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Die Arbeitswelt von morgen wird durch vier wesentliche Megatrends geprägt: wirtschaftlicher Strukturwandel, demographischer Wandel, Globalisierung und Internationalisierung sowie neue Technologien. Mit hoher Wichtigkeit geht es in Zukunft darum, möglichst allen Jugendlichen den Weg in die Ausbildung zu eröffnen. Der Nationale Integrationsplan bietet einen guten Rahmen, der aber durch gezielte Maßnahmen und Unterstützungsleistungen gefüllt werden muss.
Die Studie "Auswirkungen von demographischen Entwicklungen auf die berufliche Ausbildung" soll eine begründete Orientierung für politisches Handeln, administrative Planungen und Entscheidungen von Akteuren der Bildungspolitik bieten. Sie wurde von der Prognos AG im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt. Das Ergebnis der Studie sind Zukunftsszenarien die auf Basis von Trendanalysen und Delphi-Befragungen von Expertinnen und Experten entwickelt wurden.
Die Arbeitswelt von morgen wird durch vier wesentliche Megatrends geprägt, die sich in den nächsten 30 Jahren direkt und indirekt auf die berufliche Ausbildung auswirken werden:
Auswirkungen auf die berufliche Ausbildung
Diese Trends wurden durch die befragten Expertinnen und Experten grundsätzlich bestätigt und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die berufliche Bildung konkretisiert. Insbesondere die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist auch auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft eine wichtige Aufgabe. Zurückgehende Zahlen von Schülerinnen und Schülern machen die umfassende Ausschöpfung von Beschäftigungspotenzialen dieser Zielgruppe notwendig. Dabei ist es aus Sicht der Expertinnen und Experten entscheidend, die bestehenden schulischen Benachteiligungen von Migrantinnen und Migranten aufzubrechen. Nur dann haben Jugendliche mit Migrationshintergrund verbesserte Chancen auf dem Ausbildungsmarkt.
Die absolute Höhe der Ausgaben wird demographisch bedingt sinken: Vier Fünftel der Expertinnen und Experten halten es für realistisch, dass zurückgehende Zahlen von Schülerinnen und Schülern zu Einspareffekten im Bereich der beruflichen Ausbildung führen werden. Dabei gehen die Expertinnen und Experten davon aus, dass diese frei werdenden Mittel nicht zur Qualitätssteigerung im System der beruflichen Ausbildung reinvestiert werden, sondern für andere staatliche Aufgaben aufgewendet werden.
Der technologische Wandel wirkt sich auf die Ausbildung in zweifacher Hinsicht aus. Zum einen gewinnt die Ausbildung in neuen Technologiefeldern an Bedeutung. Damit verändern sich Berufe, Tätigkeitsbereiche und Qualifizierungsanforderungen. Zum anderen halten neue Technologien Einzug in die Ausbildungs- und Lernmethoden. Beiden Entwicklungen schreiben die befragten Expertinnen und Experten einen großen Einfluss auf die zukünftige Gestalt der beruflichen Ausbildung zu. Hinsichtlich der Qualifikationsanforderungen an die Ausbildenden gewinnen dabei nonformale Kompetenzen sowie Soft Skills gegenüber fachlichen Kompetenzen immer mehr an Bedeutung. Die Nachfrage nach mittleren Schulabschlüssen und Schulabsolventinnen und -absolventen mit Hochschulzugangsberechtigung in der dualen Ausbildung nimmt vor dem Hintergrund steigender Anforderungen zu. In der Konsequenz dieser Entwicklungen verschlechtern sich die Chancen bildungsferner Jugendlicher auf Integration in die berufliche Ausbildung bereits kurzfristig.
Die veränderten Rahmenbedigungen führen nicht zur Integration aller Jugendlichen
Beispielhaft werden in der Studie drei Szenarien für den Zeitraum von 2016 bis 2025 dargestellt:
Die dargestellten Szenarien zeigen auf, dass bestimmte Handlungsfelder wiederholt auftreten. So stellt die Integration von gering Qualifizierten eine wesentliche Herausforderung der zukünftigen Bildungspolitik dar. Als roter Faden in den drei Szenarien zieht sich die Prognose, dass die veränderten Rahmenbedingungen für die Ausbildung NICHT zur umfassenden Integration aller Jugendlichen führen. Migrantinnen und Migranten werden auch in Zukunft zu den benachteiligten Personen am Ausbildungsmarkt gehören. Gründe hierfür sind weiterhin sprachliche und kulturelle Barrieren. Auch geschlechterbedingte Unterschiede in der Bildungsbeteiligung können nicht abgebaut werden, wobei das zweite Szenario hier aufgrund der Angebotsvielfalt die besten Lösungsansätze zeigt.
Ein ähnlicher Bedarf wird für den Aufbau einer Infrastruktur gesehen, die mit Beratungsangeboten zu Bildungsmöglichkeiten Eltern, junge Erwachsene und Personalverantwortliche aus Unternehmen durch die vielfältigen Bildungswege leitet.
Um den beschriebenen Handlungsfeldern zu begegnen formuliert die Studie Empfehlungen und Lösungsansätze:
Mit hoher Wichtigkeit geht es in Zukunft darum, möglichst allen Jugendlichen den Weg in die Ausbildung zu eröffnen. Der Nationale Integrationsplan bietet einen guten Rahmen, der durch gezielte Maßnahmen und Unterstützungsleistungen gefüllt werden muss. Folgende Lösungsansätze sind denkbar:
Der Bedarf an umfassenden Beratungsangeboten für Bildungsentscheidungen wächst kontinuierlich und muss durch ein bundesweites Angebot befriedigt werden. Da bereits viele Angebote bestehen, sollten Anstrengungen sich vor allem darauf richten, Ausbildungsberatung sowie Angebote zur Vermittlung von Ausbildungsbewerbern an ausbildende Stellen weiterzuentwickeln und zu systematisieren. So kann ein kohärentes und bundesweites Angebot etabliert werden:
Letzte Änderung: 23.05.2011 eMail-direkt » Seite empfehlen »
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Erstellt am: 16.07.2009 Kommentare hinzufügen »