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Meldungen

17.05.2016

Hermann-Schmidt-Preis 2016 - Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung

Der Hermann-Schmidt-Preis des Vereins Innovative Berufsbildung e.V. wird in diesem Jahr bereits zum 20. Mal ausgeschrieben. Diesmal sollen gezielt Projekte und Initiativen prämiert werden, die innovative, beispielhafte und bewährte Modelle zur Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung entwickelt haben - etwa durch Maßnahmen der Berufsorientierung oder der Berufsvorbereitung, aber auch in der Aus- und Weiterbildung oder Umschulung und Nachqualifizierung.

Bewerben können sich Betriebe oder Verbünde von Betrieben, die die Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung - auch in Kooperation mit Berufsschulen und anderen Bildungseinrichtungen - fördern. Der Preis wird durch eine unabhängige Fachjury vergeben. Er ist mit 3.000 Euro dotiert. Darüber hinaus kann die Jury bis zu drei weitere Wettbewerbsbeiträge mit einem Sonderpreis auszeichnen, der jeweils mit 1.000 Euro dotiert ist. Die Bewerbungsfrist endet am 17. Juni 2016.

BIBB: Weitere Informationen


13.05.2016

Bundesteilhabegesetz: Kritik am Referentenentwurf wird lauter

Das geplante Bundesteilhabegesetz soll laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mehr Selbstbestimmung und umfangreichere Teilhabe ermöglichen, staatliche Leistungen sollen künftig "wie aus einer Hand" gewährt werden. Doch die Kritik an dem Gesetz wird immer lauter. So sieht der Paritätische Wohlfahrtsverband darin gar einen "massiven Verstoß gegen die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention". Die derzeitigen Pläne der Bundesregierung zielten in erster Linie auf Kostenbegrenzung, nicht auf Teilhabe. Aus Sicht von Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider enthält der gegenwärtige Referentenentwurf kaum Verbesserungen, sondern insbesondere für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf sogar Verschlechterungen: "Wir sehen die deutliche Gefahr, dass mit diesem Gesetz die fachlichen Ziele der Eingliederungshilfe und bereits erreichte Standards abgebaut werden".

Bestehende Rechte von Menschen mit Behinderung würden eingeschränkt statt ausgebaut, der Zugang zu Leistungen der Eingliederungshilfe für viele Personen erschwert. Der Paritätische Wohlfahrtsverband appelliert deshalb an die  Bundesregierung, den Gesetzentwurf grundlegend zu überarbeiten und die Hinweise aus Betroffenen-, Fach- und Wohlfahrtsverbänden besser zu berücksichtigen. Die große Koalition hatte das Bundesteilhabegesetz in den Koalitionsvertrag aufgenommen und dabei versprochen, "Menschen mit Behinderung und ihre Verbände wie auch die weiteren betroffenen Akteure von Anfang an und kontinuierlich am Gesetzgebungsprozess" zu beteiligen. Den Gesetzentwurf hat das BMAS inzwischen in die Ressortabstimmung sowie zur Länder- und Verbändebeteiligung gegeben.

BMAS: Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (PDF)

Paritätischer Wohlfahrtsverband: "Bundesteilhabegesetz: Referentenentwurf verstößt gegen die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention" 


10.05.2016

Berufsbezogene Sprachförderung wird Regelinstrument

Das bisherige BAMF-ESF-Förderprogramm für die berufsbezogene Deutschsprachförderung wird zum 1. Juli 2016 in ein Regelinstrument umgewandelt. Ab diesem Zeitpunkt wird die Sprachförderung ausschließlich aus Bundesmitteln finanziert. Für das Jahr 2016 sind dafür 179 Millionen Mark im Bundeshaushalt veranschlagt. Im laufenden Jahr stehen insgesamt 100.000 Teilnehmerplätze zur Verfügung, ab 2017 soll diese Zahl auf 200.000 Plätze jährlich verdoppelt werden. Die Verordnung zur berufsbezogenen Sprachförderung sieht vor, den Spracherwerb enger mit Beschäftigung, Ausbildung und Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zu verknüpfen.

Das Instrument richtet sich an Personen mit Migrationshintergrund, die eine berufsbezogene sprachliche und fachliche Weiterqualifizierung benötigen. Die berufsbezogene Deutschförderung soll Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und Praktikum effektiv miteinander verbinden. Ziel der Kurse ist es, zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt beizutragen. Eine Teilnahmeberechtigung können Ausländerinnen und Ausländer, aber auch deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund erhalten. Mittelfristig soll die Sprachförderung im Rahmen eines neuen "Gesamtprogramms Sprache" zu einem modularisierten System weiterentwickelt werden.

BMAS: Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (PDF)


03.05.2016

Datenreport 2016: Mehr Ausbildungsangebote, wachsende Passungsprobleme

Die Ausbildungsmarktlage hat sich 2015 aus Sicht der Jugendlichen gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. Erstmals seit 2011 nahm das Ausbildungsplatzangebot zu, wenn auch nur um 0,5 Prozent. Allerdings nahmen auch die Passungsprobleme zu - es wird offenbar immer schwieriger, das betriebliche Angebot und die Nachfrage der jungen Menschen zusammenzubringen. Der Datenreport 2016, den das Bundesinstitut für Berufsbildung als Teil des neuen Berufsbildungsberichts veröffentlichte, zeigt einen Trend, der Prognosen zufolge auch in diesem Jahr weiter anhalten wird.

Während der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen bundesweit von 6,9 auf 7,5 Prozent stieg, blieb der Anteil der erfolglosen Bewerberinnen und Bewerber mit 13,4 Prozent unverändert hoch. Besonders starke Besetzungsprobleme gab es bundesweit im Handwerk (9,7 Prozent der angebotenen Stellen blieben unbesetzt. Regional betrachtet war der Anteil der unbesetzten Stellen im Osten mit 9,9 Prozent (+12,4 Prozent gegenüber 2014) nach wie vor größer als im Westen (7,1 Prozent, Anstieg im Vergleich zum Vorjahr: 10 Prozent).

BIBB: Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2016


21.04.2016

"Berufsorientierung für Flüchtlinge" gestartet

Um junge Flüchtlinge für eine betriebliche Ausbildung im Handwerk fit machen, startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Programm "Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF". Das Förderprogramm ist die dritte Stufe der Initiative "Wege in Ausbildung für Flüchtlinge". Die erste Stufe ist ein Integrationskurs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Hier erwerben die jungen Flüchtlinge Sprachkenntnisse und lernen grundlegende Werte der deutschen Gesellschaft, Rechtsordnung, Geschichte und Kultur kennen. Die zweite Stufe ist die BA-Maßnahme  "Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk - PerjuF-H".

Mit BOF erhalten junge Flüchtlinge vertiefte Einblicke in Ausbildungsberufe des Handwerks. Während der gesamten Maßnahme werden sie fachsprachlich qualifiziert und von einem Projektbegleiter individuell unterstützt. Das Programm gliedert sich in Werkstatttage, welche in Lehrwerkstätten in geschütztem Raum stattfinden, und eine anschließende Betriebsphase. Bis zu 10.000 junge Flüchtlinge sollen eine Chance auf eine Ausbildung im Handwerk erhalten. Die BOF-Förderrichtlinie gilt bis zum Ende des Jahres 2018; Maßnahmen beginnen frühestens am 1. Juni 2016. Die aktuelle Antragsfrist endet am 20. Mai 2016.

Berufsorientierungsprogramm (BOP): Weitere Informationen und Förderrichtlinien


15.04.2016

Jugendliche mit Behinderung: Bessere Chancen bei betriebsnaher Ausbildung

Je betriebsnäher die Ausbildung, desto höher ist die Chance junger Menschen mit Behinderung auf die Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis. Dies zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 120.000 junge Menschen fördert die Bundesagentur für Arbeit durch Maßnahmen der beruflichen Ersteingliederung. Davon beginnen 50 Prozent im Rahmen des Rehabilitationsverfahrens eine Berufsausbildung, häufig mit einer vorgeschalteten berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme. Wiederum 50 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 50 Prozent der jungen Menschen in der Ersteingliederung haben eine Lernbehinderung, rund 20 Prozent weisen eine psychische und fast ebenso viele eine geistige Behinderung auf.

Die Eingliederungsquote der betrieblich ausgebildeten jungen Menschen mit Behinderung liegt mit 61 Prozent (reguläre Ausbildung) bzw. 67 Prozent (bezuschusste Ausbildung) deutlich höher als die der außerbetrieblich Ausgebildeten: Von diesen befinden sich zwölf Monate nach Rehabilitationsende nur 44 bzw. 48 Prozent (integrative / kooperative Ausbildung) in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Während bei kooperativen Ausbildungsformen die Fachpraxis in Kooperationsbetrieben vermittelt wird, findet die integrative Ausbildung vollständig in außerbetrieblichen Einrichtungen statt. 29 Prozent der jungen Rehabilitanden sind ein Jahr nach dem Ende der Ausbildung arbeitslos bzw. auf staatliche Leistungen angewiesen. Fünf Prozent nehmen an einer anderen Maßnahme teil, vier Prozent sind geringfügig beschäftigt.

IAB- Kurzbericht 7/2016: Reha-Verfahren helfen beim Berufseinstieg (PDF) 


05.04.2016

IAB-Bericht zu Altersstruktur und Bildung von Flüchtlingen

1.092.000 Flüchtlinge wurden im vergangenen Jahr durch das EASY-System (Erstverteilung der Asylbegehrenden) des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erfasst, davon blieben etwa 810.000 in Deutschland. Nun veröffentlichte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine Übersicht über die schulischen und beruflichen Bildungsvoraussetzungen sowie die Altersstruktur der Flüchtlinge. Diese zeigt zum einen, dass ein knappes Drittel von ihnen im Alter von 18 bis unter 25 Jahren ist. Nach Einschätzung des IAB müssen für viele dieser Flüchtlinge zunächst die Voraussetzungen für die Integration in Ausbildung geschaffen werden - meist durch eine Qualifizierung an allgemeinbildenden Schulen. Nur wenige Flüchtlinge können als Fachkräfte unmittelbar in den Arbeitsmarkt integriert werden. Für die große Mehrheit werden zumindest kurzfristig nur Tätigkeiten in Helferberufen in Frage kommen.

Was den Bildungshintergrund der Flüchtlinge betrifft, sieht der Autor des IAB-Berichts, Herbert Brücker, ein "polarisiertes" Bild. Gewichtet mit der Bleibewahrscheinlichkeit gaben 25 Prozent der Asylbewerber an, keine oder nur eine Grundschule, 26 Prozent eine Mittel- oder Fachschule und 46 Prozent ein Gymnasium, eine Fachhoch- oder Hochschule besucht zu haben. Aus seiner Sicht sprechen die erfassten Daten dafür, dass das Niveau der beruflichen Bildung geringer einzuschätzen ist als das der Schulbildung. Mit weniger als 30 Prozent gibt es eine überschaubare Anzahl von Absolventinnen und Absolventen einer Mittelschule, die zu den klassischen Adressaten einer beruflichen Ausbildung gehören. Möglicherweise entscheidet sich aber ein Teil der Flüchtlinge, die in ihren Heimatländern ein Gymnasium oder eine Hochschule besucht haben, in Deutschland für eine berufliche Ausbildung.

IAB Bericht 6/2016: "Typisierung von Flüchtlingsgruppen nach Alter und Bildungsstand" (PDF)


24.03.2016

Interkulturelle Kompetenz - der Schlüssel für gelingende Integration im Betrieb?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ausbildung von Flüchtlingen werden mit Blick auf konkrete Probleme diskutiert, es lassen sich klare Anforderungen ableiten. Geht es dagegen um die Herausforderungen, die im Betrieb bei der Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz entstehen können, ist Eindeutigkeit nicht mehr so leicht herzustellen. Klar ist, dass das Ausbildungspersonal auf mögliche Schwierigkeiten vorbereitet sein sollte, die in der Zusammenarbeit mit jungen Flüchtlingen auftauchen könnten. Sprachprobleme sind leicht zu erkennen, vage wird es jedoch, wenn es um ein Verhalten geht, das in Verbindung mit der Kultur der Herkunftsländer gebracht wird.

Bestimmte Vorstellungen von Höflichkeit könnten eine Rolle spielen, ebenso vom Umgang mit Autoritäten oder religiöse Orientierungen, die im betrieblichen Alltag deutlich werden. Aus der Einschätzung, dass das Ausbildungspersonal in der Lage sein sollte, darauf angemessen zu reagieren, kommt die Forderung nach "mehr interkultureller Kompetenz" und entsprechenden Qualifizierungsangeboten. Doch reicht das, um Missverständnissen und Konflikten vorzubeugen? Wird eine Fokussierung auf kulturelle Aspekte der Lebenswirklichkeit junger Flüchtlinge gerecht? Diesen Fragen geht Monika Bethscheider in ihrem Beitrag auf qualiboXX nach.

Bethscheider, Monika: Interkulturelle Kompetenz - der Schlüssel für gelingende Integration im Betrieb? qualiboXX, Dossier "Flüchtlinge"


 
 
 

Aktuelle Meldungen: Wassertropfen trifft auf Wasseroberfläche

In unseren Meldungen erfahren Sie, was sich aktuell im Übergang Schule/Beruf tut.