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Mit einem Memorandum "Zur Professionalisierung des pädagogischen Personals in der Integrationsförderung aus berufsbildungswissenschaftlicher Sicht" veröffentlicht die Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik Empfehlungen für die Berufsbildungsforschung und für die Professionalisierung beziehungsweise Qualifizierung des pädagogischen Personals. Die Aus- und Weiterbildung der Berufschullehrerinnen und -lehrer steht dabei im Mittelpunkt.
Für die Erarbeitung des Memorandums gab es viele Anstöße, die von Aktivitäten der Benachteiligtenförderung ausgingen. Unmittelbar angeknüpft wurde an einen Expertenworkshop (PDF, 600 KB), der im Rahmen der Transferphase des BQF-Programms vom BIBB durchgeführt wurde. Daraus ist eine Resolution hervorgegangen, die zur Einrichtung der Arbeitsgruppe geführt hat.
Selektions- und Exklusionsprozesse im Übergangssystem
Zunächst wird auf gegenläufige Tendenzen hingewiesen: zielen die gegenwärtigen Reformen im Bildungssystem auf eine Verkürzung von Lernzeiten, wie frühere Einschulung, Abitur nach zwölf Schuljahren und kürzere Studienzeiten, weisen die Bildungsberichte jedoch nach, dass die Übergänge von der Schule in die Arbeitswelt immer mehr Zeit beanspruchen.
Für etwa zwei Fünftel der nachwachsenden Generationen ist die Erreichung des berufsbildungspolitischen Ziels einer beruflichen Vollqualifizierung und damit ihre Integration in die Gesellschaft gefährdet. Hinsichtlich der Lernvoraussetzungen, Lernbedürfnisse, Persönlichkeitsmerkmalen und sozialen Hintergründe ist diese Personengruppe sehr heterogen; sie bedarf deshalb spezifischer pädagogischer Förderung - und dafür muss das pädagogische Personal entsprechend qualifiziert sein.
Die wachsende Zahl junger Menschen im "Übergangssystem" erklärt sich nach Ansicht der Arbeitsgruppe weder allein demographisch noch konjunkturell. Es seien die Auswirkungen technisch-ökonomischer Strukturveränderungen, die in den Blick zu nehmen sind. "Reformen des ,Übergangssystems' sind also so lange nötig, bis Übergänge Benachteiligter in Arbeitslosigkeit auf ein vertretbares Minimum zurückgegangen sind" - so im Memorandum formuliert.
Reformperspektiven für das Übergangssystem
An diesem "Prüfkriterium" - es darf keine Übergänge Benachteiligter in Arbeitslosigkeit mehr geben - sollten sich alle gesellschaftspolitischen Reformbemühungen orientieren. Folgende Vorschläge zur Problembewältigung aus Politik, Schulpraxis und Wissenschaft könnten zur Erfüllung dieses Prüfkriteriums beitragen:
Pädagogische Arbeit im Übergangssystem
Welche Faktoren die Teilerfolge bei der Integration Benachteiligter mit welchem Gewicht beeinflussen wird als weitgehend ungeklärt beschrieben und deshalb ein erheblicher Forschungsbedarf zum "Übergangssystem" gesehen. Gleichwohl gibt es bereits jetzt Indizien dafür, dass die pädagogische Arbeit erheblich zu den Teilerfolgen beiträgt. Deshalb ist auch die Forderung nach besserer Professionalisierung und Qualifizierung des pädagogischen Personals gesellschaftlich unumstritten.
Die Autorinnen und Autoren des Memorandums weisen darauf hin, dass eine Verfestigung der gegenwärtigen Strukturen verhindert werden müsse, weil sie eine optimale Nutzung ökonomischer Ressourcen und öffentlicher Mittel ebenso verfehlt wie die Erreichung der drei Zieldimensionen individuelle Regulationsfähigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit sowie Sicherung der Humanressourcen. Genau diese seien in den Bildungsberichten und in zahlreichen berufsbildungspolitischen Dokumenten als gesellschaftlicher Konsens hinreichend formuliert worden.
Empfehlungen der Arbeitsgruppe
Die im vorliegenden Memorandum veröffentlichten Empfehlungen beziehen sich somit vor allem auf die Berufsbildungsforschung und die Qualifizierung des pädagogischen Personals.
Empfohlen wird
Hervorgehoben wird, dass förderliche Prozesse nicht allein durch qualifizierte pädagogische Arbeit erreicht werden können. Zwar könnten durch die bessere Qualifizierung des pädagogischen Personals Teilerfolge erzielt und die Risiken der gesellschaftlich Benachteiligten im "Übergangssystem" gemindert werden; sie werden aber allein als nicht ausreichend angesehen. Erforderlich sind zusätzlich Verbesserungen der ökonomischen und politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen, die letztlich zu einer grundständigen Reform des "Übergangssystems" führen müssen.
Im Anschluss an die Empfehlungen werden von einzelnen Mitgliedern der Arbeitsgruppe in fünf Expertisen Einzelfragen aufgegriffen, die das Memorandum argumentativ unterstützen.
Quelle:
Letzte Änderung: 23.05.2011 eMail-direkt » Seite empfehlen »
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Erstellt am: 11.05.2009 Kommentare hinzufügen »
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Sektion BWP der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft:
Memorandum "Zur Professionalisierung des pädagogischen Personals in der Integrationsförderung aus berufsbildungswissenschaftlicher Sicht"
(PDF, 547 KB)