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Sie haben die mit Abstand schlechtesten Karten auf dem Arbeitsmarkt: Fast jede(r) zweite Ungelernte zwischen 20 und 34 Jahren (47,7 Prozent) war nach den Daten des Mikrozensus 2007 ohne Job, weitere 17, 7 Prozent waren nur geringfügig beschäftigt. Dass die jungen Ungelernten nicht nur ein hohes Risiko tragen, sondern auch ein großes Potenzial, durch berufliche Qualifizierung zur Schließung der Fachkräftelücke beizutragen, zeigt die Januar-Ausgabe des BIBB-Reports.
Beispiel guter Praxis - ein Projektbericht
Wer morgen gut qualifiziertes Personal braucht, muss heute neue Wege gehen. Wie diese aussehen können, zeigt das Beispiel von DB Training, der Aus- und Weiterbildungseinrichtung der Deutschen Bahn, die mit flexiblen modularen Konzepten Un- und Angelernte als Fachkräfte von morgen anspricht. Das Nachqualifizierungsprojekt bietet Beschäftigten, aber auch Arbeitssuchenden Qualifizierungen mit guten Beschäftigungschancen im Verkehrsbereich. Die einzelnen Module enden mit einer Prüfung, können kombiniert werden und führen über Praxiserfahrungen und eine Externenprüfung zum Berufsabschluss.
Beispiel guter Praxis aus Rostock
Berufseinstiegsbegleitung - eine neue Aufgabe, für die an vielen Standorten erstmal ein Weg gefunden werden muss. In Rostock arbeitet Jana Hoffmann an einer Schule im sozialen Brennpunkt. Das Beispiel der engagierten Berufseinstiegsbegleiterin veranschaulicht, wie gute Praxis im Rahmen von BerEb gelingen kann. Einen wichtigen Anteil am Erfolg haben Erfahrung des Trägers, gewachsene Kooperationsstrukturen und eine behutsame Annäherung an das System Schule. Die Berufseinstiegsbegleitung bildet die Klammer für verschiedene Stationen der Berufsorientierung und bindet diese Aufgabe in eine ganzheitliche und lebensweltsorientierte Betreuung ein.
Trotz vieler Verweise auf die große Anzahl von Berufen ist das tatsächliche Spektrum, das jungen Frauen und Männern ins Blickfeld kommt, nach wie vor begrenzt. Lassen sich Berufswünsche nicht umsetzen, fehlt es ihnen oft an Wissen über alternative Optionen. Wie das BIBB-Forschungsprojekt "Berufsorientierung junger Frauen im Wandel" zeigt, werden in der Berufsorientierung gewerbliche, technische oder handwerkliche Interessen junger Frauen, aber auch soziale und helfende Interessen junger Männer nicht genügend beachtet.
Schulbesuch, Ausbildung, Berufseinstieg und Familiengründung - der "normale" Weg von Jugendlichen im Übergang ins Erwachsenendasein verliert immer mehr an Kontur. Neue Umfragen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) belegen die These von der "Auflösung der jugendlichen Normalbiographie"- und zwar nicht nur für "Benachteiligte" . Ein wachsender Anteil Jugendlicher geht Umwege, sucht oder findet also nicht den direkten Weg in die Ausbildung. Der DJI-Survey "AID:A" gibt Aufschluss über Verlierer und Gewinner in der Übergangsphase.
"Du musst gehorsam sein und deine Wünsche den Interessen der Familie unterordnen", sagen die Eltern. "Wir wollen dich zu einem selbständig lernenden und lebenden Individuum erziehen", sagen die Lehrkräfte. Der Spagat, in den muslimische Jugendliche hineingezwungen sind, ist beachtlich - und häufig fatal für ihre Bildungschancen und ihren Bildungserfolg. Wie er mit Hilfe gezielter Förderung dennoch gelingen kann und warum das System "Schule" dazu seinen Bildungsauftrag überdenken müsste, zeigt eine neue Studie.
Das Regionale Übergangsmanagement in Görlitz will Jugendliche in der Region halten. Der Landkreis, der durch Abwanderung und eine alternde Bevölkerung gekennzeichnet ist, braucht neue Ideen, um Ausbildung und Fachkräftenachwuchs zu sichern. INSIDER, ein sehr ansprechender Ausbildungsatlas, macht jungen Menschen Mut, in der Region Ausbildungschancen zu sehen und zu nutzen.
Werkstatt- oder Praxisklassen bezeichnen ein in vielen Bundesländern erprobtes Instrument für abschlussgefährdete Hauptschülerinnen und -schüler. Die Kombination von Unterricht und betrieblichen Praktika mit individueller Förderung soll die Quote erfolgreicher Schulabschlüsse und Übergänge in Ausbildung erhöhen. Das IAB hat unterschiedliche Ansätze zu Werkstattklassen evaluieren lassen und legt die Ergebnisse aus zwei Bundesländern vor. Die Ergebnisse zeigen Unterschiede, beide werfen aber Fragen auf zur Betrachtung von "Zielgruppen", zu angemessenen Zielen und passender Förderung.
Fachtagung "Jugendhilfe in benachteiligten Stadtteilen in Deutschland und Europa" (Siehe auch Service | Veranstaltungskalender).
Der 2. Fachtag der BAG EJSA "Jungen in der Jugendsozialarbeit" am 20. März 2012 in Würzburg beleuchtet das gegenseitige Verhältnis von "Mann sein" und Arbeit und Beruf. Wie kann eine genderkompetente Begleitung von Jungen in die Berufswelt ansetzen, ohne stereotypenorientiert zu werden, aber auch ohne eine "verkehrte Welt" verkaufen zu wollen?