leistungsfeststellung

Die/der Teilnehmende begleitet einen alten Menschen bei der morgendlichen Versorgung und unterstützt ihn situativ angemessen.

Alternative Aufgabenstellung:
Die/der Teilnehmende unterstützt einen alten Menschen mit geringen Bewegungseinschränkungen bei einem Bewegungsangebot.

Vorgehensweise bei der Leistungsfeststellung:
1. Vorbereitendes Gespräch, bei dem der/die Teilnehmende die geplante Vorgehensweise bei der Begleitung erläutert,
2. Durchführung unter Anleitung,
3. Überprüfung der Vorgehensweise anhand der Zielstellung.

Die schriftliche Bestätigung der Übereinstimmung des Qualifizierungsbildes mit den Vorgaben nach § 3 der BAVBVO erfolgte durch:
Institution:

Niedersächsisches Kultusministerium
- Geschäftsstelle Altenpflege SGB III -

zugleich bestätigt durch:
Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit
Dostojewskistraße 4, 65187 Wiesbaden
8.9.2009

zugleich bestätigt durch:
Ministerium für Soziales und Gesundheit
des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung Gesundheit, Referat 340 - Heilberufsrecht
Postfach, 19048 Schwerin
6.10.2009

Straße:

Schiffgraben 12

PLZ, Ort:

30159  Hannover



Ergänzende Informationen

Zugrundeliegende Informationsquelle(n)

Der bestätigte Qualifizierungsbaustein orientiert sich an folgenden Arbeitshilfen:

BIBB

INBAS

Angaben zum Entstehungskontext

Nach § 235b SGB III sind seit dem 1. Januar 2009 betriebliche Einstiegsqualifizierungen (EQ) auch im Bereich der Altenpflege möglich.
Einstiegsqualifizierungen finden im Betrieb statt und zielen auf Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber
• mit individuell eingeschränkten Vermittlungsperspektiven,
• die auch nach dem 30. September eines Jahres noch nicht in Ausbildung vermittelt sind,
• die noch nicht in vollem Umfang über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen
• mit Lernbeeinträchtigungen und sozialen Benachteiligungen.

Im Zeitraum von Mai bis einschließlich August 2009 entwickelte das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS) in Kooperation mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Set von vier praxisrelevanten Qualifizierungsbausteinen für Einstiegsqualifizierungen in der Altenpflege. Auf der Grundlage des Gesetzes über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz – AltPflG) und der entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers (Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – AltPflAPrV) wurde theoriegeleitet ein Themen- und Tätigkeitsspektrum identifiziert, das Teile des Altenpflegeberufes abbildet und für die Einstiegsqualifizierung nutzbar macht.

Die Materialien wurden im Rahmen von zwei Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern von Altenpflegeeinrichtungen, Altenpflegeschulen, Verbänden sowie den Ministerien und zuständigen Stellen der Bundesländer diskutiert und weiterentwickelt.

Erfahrungen bei der Umsetzung

Mit Einstiegsqualifizierungen für die Altenpflegeausbildung liegen bisher noch keine Erfahrungen vor, da das Instrument erstmalig ab dem Ausbildungsjahr 2009/2010 eingesetzt werden kann.

Aufgaben der Berufsschule

Die Regelungen zum Schulbesuch im Rahmen einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung sind unterschiedlich, teilweise befinden sie sich bezogen auf die Altenpflegeausbildung noch im Abstimmungsprozess (Stand August 2009). Deshalb sollte vor Beginn einer Einstiegsqualifizierung geprüft werden, wie die Regelung im jeweiligen Bundesland aussieht. Empfehlenswert ist gegen Ende der Einstiegsqualifizierung eine Hospitation in einer Altenpflegeschule.

Materialien:

Handlungsrahmen zum Qualifizierungsbild 1
Vorlage Zeugnis nach BAVBVO

Internetverweis: http://altenpflegeausbildung.net/fileadmin/redaktion/eq_apa_gesamt.pdf
eMail-Kontakt: offenbach@altenpflegeausbildung.net

 


 
Druckansicht

[Neue Abfrage]      [Zurück]