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Mit dem Entwurf zur Änderung des Dritten Buches Sozialgesetzbuch - "Verbesserung der Ausbildungschancen förderungsbedürftiger junger Menschen" will die Bundesregierung neue Angebote für förderungsbedürftige Jugendliche schaffen. Die Berufseinstiegsbegleitung soll als ein weiterer Mosaikstein in den Übergang Schule - Arbeitswelt eingefügt werden.
Von den Hauptschulabsolventinen und -absolventen des Schuljahres 2005/2006 wollten mehr als 90 % eine Ausbildung im dualen System anfangen. Tatsächlich gelang dies jedoch nur 35,7 % der Jugendlichen unmittelbar. Im Rahmen einer modellhaften Erprobung an 1.000 Schulen sollen nun Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der allgemein bildenden Schule in die Ausbildung unterstützen und dadurch deren berufliche Eingliederung erleichtern.
Berufseinstiegsbegleitung ist als neue Maßnahme zur individuellen Begleitung und Unterstützung förderungsbedürftiger Jugendlicher geplant, um die Eingliederung der Jugendlichen in eine berufliche Ausbildung zu erreichen.
Ziele
Mit dem neuen § 421s SGB III "Berufseinstiegsbegleitung" sollen Jugendliche beim Übergang von der allgemein bildenden Schule in eine berufliche Ausbildung unterstützt werden. Damit sollen mehr Jugendliche den Schulabschluss schaffen sowie Ausbildungsabbrüche wegen falscher Berufsvorstellungen zurückgehen.
Inhalte
Unterstützt werden insbesondere das Erreichen des Abschlusses einer allgemein bildenden Schule, die Berufsorientierung und -wahl, die Suche nach einem Ausbildungsplatz und die Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses. Darüber hinaus können die Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter auch bei der Herstellung der Ausbildungsreife mithelfen.
Förderrechtlich wird damit eine intensivere Form der Berufsorientierung (SGB III) angeboten.
Methode
Die Berufseinstiegsbegleitung soll bereits während des Besuchs der Vorabgangsklasse der allgemein bildenden Schule beginnen, damit hinreichend Zeit besteht, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und die Jugendlichen bereits frühzeitig auf die Unterstützung der Berufseinstiegsbegleitung zurückgreifen können. Im Regelfall beginnt die aktive Bewerbungsphase spätestens ein Jahr vor dem Verlassen der allgemein bildenden Schule. Bei Wohnort-/Schulwechsel ist auch ein späterer Einstieg möglich.
Die Begleitung endet ein halbes Jahr nach Beginn einer beruflichen Ausbildung, spätestens 24 Monate nach Beendigung der allgemein bildenden Schule.
Für weitergehende Hilfen kann dann auf das Regelangebot der Agenturen für Arbeit zurückgegriffen werden.
Akteurinnen und Akteure
Maßnahmekosten
Die Maßnahmen der Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) werden öffentlich ausgeschrieben. Als Maßnahmekosten können die angemessenen Aufwendungen des Trägers für die Durchführung der Maßnahme einschließlich der erforderlichen Kosten für die Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter übernommen werden.
Eine Berufseinstiegsbegleiterin/en Berufseinstiegsbegleiter soll in der Regel höchstens zwanzig Jugendliche gleichzeitig begleiten; jedem Jugendlichen ist eine Berufseinstiegsbegleiterin/ein Breufseinsiegsbegleiter zuzuordnen.
Für die Berufseinstiegsbegleitung sind bis zum Jahr 2014 Mehrausgaben im Haushalt der Bundesagentur für Arbeit in geschätzter Höhe von 240 Mio. Euro zu erwarten.
Durch die Verpflichtung zur engen Zusammenarbeit mit den auf dem Feld der Berufswahlvorbereitung Beteiligten will die Bundesregierung gewährleisten, dass sich das Engagement aller Handelnden ergänzt.
Quelle:
Deutscher Bundestag, Fünftes Gesetz zur Änderung des Dritten Buches Sozialgesetzbuch - Verbesserung der Ausbildungschancen förderungsbedürftiger junger Menschen - Gesetzentwurf der Bundesregierung (PDF, 335 KB)
Deutscher Bundestag, Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales zum Gesetzentwurf der Bundesregierung (PDF, 213 KB)
Letzte Änderung: 10.10.2011 eMail-direkt » Seite empfehlen »
Irgend jemand am 07.02.2009 11:24
Was bringt diese Maßnahme, wenn keine Ausbildungsplätze da sind für die ein Berufswunsch entwickelt wird?
Bert Wollersheim am 09.03.2009 18:18
Nach Auffassung des Internetdienstes www.berufswahlnavigator.de sind die Kriterien bezüglich der Qualifikationsanforderung für die Berufseinstiegsbegleiter mangelhaft.Es wird befürchtet dass von den für dieses Projekt aus dem Haushalt der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellten rund 200 Millionen Euro eher die Bildungsträger profitieren. www.berufswahlnavigator merkt dazu weiter an, dass für eine objektive, qualifizierte berufliche Orientierung der Schulabgänger eher traditionell ausgebildete Berufsberater infrage kämen.
Fr. Hoffmann am 10.03.2009 10:27
Ich bin so ein Berufseinstiegsbegleiter. Ausgebildete Berufsschullehrerin und Dipl. Sozialpädagogin- ich denke, ausreichend qualifiziert. Und die Maßnahme ist dringend nötig! Sie können sich mit mir in Verbindung setzen unter: berufseinstieg@web.de - gern auch andere BerEb.
Dr. Ursula Bylinski, GPC am 13.03.2009 08:36
Die "Berufseinstiegsbegleitung" als Instrument, leistungsschwächeren Jugendlichen den ersten Schritt in die Arbeitswelt zu erleichtern, wird von verschiedenen Perspektiven aus unterschiedlich beurteilt. Positiv gesehen, geht es um eine individuelle Begleitung und Unterstützung jeder und jedes einzelnen Jugendlichen auf dem Weg in den Beruf. Ebenso geht es um die die Gestaltung des Übergangs, der in der allgemein bildenden Schule beginnt und bis zur Integration in die Arbeitswelt hineinreicht. Als eine Antwort auf den bestehenden "Maßdschungel" wird die "Berufseinstiegsbegleitung" seitens der Bildungsträger zwar grundsätzlich begrüßt, jedoch auch "Korrekturbedarf" gesehen. Als nur ein Mosaik bei der Gestaltung des Übergangs wird die fehlende Abstimmung mit weiteren Aktivitäten innerhalb eines Übergangsmanagements kritisiert - es fehle an einer Gesamtkonzeption. Genauso stehe die derzeitige Vergabepraxis der Agenturen mit ihren öffentlichen Ausschreibungen einer kontinuierlichen Begleitung des Berufsweges entgegen. Die GEW spitzt dies weiter zu und äußert die Befürchtung, dass „Geld für diese Maßnahme ohne nachhaltige Wirkung verbrannt wird“. Richtet sich die Kritik an die unzureichende Qualifikation potentieller Berufseinstiegsbegleiter, stellt sich tatsächlich die Frage: wer ist qualifiziert, diese sehr anspruchsvolle Aufgabe umsetzen zu können. Hier wäre die Formulierung von Qualifikationsanforderungen - die spezifisch pädagogisch ausgerichtet sind - hilfreich. Genauso wäre die Einbindung in ein bestehendes Übergangsmanagement erforderlich, um vorhandene Ressourcen und Kompetenzen - bspw. von Bildungsinstitutionen und Fachkräften der Berufsberatung - entsprechend einbeziehen zu können. Nicht zuletzt bedarf es auch einer professionellen „Begleitung der Begleiter“, etwa in Form von gezielter Fortbildung und Supervision.
Jana K am 17.03.2009 15:46
Ich bin Diplom Pädagoge und seit 1.02 als BerEb tätig, ich kann nur sagen die Maßnahme wird dringend gebraucht. Kaum ein Schüler der 8 Klasse weiß was er werden will, gschweige denn welche Interessen er hat. Der Berufsberater agiert erst ab Klasse 9, wir schon ab Klasse 8. Somit können wir viel eher den Schüler helfen eine Perspektive zufinden und leisten die Vorarbeit für den Berfsberater, welche dringend notwwendig ist. Zumindest in den Förder -und Allgemeinbilldenden Schulen.
Fritz W. am 22.03.2009 13:25
Ich arbeite seit 02.02.2009 als BerEb, überwiegend mit Schülern aus der 9.Klasse die ganz einfach zu träge waren etwas zu Unternehmen, die meisten meiner Teilnehmer haben sich noch nicht einmal bei einem Ausbildungsbetrieb beworben geschweige denn irgendwelche Praktikas gemacht. Viele wissen ja noch nicht einmal was für einen Beruf sie lernen möchten.
Dazu kommen noch Migrationshintergründe, sprachliche und soziale Probleme.
Ich meine es wurde höchste Zeit das sich jemand um solche Jugendliche kümmert.
Ich persönlich war 25 Jahre selbstständig mit Ausbildereignungsprüfung, die letzten 10 Jahre habe ich an einer Schule gearbeitet, wenn auch nur als Pächter der Cafeteria, Ehrenamtlich war ich Personalreferent bei einer Kommunalen Verwaltung.
Mein vier Arbeitskolleginnen sind 2 SozPed Uni und zwei Handwerksmeisterinnen die alle Erfahrungen in der Jugendarbeit haben. Besser kann man ein Team nicht zusammenstellen.
Oft mal reicht es doch schon aus wenn die Jugendlichen merken, da ist jemand der uns zuhört, zu dem man gehen kann wenn man ein Problem hat, ein Aussenstehender der kein Elternteil oder Lehrer ist.
Da ist jemand der mich motiviert, der mir hilft einen Praktikantenplatz zu suchen, der für mich Telefoniert weil ich zu unsicher bin oder Probleme mit der Sprache habe.
Da ist jemand der sich eine Stunde mit mir hinsetzt und meine individuelle Bewerbung schreibt, der ein Vorstellungsgespräch mit mir übt, der mich begleitet wenn ich meinen Gesprächstermin habe, der mich mental unterstützt und Mut macht, der einfach für mich da ist.
So sehe ich meine Arbeit als BerEb, und es ist eine wunderbare Arbeit den es kommt auch viel Dankbarkeit und Vertrauen von den Jugendlichen zurück. Und als dann der erste Teilnehmer von mir seinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hatte, habe ich mich vermutlich noch mehr gefreut als er.
Ich wünsche allen BerEb`s alles alles Gute und laßt nicht locker, irgendwo gibt es einen Ausbildungsplatz für ihren Jugendlichen.
MfG FW
Brigitte Malitz am 02.04.2009 11:41
Ich bin seit Februar als BEB tätig und finde auch das die Ünterstützung der Jugendlichen gefehlt hat.Ich kämpfe zur Zeit mit den Betrieben und versuche sie zu überzeugen Hauptschüler in Ausbildung zu nehmen.Viele wollen einfach keine Hauptschüler.Was mir persönlich so fehlt ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Kollegen.
Brigitte Thomas am 05.04.2009 12:54
Ich bin BerEB an einer Förderschule in Bitburg und baue gerade einen Gedankenaustausch, respektive Netzwerk zu BerEBs an Förderschulen in RLP/Saarland/Hessen auf. Bitte setzen Sie sich bei Interesse mit mir in Verbindung, insbesondere Kollegen an Förderschulen. Ich freue mich über Kontakt. brigitte.thomas@bebiz.de
Jula Müller am 21.04.2009 15:50
Als Anbieter von Fortbildungen und Weiterbildungen für Berufseinstiegsbegleiter haben wir festgestellt, dass die Berufseinstiegsbegleiter sehr unterschiedliche Vorerfahrungen und Qualifikationen mitbringen. Unserer Erfahrung nach hat ungefähr die Hälfte der Berufseinstiegsbegleiter eine pädagogische Ausbildung, einige waren vorher in der beruflichen Ausbildung tätig. Wir denken, dass sich die Berufseinstiegsbegleiter mit unterschiedlichem Background in ihrer Fachkompetenz gut ergänzen können, wenn sie bei einem Träger zusammenarbeiten. Wir halten es jedenfalls für wichtig, dass sich Berufseinstiegsbegleiter in der Erprobungsphase dieses Berufes miteinander austauschen können. Wenn jemand Interesse hat an einem Erfahrungsaustausch oder einem Newsletter zum Thema bitten wir um Zuschriften:
azubicoach@googlemail.com.
Tina am 28.04.2009 13:01
Ich kann mich meinen "Kollegen" nur anschließen: Die Maßnahme ist wirklich wichtig, da die Jugendlichen nur eine begrenzte Anzahl an Berufen kennen und das wars. So lernen sie auch mal Berufe kennen, die nicht jeder macht und von denen sie noch nie was gehört haben! Wichtig ist aber auch, dass wir sie beim Erreichen des Abschlusses unterstützen, denn ohne Abschluss bekommen Jugendliche meist keine Chance auf einen Ausbildungsplatz! Und haben sie dann einen gefunden, so haben sie auch noch ein halbes Jahr einen Ansprechpartner, wodurch ein Ausbildungsabbruch verhindert werden soll. Ein weiterer wichtiger Punkt unserer Arbeit ist das Training von Schlüsselqualifikationen, die bei den meisten meiner 8-Klässer deutlich unterentwickelt sind. Wunder kann natürlich auch diese Maßnahme nicht vollbringen, aber bei einigen wird es sicher "klick" machen! Was aus dieser Maßnahme wird, kann man erst in ein paar Jahren sagen, wenn man evaluiert. Bis dahin kann ich jedoch nur noch einmal betonen, wie wichtig diese Maßnahme vom Grundgedankene her ist! Was daraus gemacht wird, ist ja von Träger zu Träger verschieden!
A. Reyer am 17.06.2009 10:52
Bin seit Juni für eine völlig frustrierte Kollegin eingesprungen. Den Frust kann ich nun sehr gut verstehen, da "meine" Schule das Projekt total abblockt. Hier spielen besonders die Sozialpädagogen eine sehr üble Rolle. Leider sind hier meine Kollegen in den letzten Jahren nicht klüger geworden. Warum gibt es in dieser Profession nur so viele Kolleginnen und Kollegen, die weder tolerant noch kommunikativ sind?? Übrigens zum "Vorwurf" der geringen Qualifikationsanforderungen der BEB: ich habe noch keinen getroffen, der fachlich dieser Sache nicht gewachsen ist. Andere Fragen wären hier wichtiger: Wie sieht die Agentur, vertreten durch die REZ, den das allgemeine Ausschreibungsprozedere. Hier ist eher die Frage, ob in einigen Regionen wirklich das billigste Angebot das Beste ist. Denn die Träger unterbieten sich in einigen Gebieten so, dass wohl kaum noch jemand für das Gehalt diese Arbeit machen möchte. Ich würde bei einigen Angeboten mal Nachfragen, wie hier Qualität gesichert wird. Aber bis heute hat es die wenigsten REZ interessiert. Dies gilt auch für andere Maßnahmen....
BeB´ler am 22.06.2009 12:08
Seit Februar versuchen, meine Kollegin und ich, einen Fuß in die Hauptschule zu bekommen, um dort mit den Schülern der 8 Klasse zu arbeiten. Leider wird dies von Seiten des Klassenlehrers und der Sozialpädagogin massiv behindert. Wir haben das Gefühl, dass wir hier sturkturelle Probleme aufdecken (ohne es zu wollen), die durch massive Kommunikationsprobleme innerhalb des Lehrerzimmers und aber auch von seiten der Leitung bestehen. Auch haben wir das Gefühl, dass die Schüler mitunter von unserem Projekt abgehalten werden (Kompetenzgerangel Schulsoz.päd vs. BeB).
Die Eltern einiger unserer Teilnehmer sind uns und dem Projekt gegenüber sehr positiv eingestellt, so dass hier eine sehr gute Zusammenarbeit funktioniert. Wie auch wir, finden sie dieses Projekt sehr sinnvoll und notwendig für Schüler. Für einige Schüler sind wir, durch unserer tägliche Präsenz, zu einer festen Institution geworden. Sie fühlen sich bei uns ernst genommen und kommen mit all ihren Problemen zu uns.
Vera K. am 23.06.2009 14:18
Mal etwas Positives: Ich habe sehr gute Erfahrungen sowohl mit den Lehrern als auch mit der Sozpäd gemacht, beide sind sehr kooperativ. Für mich ist es fast schwierig, einen eigenen Weg zwischen den Angeboten und Förderungen, die die Schule ohnehin schon macht, zu finden. Die Bedingungen sind an der Förderschule wohl auch etwas anders, z.B. sagt die Berufsberaterin des Arbeitsamtes, dass ohnehin ca. 80% der Jugendlichen nach der Schule in eine Maßnahme gehen und es damit weniger um Vermittlung in Ausbildungsplätze geht. Gibt es Erfahrungen aus anderen Förderschulen, z.B. was die Auswahl der Teilnehmer und Arbeitsschwerpunkte angeht? Würde mich über entsprechende mails freuen.
cindo am 27.06.2009 20:12
Guten Tag,
einige meiner Kollegen/Kolleginnen arbeiten seit 5 Monaten in dieser BerEb Massnahme und sind mehr als frustriert.
Zu Recht. Die Mehrzahl der Schulen blockt das Vorhaben ab, andere sehen uns als Handlanger und nutzen die Anwesenheit
der BerEb Mitarbeiter für schulische Belange aus. Die Schüler werden bewußt über die Massnahme im Unklaren gelassen.
Die Lehrer möchten keinerlei Unterstützung haben-wie denn auch?- Wie sieht es denn aus, wenn BerEb MA die Schüler zum Abschluss bewegen oder gar einen Ausbildungsplatz finden?
Als Lehrer steht man dann ja ganz schön dumm da. Vielleicht haben einige der Lehrer auch genau davor Angst . Jedenfalls
werden wir bis heute attackiert und auch schon mal der Schule verwiesen, es reicht schon wenn ein MA krank ist und wir eine Vertretung zur Schule senden. Das alles ist nicht gewünscht. Wir haben das Gefühl, dass die Lehrer gar nicht genau wissen, was die BerEb ist und was unsere Aufgabe ist.
Ganz davon abgesehen möchte ich bezweifeln, dass Pädagogen wirklich geeignet sein sollen, den Jugendlichen diesen Weg zu ebnen. Für geeigneter halten wir inzwischen Ausbilder aus verschiedenen Fachrichtungen und MA, die tatsächlich schon mal an der "Front" gearbeitet haben. Die meisten Schulen erwarten ein konfektioniertes Programm, am besten für jeden einzelnen Tag, ohne zu bedenken, dass jeder Teilnehmer seinen eigenen Lebensraum, eigene Interessen, Schwierigkeiten usw. hat. Das gibt doch zu denken oder?
Wolfgang Helmeth am 28.04.2010 13:49
CLEVER - TALENTE - FÖRDERN
Unter diesem Motto läuft eine Wechsel-Fotoausstellung im Rathaus Denzlingen bei Freiburg.
Ausgangspunkt sind die www.Denzlinger-Cleverle.de
Früh übt sich.... vielfältigste Interessen der Kinder und Jugendlichen werden in diesem Pilotprojekt geweckt und gefördert. Bereits 2jährige kann man auf der Homepage beim Drechseln oder Kranfahren bestaunen. Filme werden gedreht, Internetseiten gestaltet, die Natur wird beobachtet, Feuerwunder erstaunen die Zuschauer. Wenn 6-jährige Roboter konstruieren und programmieren oder mit Kindern in Afrika und Indien korrespondieren und gemeinsame Projekte realisieren - ja was will man noch mehr?
Es bleiben die Berufswünsche. Unser Plädoyer geht in Richtung der Vielfalt, da der Einzelne ja mehrere Interessen und Kompetenzen hat. Und der "natürliche innere Lehrplan", mit dem jeder geboren ist, sollte zukunftsentscheidend sein. Aufgezwungene Lehrpläne führen zu passiven Verhaltensweisen - mögen sie auch noch so gut gemeint sein.
Wir brauchen eine neue Bildungskultur sagte mal eine Bildungsministerin bei der Eröffnung der DIDACTA in Stuttgart und gründete das Bildungsforum. Was aber ist daraus geworden?
Wolfgang Helmeth
www.EDEJU.de
07666/4575
Michael Pietsch-Koubek am 16.12.2010 09:18
Sehr geehrte Damen und Herren,
habe gestern von dem Bundesinstitut Bildung und Forschung
die Schulen und Träger in Hessen zur Einstellung von Berufseinstiegsbegleitern per Email erhalten.
Leider mußte ich mit bedauern feststellen, dass gerade hier in Frankfurt, in einem Ballungsgebiet von Migration und Gewerbe gerade mal 5 Schulen ,darunter nicht einmal eine Förderschule ausgeschrieben wurde.Ich war 3 Jahre an der Charles Hallgarten Schule in Frankfurt beschäftigt, kenne die Schüler und habe mich für den Berufseinstiegsbegleiter interessiert.
Gerade an Förderschulen ist der Bedarf an Förderung von Benachteiligten auf dem Weg in die Berufswelt und Ausbildung mit am größten.
Ich bin über die Entscheidung und Auswahl der Schulen sehr enttäuscht und hoffe für die Zukunft,auch für mich persönlich,dass mehr Berufseinstiegsbegleiter an Förderschulen angestellt werden.
Mit freudl. Gruß
Michael Pietsch-Koubek
Marion G. am 30.04.2011 14:20
Hallo!
Ich habe diese Kommentare schon verfolgt, als ich selbst noch als Bereb tätig war und danke für die moralische Unterstützung. Ich habe mit viel Elan und gutem Willen versucht, mit den Schulen und Schülern zusammen zu arbeiten und habe mich schliesslich nach einiger Zeit geschlagen gegeben. Ich habe mit zwei Hauptschulen zusammengearbeitet und von meiner Kollegin, die den praktischen Anteil übernehmen sollte, keine Unterstützung bekommen. So habe ich versucht mit einer 3/4 Stelle an zwei Hauptschulen für die Schüler da zu sein, was mich sehr zerrissen hat. Ich war ständig auf dem Sprung und habe mich mit den Akten der Kinder abgeschleppt, die ich nicht in den Schulen lagern konnte, da kaum Raum und von den Lehrern aus, auch kein Bedarf für mich bestand.
So resignierte ich wegen Ablehnung, die mir von den Schulen entgegen kam und Druck, der von Vorgesetzten und REZ ausging. Es wurde erwartet, dass schnellstmöglich Erfolge zu verbuchen waren, die man belegen und dokumentieren sollte. Schliesslich wurde mehr dokumentiert als gehandelt, da sich die Schulen sperrten und mich eher riefen, wenn es "brannte".
Ich finde es wichtig, dass es mehr Sozialarbeiter und Berufseinstiegsbegleiter an den Schulen gibt. Dies muss aber transparent und mit Einverständnis der Schulen und Schüler geschehen. Außerdem finde ich es, wie einer meiner Vorredner, bedenklich, wenn solche Maßnahmen an den billigsten Anbieter gegeben werden. In meinem Fall kam es schon Ausbeutung gleich und auch mit gutem Willen konnte ich den Kindern und Jugendlichen nicht gerecht werden. Sowohl zeitlich als auch materiell gab es kaum Ressourcen.
Ich freue mich, wenn es anderen Berebs besser ergeht und sie Spass an ihrer Arbeit finden. Der Stellenbeschreibung nach zu urteilen habe ich mich auch auf den Job gefreut und viel Energie mitgebracht. Ich hoffe, dass es andere gibt, die die Kinder in ihrer Berufsfindung besser unterstützen können, als es mir möglich war.
Erstellt am: 06.03.2008 Kommentare hinzufügen »
SGB III - § 421s Berufseinstiegsbegleitung
BMAS: Liste der Schulen mit Berufseinstiegsbegleitung (PDF, 165 KB)
Geschäftsanweisungen und Förderrichtlinien zur BerEb






















Erfahrungen mit der Berufseinstiegsbegleitung - aus Sicht eines Bildungsträgers (PDF, 31 KB)
Autorin: Ulrike Hestermann, Internationaler Bund (IB)






















Berufseinstiegsbegleitung: Unterstützung individueller Wege in den Beruf? Vortrag von Dr. Ursula Bylinski bei der didacta 2010 (PDF, 231 KB)