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Die EU-Kommission hat am 5.9.2006 einen Vorschlag für die Einrichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen vorgelegt. Dem haben die Bildungsminister der EU nun zugestimmt.
Auf EU-Ebene wurden bereits mehrere Vorstöße unternommen, um die Transparenz zu verbessern, die Übertragbarkeit zu fördern und die Bewertung und Anerkennung von Lernergebnissen zu erleichtern. Die Transparenz von Qualifikationen wird definiert als das Maß, in dem der Wert von Qualifikationen festgestellt und am Arbeitsmarkt, in der Aus- und Weiterbildung und im größeren sozialen Zusammenhang verglichen werden kann.
Mit der vorgeschlagenen Empfehlung wird der EQR als Referenzinstrument eingerichtet, um Qualifikationsniveaus nationaler Qualifikationssysteme sowie von Qualifikationssystemen zu vergleichen. Den Mitgliedstaaten wird empfohlen, den EQR als Referenzinstrument einzusetzen, um Qualifikationsniveaus, die in unterschiedlichen Qualifikationssystemen verwendet werden, zu vergleichen.
Den Kern des EQR bildet ein Satz von 8 Referenzniveaus, die für Bildungsbehörden auf nationaler und sektoraler Ebene als gemeinsamer und neutraler Bezugspunkt fungieren. Die acht Niveaus decken alle Qualifikationen ab: vom allgemeinen und beruflichen Pflichtschulabschluss bis zu Qualifikationen auf der höchsten Stufe akademischer und beruflicher Aus- und Weiterbildung.
Die Beschreibung der 8 EQR-Referenzniveaus baut auf Lernergebnissen auf - für den EQR sind das die Aussagen darüber, was eine Lernende/ein Lernender nach Abschluss eines Lernprozesses weiß, versteht und zu tun in der Lage ist.
Der Übergang zu Lernergebnissen macht es möglich, Qualifikationen nach Inhalt und Profil zu vergleichen und nicht nach Methoden und Formen des Angebots. Der EQR definiert "Lernergebnisse" als Kombination von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen.
Der Kommissionsvorschlag empfiehlt den Mitgliedstaaten:
Folgende Definitionen verwendet der EQR:
(a) "Qualifikation": das formale Ergebnis eines Beurteilungs- und Validierungsprozesses, bei dem eine dafür zuständige Stelle festgestellt hat, dass die Lernergebnisse einer Person vorgegebenen Standards entsprechen;
(f) "Lernergebnisse": Aussagen darüber, was eine Lernende/ein Lernender weiß, versteht und in der Lage ist zu tun, nachdem sie/er einen Lernprozess abgeschlossen hat. Sie werden als Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen definiert.
(g) "Kenntnisse": das Ergebnis der Verarbeitung von Information durch Lernen. Kenntnisse bezeichnen die Gesamtheit der Fakten, Grundsätze, Theorien und Praxis in einem Lern- oder Arbeitsbereich. Im Europäischen Qualifikationsrahmen werden Kenntnisse als Theorie- und/oder Faktenwissen beschrieben.
(h) "Fertigkeiten": die Fähigkeit, Kenntnisse anzuwenden und Know-how einzusetzen, um Aufgaben auszuführen und Probleme zu lösen. Im Europäischen Qualifikationsrahmen werden Fertigkeiten als kognitive Fertigkeiten (logisches, intuitives und kreatives Denken) und praktische Fertigkeiten beschrieben (Geschicklichkeit und Verwendung von Methoden, Materialien, Werkzeugen und Instrumenten).
(i) "Kompetenz": die nachgewiesene Fähigkeit, Kenntnisse, Fertigkeiten sowie persönliche, soziale und/oder methodische Fähigkeiten in Arbeits- oder Lernsituationen und für die berufliche und/oder persönliche Entwicklung zu nutzen. Im Europäischen Qualifikationsrahmen wird Kompetenz im Sinne der Übernahme von Verantwortung und Selbstständigkeit beschrieben.
Das Ergebnis der beruflichen Bildung verortet der EQR auf Niveau 4:
Quelle:
EMPFEHLUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
zur Einrichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen vorgelegt. (KOM(2006) 479)
Beschluss des BiBB-Hauptausschusses vom 6.12.05:
www.bibb.de/de/23731.htm
Pressemitteilung de BMBF vom 14.11.06
www.bmbf.de/press/1918.php
Letzte Änderung: 23.05.2011 eMail-direkt » Seite empfehlen »
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Erstellt am: 30.11.2006 Kommentare hinzufügen »
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Weitere Informationen zum Aufgabengebiet "Allgemeine und berufliche Bildung 2010" der EU-Kommission

Literatur:
Hebel, Manfred von: Der Europäische Qualifikationsrahmen: Eine Chance für die Jugendberufshilfe. In: Jugendsozialarbeit aktuell, Nr. 79/2008 (PDF, 286 KB)