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Meldungen

15.07.2016

Übersicht über Angebote für junge Geflüchtete

Eine Übersicht über wichtige Förderinstrumente für junge Geflüchtete im Bund, in Nordrhein-Westfalen und bei der Bundesagentur für Arbeit bietet eine Arbeitshilfe der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B. NRW). Die Angebote zur Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind in einer tabellarischen Übersicht zusammengefasst. Diese umfasst die Themenbereiche "Erwerb der deutschen Sprache", "Ausbildungsvorbereitung / Integration in Ausbildung und Beschäftigung" sowie "Beratung und Begleitung". Zu den Angeboten bietet die Arbeitshilfe auch Detailinformationen. Die Veröffentlichung wird regelmäßig aktualisiert und steht ausschließlich als PDF-Datei zum Download bereit.

G.I.B. NRW: Junge Geflüchtete - Übersicht über zentrale Angebote zur Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Stand: 25. Mai 2016 (PDF)


28.06.2016

Neue Studie zu Lebenslagen und Erwartungen von Flüchtlingen

Die Ergebnisse einer qualitativen Befragung von 123 geflüchteten Menschen zeigen, dass diese je nach Herkunft, Bildung, Fluchtursachen und Fluchterfahrungen sehr vielfältige und unterschiedliche Voraussetzungen für das Leben und Arbeiten in Deutschland mitbringen. Gemeinsam ist den meisten eine hohe Motivation, in Deutschland zu arbeiten, die deutsche Sprache zu erlernen und sich in Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren. Die Studie des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) zeigt auch, dass die meisten Menschen vor Krieg und Verfolgung geflohen sind.

Die Befragung wurde vom IAB hat gemeinsam mit dem Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am DIW Berlin durchgeführt. Ziel der qualitativen Studie war es, vertiefte Einblicke in die Lebenslagen, Erfahrungen, Einstellungen und Erwartungen von geflüchteten Menschen in Deutschland zu gewinnen. Sie ist zudem die Vorstudie zu einer quantitativen Studie, die seit Juni 2016 läuft und repräsentative Erkenntnisse über Lebenslagen von Flüchtlingen bringen soll.

Brücker, Herbert u.a.: Geflüchtete Menschen in Deutschland: Warum sie kommen, was sie mitbringen und welche Erfahrungen sie machen. IAB-Kurzbericht 15/2016


17.06.2016

Übergangsbereich: Jeder Vierte erreicht höheren Schulabschluss

Von den rund 292.500 Jugendlichen, die im Jahr 2014 den Übergangsbereich verlassen haben, nutzten bundesweit nur 24 Prozent die Möglichkeit zur Höherqualifikation. Dies zeigen Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zur integrierten Ausbildungsberichterstattung. Jugendliche haben im Übergangsbereich die Möglichkeit, einen Schulabschluss nachzuholen oder ihren vorhandenen zu verbessern. Im Vergleich zum Jahr 2011 hat sich die Höherqualifizierungsquote im Übergangsbereich um zwei Prozent erhöht. Dies ist aber ausschließlich auf die Erhöhung der Quote der neu erworbenen Hauptschulabschlüsse zurückzuführen; der Anteil der neu erworbenen mittleren Abschlüsse ist konstant geblieben.

Die Chance der Jugendlichen, einen höheren Schulabschluss im Übergangsbereich zu erwerben, hängt zum großen Teil vom länderspezifischen Maßnahmenangebot sowie dessen konkreter Ausgestaltung ab. Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede: Während zum Beispiel in Hessen insgesamt rund 39 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen höheren Abschluss erwerben, sind es in Mecklenburg-Vorpommern nur 11 Prozent und in Brandenburg nur 10 Prozent. Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich deutliche Unterschiede. Dies liegt auch daran, dass junge Frauen häufiger eine Maßnahme beginnen, die auf einen mittleren Abschluss abzielt. Junge Männer finden sich dagegen häufiger in Maßnahmen der beruflichen Grundbildung.

Dionisius, Regina; Illiger, Amelie: Nachholen von Schulabschlüssen im Übergangsbereich - welche Rolle spielt das Maßnahmenangebot? In: BWP 3/2016, S.4-5

 


09.06.2016

Institut für Menschenrechte fordert Ende der Werkstätten für behinderte Menschen

Eine offene Diskussion über Werkstätten für behinderte Menschen mit dem Ziel, alle Sonderstrukturen langfristig aufzulösen, fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte in einem Positionspapier. Die Bundesregierung solle endlich eine Strategie entwickeln, wie der allgemeine Arbeitsmarkt inklusiver gestaltet und so für Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht werden kann. Aus menschenrechtlicher Perspektive sind nach Ansicht des Autors Dr. Leander Palleit beim derzeitigen System vor allem drei Faktoren bedenklich: Es isoliere die Beschäftigten in einer "Sonderwelt", es biete ihnen meist keine Alternative zur Werkstatt - und es zahle ihnen für die geleistete Arbeit einen viel zu niedrigen Lohn.

Derzeit gibt es in Deutschland knapp eine Million schwerbehinderte Beschäftigte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und über 300.000 Werkstattbeschäftigte. Die Zahl der Werkstattbeschäftigten nimmt ebenso wie die dafür eingesetzten öffentlichen Mittel seit Jahren zu. In bundesweit 700 Werkstätten arbeiten zumeist geistig (75 Prozent), aber auch psychisch beeinträchtigte Menschen (20 Prozent) sowie zu einem geringen Anteil auch körperlich Beeinträchtigte. Deutschland ist seit der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 verpflichtet, diesen Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, "den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, inklusiven Arbeitsmarkt frei gewählt oder angenommen wird".

Deutsches Institut für Menschenrechte: Inklusiver Arbeitsmarkt statt Sonderstrukturen - Warum wir über die Zukunft der Werkstätten sprechen müssen. Juni 2016 (PDF)


03.06.2016

Erfolgskriterien für Jugendberufsagenturen

Jugendberufsagenturen sind im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgeschieben. Für die praktische Umsetzung vor Ort gibt es viele Beispiele und Formen. Die Jugendberufsagenturen beziehungsweise die Arbeitsbündnisse Jugend und Beruf tragen dazu bei, junge Menschen mit Startschwierigkeiten an der Schwelle zum Erwerbsleben zu stärken und ihnen individuelle berufliche Perspektiven zu eröffnen. Doch je komplexer die Problemlagen junger Menschen sind, desto differenzierter wird die vom Gesetzgeber zur Verfügung gestellte Unterstützung (SGB III, SGB II, SGB VIII). Deshalb und aufgrund schwieriger Abstimmungsprozesse bleiben Potenziale oft ungenutzt, und vorhandene Mittel werden nicht effizient genug eingesetzt.

Ein neues Policy Paper der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) leitet aus der Vielfalt der erfolgreichen Angebote Kriterien für die gelingende Kooperation der Rechtskreise ab. Es formuliert Empfehlungen, wie das Konzept und die Arbeit der Jugendberufsagenturen gestärkt werden kann: Durch die Weiterentwicklung und flächendeckende Einrichtung von Jugendberufsagenturen, durch die Sicherstellung von Qualität bei der Kooperation, durch die Weiterentwicklung von Förderung und Finanzierung, durch die Verankerung der Jugendhilfe in den Jugendberufsagenturen und die Beteiligung junger Menschen als Grundstandard der gemeinsamen Arbeit.

KAS: "Jugendberufsagenturen - Gemeinsam mehr erreichen" (PDF, 2,2 MB)


17.05.2016

Hermann-Schmidt-Preis 2016 - Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung

Der Hermann-Schmidt-Preis des Vereins Innovative Berufsbildung e.V. wird in diesem Jahr bereits zum 20. Mal ausgeschrieben. Diesmal sollen gezielt Projekte und Initiativen prämiert werden, die innovative, beispielhafte und bewährte Modelle zur Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung entwickelt haben - etwa durch Maßnahmen der Berufsorientierung oder der Berufsvorbereitung, aber auch in der Aus- und Weiterbildung oder Umschulung und Nachqualifizierung.

Bewerben können sich Betriebe oder Verbünde von Betrieben, die die Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung - auch in Kooperation mit Berufsschulen und anderen Bildungseinrichtungen - fördern. Der Preis wird durch eine unabhängige Fachjury vergeben. Er ist mit 3.000 Euro dotiert. Darüber hinaus kann die Jury bis zu drei weitere Wettbewerbsbeiträge mit einem Sonderpreis auszeichnen, der jeweils mit 1.000 Euro dotiert ist. Die Bewerbungsfrist endet am 17. Juni 2016.

BIBB: Weitere Informationen


13.05.2016

Bundesteilhabegesetz: Kritik am Referentenentwurf wird lauter

Das geplante Bundesteilhabegesetz soll laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mehr Selbstbestimmung und umfangreichere Teilhabe ermöglichen, staatliche Leistungen sollen künftig "wie aus einer Hand" gewährt werden. Doch die Kritik an dem Gesetz wird immer lauter. So sieht der Paritätische Wohlfahrtsverband darin gar einen "massiven Verstoß gegen die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention". Die derzeitigen Pläne der Bundesregierung zielten in erster Linie auf Kostenbegrenzung, nicht auf Teilhabe. Aus Sicht von Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider enthält der gegenwärtige Referentenentwurf kaum Verbesserungen, sondern insbesondere für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf sogar Verschlechterungen: "Wir sehen die deutliche Gefahr, dass mit diesem Gesetz die fachlichen Ziele der Eingliederungshilfe und bereits erreichte Standards abgebaut werden".

Bestehende Rechte von Menschen mit Behinderung würden eingeschränkt statt ausgebaut, der Zugang zu Leistungen der Eingliederungshilfe für viele Personen erschwert. Der Paritätische Wohlfahrtsverband appelliert deshalb an die  Bundesregierung, den Gesetzentwurf grundlegend zu überarbeiten und die Hinweise aus Betroffenen-, Fach- und Wohlfahrtsverbänden besser zu berücksichtigen. Die große Koalition hatte das Bundesteilhabegesetz in den Koalitionsvertrag aufgenommen und dabei versprochen, "Menschen mit Behinderung und ihre Verbände wie auch die weiteren betroffenen Akteure von Anfang an und kontinuierlich am Gesetzgebungsprozess" zu beteiligen. Den Gesetzentwurf hat das BMAS inzwischen in die Ressortabstimmung sowie zur Länder- und Verbändebeteiligung gegeben.

BMAS: Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (PDF)

Paritätischer Wohlfahrtsverband: "Bundesteilhabegesetz: Referentenentwurf verstößt gegen die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention" 


10.05.2016

Berufsbezogene Sprachförderung wird Regelinstrument

Das bisherige BAMF-ESF-Förderprogramm für die berufsbezogene Deutschsprachförderung wird zum 1. Juli 2016 in ein Regelinstrument umgewandelt. Ab diesem Zeitpunkt wird die Sprachförderung ausschließlich aus Bundesmitteln finanziert. Für das Jahr 2016 sind dafür 179 Millionen Mark im Bundeshaushalt veranschlagt. Im laufenden Jahr stehen insgesamt 100.000 Teilnehmerplätze zur Verfügung, ab 2017 soll diese Zahl auf 200.000 Plätze jährlich verdoppelt werden. Die Verordnung zur berufsbezogenen Sprachförderung sieht vor, den Spracherwerb enger mit Beschäftigung, Ausbildung und Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zu verknüpfen.

Das Instrument richtet sich an Personen mit Migrationshintergrund, die eine berufsbezogene sprachliche und fachliche Weiterqualifizierung benötigen. Die berufsbezogene Deutschförderung soll Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und Praktikum effektiv miteinander verbinden. Ziel der Kurse ist es, zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt beizutragen. Eine Teilnahmeberechtigung können Ausländerinnen und Ausländer, aber auch deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund erhalten. Mittelfristig soll die Sprachförderung im Rahmen eines neuen "Gesamtprogramms Sprache" zu einem modularisierten System weiterentwickelt werden.

BMAS: Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (PDF)


 
 
 

Aktuelle Meldungen: Wassertropfen trifft auf Wasseroberfläche

In unseren Meldungen erfahren Sie, was sich aktuell im Übergang Schule/Beruf tut.