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Bedeutung von Berufsorientierung und Berufsberatung

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat in seiner Sitzung am 14. Dezember 2005 Empfehlungen zur Berufsorientierung und Berufsberatung verabschiedet.

Der Hauptausschuss betont die zunehmende bildungs- und gesellschaftspolitische Bedeutung der Berufsorientierung und Berufsberatung. Strukturwandel, veränderte Anforderungen an berufliche Qualifikationen und Kompetenzen sowie entsprechende Herausforderungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt machten lebensbegleitende Orientierungs- und Beratungsprozesse erforderlich.

Ziele und Aufgaben der Berufsorientierung und Berufsberatung

Berufsorientierung und Berufsberatung verfolgen verschiedene, teilweise im Spannungsverhältnis stehende Ziele.

Berufsorientierung soll zur individuellen, zielgenauen Berufs- und Lebenswegplanung motivieren und befähigen. Sie liegt insbesondere in der Verantwortung der Schulen und der Bundesagentur für Arbeit. Beide werden durch weitere Akteure unterstützt.

Berufsberatung ist gesetzlich definiert als die Erteilung von Auskunft und Rat zur Berufswahl, beruflichen Entwicklung und zum Berufswechsel, zur Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Berufe, zu den Möglichkeiten der beruflichen Bildung, zur Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche und zu Leistungen der Arbeitsförderung. Berufsberatung ist gesetzliche Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit (§ 29, SGB III). Sie kann auch von anderen Akteuren angeboten und durchgeführt werden.

Um die anstehenden Aufgaben und Ziele einer nachhaltigen Berufsorientierung und Berufsberatung bewältigen und erreichen zu können, ist nicht nur das abgestimmte Zusammenwirken der allgemein- und berufsbildenden Schulen sowie der Bundesagentur für Arbeit gefordert, sondern auch ein Zusammenarbeiten mit Eltern, Jugendhilfe, weiterführenden Bildungseinrichtungen, Ländern, Wirtschaft  (Unternehmen, Verbände, Kammern), Gewerkschaften, Sozialverbänden, Arbeitsgemeinschaften, Kommunen, Hochschulen und Bildungsträgern.

Empfehlungen

Der Hauptausschuss spricht sich für den Erhalt und Ausbau der Berufsorientierung und Berufsberatung und die verstärkte Zusammenarbeit der Akteure aus und empfiehlt u. a.:

Sicherstellung und Ausbau des Angebotes

  • das Berufsorientierungs- und Berufsberatungsangebot entsprechend der Entschließung des Rates der EU und der Empfehlungen der OECD weiter zu entwickeln;
  • ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen in allen beteiligten Institutionen vorzuhalten, um die Herausforderungen bewältigen und die der Berufsorientierung und -beratung innewohnenden Chancen vor allem als präventives Instrument nutzen zu können;

Qualität der Angebote

  • bei der Berufsorientierung und -beratung darauf zu achten, dass die Akteure abgestimmt beraten und orientieren und darauf hinwirken, dass nachhaltige Qualifizierung und Kompetenzentwicklung hohe Priorität haben und Eigenaktivität voraussetzen;
  • für Risikogruppen und gefährdete Einzelpersonen frühzeitig sozialpädagogische und/oder psychologische Beratung und individuelle Betreuung anzubieten, insbesondere auch durch zusätzliche Angebote - z.B. Sprachprogramme für Jugendliche mit Migrationshintergrund;
  • den breiteren zeitlichen Rahmen von Ganztagsschulen auch für Berufsorientierungsangebote zu nutzen;
  • Berufsorientierung in Curricula und Schulprogramme einzubinden und berufsorientierenden Unterricht im Hinblick auf verstärkten Praxisbezug und integrative Unterrichts-/Arbeitsformen didaktisch-methodisch weiter zu entwickeln;

Abstimmung und Vernetzung der Angebote

  • Einrichtungen der Jugendhilfe und der Kommunen in bestehende und gegebenenfalls neu entstehende Strukturen und Abstimmungsprozesse einzubeziehen.

 

Quelle:

www-Link  Pressemitteilung des BIBB vom 16.12.2005



 

Letzte Änderung: 05/23/2011 eMail-direkt »       Seite empfehlen »

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Erstellt am: 21.12.2005 Kommentare hinzufügen »

 
 
 
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