Sie befinden sich hier: Startseite | GPC-Publikationen | Dokumentationen
Dokumentation und Expertise
Das Thema Kooperation hat aus wohlbekannten Gründen "Konjunktur", wird auf vielen Ebenen intensiv diskutiert und hat vielseitige Facetten. Kooperation ist ein modernes Schlagwort, das als Synonym für neuartige Lösungsansätze oder aber für längst überfälliges Handeln benutzt wird. Kooperation ist vielseitig strukturiert, verfolgt unterschiedliche Zielsetzungen und birgt Nutzen und Risiken in sich. Kooperationsstrukturen dienen der Steuerung sozialpolitischer Maßnahmen und sollen einen effizienteren Einsatz der vorhandenen Ressourcen ermöglichen. Die öffentliche Hand ist dabei gefordert, Kooperationsstrukturen einzuleiten und vorzuhalten. Sie ermöglichen Qualitätssicherung und -kontrolle. Die beteiligten Akteure übernehmen unterschiedliche Rollen und Funktionen und stehen oftmals zugleich in Konkurrenz zueinander. Aus langjähriger Praxis lassen sich Handlungsempfehlungen für die Gestaltung sowie Lösungsansätze für die häufigsten Umsetzungsprobleme ableiten.
In der vorliegenden Expertise wird das Thema "Kooperation" in der beruflichen Bildung von benachteiligten jungen Menschen behandelt. Hier ist offenbar ein Bewusstsein darüber gewachsen, dass die unterschiedlichen Strukturen der Förderprogramme oft eher kontraproduktiv wirken, als tatsächlich die vom Gesetzgeber vorgesehene individuelle Förderung zu gewährleisten. Schließlich arbeiten viele parallel am "gleichen" Thema, so dass eher Doppelstrukturen entstehen als dass Synergien frei werden. "Förderung aus einem Guss" (oder aus einer Hand) sind dementsprechende Schlagwörter, die die politische Intention verdeutlichen.Kooperationen im Jahr 2000 liegen von daher vor allem pragmatisch orientierte Definitionen zu Grunde:
- Informations- und Erfahrungsaustausch in einem lokal und/oder sektoral definierten Raum
- Aufbau von Netzwerken
- Entwicklung und Einleitung von Abstimmungsprozessen über lokale/sektorale Angebote zur Integration in den Arbeitsmarkt
- Stärkere Berücksichtigung von individuellen Förderwegen im Sinne von (gemeinsamen) Case-Management
- Bündelung der personellen, räumlichen und finanziellen Ressourcen
Die vielfältigen Diskussionen um Kooperationen verdeutlichen den Bedarf an einer "Kooperationskultur" die bewirkt, dass Abstimmung, Zusammenarbeit und Informati-onsaustausch von der Ausnahme zur Regel wird und in die Routine eingeht. Der Mangel an Abstimmungs- und Netzwerkstrukturen ist offensichtlich und zeigt sich vor allem daran, dass viele parallel am gleichen Thema arbeiten, ohne voneinander zu wissen.