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Die Erfolge beim Abbau der Jugendarbeitslosigkeit haben nichts daran ändern können, dass Jugendliche ein überdurchschnittliches Verarmungsrisiko haben. Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) von Dezember 2008 bezieht fast jeder zehnte Jugendliche in Deutschland Hartz IV. Doch nicht immer ist Arbeitslosigkeit der Grund für den Hilfebezug bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Oft muss auch ein erzieltes Einkommen noch "aufgestockt" werden, damit es zum Leben reicht.
Fast eine Million Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren waren im Sommer 2008 auf Hartz IV angewiesen. Zwar konnte ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 77.000 verringert werden, dennoch zählt jeder zehnte Jugendliche als Hartz IV- Empfänger. In Ostdeutschland ist das Risiko besonders hoch, schon als Jugendlicher arm zu werden. Von den knapp eine Million Hartz IV-Beziehern wohnt ein Drittel in den neuen Ländern. In Ostdeutschland ist somit jeder sechste Jugendliche auf Sozialleistungen angewiesen.
Besonders gravierend ist die Armutserfahrung, wenn sich der Hilfebezug bereits in jungen Jahren verfestigt. Von den 18- bis 29-jährigen, die im Januar 2005 erstmalig bedürftig wurden, bezogen etwa 40 Prozent bis Ende 2006 durchgängig Hartz IV. Selbst von jenen, die den Ausstieg aus dem Hilfebezug schafften, war etwa die Hälfte in diesem Zeitraum zeitweise erneut hilfebedürftig. Selbst Jugendliche, die relativ schnell aus dem Hilfebezug ausscheiden können, fallen teils auch schnell wieder in Armut zurück, heißt es in der Studie.
Unter den arbeitslosen Jugendlichen ist der Anteil derjenigen ohne Schulabschluss besonders hoch: drei Viertel der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen ohne Schulabschluss beziehen Hartz IV. Dieser Anteil schwankt regional. In Thüringen war der Anteil 2007 mit 18,5 Prozent am geringsten und in Nordrhein-Westfalen (29,9 Prozent) am höchsten. Fast jeder dritte arbeitslose Jugendliche erreichte in diesem Bundesland keinen Hauptschulabschluss. Immerhin hat ein Viertel der arbeitslosen Jugendlichen die Hartz IV beziehen, die mittlere Reife und rund 6 Prozent besitzen einen höheren Schulabschluss (Hochschul-/ Fachhochschulreife). Demnach kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle in Armut lebenden arbeitslosen Jugendlichen keinen oder nur einen niedrigen Schulabschluss haben.
Armut unter Jugendlichen ist keinesfalls mehr eine gesellschaftliche Randerscheinung. Längst ist nicht nur der Einstieg in die Berufsausbildung schwerer geworden. Der DGB sieht es auch als kritisch an, dass viele Jugendliche bereits Erfahrung mit dem Fürsorgestaat gemacht haben, bevor sie überhaupt einen Fuß in die Arbeitswelt setzen konnten.
Zur DGB-Studie:
www.dgb.de/2009/02/12_jugendarmut
Letzte Änderung: 03.12.2009 eMail-direkt » Seite empfehlen »
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Erstellt am: 03.12.2009 Kommentare hinzufügen »